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Syrien und kein Ende…Das Drehbuch wurde nicht verändert. Teil 2


Today could go off one particularly if one has risked a small look at the mainstream press. A bad man should be lynched once more in Saddam’s Gaddafi manner. And before generally more exact backgrounds are analyzed or one could have the idea than media organ to report neutrally and sophisticatedly, is spread, instead, in well-tried tradition – immediately after the awful event in Syria – warmongering and Regime-Change-Propraganda on all canals and is repeated unchecked and printed. Of course with the tenor known everywhere of the double standards of the west and his unsound values.

We are the good…

… and, nevertheless, we – the west – are really the only ones in the world who proceed in the sacrificial role and can give, besides, at the same time the hangman’s legitimization. Ideologically is spiced and is tasted the whole then with the usual enemy’s picture genesis ala „Muslim Hitler“ and the masses it swallows, it legitimises, or remains silent.

I am shaken and deeply grievedly about the pictures from Syria… without question. I could cry and am stunned that people can do to other people – in the case still children – something like that. But the answer should be – because the person knows no other means and ways – even more power, even more bombs and even more dead people? Is ashamed to you, her desk culprit that you want to move from the dead use to produce even more dead people in the final effect!

The spiral of violence runs… and gasified children adorn the title pages. Yes, there one shouts immediately after war… right, dear jumper’s press?! You print the pictures of the dead child bodies shamelessly as an emotional extortion and manslaughter argument in your magazine and NOT inflammatory-freely and without to clear up own interests, to think honestly to the victims or to hand over real humanitarian aid even the remained – no – but to make to merely wide mood against Assad, so that, finally, our military bases can be built and oil pipelines be moved. An increase of the topical military actions in Syria seems to be, in any case, probably the corollary and consequence and is probably sold to us again as a „humanitarian democracy preservation and western counter-terrorism“.

But no, the PICTURE does not arrange for instruments, but asks itself only – like already so often – why then the world nothing undertakes, Assad names postal-actually as a mass butcher and today boasts in her sheet seriously with it „for many years about the century crimes of the dictator Assad and his assistant Putin in the Syrian people to clear up“… the sentence already hurts while reading and is something like that from wrong!

Here in memory… as a small aetiology and what the media in the topical reporting have consciously left out: An almost exactly 3 year-old report among other things from the „Tagesspiegel“ which proves that German companies have played a crucial role with the construction of the Syrian poison gas programme. Only in him of 80th and 90th became various pumps, controlling valves, gas detectors, a chemical car wash and whole 2400 tonnes of a sulfuric acid which is used for the production of the poison gas Sarin to the Syrian regime verscherbelt. Why it is not reminded now in the news about that gefachsimpelt or to itself of it?

http://www.tagesspiegel.de/politik/deal-mit-syrien-deutschland-lieferte-material-fuer-assads-giftgas-fabriken/9636424.html

And the fact that the US Secret Services and the „DEFENSIVE ALLIANCE“ NATO particularly exactly do not take it with the truth in the fight for our values and freedom, one does not know only since him, till this day „without a trace to disappeared“ weapons of mass destruction during the Iraq war 2003…, nevertheless, also in the poison gas attack about Ghouta (Damascus) 2013 which one wanted to suspend at that time also immediately Assad, we were lied. At that time American researchers indicated which Assad the poison gas could not have used at all, because the rocket from an area came which was not controlled by the Syrian government.

Here the original document with the results at that time as a PDF: https://s3.amazonaws.com/s3.documentcloud.org/documents/1006045/possible-implications-of-bad-intelligence.pdf

Whether it is this once more in such a way, one cannot know yet…, nevertheless, I am sure which is not incorporated the prehistory and our portion of the guilt tonight in the fact situation if a new resolution is signed against Syria which will demand absolutely even more civil dead people, than 72 victims of the poison gas attack.

German Translation
Heute konnte einem besonders schlecht werden, wenn man einen kleinen Blick auf die Mainstream-Presse riskiert hat. Es soll mal wieder ein böser Mann in Saddam-Gaddafi-Manier gelyncht werden. Und bevor überhaupt genauere Hintergründe durchleuchtet werden oder man als Medienorgan auf die Idee kommen könnte, neutral und differenziert zu berichten, wird stattdessen in altbewährter Tradition – unmittelbar nach dem schrecklichen Ereignis in Syrien – Kriegshetze und Regime-Change-Propraganda auf allen Kanälen verbreitet und ungeprüft wiederholt und abgedruckt. Natürlich mit dem allseits bekannten Tenor der Doppelmoral des Westens und seinen angegriffenen Werten.

