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Das System USA – US Staatsverschuldung zahlt die ganze Welt!


Der Dollar-Imperialismus oder wie die USA sich zu Lasten der übrigen Welt bereichern


  1. Inhaltsverzeichnis
  2. Die Bankenkrise:Wer zahlt die Schulden?
  3. Die geheimnisvolle Geldquelle der USA: Die Staatsverschuldung
  4. Rüstungsausgaben und Staatsverschuldung
  5. Ölgedeckte statt goldgedeckte Leitwährung
  6. – Das „Projekt des amerikanischen Jahrhunderts“ –
    Die Herrschaft über die Rohstoffe! Noch geht es um die Energie-Rohstoffe Öl und Gas.
    Doch schon bald wird es um Nahrungsmittel und Wasser gehen!
  7. Die Alternative: Globale Energiewende und Vielfalt von Leitwährungen
  8. Die verhängnisvolle Rolle der NSA


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Die Bankenkrise: Wer zahlt die Schulden?

Es ist der 11. Dezember 2013 – zu später Stunde steht die Anne-Will-Talkshow auf dem Programm. Diskutiert wird der Vorschlag der Bankenregulierung, den die EU-Kommission vier Jahre nach der Finanzkrise endlich vorgelegt hat. Mit von der Partie ist, außer deutschen Befürwortern und Kritikern des Kommissionsvorschlags, diesmal auch der Investmentbanker und ehemalige US-Botschafter in Deutschland, John Kornblum. Wie immer erhitzen sich bei diesem Thema die Gemüter.

Immerhin geht es um die Frage, wer für die Kosten der Bankenkrise aufkommt, die Banken oder die Steuerzahler. Diese Debatte ging aber dem amerikanischen Teilnehmer ziemlich bald gegen den Strich: „wir haben in Amerika die Banken innerhalb von wenigen Wochen verstaatlicht. Ich verstehe aber nicht, warum Ihr in Europa so lange braucht, um das Problem maroder Banken zu lösen.“ Klar, Amerika ist halt aus einem anderen Holz geschnitzt. Getrost konnte man daher Kornblums viel sagenden Einwurf übergehen.

In dem einige Tage später in „Die Welt“ anlässlich 5 Jahre Lehman-Pleite erschienenen Beitrag „USA stürzen Europa in die Krise und ziehen vorbei“ fand man immerhin Anhaltspunkte für das amerikanische Wunder. Tatsächlich haben die USA schon 2009 erfolgreich sämtliche maroden Banken verstaatlicht, um ihre Schulden abzustoßen und sie anschließend wieder zu privatisieren, während in der EU aus der Bankenkrise eine Staatsverschuldungskrise geworden ist. Dabei sind die globalen Wirtschaftsdaten der USA alles andere als rosig: die US-Handelsbilanz weist z. B. seit 1987 ununterbrochen Defizite auf, die in diesen 26 Jahren angehäufte Defizitsumme beträgt 9.627 Milliarden US-Dollar.

Die Ursache dafür ist, dass die US-Ökonomie in Teilen gegenüber ihren Hauptkonkurrenten EU, China und Japan längst nicht wettbewerbsfähig ist. Die Staatsverschuldung der USA kletterte zwischen 2003 und 2013 von 6.731 auf 17.556 Milliarden Dollar um beinahe das Dreifache; die Staatsquote stieg im selben Zeitraum von 60 auf 108 Prozent, damit deutlich rasanter als die Staatsquote der EU, die von 60 „lediglich“ auf 87 Prozent anstieg. Wie aber haben die Amerikaner trotzdem das Wunder vollbracht, quasi im Handumdrehen ihre Bankenkrise loszuwerden und davonzuziehen?


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Die geheimnisvolle Geldquelle der USA: Die Staatsverschuldung

Gängige Antworten wie „die Amerikaner haben sehr schnell die Banken kapitalisiert und sehr früh Stresstests durchgeführt,“ so Andreas Dombret, das für Finanzstabilität zuständige Vorstandsmitglied bei der Bundesbank, lassen das Wichtigste, nämlich wo das dafür nötige Geld so rasch hergekommen ist, ganz offen. Und das in einem Land, das gerade dabei ist, die riesigen Lasten von zwei kostspieligen Kriegen in Afghanistan und Irak zu bewältigen und das einen gigantischen Rüstungshaushalt zwischen 500 und 800 Milliarden Dollar seit dem Jahrhundertanfang unterhält?

Zwar verfügen die USA mit 15.684 Milliarden Dollar Brutto Inlandsprodukt in 2012 über eine sehr mächtige Volkswirtschaft, aber mit 12.785 Milliarden Dollar im selben Jahr, liegtdie EU nur geringfügig hinter den USA. Durch die Größe der Volkswirtschaft können also Amerikas Wunder der gleichzeitigen Bewältigung von mehreren finanzaufwändigen Megaprojekten nicht erklärt werden. In der EU ist die Frage der Lastenverteilung das größte ungelöste Problem der Bankenkrise: Die Banken weigern sich, die Lasten alleine zu tragen, die Regierungen sehen sich andererseits mit zwei roten Linien konfrontiert, erstens die Belastungen für die Steuerzahler in Grenzen zu halten und gleichzeitig die selbst verordneten Schuldenbremsen einzuhalten.

Amerikas Regierungen scheinen dagegen mit ihrer Politik der Vergabe von Staatsanleihen über eine geheimnisvolle Geldquelle zu verfügen, mit der sie sowohl die US-Haushaltsdefizite wie die US-Leistungsbilanzdefizite finanzieren.

Technisch werden beide Ziele wie folgt umgesetzt: Um laufenden Staatsausgaben zu tätigen tauscht das US-Finanzministerium Staatsanleihen bei der FED gegen von dieser frisch gedruckten Dollar um- allein in 2013 wurde so 1100 Milliarden Dollar in Umlauf gebracht. Die FED wiederum vermarktet diese Staatsanleihen auf dem Weltmarkt und lenkt so ständig neues Kapital in die US Ökonomie, das für den Ausgleich der Leistungsbilanzdefizite sorgt. Der Preis für diese Geldschöpfungspolitik ist die gigantische Staatsverschuldung.

Um die alten Anleihen samt Renditen bei Fälligkeit zu bedienen, werden eben neue Staatsanleihen ausgegeben, die – gegen frisches Deld bei der FED eingetauscht – erneut in Umlauf gebracht werden. Dieser Prozess kann beliebig fortgesetzt werden, solange wie Investoren darauf vertrauen, dass Investitionen in US-Staatsanleihen eine sichere und profitable Investitionsanlage darstellen. Dieser weitestgehend verborgene Dollarkreislauf, – Investitionen in US-Staatsanleihen, steigende Nachfrage nach Dollar, Geldschöpfung durch die FED – sorgt dafür, dass das Vertrauen in US-Staatsanleihen erhalten bleibt und ein ständiger Kapitalfluss in die US-Ökonomie stattfindet. Kein Wunder, dass dann eine unter gigantischen Handelsbilanzdefiziten leidende Ökonomie, keinen Staatsbankrott befürchten muss. Die Auslandsverschuldung der USA bedeutet Kapitalimport in die USA. In der Kapitalbilanz schlägt sich die Auslandsverschuldung als Kapitalimportüberschuss nieder. Im Zeitraum 2000 bis einschließlich 2013 stieg die Auslandsverschuldung der USA von 5.628,700 auf 17.240,239 ,somit um 11.620,539 Mrd.Dollar.[1]

Im Klartext flossen in diesem Zeitraum eine zusätzliche Kapitalmasse, damit also reale Wirtschaftsleistungen aus der ganzen Welt in dieser Höhe in die USA, während letztere sich darauf beschränkten, neues Geld zu drucken und in Umlauf zu bringen. Um die Relationen nachvollziehbar zu machen, machte die in 2013 in die USA geflossene Kapitalmasse von 1.198 Milliarden Dollar Ca.7, 6 Prozent des BSP aus. Dieser zusätzlich in die US-Wirtschaft geflossene Kapitalstock erklärt auch, dass die US-Sparquote in diesem Zeitraum Richtung Null dramatisch abgesunken ist. Die Amerikaner konsumierten nahezu ihre gesamten selbst produzierten Waren und Dienstleistungen, während der Rest der Welt für die Investitionen aufkam, um Amerikas Wirtschaft am Laufen zu halten.

Mit dem Instrument Staatsverschuldung durch Staatsanleihen und Geldneuschöpfung verfügen die USA als einzige Ökonomie der Welt über die Möglichkeit, mehrere Megaprojekte, wie Bankenverstaatlichung und gigantische Rüstungsausgaben, gleichzeitig zu finanzieren, die eine Volkswirtschaft niemals und ohne gravierende Folgen aus eigener Kraft bewältigen kann. Für die geräuschlose Abwicklung der eigenen Bankenkrise lieferte nämlich die Federal Deposit Insurance Corporation (FDIC ) das nötige Kapital, deren Finanzbasis im Wesentlichen eben die Staatsanleihen des US-Finanzministeriums sind. Die FDIC ist eine vom US-Kongress speziell geschaffene Institution, „um Stabilität und öffentliches Vertrauen in das nationale Finanzsystem herzustellen.“ Damit ist des Rätsels Lösung für die rasche Abwicklung der US-Bankenkrise gelüftet, mit der sich der Ex-US-Botschafter John Kornblum im deutschen Fernsehen brüstete.

Die EU verfügt eben nicht über ein derartiges Instrument, da sie sich – im Unterschied zu den USA – durch Staatsanleihen und Geldschöpfung statt eines Kapitalzuflusses eine Inflation einhandeln würde. Die weltweite Nachfrage nach Euros hält sich in Grenzen, die EU-Währung ist eben keine Weltwährung, die US-Währung aber schon. Der bei weitem größte Teil des Welthandels wird immer noch in Dollar abgewickelt. Deshalb ist die weltweite Nachfrage nach Dollars ungeheuer groß, und sie wächst in dem Maße, wie der Welthandel wächst. Deshalb können die USA auch mit Hilfe der Gelddruckmaschine laufend Dollars – gegenwärtig über 1.100 Mrd.Dollar im Jahr – in Umlauf bringen und damit ihre steigende Staatsverschuldung mit finanzieren[2].

Deshalb macht sich der US-Ökonom und Wirtschafts-Nobelpreisträger Roger B. Myerson wegen der US-Schulden auch keine Sorgen. Denn, “Die US-Schulden sind in Dollar“, so Myerson,“ und die USA können Dollars drucken. […] Wir werden vielleicht Inflation haben. Aber wir werden die Schulden sicher zurückzahlen “ Dass aber die USA ihre Schulden, wie Myerson behauptet, nie zurückzahlen werden, wusste der US-Ökonom Michael Hudson bereits in den 70er Jahren. „Da diese Anleihen des Finanzministeriums in die monetäre Basis der Weltwirtschaft eingebaut sind, müssen sie nicht zurückgezahlt werden, sondern werden unbegrenzt erneuert. Auf dieser unendlichen Umschuldung beruht die finanzielle Freifahrt der Vereinigten Staaten, eine Steuer, die der ganzen Welt auferlegt wird.“[3] Im Grunde ähneln die USA immer mehr den Rentierstaaten, wie z. B. Saudi Arabien. Statt Öl benutzen die USA jedoch den Dollar als Hebel der Aneignung der globalen Kaufkraft, weil er die internationale Leitwährung ist. Während Saudi-Arabien immerhin Öl gegen Leistungen anderer Nationen exportiert, pumpen die USA lediglich Papier in den globalen Geldkreislauf.

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Rüstungsausgaben und Staatsverschuldung

Seit der Amtsübernahme von Georg W Bush junior stieg der Verteidigungshaushalt der USA dramatisch an und erreichte 2011 die Rekordsumme von 705.557 Mrd.Dollar.[4] Gegenwärtig geben die USA soviel für Rüstung aus, wie der Rest der Welt zusammen. Jede andere Volkswirtschaft wäre mit derart großen unproduktiven Ausgaben längst zusammengebrochen. Tatsächlich hat das Wettrüsten im Kalten Krieg zum Zusammenbruch der Sowjetunion geführt, während nach dem Ende der Blockkonfrontation die USA ihre Rüstungsausgaben erst richtig steigerten und zwar exponentiell, nämlich von 150 Mrd.Dollar in 1990 auf das beinahe Fünffache in 2011.