Wir sind ja die Guten…

… und wir – der Westen – sind doch tatsächlich die Einzigen auf der Welt, die sich in die Opferrolle begeben und dabei gleichzeitig die Henker-Legitimation erteilen können. Ideologisch gewürzt und abgeschmeckt wird das Ganze dann mit der üblichen Feindbildgenese ala „muslimischer Hitler“ und die breite Masse schluckt es, legitimiert es, bzw. schweigt sich aus.

Ich bin erschüttert und tief getroffen über die Bilder aus Syrien… ohne Frage. Ich könnte weinen und bin fassungslos, dass Menschen anderen Menschen – in dem Fall auch noch Kinder – sowas antun können. Aber die Antwort soll – weil der Mensch keine anderen Mittel und Wege kennt – noch mehr Gewalt, noch mehr Bomben und noch mehr Tote sein? Schämt euch, ihr Schreibtischtäter, dass ihr aus den Toten Nutzen ziehen wollt, um im Endeffekt noch mehr Tote zu produzieren!

Die Gewaltspirale läuft …und vergaste Kinder zieren die Titelseiten. Ja, da schreit man sofort nach Krieg… nicht wahr, liebe Springer-Presse?! Ihr druckt die Bilder der toten Kinderkörper schamlos als emotionale Erpressung und Totschlagargument in euer Magazin und NICHT, um hetzfrei und ohne eigene Interessen aufzuklären, den Opfern ehrlich zu gedenken oder gar den Verbliebenen echte humanitäre Hilfe zukommen zu lassen – nein – sondern um lediglich weiter Stimmung gegen Assad zu machen, damit endlich unsere Militärbasen gebaut und Ölpipelines verlegt werden können. Eine Verschärfung der aktuellen Militäreinsätze in Syrien scheint jedenfalls wohl die logische Folge und Konsequenz zu sein und wird uns wohl wieder als „humanitäre Demokratieerhaltung und abendländische Terrorbekämpfung“ verkauft.

Aber nein, die BILD instrumentalisiert ja nicht, sondern fragt sich nur – wie schon so oft – wieso denn die Welt nichts unternimmt, benennt postfaktisch Assad als Massenschlächter und rühmt sich heute in ihrem Blatt ernsthaft damit „seit Jahren über die Jahrhundertverbrechen des Diktators Assad und seines Helfers Putin am syrischen Volk aufzuklären“ …der Satz tut schon beim Lesen weh und ist sowas von falsch!

Hier zur Erinnerung… als kleine Ursachenforschung und was die Medien in der aktuellen Berichterstattung bewusst weggelassen haben: Ein fast genau 3 Jahre alter Bericht u.a. vom „Tagesspiegel“, der belegt, dass deutsche Firmen eine entscheidende Rolle beim Aufbau des syrischen Giftgas-Programms gespielt haben. Allein in den 80er und 90er wurden diverse Pumpen, Kontrollventile, Gas-Detektoren, eine Chemiewaschanlage und ganze 2400 Tonnen einer Schwefelsäure, die zur Produktion des Giftgases Sarin genutzt wird, an das syrische Regime verscherbelt. Wieso wird jetzt in den News nicht darüber gefachsimpelt oder sich daran erinnert?

http://www.tagesspiegel.de/politik/deal-mit-syrien-deutschland-lieferte-material-fuer-assads-giftgas-fabriken/9636424.html

Und dass die US-Geheimdienste und das „Verteidigungsbündnis“ NATO es mit der Wahrheit beim Kampf für unsere Werte und Freiheit nicht sonderlich genau nehmen, weiß man ja nicht erst seit den, bis heute „spurlos verschwundenen“ Massenvernichtungswaffen im Irak-Krieg 2003… doch auch beim Giftgasangriff von Ghouta (Damaskus) 2013, den man damals ebenfalls sofort Assad anhängen wollte, wurden wir belogen. Amerikanische Forscher zeigten damals auf, das Assad das Giftgas gar nicht eingesetzt haben konnte, da die Rakete aus einem Gebiet kam, welches nicht von der syrischen Regierung kontrolliert wurde.