Der Anteil von Rüstungsausgaben am Brutto-Inlandsprodukt der USA beträgt mit 4% auch nicht ohne Grund mehr als doppelt so viel wie bei anderen westlichen Industrieländern. Und dennoch ist das Militärbudget bei Haushaltsdebatten im Kongress ein Tabuthema. Die Opposition, die jegliche Erhöhungen bei andern Haushaltstiteln zum Anlass nimmt, um mit der Regierungspolitik strengstens ins Gericht zu gehen, hält sich beim Militärhaushalt mit Kritik merklich zurück, es sei denn wegen zu geringer Steigerungsraten. Auch in den Medien und in der Gesellschaft finden trotz der ungewöhnlich hohen Rüstungsquote keine substanziellen Debatten statt.

Wie ist aber diese Gleichgültigkeit der Amerikaner gegenüber ihrem Rüstungshaushalt zu erklären? Könnte es sein, dass die USA auch ihre Rüstungsausgaben mittels Staatsverschuldung und Gelddruck decken? Der US-Anthropologe und Vordenker der Occupy-Bewegung, David Graeber, behauptet das jedenfalls in seinem viel beachteten Buch „Schulden“. „Die Staatsschulden der Vereinigten Staaten seit 1790“, so Graeber, „sind Kriegsschulden.“[5] Für diesen sehr langen Zeitraum mag diese Aussage übertrieben sein, für die letzten hundert Jahre trifft sie aber, wie die Angaben der folgenden Tabelle 1 veranschaulichen, auf jeden Fall zu.

Tabelle 1
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Quellen: Das Schulden-Porträt der USA 1791-2013.http://www.sgipl.org.; Fiscal Year 2014. Historical Tables. Budget of the U.S. Government, Washington DC., S. 143f-144, und eigene Berechnungen.

Für den eindeutigen kausalen Zusammenhang zwischen Kriegen, der Steigerung der Rüstungsausgaben und der Staatsverschuldung gibt es zwei wesentliche Gründe: Erstens können Regierungen – nicht nur in den USA – Kriege durch Staatsverschuldung leichter akzeptanzfähig machen, da man so die Kriegskosten auf mehrere Generationen verteilen kann. Die Finanzierung der Kriegskosten durch direkte Steuern würde dagegen die Bevölkerungen gegen jeden Krieg mobilisieren. So wären die beiden Weltkriege ohne Staatsverschuldung gar nicht möglich gewesen. Auch die USA haben ihre Beteiligung an diesen Kriegen durch Staatsverschuldung finanziert. Da die Vereinigten Staaten vor allem seit dem ersten Weltkrieg bis heute permanent an zahlreichen Kriegen beteiligt waren, ist ihre Staatsverschuldung folglich kumulativ angewachsen. Zweitens verursachen Kriegsschulden generell exponentielles Schuldenwachstum. Denn Rüstungsinvestitionen sind, im Unterschied zu Investitionen in Infrastruktur, die neue Wertschöpfung und entsprechend neue Steuereinnahmen generieren, unproduktiv und bewirken, ökonomisch gesehen, eine Kapitalvernichtung. Die Staatsverschuldung der USA stieg jedenfalls jedes Mal, wie die Daten in der Tabelle 1 belegen, bei einem neuen Krieg sprunghaft an.

Wie man jedoch unschwer erkennen kann, nehmen die Steigerungsraten der Staatsverschuldung der USA einen rasanten Verlauf, seit der Dollar mit der Entstehung des Bretton-Woods-Systems 1944 zur Leitwährung aufgestiegen ist. Noch rasanter stieg die Staatsverschuldung nach dem Zusammenbruch dieses Währungssystems in 1973, somit nach Eliminierung der goldgedeckten Regulierung. Innerhalb von 7Jahren verdoppelt sich die US-Staatsverschuldung von 466 in 1973 auf 909 Mrd.Dollar. Es ist offensichtlich: das faktische Monopol am Weltgeld erklärt, wieso eine Volkswirtschaft wie die der USA, die in vielen Bereichen in der Weltwirtschaft nicht wettbewerbsfähig ist und chronisch defizitäre Handelsbilanzen aufweist, nicht nur derartige Megaprojekte finanzieren kann, sondern auch einen relativ stabilen Finanzsektor aufweist und eine Währung besitzt, die wie ein Magnet Kapitalüberschüsse aus der ganzen Welt an sich ziehen kann. Damit entsteht aber die Frage, wie es den USA gelungen ist, den Dollar trotz dessen inflationärem Wesen zur globalen Leitwährung zu machen, der sämtliche internationalen Player bis heute großes Vertrauen schenken.

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Ölgedeckte statt goldgedeckte Leitwährung

Zur plausiblen Beantwortung der oben aufgeworfenen Frage, wird ein kurzer Exkurs in die Geschichte der US-Währung unumgänglich: bis zur ersten Weltwirtschafts- und Finanzkrise 1927 war das britische Pfund die global anerkannte Leitwährung, die während des zweiten Weltkrieges diese Funktion an die Währung der USA, der neuen Wirtschafts- und Hegemonialmacht, abtreten musste. Großbritannien und andere europäische Volkswirtschaften wurden auf Grund von immensen Kriegsausgaben die größten Schuldnerstaaten, während die USA die Position der Hauptgläubigernation einnahmen. Im Abkommen von Bretton Woods von 1944 wurden dieser Verschiebung der Kräfteverhältnisse Rechnung getragen und der US-Dollar zur neuen goldbasierten Leitwährung mit 35 Dollar für je eine Unze Gold festgeschrieben. Um den Welthandel anzukurbeln, mussten Staaten seit diesem Datum Dollarreserven anlegen, während die US-Zentralbank zur Stabilisierung des Dollarwertes gezwungen wurde, ihre Goldreserven drastisch zu vergrößern. Um einer ungezügelten Dollarvermehrung einen Riegel vorzuschieben, wurde im selben Abkommen die US-Zentralbank verpflichtet, zu jedem Zeitpunkt die Dollarreserven anderer Staaten gegen Gold austauschen zu müssen.

Ungeachtet dieser im Abkommen eingebauten Bremsen haben die USA ihre bewährte Politik der Staatsverschuldung durch Ausgabe von Staatsanleihen fortgesetzt und damit den Vietnamkrieg in den 1960er Jahren mitfinanziert. Doch flog der Schwindel dank sinkenden Dollarwertes auf den Märkten auf. Wohl wissend, dass die USA den Vietnamkrieg auf Kosten von Staaten mit Dollarreserven führten, beendete als erste die französische Regierung – die sich ohnehin ihrer Unabhängigkeit von den USA rühmte – ihre Zurückhaltung und transportierte einen beträchtlichen Teil ihrer Dollarreserven in die USA und zwang die US-Zentralbank entsprechend dem Bretton-Woods-Abkommen zur Rückgabe des Gegenwerts in Gold. Diese Intervention Frankreichs war der Anfang vom Ende der Goldbindung des Dollars. Zunächst entband Richard Nixon, der amtierende US-Präsident, 1971 die Goldbindung des Dollars, dann brach auch 1973 das Bretton-Woods-Abkommen endgültig zusammen. Dadurch brach Amerikas Währungs- und Finanzsystem jedoch keineswegs zusammen. Ganz im Gegenteil und zum Staunen der Fachwelt hat nicht nur der Dollar seine Funktion als Weltgeld gestärkt. Auch die USA selbst untermauerten ihre Hegemonialposition – wieso eigentlich?

Erstens führte die Beendigung der künstlichen Dollaraufwertung bei festen Wechselkursen im Bretton-Woods-System zu einem großen, ökonomisch jedoch ungerechtfertigten Aufschwung der amerikanischen Exporte und so auch der steigenden Dollarnachfrage. Zweitens hatten jene Staaten mit beträchtlichen Dollarreserven die Möglichkeit, oder richtiger keine andere Wahl, als ihre Dollarguthaben zur Vermeidung von Verlusten in US-Staatsanleihen anzulegen, allerdings um den Preis einer dauerhaften Bindung ihres Schicksals an die US-Ökonomie. Drittens nutzten die USA die militärische Abhängigkeit vieler Staaten aus, um diese zum Ankauf von US-Anleihen zu bewegen. Tatsächlich tauschten die Bundesrepublik Deutschland, Japan, Taiwan und Südkorea, die nach dem zweiten Weltkrieg und dem Koreakrieg allesamt zu US-Militärprotektoraten geworden waren, ihre Devisenreserven in US-Staatsanleihen um, was David Graeber als Beleg für seine Feststellung anführt, dass „die neue globale Währung noch fester in der militärischen Macht verankert ist als die alte.“[6] Und viertens – dies ist der allerwichtigste Grund -, weil sich inzwischen gänzlich unbemerkt und naturwüchsig eine andere Stütze für die Dollarwertstabilität in der Weltökonomie herausgebildet hatte: gemeint ist der Handel mit Öl auf Dollarbasis als Folge der nach dem zweiten Weltkrieg rasant steigenden globalen Ölnachfrage.

Das Öl ist wie das Gold selbst ein erschöpfbarer Rohstoff und tendiert daher langfristig ebenfalls zur Wertsteigerung. Das Öl war und ist auch weiterhin der Schmierstoff für die Weltwirtschaft. Das Wirtschaftswachstum war über ein halbes Jahrhundert an das Wachstum des Ölkonsums gekoppelt. Erst steigende Ölpreise und steigende Energieeffizienz entkoppelten diesen Gleichschritt. Öl ist auch das einzig homogene Gut mit steigendem Anteil am Welthandel und wird von allen Staaten der Welt, mit Ausnahme der Ölexporteure selbst, nachgefragt. So hatten sich Amerikas Währung und der Ölhandel bereits in den 1960er Jahren längst zusammengefunden – der Übergang von der Goldbindung hin zur Ölbindung konnte daher in den 1970er Jahren nahtlos und beinahe unbemerkt stattfinden. Der erste Ölpreissprung von ca. 2 auf über 10 Dollar pro Fass in 1974 hatte über Nacht den Anteil des Öls am Welthandel ohnehin verfünffacht. Seit Anfang des 21. Jahrhunderts und nach einer längeren Periode von Ölniedrigpreisen bewegt sich der Ölpreis auf dem historischen Hoch zwischen 100 bis 150 Dollar pro Fass. Mit der Ölpreissteigerung stieg auch, wie die untenstehende Tabelle 2 veranschaulicht, der Anteil des Öls am Welthandel und stärkte dadurch abermals die Position des Dollars als das bisher unumstrittene Weltgeld.

Tabelle 2

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Quellen: World Trade Organization 1950-2012; BP Statistical Review of World Energy und eigene Berechnungen

Die Dollarschwemme entlud sich nach Richard Nixons Aufhebung der Goldbindung des Dollars also keineswegs, wie allgemein erwartet worden war, in Hyperinflation. Mehr noch: die USA waren dadurch sogar jene völkerrechtlichen Fesseln losgeworden, die das Bretton-Woods-Abkommen dem Dollar und ihrer Staatsverschuldungspolitik auferlegt hatte. Fortan hatten die USA freie Bahn, mit der Vergabe von Staatsanleihen und der Dollarmengenexpansion erst recht loszuschlagen und ihr steigendes Haushaltsdefizit zu Lasten der übrigen Welt zu finanzieren. Als Mutterland des Monetarismus trat also mit ihrer Politik der schrankenlosen Geldvermehrung genau das Gegenteil von dem ein, was die USA andern Staaten direkt oder über den IWF untersagten. Dabei sollte aber das Weltgeld als ein öffentliches Gut angesehen werden (wie z. B. die Weltmeere). Seine Funktion müsste daher darin bestehen, für den reibungslosen internationalen Handel die monetäre Grundlage zu liefern.

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Durch die Aufhebung der Goldbindung des Dollars und den naturwüchsigen Übergang zur Öldeckung des Dollars, erlangten die USA jedoch das einmalige Privileg, sich erstmals in der Geschichte der Weltwirtschaft von allen politischen Kontrollen und Einengungen durch die Weltgemeinschaft zu befreien und dadurch die Weltwährung ganz im nationalen Interesse einzusetzen. Dieses verdeckte Monopol in Verbindung mit ihrer Hegemonialmacht schuf so die Grundlage für die Staatsverschuldungspolitik der USA, die Hudson ganz zu Recht „Schuldenimperialismus“ nannte. Die skrupellose Vergabe von Staatsanleihen durch das US-Finanzministerium erscheint in der Außenwahrnehmung zwar als legitime Handlung eines souveränen Staates, in Wirklichkeit ist sie aber die unsichtbare Form einer imperialistischen Aneignung der globalen Kaufkraft, die seit der Aufhebung des Goldstandards neuen Aufschwung erhielt und die bis heute andauert.

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– Das „Projekt des amerikanischen Jahrhunderts“ –
Die Herrschaft über die Rohstoffe! Noch geht es um die Energie-Rohstoffe Öl und Gas.
Doch schon bald wird es um Nahrungsmittel und Wasser gehen!