Hier das Originaldokument mit den damaligen Ergebnissen als PDF: https://s3.amazonaws.com/s3.documentcloud.org/documents/1006045/possible-implications-of-bad-intelligence.pdf

Ob es dieses mal wieder so ist, kann man noch nicht wissen… doch ich bin mir sicher, das die Vorgeschichte und unser Anteil der Schuld heute Abend nicht in die Faktenlage mit einbezogen wird, wenn eine neue Resolution gegen Syrien unterschrieben wird, die sicherlich noch mehr zivile Tote fordern wird, als die 72 Opfer des Giftgasangriffs.

Demokratie? Wo findet sie denn noch statt?


Demokratie-Versuch gescheitert


Es gibt viele intelligente, ausführliche, auch wissenschaftliche Untersuchungen, in denen nachgewiesen wird, dass nicht nur die USA längst keine Demokratie mehr ist, sondern dass auch in Deutschland, der Nachkriegsversuch, eine Demokratisierung der Gesellschaft durchzuführen , leider gescheitert ist. Ich will versuchen, für jeden verständlich und in kurzer Form, einfach indem ich die Definition für Demokratie in Wikipedia analysiere, aufzuzeigen, in welcher Verfassung sich unser Staat befindet.

Was ist Deutschland? Welche typischen Merkmale hat eine Demokratie, und kann man die in Deutschland nachweisen? Welche Folgen hat es? Was müsste man tun, um Demokratie wieder zu beleben?

WER IST HERRSCHER? WER DIENER?

Über die Gründe gebe ich hier keine Auskunft“ antwortete eine Vertreterin der Bundesregierung auf der Bundespressekonferenz am 15. Dezember. Die Frage, auf die sie nicht antwortete, bezog sich darauf, warum die Bundesregierung Aufträge an private Firmen vergab, die bekannterweise für die NSA Spionageaufträge in Deutschland ausführt(e). Die anderen Antworten waren zwar etwas länger und wortreicher, sandten aber im Prinzip die gleiche Nachricht, sinngemäß: „Wir sind hier um euch zu erklären, was wir wollen, dass ihr draußen erzählen sollt, also nervt uns nicht“.

Wer die Antworten auf der Bundespressekonferenz vom 05 Februar 2015 verfolgt, wird feststellen, dass obiger Eindruck kein Einzelfall ist, sondern durchaus zum System gehört. Die Sprecher sitzen erhöht auf einem Podium, wie sonst nur die Richter in einem höchsten Gericht. Und ähnlich klingen auch die Antworten. Hier ist nicht der Souverän derjenige, der seine Regierung befragt, sondern ein Herrscher erniedrigt sich, Almosen an Informationen zu verbreiten. Und das ausgerechnet bei einem Thema, wo es um die Glaubwürdigkeit der Regierung geht. Wie im Fall von Folter (ab 0:12 min.) und der Korrumpierbarkeit von Regierungsmitgliedern (17:00 min.).

IST DEUTSCHLAND SOUVERÄNER STAAT?

Nun gibt es widersprüchliche Aussagen dazu, ob wir trotz der Wiedervereinigung immer noch unter alliiertem Kontrollrecht stehen. (SHAEF-Gesetz oder geheime Folgegesetze). Eine Vielzahl von Politikern, wie z.B. Finanzminister Schäuble, und auch Historiker, wie zu erwarten inhaltreicher,haben sich schon eingehend dahingehend geäußert, dass Deutschland keineswegs souverän ist. Es wird Zeit, dass die Verträge, die diesen Zustand offensichtlich noch verursachen, gekündigt werden. Denn es ist durchaus wahrscheinlich, dass das katastrophale Ergebnis der folgenden Untersuchung, zum Teil mit diesem Zustand zusammen hängt.

DER JOURNALISMUS

Natürlich wird die Medienlandschaft von Hofberichterstattung bestimmt. Da stimmt einer der bevorzugten Journalisten auch gerne mal ein Geburtstagsständchen für die Frau Bundeskanzlerin an. Aber ich bewundere die Zähigkeit einiger weniger Journalisten, doch immer wieder nachzufragen. Möglicherweise ist es die stille Rache dafür, sich die Zeit damit um die Ohren schlagen zu müssen, Plattitüden anzuhören, vielleicht will man einfach die aalglatten Pressesprecher wissen lassen: „Wir wissen schon wo’s lang geht, also zieht euch warm an, wenn der nächste Whistleblower uns was verrät.
Aber was passiert, wenn ein Whistleblower etwas verrät? Er wird juristisch verfolgt, während der Herr Bundesanwalt wegen staatlicher Verbrechen, keine Möglichkeit, sieht aktiv zu werden. Das einzige und letzte Mal, dass ich Anzeige gegen Mitglieder der Bundesregierung wegen Vorbereitung und Unterstützung eines Angriffskrieges stellte, bescherte mir eine vielseitige, aber offensichtlich standardisierte Ablehnung. Sie enthielt den Hinweis, meine Vorwürfe könnten nicht verfolgt werden, da die Vorgänge die ich beschrieb, sich auf einen Angriffskrieg an sich, *** und nicht auf die Vorbereitung desselben *** bezögen.

DER GEIST DES GRUNDGESETZES

Die Mütter und Väter des Grundgesetzes hatten die besten Absichten, und gute Ideen, um Deutschland rechtlich so zu begründen, dass das Land die Fehler der Vergangenheit nicht mehr wiederholt. Aber sie werden in den Gräbern rotieren, wenn sie sehen, was in der Realpolitik daraus wurde.

Statt das Grundgesetz weiter zu entwickeln, Lücken zu schließen, und den Geist der Gründer zu bewahren, wurden immer mehr Lücken gerissen, manche Vorschriften, wie das über das Briefgeheimnis, in sein gewolltes Gegenteil verwandelt.

Grund hierfür ist sicher auch die Tatsache, dass Deutschland, trotz Lippenbekenntnissen, niemals eine Gewaltenteilung, bzw. eine wirklich unabhängige Justiz geschaffen hatte. Ich erspare mir die Begründung und verweise auf die Seite www.gewaltenteilung.de.

Und der so genannte Verfassungsschutz, wurde nichts anderes als ein Inlandgeheimdienst, der abhängig, und im Auftrag der Regierung, agiert. Er sollte eigentlich die Verfassung schützen, und dafür dem Souverän direkt verantwortlich zu sein. Stattdessen wird er von denen beauftragt und kontrolliert, die die größte Gefahr für die Verfassung bzw. das Grundgesetz darstellen. Nämlich von denen, die die Macht im Staat innehaben, die das Gewaltmonopol besitzen, die die Staatsmacht ausüben, und natürlich bestrebt sind, diese nicht abzugeben.

DIE VIERTE GEWALT

Nachdem nun in den letzten 25 Jahren auch die so genannte Vierte Gewalt, der unabhängige Journalismus, sich selbst erfolgreich gleichgeschaltet hat, wird das Versagen der Demokratie endgültig für jeden sichtbar. Dass die Medien ihrem Auftrag längst nicht mehr nachkommen, will ich an dieser Stelle auch nicht erneut diskutieren, das wird bereits an vielen anderen Stellen nachgewiesen. Ein bescheidener Beitrag dazu findet sich auch in diesem Blog.

WAS BEGRÜNDET EINE DEMOKRATIE

Die Definition in Wikipedia lautet wie folgt (Nummerierung hinzugefügt):

> „…Demokratie (altgr. Δημοκρατία „Herrschaft des Staatsvolkes“, von δῆμος dēmos ‚Staatsvolk‘ und -kratie: κρατία kratía ‚Herrschaft‘) bezeichnet Herrschaftsformen, politische Ordnungen oder politische Systeme, in denen die Herrschaft von der Allgemeinheit ausgeübt wird. In Demokratien hat das Volk eine mitbestimmende Funktion (8) und die Regierung geht durch Wahlen aus dem Volk hervor. Typische Merkmale einer Demokratie sind (1) freie Wahlen, das Mehrheitsprinzip, die Akzeptanz einer politischen (2) Opposition, (3) Verfassungsmäßigkeit, Schutz der Grundrechte, Schutz der (4) Bürgerrechte, und Achtung der (5) Menschenrechte. Da die Herrschaft durch die Allgemeinheit ausgeübt wird, ist eine Form der (6) Meinungsfreiheit zur politischen Willensbildung unerlässlich…..“

Schauen wir uns die einzelnen typischen Merkmale einer Demokratie einmal an, und fragen wir uns, ob sie auf Deutschland noch zutreffen:

Zu 1) Freie Wahlen

Freie Wahlen gibt es in Deutschland sicher. Wenn man aber die genaue Definition von „freien Wahlen“ liest, findet man eine ganze Reihe von Voraussetzungen, die in Deutschland zu diskutieren wären. So stellt man sich die Frage, ob verwirklicht wurde, dass jeder Berechtigte diskriminierungsfrei Wahlkampf betreiben kann. Dafür sollte man sich die Parteienfinanzierung und die Wahlkampfkostenerstattung ansehen. Oder betrachten wir die Bevorteilung von Beamten gegenüber Arbeitern und Angestellten, Hausfrauen und Bauern, bei der Bewerbung um ein politisches Mandat.