Doch können die USA, die in der ganzen Welt geschaffene Kaufkraft einfach so schlucken, solange der Ölhandel in Dollar abgewickelt und solange auch der Status der US-Währung durch andere potentielle Währungen, wie dem Euro oder Chinas Renminbi, nicht gefährdet würde. Eine Untersuchung der Ölexportpolitik der wichtigsten Ölstaaten zeigt jedoch, dass keiner von ihnen ernsthaft die Absicht hegt, ihr Öl in Euro oder in Renminbi zu verkaufen. Sämtliche Ankündigungen Saddam Husseins in dieser Richtung haben sich wie viele seiner Drohungen als Bluff erwiesen. Auch die Islamische Republik Iran wagte zu keinem Zeitpunkt ernsthaft, ein solches Ansinnen in die Tat umzusetzen. Tatsächlich wäre auch ein einziger Ölstaat, ja auch mehrere von ihnen zusammen, außerstande, das große Risiko eines Angriffs auf den Dollar, jenes monopolistischen Privilegs der USA auf sich zu nehmen. Saudi-Arabien und andere Öldynastien mit ihrem beträchtlichen Anteil am globalen Ölhandel von über 25 Prozent gehören ohnehin zu den ergebensten Verbündeten der USA im Mittleren Osten.

Eine akute Bedrohung läge allerdings vor, wenn alle Ölstaaten, zusammen mit China, und vielleicht auch Russland sich in einer Antidollar-Allianz verbündeten. Zwar ist das aus heutiger Sicht reine Theorie, dennoch als solche auch brisant genug, um die Hauptprofiteure des US-Monopols, den militär-industriellen Komplex, den Finanzsektor der USA und die diese Kräfte repräsentierenden US-Neokonservativen zu beunruhigen. Als mächtigste Konkurrenz der USA, kann es sich China tatsächlich nicht leisten, durch seine gigantischen Dollarreserven von 16.000 Milliarden Dollar auf Dauer in gefährlicher Abhängigkeit von der konkurrierenden Weltmacht zu bleiben. Für Chinas Souveränität und Sicherheit ist von existenzieller Bedeutung, zu allererst seine Dollarreserven abzubauen und langfristig seine eigene Währung als zweite Weltwährung zu etablieren. Auch politisch und ökonomisch souveräne Ölstaaten haben – rationale Handlungen unterstellt – ein berechtigtes Interesse, ihre Abhängigkeit vom Dollar und der US-Politik zu reduzieren und die Freiheit zu besitzen, ihr Öl, um die eigenen Öleinnahmen zu optimieren, nicht nur in Dollar, sondern auch in Euro oder auch in Renminbi zu verkaufen.

Man stelle sich nur einmal vor, der Dollar wäre nicht länger die einzige Weltwährung und er hätte seine Stabilität notwendigerweise im schwungvollen internationalen Wettbewerb mit Euro und Renminbi längst eingebüßt. Das überschüssige internationale Kapital würde dann im beträchtlichen Umfang von den USA abgezogen und in der Euro- oder Renminbi Zone investiert werden. Die bisherige US-Politik der Staatsverschuldung durch die Ausgabe von Staatsanleihen geriete ins Stocken, das im überfraktionellen Konsens bestehende Tabu, an den Militärausgaben nicht zu rütteln, verlöre seine Gültigkeit. Dann bliebe den US-Regierungen auch keine andere Wahl, als das unverhältnismäßig hohe Militärbudget drastisch, sagen wir innerhalb von wenigen Jahren, auf die Hälfte zu senken, um ihre chronischen Haushaltsdefizite abzubauen. Was würde sich dann aus dieser neuen Lage aber für die Hegemonialmacht USA ergeben?

Innerhalb der USA würde eine heftige Debatte über Sinn und Unsinn der Rüstungsausgaben und der weltweiten Militärkapazitäten, einschließlich der über 800 Stützpunkte, mit der Aussicht stattfinden, die USA massiv und zwar auf ein Maß zu entmilitarisieren, das ihrer tatsächlichen ökonomischen Stärke entspräche. So wären dann die USA nicht länger die „einzig verbliebene Weltmacht“, sondern eine von mehreren Weltmächten. Dadurch würden auch neuartige Macht-Strukturen und -Gleichgewichte denkbar: Asien würde z.B. zusammenrücken. Diese Region wie aber auch der Mittlere Osten, Südamerika, Afrika und auch Europa hätten echte Chancen, sich in regional kooperative und gemeinsame Sicherheitsarchitekturen zusammen zu finden. Dann verlören auch nationalistische und rassistische Ressentiments und Feindbilder stark an Zugkraft. Vielleicht würde auch der Finanzsektor auf ein sinnvolles Maß schrumpfen und würden sichauch die Voraussetzungen für eine gerechtere Verteilung des Einkommens deutlich verbessern. Kurzum, wir träfen auf eine Welt mit mehr Gerechtigkeit, weniger Finanzspekulation, eine Welt, die demokratischer und auch friedlicher geworden ist. Die Verlierer eines solchen Szenarios wären allerdings der militär-industrielle Sektor, der Finanzsektor und die US-Neokonservativen.

Vor dem Hintergrund dieses denkbaren Szenarios, erscheinen die großen politischen Projekte und sämtliche außenpolitische Aktivitäten der US-Neokonservativen – die authentischsten Vertreter des MIK und Finanzsektors – in einem neuen Licht. Zu diesen Projekten gehört in erster Linie das von ihnen bereits in den 1990er Jahren entwickelte Projekt „Amerikas neues Jahrhundert“ und dessen Herzstück, die Schaffung des „Greater Middle East“. Welche Bedeutung diesen Projekten zukommen soll, erfahren wir am besten aus den offiziellen Texten und Verlautbarungen der Neokonservativen selbst, aus denen im folgenden einige Passagen zitiert werden:

„Die Geschichte des 20. Jahrhunderts sollte uns gelehrt haben, dass es wichtig ist, die Umstände zu gestalten, bevor es zu Krisen kommt, und Bedrohungen entgegenzutreten noch bevor sie dringlich geworden sind. Die Geschichte des vorausgegangenen Jahrhunderts sollte uns gelehrt haben, dass wie uns der Sache der amerikanischen Führungsrolle verschreiben müssen. [ ] Gegenwärtig haben die Vereinigten Staaten keinen Rivalen. Amerikas große Strategieplanung sollte darauf zielen, diese vorteilhafte Position soweit wie möglich in die Zukunft hinein nicht nur zu erhalten, sondern sie auszubauen. Es gibt allerdings potentiell mächtige Staaten, die mit der gegenwärtigen Lage unzufrieden sind und die die Situation daher gerne verändern würden. Um also die gegenwärtige für die USA wünschenswerte strategische Situation aufrechtzuerhalten, ist eine global militärische Überlegenheit heute und in der Zukunft erforderlich…[…]

Obwohl die internen Sensibilitäten in Saudi-Arabien es gebieten, dass die dortigen US-Streitkräfte nominell rotieren, ist es doch offensichtlich geworden, dass es sich dort um einen dauerhaften Einsatz handelt. Aus amerikanischer Sicht bleibt die Bedeutung solcher Militärstützpunkte erhalten, auch wenn Saddam Hussein von der Szene verschwinden sollte. Auf lange Sicht kann es sich herausstellen, dass der Iran eine große Bedrohung für amerikanische Interessen am Golf darstellt, so wie es zuvor beim Irak der Fall war. Aber selbst für den Fall, dass sich die Beziehungen mit dem Iran verbessern sollten, bliebe die Aufrechterhaltung der Voraus-Streitkräfte am Golf ein wesentliches Element der US-Streitkräfte in Anbetracht der langfristigen Interessen in der Region“[7].

In unverschlüsselter Sprache übersetzt, streben demnach die US-Neokonservativen nach Festigung und Ausbau von monopolistischen Privilegien, die Amerika im letzten Jahrhundert erzielt hatte. Aus ihrer Sicht sind Bedrohungen der Rivalen jedoch nur durch militärische Macht möglich. Es ist offensichtlich, Amerika solle demnach Ostasien (China) und den Mittleren Osten im neuen Jahrhundert in ihrem Visier behalten, um Bedrohungen (beispielsweise die sich anbahnenden Annäherungen zueinander, lange bevor sie vollzogen sind) zu vereiteln und die Verhältnisse zu eigenen Gunsten zu verändern. In den Dokumenten von „Amerikas neuem Jahrhundert“ ist von der Herstellung der Bedingungen für Frieden an keiner einzigen Stelle die Rede, umso mehr jedoch von Kriegen, vom Ausbau der Militärstützpunkte in der ganzen Welt, von militärischer Überlegenheit zu Lande, zu Wasser und in der Luft, von nuklearen Verteidigungsschilden in der Erdatmosphäre und vor allem von der weiteren Erhöhung der Rüstungsausgaben.

Trotz 830 Militärstützpunkten überall in der Welt, sollen nach Vorstellungen der US-Neokonservativen noch weitere, vor allem in Ostasien und Afrika, eingerichtet werden. Tatsächlich ist seit dem Sieg von George W. Bush 2001 die Handschrift der Protagonisten von „Amerikas neuem Jahrhunderts“ in Amerikas außenpolitischen Aktivitäten klar erkennbar. Die treibende Kraft hinter den Neokonservativen, in deren Gedankenwelt das Credo der militärischen Machtvermehrung unerschütterlich verwurzelt zu sein scheint, ist der militär-industrielle Komplex. Er stellt die größte Gefahr für die Demokratie in den USA und im Westen sowie für den Frieden in der Welt dar.

Schon Dwight Eisenhower hatte in seiner Abschiedsrede am 17 Januar 1961 vor diesem Ungeheuer gewarnt, das inzwischen in allen gesellschaftlichen Sektoren der USA, in der Wirtschaft, in wissenschaftlichen Einrichtungen und in der amerikanischen Kultur tiefe Wurzeln geschlagen hat.

„Diese Kombination eines gewaltigen militärischen Establishments und einer mächtigen Rüstungsindustrie ist neu in der amerikanischen Geschichte […]. In den Gremien der Regierung müssen wir der Ausweitung, ob aktiv oder passiv, des unbefugten Einflusses des militärisch-industriellen Komplexes vorbeugen. Das Potenzial für einen verheerenden Anstieg der Macht an falschen Stellen besteht und wird bestehen bleiben. Wir dürfen niemals zulassen, dass diese einflussreiche Allianz unsere Freiheiten und demokratischen Prozesse gefährdet. Wir dürfen nichts als selbstverständlich betrachten.“

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Dieser mächtige Komplex ringt seit dem Ende der Blockkonfrontation allerdings um seine Fortexistenz und setzt alles in Bewegung, um Amerikas Hegemonie dauerhaft zu machen. Tatsächlich ist die Welt seit diesem Datum nicht, wie man sehnsüchtig erwartet hatte, sicherer und friedlicher, sondern – wie zu Anfang des letzten Jahrhunderts – unsicherer und kriegerischer geworden. Der Islam und Diktatoren wie Saddam Hussein wurden ziemlich rasch an die Stelle der abhanden gekommenen kommunistischen, zur neuen Bedrohung für Amerika und den Westen hochstilisiert. Der Mittlere Osten entwickelte sich fortan zu einer Region, deren Zukunft auf vielfältige Weise mit dem Schicksal der US-Hegemonie verknüpft worden ist.

Amerikas Interesse an dieser Region ist so alt wie die riesigen Ölfunde, jedoch nicht in erster Linie wegen der eigenen Ölversorgung, wie fälschlicherweise gemeinhin angenommen wird. Die USA waren dank eigener Energieressourcen schon immer in der Lage, von Ölimporten unabhängig zu sein. Sie waren Anfang des letzten Jahrhunderts in dieser Hinsicht Selbstversorger und sie sind gegenwärtig im Begriff, durch die flächendeckende Anwendung der Fracking-Technik erneut Selbstversorger zu werden. Als neue Hegemonialmacht nach dem zweiten Weltkrieg erkannten die Amerikaner jedoch rasch, dass sie rivalisierende Weltmächte von sich abhängig machen können, wenn sie den Mittleren Osten kontrollierten.