Auch gegen das Verbot von

> „…Meinungsmanipulation durch falsche Versprechungen oder> [durch]> falsche oder diffamierende Behauptungen vor der Wahl…“

Einfluss zu nehmen, wird m.E. mit schöner Regelmäßigkeit verstoßen. Oder wie nennt man das Bekanntwerden der Überwachung durch den Verfassungsschutz, von durch das Volk gewählten Bundestagsabgeordneten. Oder was soll man zum regelmäßigen Ausgrenzen von rechten und linken Parteien sagen, selbst durch den Bundespräsidenten, zuletzt wieder sogar mit dem Versuch, die Wahl eines linken Ministerpräsidenten zu verhindern.

Zu 2) Opposition

Wie steht es mit der Akzeptanz der Opposition. Besonders gut in der jetzigen Großen Koalition zu erkennen, akzeptiert man eine Opposition, enthält ihr aber immer mehr wesentliche Informationen vor. Immer öfter dabei mit Argumenten wie „Nationale Sicherheit“, die man eigentlich eher aus Diktaturen gewohnt ist. Oder mit der Begründung, man dürfe keine Betriebsgeheimnisse verraten. Wenn sogar ganz offen die Herausgabe von Informationen an einen oppositionellen Abgeordneten (z.B. Dr. Alexander Neu) verweigert, anderen Abtgeordneten aber der Zugang ermöglich wird, ist klar, dass mit zweierlei Maß gemessen wird. Nur DIE Opposition erhält Rechte, die sich als „Gute Opposition“ darstellt. Sobald aber eine Opposition ihre Pflicht ernsthaft verfolgt, wird ihr das ihr zustehendes Recht vorenthalten, ohne dass dies zu Konsequenzen führt.

Zu 3) Verfassungsmäßigkeit

Verfassungsmäßigkeit in Hinsicht auf die Bundesrepublik Deutschland ist nicht ohne Delikatesse. Eine Verfassung kann sich nur ein souveränes Volk geben. Und laut Finanzminister Schäuble und andere Spitzenpolitiker war Deutschland, seit der bedingungslosen Kapitulation des Nazi-Regimes, noch nie vollkommen souverän. Dann würde sich die Frage stellen, ob ein Land, das nicht souverän ist, und keine Verfassung hat, überhaupt eine Demokratie sein kann.

Aber gehen wir einmal davon aus, dass unser Grundgesetz die Rolle einer Verfassung im Sinn der obigen Definition erfüllt. Handeln die Regierenden dann verfassungsmäßig? Das ist zu bezweifeln, wenn man die große Anzahl an Gesetzen sieht, die vom Bundesverfassungsgericht wieder gekippt werden. Dabei muss man noch berücksichtigen, dass nur ein kleiner Teil von grundgesetzfraglichen Gesetzen überhaupt abgelehnt wird. Denn die Zusammensetzung des Bundesverfassungsgerichtes, wird durch die Parteien bestimmt. Also durch diejenigen, über deren Taten das Gericht zu urteilen hat.
Und so wird auch immer ein negatives Urteil des Verfassungsgerichtes eher als freundliche Aufforderung verstanden, das Gesetz demnächst doch bitte anders zu formulieren. Es wird nicht verstanden als Warnschuss, dass man evt. nicht verfassungsmäßig agiert hatte, und vielleicht sogar mit Konsequenzen rechnen muss. Und die jüngsten Aussagen einer Bundesministerin, wenn der Einsatz der Bundeswehr im Irak nicht verfassungskonform wäre, müsse man eben die Verfassung ändern, deutet darauf hin, dass das Grundgesetz in breiter Front in der Regierung, schon längst nicht mehr ernst genommen wird.