Ursprünglich etablierten die USA zusammen mit Saudi-Arabien, ihrem Hauptverbündeten in der Region, ein globales Ölversorgungsregime, das dem Westen, China und allen BRICS-Staaten Energiesicherheit gewähren sollte. In diesem Regime sorgte Saudi-Arabien für eine ständige Überproduktion. Dank diesem durch die USA politisch gesteuerten System erfreuten sich sowohl die westlichen Verbündeten wie aber auch die Rivalen der USA, und dies trotz zahlreicher politischen Turbulenzen während der gesamten zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts, einer störungsfreien Ölversorgung zu niedrigen Ölpreisen. Doch seit die neuen ökonomischen Riesen China und Indien Anfang des 21. Jahrhunderts mit ihrem schier unerschöpflichen Energiehunger begannen, ihre Versorgung selbst in die Hand zu nehmen, brach das US-beherrschte Ölregime irreversibel zusammen, die Märkte richteten sich fortan nach den Gesetzen der Preisbildung bei erschöpfbaren Gütern, Ölpreise stiegen drastisch an, um sich anschließend an den Marktmechanismen zu orientieren.[8] Haben die USA mit dem Verlust ihrer Möglichkeit, den Ölpreis zu steuern, einen ihrer hegemonialpolitischen Hebel verloren, so konnten sie gerade dadurch ihre Hegemonialposition auf andere Weise drastisch stärken. Denn hohe Ölpreise vervielfachten, wie oben gezeigt, den Anteil des Ölhandels am Welthandel und bewirkten, dass auch die Nachfrage nach Dollars und US-Staatsanleihen massiv anstieg und der Dollar als Leitwährung für absehbare Zeit unschlagbar blieb. Um jedoch die monopolistische Option, die Abwicklung des globalen Ölhandels in Dollar, für weitere Jahrzehnte aufrechtzuerhalten, bedarf es eines Mittleren Ostens, der von den USA durch Regime Changes überall dort, wo dies nötig erscheint, möglichst vollständig kontrolliert wird, um eventuelle Antidollar-Allianzen im Keim ersticken zu können. Das neokonservative Projekt „Amerikas neues Jahrhundert“ mit der Schaffung eines weitestgehend den USA untergeordneten Greater Middle Easts, zielte allem Anschein nach in diese Richtung.

Aus der Perspektive der Neokonservativen wäre die Zersplitterung von widerstrebenden Machtzentren, ethnische und religiöse Konflikte, Bürgerkriege, Chaos, tiefes Misstrauen im Mittleren Osten der Idealzustand, um nach der bewährten Devise teile und herrsche eigene Ziele durchzusetzen. Denn die Ölquellen würden, wie man gegenwärtig im von täglichen Terroranschlägen und Chaos gelähmten Irak beobachten kann, weitersprudeln, da sämtliche Kontrahenten Petrodollars benötigen, um sich Waffen zu besorgen. So wäre keine Macht auf Jahrzehnte in der Lage, überhaupt zu erwägen, den Ölhandel in einer anderen Währung als in Dollar abzuwickeln. Tatsächlich erleben wir gegenwärtig gewaltige Veränderungen in dieser Richtung. Inzwischen haben in Afghanistan, im Irak und in Libyen Regime Changes stattgefunden. In allen diesen Ländern herrschen Zwietracht und Misstrauen, Stammeskonflikte, territoriale Abspaltungen entlang ethnischer Grenzen, gegenseitiger Terror von Sunniten gegen Schiiten und umgekehrt stehen auf der Tagesordnung. Und Al Kaida, das nach offizieller Lesart, der Hauptgrund für Amerikas „Kampf gegen den Terror“ darstellen sollte, hat eine noch nie da gewesene Stärke erreicht. Kaum hatte nach dem Sturz von Saddam Hussein Bush junior im Mai 2003 vom Deck des US-Flugzeugträgers Abraham Lincoln verkündet „mission accomplished“, verbreiteten die US-Neokons die „frohe“ Botschaft, als nächstes sei der Iran dran. Der offene Atomkonflikt mit Iran datiert tatsächlich von Mai desselben Jahres – nur ein Zufall? Die US-Armee setzte sich im Irak jedoch fest, Amerikas Projekt „Greater Middle East“ tritt seitdem auf der Stelle. Ihr Ziel haben die US-Neokons jedoch bis heute nicht aufgegeben. Ein Regime Change im Iran steht weiter auf ihrer Agenda, die massive Aufrüstung Saudi-Arabiens und anderer arabischen Golfstaaten und das Schüren des Bürgerkrieges in Syrien, trägt ihre Handschrift. Obamas Versuche im Atomkonflikt mit Iran und im Syrienkonflikt gegenzusteuern, bewegen sich auf Messers Schneide, weil die Neokons mit ihrer Mehrheit im Kongress diese Politik des US-Präsidenten überall, wo sie können, zu torpedieren versuchen.

Dabei verfolgt genau genommen auch Obama das Ziel, einen Regime Change, allerdings im Unterschied zu den Neokonservativen, nicht durch einen Krieg, sondern durch eine Politik des „Wandels durch Annäherung“ herbeizuführen. Durch einen Deal mit der liberal-kapitalistischen Elite der Islamischen Republik, hofft Obama, Iran in die eigene Hegemonialpolitik einzubinden und dadurch die immensen Vorteile des Dollar-Imperialismus für die USA zu erhalten, deren Kosten und Risiken aber drastisch zu reduzieren. Die diplomatischen Anstrengungen zur Beilegung des Syrienkonflikts und des Nuklearkonflikts mit Iran gehen in diese Richtung. Ob jedoch diese Rechnung aufgeht, lässt sich schwer voraussagen. Denn sämtliche potentiellen Verlierer dieser Politik, nämlich (1) die gegenwärtig im Iran herrschende Allianz des konservativ-islamischen Lagers und des Militärs, ferner (2) Israels zionistische Elite und (3) das aus Neokonservativen und militärindustriellem Komplex bestehende Bündnis in den USA, haben sich auf unterschiedliche Weise schon jetzt gegen Obamas sanfte Politik in Stellung gebracht und lassen gegenwärtig nichts unversucht, um diese Politik zum Scheitern zu bringen. So oder so dürfte ein Rückzug der USA aus dem Mittleren Osten, wie mit Hinweisen auf die sinkende Abhängigkeit von Ölimporten in letzter Zeit häufiger behauptet wird, ziemlich ausgeschlossen sein. Obamas Ankündigung einer stärkeren militärischen Hinwendung zum asiatisch-pazifischen Raum bei seiner Regierungserklärung nach seiner Wiederwahl ist aller Wahrscheinlichkeit nach eine vorausschauende Abschreckungsmaßnahme gegen China. Denn Chinas Dollarabhängigkeit stellt zweifelsohne eine gravierende Bedrohung für seine Sicherheit dar. Über kurz oder lang hat diese neue Supermacht keine andere Wahl, als das amerikanische Monopol an der Leitwährung aktiv in Frage zu stellen und die rote Linie der USA zu überschreiten.


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Die Alternative: Globale Energiewende und Vielfalt von Leitwährungen

So oder so, treffen gegenwärtig alle Stränge des „Dollar-Imperialismus“ im Mittleren Osten zusammen. Der amerikanische militär-industrielle Komplex ist Hauptprofiteur von „Amerikas neuem Jahrhundert“. Hier tobt sich gegenwärtig ein nukleares wie konventionelles Wettrüsten aus, das das Wettrüsten der 1970er Jahre mit drei daraus resultierenden Golfkriegen in den Schatten stellt. Während nunmehr mit dem Recycling von Petrodollars gegen Waffen erneut ein gefährlicher Teufelskreis voll im Gange ist und jederzeit einen Flächenbrand in der ganzen Region auslösen könnte, kann der US-Rüstungssektor zuversichtlich bleiben: alle US-Regierungen werden, unabhängig von ihrer politischen Couleur, absehbar ihre Politik der Staatsverschuldung fortsetzen und das Militärbudget weiter finanzieren können. Dank steigender Dollarnachfrage und dem fortgesetzten Gelddruck durch die FED – übrigens auch unter neuer Führung von Janet Yellen – verfügt das US-Bankensystem über derart umfangreiche Geldquellen, die ausreichen, um nicht nur die ökonomisch parasitäre und politisch gefährliche Rüstungsindustrie der USA finanzieren zu können. Dieses Bankensystem ließ auch die US-Bankenkrise hinter sich und erlangte inzwischen jene Macht, um sämtliche guten Ansätze zur Bankenregulierung in den USA und sogar innerhalb der Eurozone erfolgreich zu Fall zu bringen.

Im Grunde ist der „Dollar-Imperialismus“ eine höchst instabile Konstruktion mit schwer vorstellbaren Absurditäten. Zum einen hält diese einen gigantischen Gewaltapparat in den USA am Leben, die nicht die amerikanischen Steuerzahler sondern wir alle und ohne es zu merken mitfinanzieren. Und zum anderen stützt sich diese Konstruktion auf Chaos, Gewalt und Bürgerkriege in der Welt, insbesondere in den ölreichen Regionen, die deshalb auch jederzeit zusammenbrechen und die Welt in schwerwiegende Krisen stürzen könnte. Was könnte eigentlich noch absurder sein als die Tatsache, dass wir alle mit unserem Geld einen parasitären Industriesektor mitfinanzieren, dessen Fortbestehen in letzter Instanz davon abhängt, dass ein Weltfrieden auf dem Planeten Erde niemals zustande kommen darf.


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Die verhängnisvolle Rolle der NSA

Zudem erzeugt diese Konstruktion eine unerschöpfliche Gier nach umfangreichsten Kontrollen aller Kommunikationsverbindungen, einschließlich des Ausspähens der Spitzen sämtlicher Regierungen, auch jener der befreundeten Staaten. Der NSA-Skandal – dank Edward Snowden enthüllt – dürfte angesichts des in diesem Beitrag skizzierten Dollar-Imperialismus in einem neuen Licht erscheinen. Wäre es zu weit hergeholt, die Legitimation eines Sicherheitsapparats, der sogar die Staatsorgane von befreundeten Staaten, wie jene Deutschlands, ausspioniert, im Kontext von ausschließlich nationalen Interessen der USA zu sehen?

Die NSA wurde jedenfalls 1952 und damit zu einem Zeitpunkt gegründet, als von Al Kaida und Nine Eleven weit und breit noch keine Rede war, von den Vorteilen einer aufstrebenden Hegemonialmacht mit diversen ökonomischen Privilegien aber schon. Heute geht es wohl u. a. um nichts weniger als um das klare Interesse der einflussreichsten Allianz aus MIK und Finanzsektor in den USA, die um der eigenen Existenz willen darauf angewiesen ist, sämtliche Schritte und Bewegungen in der Welt, die den gegenwärtigen Status der US-Währung gefährden könnten, rechtzeitig zu erkennen und mit allen Mitteln im Keim zu ersticken. Trotz weltweiter Empörung hat Obama – offensichtlich aus Rücksicht auf seine politischen Widersacher – bei seiner Rede am 17.01.2014 unterstrichen, dass die USA weiterhin „Informationen über die Absichten fremder Regierungen“ sammeln werden. Ungeachtet dessen stellt die NSA, wie es sich herausgestellt hat, auch noch die größte Gefahr für die Demokratie in Amerika und dem Westen insgesamt dar, und zwar in einer Weise, wie sich Dwight Eisenhower, als er vor dem militär-industriellen Komplex bei seiner Abschiedsrede gewarnt hatte, dies nicht vorstellen konnte.

Wäre es daher nicht angebracht, dass sich die Weltgemeinschaft noch rechtzeitig gegen diese höchst gefährliche Entwicklung wehrt?

Als langfristige Lösung bietet sich die globale Energiewende an, die auch deshalb zügig vorangetrieben werden müsste. Kurzfristig müsste aber die Demokratisierung der Weltwirtschaft durch die Abschaffung des Monopols der USA am Weltgeld, auf der weltpolitischen Agenda stehen. Was wäre natürlicher als die Etablierung einer den tatsächlichen ökonomischen Kräfteverhältnissen Rechnung tragenden Vielfalt von Leitwährungen, neben Dollar also auch Euro und Renminbi.

Eine solche Alternative würde auch den langfristigen Interessen der Amerikaner dienen, trüge sie doch dazu bei, dass die USA im Ergebnis die parasitären Teile ihrer Ökonomie abstoßen. Im Interesse einer stabileren, friedlicheren und demokratischeren Welt ist sie auf jeden Fall unausweichlich. Andererseits zeigen Obamas eigene bitteren Erfahrungen, von nahezu allen seinen guten Reformansätzen abrücken zu müssen, dass die USA allein und aus eigenen Kräften zur Zurückdrängung parasitärer Interessen der heimtückischen Allianz von Finanz und Militär kaum in der Lage sind. Eine durch EU und China voranzutreibende Leitwährungsvielfalt könnte jedoch den USA helfen, den bisherigen Pfad der Wohlstandsvermehrung durch imperialistische Methoden zu verlassen; die eigenen Leistungen und Produktivitäten sind ohnehin unermesslich.

Noten
Henry Ford: „Würden die Menschen verstehen, wie unser Geldsystem funktioniert, hätten wir eine Revolution und zwar schon morgen früh.“ Teil 1 (derblauweisse.wordpress.com)

[1] Zu den Zahlen vgl. Fiscal Year 2014, Historical Tables. Budget of the U.S. Government, Washington DC, S. 143f.

[2] Leider übersehen Ökonomen und Wirtschaftsjournalisten die Sonderrolle der nach außen gerichteten US-Notenbankpolitik und führen, trotz der gravierenden Folgen für den Rest der Welt, die expansionistische Dollarvermehrung analog zur Geldpolitik der übrigen kapitalistischen Staaten ausschließlich auf interne Bedürfnisse der USA zurück. „Die US-Notenbank Fed“, um ein aktuelles Beispiel zu nennen, die nach einer Analyse der Frankfurter Rundschau von 30. Januar 2014 in den letzten Jahren “mehr als 3000 Milliarden Dollar in die Welt gepumpt hat“ …“richtet ihre Politik nach den Bedürfnissen der USA aus, um dort die Konjunktur und die Preisstabilität zu fördern.“

[3] Zitiert nach David Graeber: Schulden, Stuttgart 2012, S.384f.

[4] Fiscal Year 2014. Historical Tables a.a. O. S.50ff.

[5] Ebenda,S.383

[6] Ebenda, S. 386

[7] http:/www.newamericancentury.org/statementofprincipales.htm

[8] Ausführlicher Mohssen Massarrat: Rätsel Ölpreis, in: Blätter für deutsche und internationale Politik, 10/2088

1971 – Das Ende des Goldstandards – Beginn des Größenwahns der USA


Illustration by Victor Juhasz

Illustration by Victor Juhasz

Vor genau siebzig Jahren, im Juli 1944, trafen sich 730 Delegierte aus 44 alliierten Ländern, um ein neues internationales Währungssystem zu etablieren. Ort des Treffens war das wunderschöne Mount Washington Hotel in Bretton Woods, einem Kurort in den Bergen des US-Bundesstaates New Hampshire. Die Verhandlungen dauerten drei Wochen und mündeten in ein Abkommen, das fast 40 Jahre lang Bestand haben sollte.

Die Geschichte ist längst vergangen, aber es lohnt sich, sie wieder einmal genauer zu betrachten. Man kann viel aus ihr lernen.

Das Bretton-Woods-System ruhte auf drei Pfeilern:

  • Alle Währungen wurden an den US-Dollar gebunden, der als einzige Währung frei in Gold umgetauscht werden konnte. Man sprach deshalb auch von einem Dollar-Gold-Standard.
  • Das Bretton-Woods-Abkommen erlaubte geordnete Auf- und Abwertungen für den Fall, dass sich fundamentale Ungleichgewichte zwischen Überschuss- und Defizitländer einstellten.
  • Eine neue Institution, der Internationale Währungsfonds (IWF), erhielt den Auftrag, mit Krediten zu helfen, wenn ein Land mit Zahlungsbilanzproblemen zu kämpfen hatte.

Mit anderen Worten: In Bretton Woods versuchte man, den Goldstandard im Grundsatz zu bewahren, aber mehr Flexibilität zuzulassen. Denn man hatte erlebt, dass ein rigider Goldstandard in den 1930er Jahren nicht in der Lage war, die Schockwellen der Weltwirtschaftskrise aufzufangen. Schlimmer noch: Der Goldstandard hatte die Krise verstärkt. Eine Wiederholung dieser Katastrophe wollte man auf jeden Fall vermeiden.
Interessant ist nun vor allem die Frage, warum das System trotz dieser Überlegungen gescheitert ist. Aus Fehlern lernt man oft mehr als aus Erfolgen.

Das System scheiterte, weil die grossen Industrienationen, insbesondere die USA, in den 1960er-Jahren zu viele Ziele gleichzeitig erreichen wollten.

Sie wollten offene Kapitalmärkte, eine stabile Währung und geldpolitische Autonomie haben. Aber wie Trilemma des Wechselkursregimes (in Anlehnung an Krugman, Internationale Wirtschaft, 2009) sagt, kann ein Land nur zwei von diesen drei Zielen erreichen.
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Anders formuliert: Feste Wechselkurse können auf die Dauer nicht überleben, wenn der internationale Kapitalverkehr frei ist und ein Land seine Geldpolitik ganz auf die eigenen Bedürfnisse ausrichtet, das heisst die Politik der wichtigsten Handelspartner ignoriert. Es treten Ungleichgewichte auf, welche grosse internationale Kapitalbewegungen auslösen und das Währungsgefüge durcheinander bringen. Die USA schauten nur noch für sich – wegen dem Vietnamkrieg, der innenpolitischen Agenda und der Wahlen.

1971 hob Präsident Nixon die Bindung des Dollars ans Gold auf – es war das definitive Ende des Goldstandards.

Es ist ja bekannt, dass in finanzpolitischen Dingen nicht immer die klare Wahrheit gesagt wird. Der Vietnamkrieg verschluckte Unsummen von Dollars, das wurde mit Dollar Banknotendrucken kompensiert wurde.

Da die Amerikaner mit der Weltwährung jegliche Dollarmengen gegen Gold zurückkaufen mussten, leerte dies den Goldtresor der USA.

Wie das bei den Amerikanern oft üblich ist, stoppte Nixon ohne die Teilnehmer von Breton Woods zu fragen die Abmachung und kaufte keine überschüssigen Dollars mehr zurück. De Gaulle dürfte hier eine nicht unwesentliche Rolle gespielt haben als er 1965 verlangte, das französische Gold sei nach Hause zu holen um es der Verfügungsgewalt der FED zu entziehen. Das wurde von der Hochfinanz als ungeheurer Akt empfunden und hat Nachahmer auf den Plan gerufen. In der Folge hat Nixon wegen der schwindenden Goldbestände die Einlösbarkeit des Dollars in Gold unilateral aufgehoben. Die heutige schonungslose und unberechenbare grenzenlose Schuldenpolitik aller Staaten der Welt ist eine Folge davon. Viele Länder haben seither den “point of no return” bei den Schulden längst überschritten, darunter Schwergewichte wie Japan aber auch die USA. Das könnte bald zu gefährlichen Dominoeffekten führen wenn die Zinsen wieder ansteigen…Das Problem des Zinseszins versucht man aktuell auch durch eine möglichst geringe Sparquote zu verringern. Um den Dominoeffekt zu verhindern, versuchen die Notenbanken dieses Szenrio mit künstlich tiefen Zinsen zu verzögern, ein zweifelhaftes Bemühen, das nur an den Symptomen etwas ändern könnte!

In diesem Zusammenhang sind auch die Zweifel über die Existenz der Deutschen Goldreserven mehr als berechtigt! Denn Deutschland war in den 70er Jahren für die USA nicht mehr als ein besetztes Land!

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Thanks, Obama! Unemployment Falls To 6.1% Everywhere Except On Fox News

Die US-Wirtschaft gleicht einem Kartenhaus. Nahezu jeder Aspekt dieser Wirtschaft fußt auf Betrug und die Illusion einer ökonomischen Erholung basiert hauptsächlich auf gefälschten Statistiken. Der amerikanische Kapitalismus selbst ist zu einer Illusion geworden. Denn alle Finanzmärkte werden manipuliert. Die massiven Liquiditätsspritzen in die Finanzmärkte, die aus dem QE-Programm der Federal Reserve herrühren, inflationieren die Aktien- und Bondpreise in einer nie zuvor zu beobachtenden Weise.

Die Zinssätze, die als Maßstab für die Kosten von Kapital fungieren sollen, werden in diesem Zuge auf Null oder gar in negatives Terrain getrieben, mit der Schlussfolgerung, dass Kapital im Überfluss vorhanden ist und dessen Kosten bei Null liegen – und man es somit umsonst bekommt. Großen Unternehmen wie Megabanken und Autoherstellern, die in die Pleite schlittern, wird ein Bankrott nicht gestattet.

Anstelle dessen werden Staatsschulden und elektronische Gelderzeugung dazu genutzt, private Verluste zu kompensieren und so genannten „Too-big-to-fail“ Konzerne am Leben zu erhalten. Diese Maßnahmen finden nicht auf Kosten der Aktionäre, sondern auf Kosten derer, die überhaupt keine Aktien an den jeweiligen Unternehmen besitzen, statt. Profite sind nicht länger ein Maßstab dafür, der gesellschaftliche Sozialfürsorge durch sinnvollen Einsatz von Rohstoffen und Ressourcen mittels eines kapitalistischen Systems zu dienen.

Längst ist es so, dass Profite erzielt werden, indem einheimische Arbeitskräfte durch billigere ausländische Arbeitskräfte ersetzt werden. Genau hieraus resultiert nicht nur dieser immense Rückgang der heimischen Kaufkraft, sondern vor allem auch ein beständig wachsendes Einkommens- und Wohlstandsgefälle. Im 21. Jahrhundert, der Ära der Jobauslagerung, haben die Vereinigten Staaten eine Explosion des Einkommens- und Wohlstandsgefälles erfahren, das in der Landesgeschichte ihres Gleichen sucht.

Ich bin auf diese mehr als eindeutigen Hinweise mit dem Zweck einer Beweisführung zu einem scheiternden Kapitalismus, der es nicht mehr zustande bringt, Sozialleistungen im Sinne der traditionellen ökonomischen Leitlinien und Werte aufrecht zu erhalten, in meiner Buchpublikation The failure of Laissez Faire Capitalism eingegangen. Auch Thomas Pikettys jüngste Buchpublikation mit dem Titel Capital in the 21st Century hat dazu beigetragen, unbekümmerten Ökonomen wie Paul Krugman ein alarmierendes Bild der Realität vor Augen zu führen.

So besorgniserregend Pikettys gezeichnetes Bild der gesellschaftlichen und ökonomischen Ungleichheit auch sein mag, ich stimme mit Michael Hudson überein, dass die Situation noch weitaus schlimmer ist, als Piketty sie in seinem Buch beschreibt.

Der Kapitalismus wurde von machtvollen Privatinteressen ausgehöhlt, deren Kontrolle über Regierungen, Gerichte und Behörden den Kapitalismus in nichts anderes als einen plündernden Mechanismus verwandelt haben. Der Wall Street kommt keine positive Funktion mehr zu. Die Wall Street generiert Profite, indem Frontrunning-Geschäfte mittels Hochleistungscomputern betrieben und indem betrügerische Finanzinstrumente in alle Welt verkauft werden.

Nicht nur, dass sie selbst gegen diese Instrumente wettet, dabei jedoch den Eindruck vermittelt, als würde es sich um risikolose Sicherheiten handeln. Zudem werden an der Wall Street Profite generiert, indem Kapital auf noch nie zuvor zu beobachtende Weise gehebelt wird, indem Wetten abgeschlossen werden, deren finanzieller Gegenwert sich im Ernstfall nicht decken lässt und indem eine Manipulation der Preise an nahezu allen wichtigen Rohstoffmärkten stattfindet.

Nicht nur die Federal Reserve, sondern auch das „Plunge Protection Team” des US-Finanzministeriums unterstützen diese Art der Plünderung, indem zum Beispiel die Aktienmärkte durch einen Ankauf von Futures unterstützt und der Außenwert des US-Dollars vor der außergewöhnlichen Dimension der elektronischen Kapitalerzeugung abgeschirmt wird, indem es zur Ausführung nackter Leerverkäufe am Comex Gold-Futuresmarkt kommt. Die US-Wirtschaft basiert nicht länger auf den Stützpfeilern namens Bildung, harter Arbeit, freien Marktpreisen, freien Marktprozessen und einer generellen Zurechenbarkeit, die echten freien Märkten zueigen ist.

Anstelle dessen basiert die US-Wirtschaft auf Manipulation der Preise, der spekulativen Kontrolle von Rohstoffen, einer dauerhaften Unterstützung des US-Dollars durch Washingtons Vasallenstaaten, manipulierten und gefälschten Statistiken, Propaganda durch die Finanzmedien und der Trägheit von Ländern wie Russland und China, die sich beide – sowohl wirtschaftlich als auch politisch – durch einen Verbleib im US-Dollarsystem hohen Risiken aussetzen [Anmerkung der Redaktion: genau daran scheint sich ja nun einiges zu ändern; siehe dazu auch nochmals mein jüngstes Interview mit Dr. Paul Craig Roberts oder Jim Rickards].

Da die Regierungen beinahe im gesamten Rest der Welt schlichtweg unfähig sind, fällt Washingtons Inkompetenz nicht so sehr auf, worin eine Rettung liegen könnte. Doch es ist nicht die Rettung für die Amerikaner, die unter Washingtons Führung leben müssen. Wie selbst geschönte Statistiken verdeutlichen, sinken Einkommen und Wohlstand unter einem Großteil der amerikanischen Bevölkerung beständig.