Die Väter und Mütter des Grundgesetzes haben in Art 97 (1) vorgesehen, dass Richter unabhängig und nur dem Gesetz unterworfen sind. Warum dies niemals realisiert wurde, kann man den oben bereits erwähnten Seiten www.gewaltenteilung.de entnehmen. Das gilt übrigens auch für das Bundesverfassungsgericht. Die auf der Seite nicht erwähnte Tatsache, dass frühere Spitzenpolitiker, die selbst Gesetze zu verantworten haben, in das Gericht wechseln. Das führt dann dazu, dass Gerichte über Verfassungsmäßigkeit von Gesetzen urteilen sollen, die durch die Richter selbst entstanden. Das ist ein Vorgehen, dass, gelinde gesagt, widersprüchlich ist. Es ist fast vergleichbar mit der Drehtürpolitik, mit der inzwischen Spitzenpolitiker in die Wirtschaft und wieder zurück wechseln. Dabei sollten beide Teile der Gesellschaft eigentlich die Aufgabe haben, die jeweils andere Rolle zu kontrollieren. Im Fall eines Politikers, sogar mit der Macht des Gesetzes im Hintergrund.

Der Geist des deutschen Grundgesetzes war, darin sind sich alle Fachleute einig, die Absicht zu verwirklichen, dass von deutschem Boden nie wieder Krieg ausgehen sollte. Artikel 26 GrundGesetz schreibt nun dummerweise, dass die _VORBEREITUNG_eines Angriffskrieges bestraft wird, aber nicht die Führung eines Angriffskrieges selbst. Und dankbar wurde dieser Passus niemals klargestellt und dem Geist des Grundgesetzes angepasst. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit hatten sich die Gründerväter und -mütter nicht vorstellen können, dass es einen Angriffskrieg ohne Vorbereitung geben könnte. Und mit Sicherheit waren sie davon ausgegangen, dass die Durchführung eines Angriffskrieges selbstverständlich auch strafbar sein sollte. Aber selbst wenn deutlich wird, dass bei der Vorbereitung eines Angriffskrieges geholfen wird, erscheint kein Ermittler der Bundesanwaltschaft, um das Gesetz umzusetzen. Das soll an einem einzigen von dutzenden von Beispielen aufgezeigt werden:

Die Bundesregierung hat Luftabwehreinheiten in die Türkei geschickt, weil das Land als NATO-Partner, angeblich durch Syrien bedroht würde. Dabei waren die angeblichen Angriffe Syriens, von syrischen Aufständischen abgefeuert worden, und es waren außerdem Mörserangriffe, gegen die Luftabwehrraketen gar nicht eingesetzt werden können. Die Türkei ist Syrien militärisch um ein Vielfaches überlegen und braucht sicher nicht die Hilfe Deutschlands, um einen Angriff abzuwehren. Und Syrien ist zudem in einen schweren Bürgerkrieg verwickelt, der es dem Land ganz einfach unmöglich macht, einen Angriff gegen einen Nachbarstaat auszuführen. Im Übrigen wurde in der Geschichte der NATO noch niemals ein Krieg gegen einen NATO-Staat begonnen (der umstrittene Fall eines selbsterklärten Krieges bei 9/11 einmal beiseitegelassen).

Ganz im Gegenteil führte Ankara Angriffe auf das Gebiet von Syrien durch, … gedeckt durch Luftraumsicherung mit deutschen Patriots. Außerdem unterstützt die Türkei Aufständische, insbesondere gewalttätige Terroristen, in dem Bürgerkriegskonflikt des Nachbarlandes. Und, das Wichtigste, das Land fordert ganz offen einen Angriffskrieg gegen Syrien. Und dann sagt die Bundesregierung, die Patriots sollen nicht bei der Vorbereitung eines Angriffskrieges helfen?

4) Bürgerrechte

Bürgerrechte sind durch gesetzliche Einschränkungen kaum noch geeignet, um ihren Auftrag, den einzelnen Bürger vor dem Staat zu schützen, nachzukommen. Zwar wird noch ein gewisser Schutz erzeugt, dass Bürger die Rechte anderer Bürger nicht verletzen. Aber der Staat hat sich so umfassende Ausnahmen spendiert, dass die Ursprungsabsicht in vielen Fällen in ihr Gegenteil verwandelt wurde.

Nehmen wir nur das Beispiel Briefgeheimnis. Seit dem 17. Jahrhundert schützte man die Menschen davor, ausspioniert zu werden. Wobei die Möglichkeiten seinerzeit beschränkt waren. So bedurfte es eines großen Aufwandes, einen Brief „zu verletzen“ oder eine Person sogar systematisch zu überwachen. Nachdem diese Hürden aber im 21. Jahrhundert gefallen waren, seit es also viel leichter ist, E-Mails, die normale Briefe ersetzen, also quasi die Rechtsnachfolger von Briefen sind, systematisch und flächendeckend zu überwachen, *** werden die Vorschriften nicht verschärft, was dem Geist und Sinn der Vorschrift entsprochen hätte ***, sondern praktisch außer Kraft gesetzt. Und das mit einer großen Selbstverständlichkeit, als hätte es den Geist und Sinn des Briefgeheimnisses niemals gegeben.