Dieser beständige Rückgang läutet das Ende des Konsummarktes ein, der sich bislang als Standbein der US-Wirtschaft erwies. Da den Megareichen immer unproportionalere Anteile am Wirtschaftswachstum, Einkommen und Wohlstand zufallen, stellt sich die Frage, was mit einer Wirtschaft geschehen wird, die sich auf Importe und eine überseeische Produktion von Gütern aller Art stützt?

Wie kann der Großteil der Amerikaner mehr kaufen und konsumieren, wenn dessen Einkommen seit Jahren nicht wuchsen, sondern – im Gegenteil – sogar beständig abnahmen? Und wie soll sich dieses Rad weiterdrehen, wenn ein immer größerer Teil der Bevölkerung zu arm ist, um sich Geld von Banken zu leihen, die per se kaum noch Kredite vergeben?

Das Amerika, in dem ich aufgewachsen bin, war autark. Der Handel mit dem Ausland machte nur einen kleinen Teil der Wirtschaftsleistung aus. Als ich stellvertretender Finanzminister der Vereinigten Staaten war, verfügten die USA immer noch über einen Handelsüberschuss, mit Ausnahme des Ölsektors. Die Auslagerung von amerikanischen Jobs hatte noch nicht begonnen und die Einnahmen amerikanischer Investoren aus deren ausländischen Investments übertrafen die Einnahmen von Auslandsinvestoren aus Investments in den USA.

Von diesem Standpunkt aus betrachtet, trugen die Einnahmen amerikanischer Investoren aus deren ausländischen Investments dazu bei, dieses Energiedefizit in der eigenen Handelsbilanz zu decken. Die wirtschaftliche Stabilität, die unter der Führung Ronald Reagans zustande kam, wurde von einer überbordenden Gier an der Wall Street zerschmettert und zunichte gemacht.

An der Wall Street drohte man Unternehmen und Konzernen in diesen Tagen mit Übernahmen, falls diese Unternehmen nicht dazu imstande waren, höhere Gewinne zu erzielen. In diesem Zuge wurde die Produktion von Gütern und Dienstleistungen für den amerikanischen Markt ins überseeische Ausland verlagert. Die geringeren Arbeitskosten kurbelten die Gewinne und Aktienkurse dieser Unternehmen an und befriedigten das Bedürfnis der Wall Street nach immer höheren Einnahmen und Profiten.

Einer Verbesserung des allgemeinen US-Lebensstandards wurde jedoch ein jähes Ende beschert – mit Ausnahme der Superreichen. Eine voranschreitende Deregulierung der Finanzmärkte setzte die heimische Wirtschaft einer hohen Anzahl von Risiken und potenziellen Vermögenspreisblasen aus. Die Amerikaner sind ein erstaunlich unbekümmertes Volk. An diesem Punkt hätte wohl jedes andere Volk die Wall Street längst niedergebrannt.

Und auch in Washington tummeln sich in ihrer Art einmalige Subjekte. Die Amerikaner werden endlosen Missbrauch in Kauf nehmen müssen und für ihre Zwangslage irgendeine andere Regierung verantwortlich machen – den Irak, Afghanistan, Libyen, China, Russland. Ein solch unbekümmertes und passives Volk ist ideales Ziel für eine derartige Form der Ausplünderung, während die Wirtschaft – ausgehöhlt durch diese schnell voranschreitenden Plünderungen – nichts mehr anderem als einem Kartenhaus gleicht.

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Gibt es „Den Masterplan“ für unsere Welt oder ist alles Zufall?


Fakten und Fiktion

Ich möchte Sie jetzt einmal mit einer Theorie konfrontieren. Nennen Sie es Verschwörungstheorie oder wie Sie wollen. Ich nenne es eine gedankliche Fiktion auf Basis vorhandener und nachprüfbarer Erkenntnisse. In dieser Fiktion spielt ein Name eine besondere Rolle: der Name Rockefeller, nicht als Person, sondern als Clan.

1911 Fakt:
Der Trust von John D. Rockefellers Standard Oil wird aufgrund des Anti-Trust-Gesetzes durch Theodore Roosevelt in 34 Einzelunternehmen zerschlagen. Rockefeller verdient dennoch an dieser Aktion, weil er erkennt, dass der ins Bodenlose fallende Shareholder Value sich wieder erholen wird und die Aktien seines Unternehmens aufkauft.

Gedankliche Fiktion:
Rockefeller hat zwar nach vorsichtigen Schätzungen ca. 200 Millionen Dollar (entspräche heute einem Wert von rund 45 Milliarden) verdient, aber dennoch sinnt er darauf, wie man die Macht des Kapitals oberhalb der politischen Macht etablieren könnte. Mit seinem Bruder William Rockefeller, der lange Zeit eine führende Position in der Standard Oil einnahm, nach der Zerschlagung aber sein Aktien verkaufte und in Immobilien, Eisenbahnen und Banken investierte. So war er beteiligt an der National City Bank. Vielleicht erinnerten sich die Rockefeller Brüder an den Spruch von Amschel Rothschild: „Gebt mir die Kontrolle über die Währung einer Nation, dann ist es für mich gleichgültig wer die Gesetze macht.“ Das mag sie inspiriert haben, also holte man ein paar Gleichgesinnte mit ins Boot. 1913 gelang es dann Paul Moritz Warburg, Teilhaber des Bankhauses M. M. Warburg & CO und des New Yorker Bankhauses Kuhn, Loeb & Co, den man auch interessiert hatte, Woodrow Wilson, den 28. Präsidenten der USA, zu überzeugen, dass die USA eine Notenbank nach deutschem Muster, aber in privater Hand benötige.

1913 Fakt:
Woodrow Wilson unterschreibt den Federal Reserve Act, mit dem die FED (Federal Reserve System) als das Zentralbanksystem der USA gegründet wird. In diese aus privaten Banken bestehende Zentralbank werden bei der Gründung die nachfolgenden privaten Banken eingebunden:

Chase Manhattan Bank New York
Goldman Sachs Bank New York
Lehmann Bank New York
Khun Loeb Bank New York
Warburg Bank Hamburg und Amsterdam
Rothschild Bank London Paris
Israel Moses Seif Bank Italien
Lazard Brothers Bank Paris
Der Sohn von John D. Rockefeller, John D. II überzeugt seinen Vater, dass die rigiden Geschäftsmethoden dem Image abträglich waren und es fand eine wundersame Wandlung der Rockefellers zu Philanthropen statt, die mit zahlreichen Stiftungen die Welt beglückten. Zu den philanthropischen Taten der Rockefellers gehören die

1890 gegründete University of Chicago,
das 1901 gegründete Rockefeller Institute for Medical Research und
die 1913 gegründete Rockefeller Foundation.
Weitere Stiftungen:

1952: The Population Council Inc. (Bevölkerungsentwicklung und Geburtenkontrolle)
Das Grundstück für die UN gekauft und der UN geschenkt.
1944 United Negro Collage Fund (Finanzierung von afroamerikanischen Collages in den USA) und weitere Stiftungen z. B. für Kunst.
Gedankliche Fiktion:
Stiftungen versehen ihre Gründern mit einem philanthropischen Image, sind aber zumeist mit ganz gezielten politischen Interessen verbunden. Nicht selten sind Stiftungen der Schafspelz, den sich der Wolf überzieht. Auf die Rockefeller Stiftungen komme ich noch zurück.

1915 Fakt:
Nahum Goldmann veröffentlicht sein Buch „Der Geist des Militarismus“, (Stuttgart/Berlin, Deutsche Verlagsanstalt). Auf Seite 37 ist zu lesen:
„Man kann den Sinn und die historische Mission unserer Zeit in einem zusammenfassen: Ihre Aufgabe ist es, die Kulturmenschheit neu zu ordnen, an die Stelle des bisher herrschenden gesellschaftlichen Systems ein neues zu setzen. Alle Um- und Neuordnung besteht nun in zweierlei: In der Zerstörung der alten Ordnung und im Neuaufbau der neuen.
Zunächst einmal müssen alle Grenzpfähle, Ordnungsschranken und Etikettierungen des bisherigen Systems beseitigt und alle Elemente des Systems, die neu geordnet werden sollen, als solche, gleichwertig untereinander auseinander gelegt werden. Sodann erst kann das zweite, die Neuordnung dieser Elemente, begonnen werden. Sodann besteht denn die erste Aufgabe unserer Zeit in der Zerstörung: Alle sozialen Schichtungen und gesellschaftlichen Formungen, die das alte System geschaffen hat, müssen vernichtet, die einzelnen Menschen müssen aus ihren angestammten Milieus herausgerissen werden; keine Tradition darf mehr heilig gelten; das Alter gilt nur als Zeichen der Krankheit; die Parole heißt; was war, muss weg.
Die Kräfte, die diese negative Aufgabe unserer Zeit ausführen, sind auf wirtschaftlich-sozialen Gebiet der Kapitalismus, auf dem politisch-geistigen die Demokratie. Wie viel sie bereits geleistet haben, wissen wir alle; aber wir wissen auch, dass ihr Werk noch nicht ganz vollbracht ist. Noch kämpft der Kapitalismus gegen die Formen der alten, traditionellen Wirtschaft, noch führt die Demokratie einen heißen Kampf gegen alle Kräfte der Reaktion. Vollenden wird das Werk der militärische Geist. Sein Uniformierungsprinzip wird die negative Aufgabe der Zeit restlos durchführen: Wenn erst alle Glieder unseres Kulturkreises als Soldaten unseres Kultursystems uniformiert sind, ist diese Aufgabe gelöst.
Dann aber erhebt sich die andere, die größere und schwierigere Aufgabe: Der Aufbau der neuen Ordnung. Die Glieder, die nun aus ihren alten Verwurzelungen und Schichtungen herausgerissen und ungeordnet sind, anarchisch herumliegen, müssen zu neuen Formungen und Kategorien geschlossen werden. Ein neues, pyramidales, hierarchisches System muss errichtet werden.

1930 wurde die Chase Manhatten Bank mit der Equitable Trust Bank von Rockefeller verschmolzen.

1929 bis 1933 wird eine Politik in Deutschland gefahren, die der derzeitigen Politik zum verwechseln ähnelt. Das führt 1933 zur Machtübernahme der Nazis. Die Nazis wurden dabei von zahlreichen Großindustriellen massiv unterstützt, u. a. von den IG-Farben, einem Monopol, gegründet aus namhaften deutschen Chemieunternehmen, die bereits vor ihrer Fusion ein Kartell gebildet hatten.

Die IG-Farben hatten dabei zahlreiche Verbindungen ins Ausland, u. a. zur

Standard Oil (USA, Rockefeller)

und zahlreiche Befürworter in der Gruppe des Anglo-German-Fellowship bis hin zu der englischen Regierung, die auch nach dem Überfall auf Polen durch die Nazis die so genannte Appeasement-Politik verfolgte.
Gedankliche Fiktion:
Der zweite Weltkrieg war kein Unfall und kein Ergebnis der Unachtsamkeit der umliegenden Staaten, sondern die Umsetzung der militärischen Vision von Nahum Goldmann durch interessierte Kreise. Ohne diesen Krieg gäbe es keine Europäische Union und möglicherweise auch kein Israel. Die Unterstützung der Nazis aus den USA durch namhafte Bank- und Industrieunternehmen erfolgte sogar noch über die Kapitulation hinaus. Die IG Farben wurden zwar zerschlagen, aber nur in die vor der Fusion bestehenden Chemie Werke wie Hoechst, Bayer, AGFA, BASF usw. Die Kartellstruktur dieser Unternehmen wurde nicht aufgelöst. Die mächtige Standard Oil hatte darauf erheblichen Einfluss. Auch andere Nazi-Größen wurden sehr pfleglich behandelt. Dazu gehörten Thyssen, Krupp und Herman Josef Abs, die nicht wesentlich später wieder Schlüsselpositionen in der deutschen Wirtschaft und den deutschen Banken innehatten und maßgeblichen Einfluss auf die Politik ausübten.