5) Menschenrechte

Menschenrechte sind jene Rechte, die im Grundgesetz so definiert wurden, dass sie sowohl für Bürger Deutschlands, als auch alle anderen Menschen gelten, die sich in Deutschland aufhalten. Wenn man sieht, wie das Recht auf Asyl erst kürzlich verwässert wurde, stellt man sich die Frage, ob dieses Merkmal einer Demokratie noch gegeben ist. Aber auch andere Vorgänge lassen es als fraglich erscheinen.
So haben Spitzenpolitiker verhindert, dass ein bekannterweise unschuldiger, illegal entführter, deutscher Gefangener der USA, aus der Folterhaft entlassen wurde (Murat Kurnaz). Außerdem werden offensichtlich keinerlei Maßnahmen ergriffen, die Verbrechen aufzuklären, die Geheimdienste der USA auf deutschen Boden begangen, und noch heute begehen. Zuallererst natürlich die Verbrechen an der Menschlichkeit, also die Vorgänge, die in Geheimgefängnissen der USA auf deutschem Boden stattfanden. Und natürlich wird auch nicht nach deutschen Komplizen ermittelt.

In diesem Zusammenhang auch besonders offensichtlich, die ganz zu Beginn erwähnte Weigerung, etwas dazu zu sagen, warum man vermutliche Spionagefirmen der USA, die gegen das deutsche Grundgesetz verstießen, auch im Namen der Bundesregierung operieren lässt, und mit Steuergeldern dafür bezahlt. Wenn dies daraus begründet wird, dass es über der Verfassung stehende Vereinbarungen gibt, die das deutsche Volk aber nicht wissen darf, würde dies einen noch viel größeren Bruch demokratischer Prinzipien bedeuten.

Und wenn man sich den Bericht über Drohnenmorde, die von deutschem Boden aus koordiniert, und durchgeführt werden, anschaut, fragt man sich umso deutlicher, was dies noch mit der Achtung der Menschenrechte zu tun hat. In der Fernsehsendung konnte man erleben, wie offen Rekruten angeworben wurden, um menschenrechts- und völkerrechtswidrige Aktionen von deutschem Boden aus durchzuführen, aber die Bundesregierung … weiß von Nichts. Und kein Staatsanwalt tritt in Aktion.

6) Meinungsfreiheit

Meinungsfreiheit wird ausdrücklich und als hervorragend wichtig für eine Demokratie erwähnt. Meinungsfreiheit wäre gegeben, wenn jede Meinung, MINDESTENS entsprechend ihrer Vertretung in der Gesellschaft, auch in den Medien Verbreitung fände. Der Ansatz eines Öffentlich Rechtlichen Rundfunks war schon der richtige Beginn. Allerdings haben auch hier längst Verwässerungen, bis hin zur Pervertierung stattgefunden. Die waren zuletzt so groß geworden, dass sogar das Bundesverfassungsgericht den Staatsvertrag über den ZDF für verfassungswidrig erklärte.
Damit fällt also eine wichtige Stütze der Demokratie weg. Zusätzlich zu den Öffentlich Rechtlichen Medien gibt es jedoch inzwischen die privaten Medien. Und hier wurde die Meinungsfreiheit noch stärker pervertiert. Denn jeder Medienunternehmer kann seine eigene Meinung den Journalisten vorschreiben (Tendenzbetriebreglung). Er ist nicht verpflichtet, eine gesellschaftlich ausgewogene Meinungsvielfalt anzubieten, sondern kann ganz alleine bestimmen, welche Meinung sein Medium vertritt. Gravierend wurde das durch die schriftliche Verpflichtung von Mitarbeitern im Springer Verlag bekannt, alles zu unterlassen, was die Interessen der USA oder Israels beeinträchtigen könnte.

Durch die privaten Medien, neben den Öffentlich Rechtlichen Medien, gibt es jetzt also zwei mediale Machtblöcke. Die der staatlichen Vertreter, der politischen Elite des Landes, und die der Vermögen Besitzenden des Landes, die es sich leisten können, selbst ein Medium zu finanzieren. Das deutet auch schon darauf hin, in welche Richtung die Analyse des Staatssystems führen wird. Denn dies sind eindeutige Ausprägungen einer Polyarchie.