Der Marshall-Plan nach dem 2. Weltkrieg förderte den Wiederaufbau im zerstörten Europa und Deutschland wurde später darin eingebunden. Er ist maßgeblich dafür verantwortlich, dass weite Kreise der Bevölkerung bis heute alle US-Aktivitäten mit dem Hinweis abtun, dass man nicht vergessen sollte, dass die Amerikaner Deutschland befreit haben. Das ist unstrittig, ebenso wie der Umstand, dass der Wiederaufbau Deutschlands ohne den Marshall-Plan entschieden länger gedauert hätte. Aber ganz so uneigennützig war dieses Vorgehen der Amerikaner nicht. Weite Wirtschaftskreise in den USA befürchteten nämlich, dass ohne diese Hilfe wertvolle Absatzmärkte und Handelspartner verloren gehen würden. Hinzu kam der Umstand, dass die USA ein Bollwerk gegen den Kommunismus in Europa benötigten.
Die UDSSR hatte die Hilfen aus dem Marshall-Plan abgelehnt. Somit war der beginnende kalte Krieg eine der Ursachen für den Marshall-Plan. Aber damit wurde auch der Grundstein für die EU gelegt. So wurde die OEEC (heute OECD) gegründet und der amerikanische Führungsstil als Voraussetzung eingebracht. Die OEEC war die Voraussetzung für die Senkung der Zollbarrieren in Europa, so wie es das gerade von der US-Regierung ins Leben gerufene GATT (General Agreement on Tariffs and Trade) forderte.

Man könnte die Zeit nach dem zweiten Weltkrieg auch sarkastisch als Gründerzeit bezeichnen. Die UN löste den vorher bestehenden Völkerbund ab und verkündet die Charta der vereinten Nationen.

Noch während der Weltkriegs (1944) wurde mit dem Bretton-Woods Abkommen der Grundstein gelegt, mit der die FED zum Herrscher der Weltfinanzen wurde. Der Dollar wurde zur Leitwährung auf der Basis des Goldstandards. Dabei wurde die Unze Gold mit 35 $ bewertet und die FED hatte die Verpflichtung, auf Wunsch Dollars in Gold umzutauschen. Während die USA in ihren Geldgeschäften autonom waren, mussten die anderen Mitglieder gegenüber dem Dollar feste Wechselkurse vereinbaren, die nur bei dauerhaften Ungleichgewichten zu einer Auf- oder Abwertung führen konnten. Dabei mussten sie ihren Wechselkurs gegenüber dem Dollar über Devisenmarktinterventionen absichern. Als Instrumente des Bretton-Woods-Systems wurden der IWF (Internationaler Währungsfond) und die Weltbank gegründet. Das System funktionierte reibungslos, bis die USA, genauer die FED während des Vietnamkrieges die Geldmenge erhöhten. Damit war der Goldstandard nicht mehr zu halten. Aber die Mitgliedsländer mussten für den internationalen Handel Dollar vorhalten, um ihre Wechselkurse zu halten. 1971 wollte Frankreich seine Dollar in Gold einlösen, aber die FED waren nicht mehr in der Lage, nur für das eine Land den Wechsel in Gold vorzunehmen. Als Folge kündigte Nixon 1971 die Verpflichtung für die Einlösung des Dollars in Gold auf.

1973 brach das Bretton-Woods-System völlig zusammen und die Wechselkurse wurden freigegeben. Dabei kristallisierte sich heraus, dass der Dollar völlig überbewertet war, was am Beispiel der DM offensichtlich wurde. Vor der Wechselkursfreigabe wurde die DM gegenüber dem Dollar 1:4 gehandelt, danach nur noch 1:2. Die DM war also völlig unterbewertet.

IWF und Weltbank blieben aber bestehen und sind heute verantwortlich für die Kreditvergabe an andere Staaten, vornehmlich die Entwicklungsländer. Diese Kredite werden seit geraumer Zeit vom IWF nur unter teils extremen Auflagen gebilligt. Die Auflagen verlangen die Liberalisierung des Marktes in Form von Privatisierung und den Anbau genmanipulierter Monokulturen für den Export. Hier kommt wieder die Rockefeller-Stiftung ins Spiel, die vor allem in Entwicklungs- und Schwellenländern die Vorzüge der Genmanipulation anpreist und in diesen Staaten Biotechniker ausbildet.

Unter der Einbeziehung des von Kissinger eingebrachten Strategie-Papiers NSSM-200, welches 1989 zur Veröffentlichung freigegeben wurde und inhaltlich die Bevölkerungskontrolle und die Entwicklung der Population in rohstoffreichen Entwicklungsländern behandelt, muss festgehalten werden, dass der Hunger in einigen Nationen vor allem dazu dient, die Population in diesen Staaten möglichst niedrig zu halten, damit diese nicht auf den Gedanken kommen, die Rohstoffvorkommen selbst auszubeuten und selbst zu verbrauchen oder sie für teures Geld auf dem Weltmarkt zu verkaufen. Das gilt für Öl und alle anderen, für die USA wichtigen Rohstoffe. Das Papier von Kissinger dokumentiert klar, dass vor allem durch die Ernährung die Bevölkerungsentwicklung gesteuert werden kann und soll. Das Papier war nicht nur eine Ausarbeitung, sondern wurde in die offizielle Regierungspolitik übernommen und bis heute nicht widerrufen.

Kissinger ist eine schillernde Figur in der Weltpolitik. Ob seine Karriere ohne die Rockefellers so steil verlaufen wäre, ist fraglich. Seine ersten politischen Erfahrungen machte er als Sicherheitsberater des Gouverneurs von New York, Nelson A. Rockefeller und wurde dessen Freund. Während des Zweiten Weltkriegs war Nelson A. Rockefeller für amerikanische Propaganda in Mittel- und Südamerika zuständig. Nach dem Krieg war er Vorsitzender des International Development Advisory Board, Teil von Präsident Trumans „Punkt Vier Programm für die Entwicklungshilfe“. Er machte auch mehrere Anläufe, Präsident der USA zu werden, doch über die Vize-Präsidentschaft kam er nicht hinaus. Aber seine Protektion verhalf Kissinger in die höchsten Ämter in der US-Administration. Kissinger hat eine weiße Weste, so weiß, wie das Fell eines Dalmatiners. Aber das muss wohl so sein, will man in der Politik auch über die aktive Zeit hinaus noch gefragt sein. Besonders hierzulande ist sein Urteil ja sehr gefragt.
Dabei komme ich auf eine Organisation, welche die Namen Kissinger, Rockefeller, Prinz Bernhard der Niederlande und weitere illustre Namen in ihrer Stammrolle trägt, die Bilderberger. In vielen Verschwörungstheorien werden die Bilderberger als Geheimbund bezeichnet, aber man weiß ja, Verschwörungstheorien legt man gleich ad acta, denn das sind ja nur Spinnereien von Leuten, die sich alles aus den Fingern saugen. Das zumindest ist die landläufige Vorstellung von Verschwörungstheorien.

Ich denke ein wenig anders darüber. Wir leben in einer Zeit, in der auf der basis vorhandener Daten und Fakten Hochrechnungen oder Prognosen erstellt werden. Würde man sich mit den Verschwörungstheorien objektiv, aber intensiv befassen, Fakten von den Vermutungen und Unterstellungen trennen, dafür die Fakten aufarbeiten und deren Basis Prognosen erstellen, stünden sicherlich manche Schweinereien in der Weltgeschichte anders in den Geschichtsbüchern.

Doch zurück zu den Bilderbergern, die erstmalig 1954 zusammen trafen. Es ist keine feste Organisation mit eingeschworenen Mitgliedern. Zu den jährlich einmal stattfindenden Treffen werden immer wieder andere Leute eingeladen. Es gibt nur einen kleinen festen Kern, zu denen die zuvor genannten Namen gehören. Es gibt keine Aufnahmerituale wie bei Geheimbünden (zumindest ist darüber nichts bekannt) und die Teilnehmerlisten der letzten Jahre sind öffentlich. Teilnehmer sind immer Leute aus hochrangigen Bereichen der Politik, Wirtschaft, Presse und der Banken. Unter den Teilnehmern, vor allem in der Anfangszeit, waren auch etliche Leute mit nachgewiesener Nazivergangenheit oder zumindest intensiven geschäftlichen Beziehungen zu den Nazis. Das zumindest scheint die Teilnehmer nicht zu verunsichern.
Die Bilderberger sind keine Geheimorganisation, nur was sich bei den Treffen abspielt, das ist höchst geheim. Jeder Teilnehmer muss sich verpflichten, über die Inhalte dieser Treffen strengstes Stillschweigen zu bewahren. Erstaunlich ist, dass dieses Stillschweigen von allen Teilnehmern auch gewahrt wird. Von der Presse befragt, wird als Antwort eine zwanglose Diskussion über die anstehenden politischen und wirtschaftlichen Probleme angegeben, allerdings über die Inhalte kein Wort verloren.

In einem Interview des Deutschlandradio mit dem Soziologen Prof. Hans-Jürgen Krysmanski wiegelt dieser ab. Er stellt die Bilderberg-Konferenzen als inzwischen in die Jahre gekommen hin und verweist darauf, dass es sicher andere Zirkel gäbe, von denen man noch nichts wüsste.

Einem Interview der CNN mit Jon Ronson zufolge ist die Geheimhaltung auf einen Spleen von Kissinger zurückzuführen, der sich gerne mit dem Image des Geheimnisvollen umgibt. Dagegen spricht, dass sich alle an die absolute Geheimhaltung halten, dafür ist die Zahl der Teilnehmer zu groß. Jon Ronson ist ein englischer Journalist, der ein Buch über Verschwörungstheorien geschrieben hat. Er hat mit Teilnehmern der Bilderberger gesprochen, aber nie an einer Konferenz teilgenommen.

Gedankliche Fiktion:
Wie kommt es, dass es von keinem der Teilnehmer in über 50 Jahren zu Indiskretionen gekommen ist? Ist die Auswahl der Teilnehmer so gewählt, dass es eine absolute Übereinstimmung über die Themenauswahl und die politische und wirtschaftliche Zielrichtung gibt? Oder verfügt man über Druckmittel, die das absolute Schweigen bedingen?
Die Zahl der Teilnehmer liegt in der Regel bei 120 bis 130 Leuten. Was ich noch nie erlebt habe, dass bei einer Teilnahme von über 100 Personen aus unterschiedlichen Lagern und Nationen über alles Gesprochene absolute Einigkeit besteht und nicht zumindest ein Teilnehmer seinen Frust über die Konferenz in irgendeiner Form in die Welt hinaus posaunt. Wenn das bei den Bilderbergern möglich ist, kann das aus meiner Sicht nicht freiwillig sein.

Es gibt dennoch einige wenige Statements, die an die Öffentlichkeit gelangten, die allerdings nicht mit den Inhalten zusammenhingen.
So äußerte sich Rockefeller 1991:

„Es wäre unmöglich gewesen, dass wir unseren Plan für die Weltherrschaft hätten entwickeln können, wenn wir Gegenstand der öffentlichen Beobachtung gewesen wären. Aber die Welt ist jetzt weiter entwickelt und darauf vorbereitet, in Richtung einer Weltregierung zu marschieren. Die supranationale Souveränität einer intellektuellen Elite und der Weltbanker ist sicher der nationalen Souveränität, wie sie in der Vergangenheit praktiziert wurde, vorzuziehen“.
(Quelle Wikipedia)

Die SVP (Schweiz) berichtet:

Giovanni Agnelli und Prinz Bernhard der Niederlande
Die Vorstufe einer Weltregierung bedeutet in Wirklichkeit nichts anderes als die Zerstörung der nationalen Souveränität der Staaten. Das ist gleichbedeutend mit der Überführung der Macht in eine Handvoll supranationaler, nicht gewählter Organisationen. Der inzwischen verstorbene Bilderberger Giovanni Agnelli verkündete: „Die europäische Integration ist unser Ziel, und wo die Politiker versagten, werden wir Industriellen erfolgreich sein“. Dazu sind sie auf dem besten Weg, denn der Einfluss der multinationalen Konzerne ist in stetem Wachsen begriffen. Der erste Vorsitzende der Bilderberger, Prinz Bernhard der Niederlande bekannte: „Es ist schwierig, die im Nationalismus aufgewachsenen Völker umzuerziehen und sie an die Idee zu gewöhnen, ihre Souveränität an übernationale Organisationen abzutreten“. Es darf nicht verkannt werden, dass solche Organisationen nicht den leisesten Hauch von Demokratie aufweisen. Er machte auch keinen Hehl aus dem Hauptziel der Bilderberger, eine Weltregierung und eine globale Armee durch die UNO einzusetzen. Es ist ganz offensichtlich, dass deren Interessen unter Umgehung der nationalen Parlamente koordiniert werden sollen. Beispiel EU-Verfassung. Diese wurde nicht etwa in Arbeitsgruppen des Konvents erarbeitet, sondern von Giscard d’Estaing als Konventspräsident mehr oder weniger diktiert.
Quelle: SVP, Schweiz

Rockefeller vor den Wirtschaftsausschuss der USA 1994:

„Wir stehen am Beginn eines weltweiten Umbruchs. Alles, was wir brauchen, ist die eine richtig große Krise und die Nationen werden die „Neue Weltordnung“ akzeptieren.“
Quelle: SVP, Schweiz

Henry Kissinger 1993 bei einem Treffen im Haus der Weltkulturen in Berlin:

„Die vier Botschafter (der Siegermächte des zweiten Weltkrieges) brauchten über das Berlin-Abkommen nicht viel zu verhandeln. Sie brauchten nur den Text zu unterzeichnen, den die Bilderberger ausgearbeitet hatten.“

Inzwischen gibt es mehr als 2.000 Teilnehmer, die an diesen Konferenzen teilgenommen haben. Manche nur einmal, einige oft bzw. fast immer. Hier einige der Namen sehr illustrer Gäste, die zum Teil recht regelmäßig an den Konferenzen teilnehmen.