Leider sind die Interessen von Politik und Wirtschaft / Banken in den letzten Jahrzehnten, nicht nur wegen der Drehtürpolitik, stark zusammen gewachsen, so dass man inzwischen davon ausgehen kann, dass, bis auf Konflikte zwischen diesen, der gleiche Meinungstenor vorherrschen wird. Was derzeit gut beobachtet werden kann, betrachtet man den Gleichklang zwischen Politik, Öffentlich Rechtlichen Medien und Privaten Medien, in der Berichterstattung über Syrten, die Ukraine oder die Bankenkrise, genannt Finanzkrise der EU. Und dieses deutet auf eine Entwicklung hin, wie in den USA bereits abgeschlossen, nämlich die zu einer Oligarchie.

Unterdrückung der Meinungsfreiheit findet in Deutschland (noch) nicht durch Einsperren und Ermorden kritischer Journalisten statt. Man entzieht ihnen einfach die Lebensgrundlage. Sie finden keine Arbeitgeber oder Auftraggeber mehr. Beispiele für solche „Ausgestoßenen“ sind der Macher des preisgekrönten Films über die Folgen von Uranmunition (Deadly Dust), Frieder Wagner, Andreas von Bülow, ehemaliger Spitzenpolitiker und Autor, Christoph Hörstel, ehemaliger ARD-Korrespondent und Berater der Bundesregierung, bis zu dem Zeitpunkt, da er dissidente Meinungen begann zu vertreten, Ken Jebsen, der offen und unverklagt erklären kann, dass die Intendanz in seinem Fall gelogen hatte, um ihn loszuwerden, als er in die Kritik von transatlantischen Kreisen geriet. Um nur einige Fälle zu erwähnen. Und natürlich werden solche Ächtungen zu einer Selbsterfüllenden Prophezeiung. Denn dann treten diese Journalisten plötzlich bei „Feindsendern“ auf und prompt heißt es: „Seht ihr, er war schon immer einer von denen.“

FAZIT

Nachdem wir festgestellt haben, dass durchaus fraglich ist, ob die typischen Merkmale einer Demokratie auf Deutschland zutreffen, sollten wir uns die Frage stellen, wodurch denn eine Demokratie lebt. Ganz eindeutig ist dies der Grad der Beteiligung der Bürger an demokratischen Veranstaltungen. Nun sehen wir aber seit Jahren einen Rückgang der Wahlbeteiligung. Und auch, Menschen zu Hundertausenden auf Demonstrationen zusammen zu führen, um gegen Missstände demokratisch aktiv zu werden, ist seit den großen Anti-Atom-Demos wegen Fukushima, praktisch unmöglich. Abstimmung mit den Füßen könnte man das nennen. Die Menschen haben aufgehört, an demokratische Prozesse zu glauben. Die Wahlbeteiligung, laut Statistiken der Bundeszentrale für politische Bildung, geht seit 1972 kontinuierlich zurück. Besonders alarmierend dürfte der Rückgang in der Altersgruppe zwischen 21 bis 25 Jahren sein. Dort sank die Wahlbeteiligung von über 90% im Jahr 1972 auf 59% im Jahr 2009. Dass die Wahlbeteiligung im Jahr 2013 wieder ganz geringfügig zugenommen hatte, lag daran, dass einige Wähler Hoffnung auf einen Politikwechsel hatten.

Dadurch stellt sich aber auch gleich die Frage nach der Legitimation einer Regierung. Wenn nur ca. 2/3 der Bevölkerung wählt, und davon nur 20 oder 30% die spätere Regierungspartei, wie groß ist dann die Legitimität dieser Partei, die Richtlinien der Politik zu bestimmen?

Die Frage der Legitimität zieht sich dann durch alle Instanzen der Demokratie. Z.B. im Öffentlich Rechtlichen Rundfunk: Müsste nicht neben den Vertretern der Parteien, eine entsprechend ihrer Größe berücksichtigter Anteil, an Vertretern der Nichtwähler, in den Gremien der Rundfunkräte vertreten sein?

Erfüllt eine solche Regierung die Anforderung an „Mehrheitsentscheiden„, die als Voraussetzung für Demokratien genannt werden?

Selbst wenn der Leser in vielen Fällen mit meiner Analyse nicht einverstanden ist, sollte ihm zumindest ein mulmiges Gefühl erwachsen sein.

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