International:
Giovanni Agnelli (Fiat), Königin Beatrix, Bill Clinton, Lynn Forester de Rothschild, Sir Evelyn de Rothschild, König Carl Gustav von Schweden, Henry Kissinger, McNamara, Richard Perle (am. neokonservativer Politiker), David A. Rockefeller, Sir Lord Robertson (ehem. Oberbefehlshaber und Chef der britischen Militärverwaltung in Deutschland), Etienne Davignon (EU-Kommission) , Jean-Luc Dehaene (Ex- Premierminister Belgien) Indra K. Nooyi (Pepsi), Heather Reisman (Indigo Books & Music Inc.), James Wolfenson (Weltbank bis incl. 2005), Paul Wolfowitz (Weltbank ab 2006, bis dahin pol. Berater von Bush und ausgesprochener Hardliner), Henry R. Kravis (US-Milliardär), Timothy F. Geithner (FED), Franco Bernabè (stellv. Vorsitzender von Rothschild Europa), Peter Weinberg (Goldman Sachs), Peter Sutherland (Goldman Sachs International)

Einige wenige von Deutscher Seite:

Hermann Josef Abs, Josef Ackermann, Ex-Bundeskanzler Helmut Schmidt, Helmuth Kohl, Hilmar Kopper (deutsche Bank), Volker Rühe, Rudolf Scharping, Axel Springer, Christoph Bertram, Gerhard Schröder, Angela Merkel, Jürgen Schrempp, Friedbert Pflüger, Matthias Wissmann, Mathias Döpfner, Klaus Kleinfeld, Hubert Burda, Klaus Zumwinkel, Matthias Nass, Eckehard Schulz, Egon Bahr

Es gibt sicherlich andere Zirkel, bekannte und unbekannte, aber sicher mit ganz anderen Zielsetzungen. Denkt man an die Hedge- und Equity-Fonds und deren Geldgeber, dann verbergen sich dahinter sicherlich immens reiche Leute, immer darauf aus, einen schnellen Dollar zu machen und vor allem ihr Kapital in Sachwerten zu festigen. Die Spitzen der Bilderberger sind sicherlich in die Jahre gekommen, aber die Darstellung von Krysmanski über einen bloßen Meinungsaustausch einer politischen und finanziellen Elite entbehrt nicht einer gewissen Komik. Wenn sich die Spitzen der Politik, der Wirtschaft, der Banken und der Presse nur über die weltpolitische Lage austauschen, warum lassen sie dann nicht die Welt an ihren Erkenntnissen teilhaben? Eine Menge der Teilnehmer von Bilderberg-Konferenzen war immer scharf darauf, sich zu allen möglichen Themen zu äußern. Warum nicht zu den bei den Bilderbergern angefallenen Themen? Warum werden die Konferenzen so hermetisch abgeschirmt und im jeweiligen Hotel keine anderen Gäste während der Konferenz zugelassen? Warum werden Presseleute, die versuchen, etwas herauszufinden, von den Sicherheitskräften regelrecht bedroht (so geschehen auf der Konferenz 2006 in Ottawa, Kanada)? Nicht zu vergessen, in der Teilnehmerliste sind keineswegs nur alte Leute zu finden, sondern aktuelle Spitzen der Wirtschaft, der Politik und der Banken, incl. FED, Weltbank und IWF.

Ich stelle die Prognose, die Politik der westlichen Welt folgt einem Ziel, das von einem nicht gewählten Zirkel schon vor langer Zeit ausgearbeitet und seither beharrlich und kontinuierlich verfolgt wurde. Quasi in der Halbzeit wurde dann ein weiterer Zirkel, die Bilderberger gegründet, dessen innerer Kern mit dem Ursprungszirkel übereinstimmt.
Handlanger zu finden, die aus Gier und Machtbesessenheit alles tun, ist nicht schwer für Leute, die über genügend Kleingeld verfügen. Wer nur seine persönliche Gier und seine Macht im Visier hat, hat fast immer auch Dreck am Stecken, etwas, womit man Leute in der Hand hat. Dazu ein wenig Zuckerbrot, indem man Karrieren fördert und schon hat man willfährige Handlanger, die jedes Spielchen mitmachen. Wenn man die Teilnehmerlisten der Bilderberger betrachtet, sollte man nicht nur auf die Namen schauen, sondern vor allem auf die Institutionen, die sie vertreten.

Teilnehmerliste 2004
Teilnehmerliste 2005
Teilnehmerliste 2006

Teilnehmerliste 2008

Es heißt, die Teilnehmer an Bilderberg-Konferenzen dürften keine nationalistischen Tendenzen haben. Zu Beginn habe ich aber über die Verbindungen zu den Nazis geschrieben. Ein Widerspruch? Sieht man wie ich als Ziel der Bilderberger die Auflösung der Nationalstaatlichkeit, was wäre dann besser für das Ziel als ein Krieg, ausgelöst von einem Wahnsinnigen Nationalisten, um aller Welt die Gefahren der Nationalstaatlichkeit zu beweisen? Hat dieser Krieg nicht herkömmliche Strukturen zerschlagen, wie es Nahum Goldmann in seinem Buch beschrieben hat? Hat der Krieg nicht erst den Weg zu einer europäischen Allianz geebnet? Dient diese Europäische Union aber dem Zusammenschluss der Völker oder ist es eine reine Wirtschaftsallianz, in der ein Land gegen das andere ausgespielt wird?

Nun werden einige Leute einwenden, das sei absoluter Blödsinn, schließlich habe ein Krieg völlig andere Ursachen. Ich weiß, solche Naivlinge gibt es. Jeder Krieg, welcher Grund auch immer angegeben wird, dient ausschließlich wirtschaftlichen Interessen und dem Erhalt bzw. der Erweiterung der Macht. Jede angeführte Begründung für Kriege dient nur der Scharfmacherei, damit die Bevölkerung sich bereit erklärt, sich abschlachten zu lassen. Die eigentlichen Drahtzieher aller Kriege halten sich dabei schon sehr lange stets im Hintergrund oder verziehen sich solange ins neutrale Ausland. Im Krieg sterben die Soldaten nicht,

sie fallen

oder eine Einheit wird aufgerieben. Außerdem ist die Erde nach Ansicht der Ränkeschmiede ohnehin total überbevölkert. Sie irren, wenn Sie glauben, dass sie in den Augen der echten oberen Zehntausend Menschen sind. Da sind sie nur Arbeitstiere und Kanonenfutter. So ist die steigende Jugendarbeitslosigkeit ein probates Mittel, die Bundeswehr für Jugendliche attraktiv zu machen. Dann kann man getrost jede Art von Aufträgen an allen beliebigen Standorten der Welt annehmen, Kanonenfutter gibt es dann ja genug.
Meine Fiktion ist die für mich logische Schlussfolgerung aus einer Menge nachprüfbarer Fakten. Die angesprochene neue Weltordnung wird alte Strukturen (Feudalismus) erneut beleben, nur statt des nominierten Adels wird das unnominierte Kapital die hierarchische Spitze bilden. Allerdings ist die Verleihung von Titeln dann nur eine Frage der Zeit. Auch Napoleon hat der Titel General nicht gereicht. Dabei habe ich nicht einmal alle vorhandenen Fakten aufgezählt. Zählen wir noch einige Dinge hinzu. Ich beschränke mich dabei auf die unmittelbare Umgebung, auf Deutschland, im Zusammenhang mit der EU.

Die WTO und GATS. GATS-Verträge werden durch die EU-Kommission und den zuständigen Ministerrat in Brüssel beschlossen. Damit werden die nationalen Parlamente ausgehebelt. Was uns als unabdingbare Notwenigkeit beschrieben wird, ist oft nichts als die Folge von GATS-Verträgen, so z. B. die Privatisierung von staatlichen Unternehmen, der Verkauf von Wohngesellschaften der öffentlichen Hand, die Vergabe von PPP-Aufträgen für staatliche Aufgaben, der Verkauf von Institutionen der Gesundheitsvorsorge u. a.
Die permanente Verlagerung politischer Verantwortung auf so genannte Expertenkommissionen mit vornehmlich neokonservativen Mitgliedern oder an Beratungsunternehmen wie McKinsey oder Roland Berger, von denen bekannt ist, dass sie rein wirtschaftliche Interessen vertreten.
Die Umverteilung von unten nach oben durch ständig neue Belastungen für die Bevölkerung bei gleichzeitiger Entlastung der Konzerne.
Die Befreiung von Steuern für den Verkauf von Unternehmensbeteiligung und damit die Begünstigung des Einfalls der „Heuschrecken“ wie Hedge- und Equity-Fonds, oder Aktionen wie die von Siemens und BenQ (Verkauf der Handy-Sparte durch Siemens).
Die Aufgabe einer sehr stabilen Währung (DM) zugunsten einer Gemeinschaftswährung für Länder mit sehr unterschiedlichen wirtschaftlichen Standards. Damit wurde das Instrument steuer- und währungspolitischer Einflussnahme des Staates abgegeben und an die EU übertragen.
Ratifizierung der EU-Verfassung ohne Volksbefragung.
Immer mehr Gesetze haben ihren Ausgangspunkt in der EU-Gesetzgebung, so genannte Richtlinien, die in nationales Recht umgewandelt werden müssen.
Die Arbeitsmarktpolitik, die Arbeitslosigkeit und Standortverlagerungen subventioniert, die den Niedriglohnsektor und Lohndumping favorisiert und ausweitet. Dabei werden Arbeitslose ausgegrenzt, stigmatisiert und um die angemessene Leistung aus der AV betrogen.
Die ausgrenzende Rentenpolitik der Regierung, mit der Altersarmut forciert wird und Arbeitnehmer in private Versicherungen gedrängt werden.
Die Fokussierung auf global agierende Konzerne bei gleichzeitiger Ausdünnung des Binnenmarktes mit der Folge von Firmenpleiten und der Zunahme der Arbeitslosigkeit.
Die Treibjagd der Politik, Arbeitnehmer abzudrängen in private Sozialversicherungen und die ständig stärkere Entlastung der Unternehmen von der paritätischen Beteiligung an den Sozialversicherungen.
Die ab 2007 geltende Mehrwertsteuer von 19 % wird die Not bei Arbeitslosen, Geringverdienern und Kleinrentnern drastisch verschärfen. Gleichzeitig sollen die Körperschafts- und Gewerbesteuer drastisch gesenkt werden.
Das ist nur ein kleiner Ausschnitt dessen, was sich definitiv derzeit abspielt. Deutschland wird an Private verkauft und immer mehr Handlungsspielraum an die EU abgetreten. Unsere Regierung wird noch ein Schattendasein fristen, bis auch die anderen europäischen Länder so weit sind.

Internationales Kapital flüchtet sich in Sachwerte, in dem Bewusstsein, dass ein Finanzcrash immer näher rückt. Die FED ist ein Zusammenschluss von Privatbanken mit der Lizenz zum Drucken von Geld. Davon ist ein Vielfaches dessen in Umlauf, was an Gegenwerten des Staates vorhanden ist. Die Kriege in Afghanistan, dem Irak, im nahen Osten und möglicherweise gegen den Iran dienen vor allem der Stabilisierung des Dollars. Solange der Welthandel mit Dollars abgewickelt wird, gelingt es der FED, den Dollar scheinbar stabil zu halten. Wenden sich Staaten davon ab und wickeln ihren Welthandel über andere Währungen ab, steht ein Crash des Finanzmarktes ins Haus, gegen den 1929 ein leichtes Säuseln war. Nur die Insider haben sich durch Sachvermögen abgesichert und gehen unbeschadet daraus hervor. Das dieser Crash kommen wird, wird von allen seriösen (falls es die gibt) Finanzexperten prognostiziert. Nur der Zeitpunkt ist noch ungewiss, den günstigsten Prognosen nach in ca. 8 Jahren (wenn China seine Dollarreserven auf den Markt wirft).

Die Zukunft?

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