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Woher kommt das ganze Geld im Profifußball? Ein ganz kleiner Einblick


Wie das Geld in den Profifußball fließt woher es kommt. Medien Konzerne mischen fleißig mit.

Über die Online-Eintrittskartenbörse Viagogo können sowohl Privatleute wie Veranstalter Tickets handeln. Nun hat die Plattform zwei prominente Kapitalgeber bekommen: Das Tennistraumpaar Steffi Graf und Andre Agassi, die bislang noch nicht als Internetinvestoren in Erscheinung getreten sind. Über ihre beiden Investmentfirmen Agassi Enterprises und Graf Ventures stellen sie der Onlineplattform eine siebenstellige Summe zur Verfügung. „Ich bin von Viagogos erfahrenem Teammanagement sehr beeindruckt und freue mich auf die Zusammenarbeit“, sagte Agassi. Zu weiteren Investoren der Börse zählen LVMH-Chef Bernard Arnault, der Investmentbanker Jacob Rothschild sowie der Münchner Sportrechtehändler Herbert Kloiber. 15 Millionen Dollar erhält das Unternehmen, davon eine siebenstellige Summe von Agassi Enterprises und Stefanie Graf Ventures – den Investment-Vehikeln von Tennis-Traumpaar Stefanie „Steffi“ Graf und Andre Agassi. Bisher fielen die Agassi-Grafs nicht als Internet-Investoren auf. Agassi Enterprises tummelt sich vor allem im Gastronomiebereich und der Wohltätigkeit. Über Graf Ventures ist bisher nichts bekannt. Im vergangenen Jahr wurden über den Dienst in Deutschland Eintrittskarten im zweistelligen Millionenwert gehandelt. Dabei fungiert die Plattform als Mittelsmann, der Betrug verhindern soll. Gründer und Chief Executive Officer (CEO) der Firma ist Eric Baker, der 2007 sein Eintrittskartenunternehmen Stubhub für 307 Millionen Dollar an Ebay verkaufte. Schon jetzt kann sich Viagogo mit bekannten Namen schmücken. So sind bereits der frühere deutsche Sportrechtehändler Herbert Kloiber, Investmentbanker Jacob Rothschild und Bernard Arnault beteiligt, der Chef des Luxuskonzerns LVMH (siehe oben).

Kloiber ist seit Dezember 2005 Viagogo-Gesellschafter. „Die Idee läuft einfach gut. Deshalb habe ich auch alle drei Finanzierungsrunden mitgemacht.“ Kloiber, der bislang Gespür für Investitionen bewies, hat Viagogo auch bei der Kooperation mit dem Fußballklub Bayern München geholfen. Die Höhe seiner Beteiligung an Viagogo wollte Kloiber auf Anfrage nicht nennen. Die deutsche Medienunternehmerin und –managerin Christiane zu Salm investiert im Rahmen des in der vergangenen Woche angekündigten Series C Funding in das Online-Unternehmen. Damit reiht sie sich in die Gruppe bekannter deutscher viagogo-Investoren wie Aufsichtsratsmitglied Dr. Herbert Kloiber und die Brüder Marc und Oliver Samwer (European Founders Fund) ein. In der jüngst abgeschlossenen Finanzierungsrunde sicherte sich viagogo weitere rund 30 Millionen USDollar. Zudem gab das zurzeit schwerpunktmäßig in Großbritannien und Deutschland tätige Unternehmen vergangene Woche seinen Einstieg in den US-Markt bekannt. Christiane zu Salm zu Ihren Engagement bei viagogo: „Meine langjährige Erfahrung im Bereich Digitaler Medien erlaubt es mir, das Potential innovativer Produkte schnell erkennen zu können. Der Service von viagogo wird das Konsumentenverhalten bezüglich des Kaufs und Verkaufs von Konzert- und Sportveranstaltungstickets revolutionieren. Ich freue mich, Teil dieser Investorengruppe zu sein und viagogo dabei unterstützen zu können, weiterhin den Markt für den Weiterverkauf von Tickets in Deutschland -und in ganz Europa- anzuführen.“ Als Senior Advisor ist sie des Weiteren bei JPMorgan mit den Bereichen M&A und Investment Banking betraut.

imageHerbert Kloiber

Das Cinemaxx-Kino Dammtor in Hamburg: Der britische Kinobetreiber Vue Entertainment will die deutsche Kette für 174 Millionen Euro übernehmen. (Foto: dpa)

Der Übernahmekandidat: Cinemaxx, eine von Deutschlands bekanntesten Kinoketten. Den Aktionären des Hamburger Unternehmens liegt seit Dienstag ein Übernahmeangebot im Wert von 174 Millionen Euro vor. Je Aktie werden 6,45 Euro geboten – der Kaufpreis liegt damit rund 50 Prozent über dem aktuellen Aktienkurs. Die Anleger reagierten prompt: An der Börse stieg das Papier zeitweise kräftig um mehr als 40 Prozent auf über 6,30 Euro. Hauptaktionär Herbert Kloiber hat bereits zugegriffen und verkauft seinen knapp 85-prozentigen Anteil. Der Münchener Film- und Fernsehunternehmer hat sich mit den Briten laut Pressemitteilung bereits geeinigt, so dass der Übernahme praktisch nichts mehr im Weg steht. Auch der Cinemaxx-Vorstand unterstützt das Angebot. „Wir sind sehr zuversichtlich, mit Vue eine gute Perspektive zu haben“, sagte ein Unternehmenssprecher. Der Übernahme müssen nun noch die Kartellbehörden zustimmen. Er besitzt fast 100% der TMG Gruppe, dazu gehören unter anderem die Fernsehsender ATV,  ATV 2RTL IITELE 5.

Beteiligungen von Kloiber, Dr. Herbert G.Stand Juli 2010
Beteiligungen von Kloiber, Dr. Herbert G.Stand Juli 2010

An der RTL2 Fernseh-GmbH & Co. Produktionsgesellschaft ist alles was Rang und Namen, in der deutschen Medienlandschaft hat, beteiligt.

Viagogo_Kloiber_Herbert_RTL2_Beteiligungen
Die deutschen Mediengiganten Mohn 33,9%, Bauer 31,5%, Burda 1,1%, Kloiber, Dr. Herbert G. 31,5% sind die Anteilseigner.

Christiane zu Salm sitzt außerdem seit 2007 im Verwaltungsrat der Ringier AG, das größte Schweitzer Medienunternehmen. Die Ringier AG befindet sich seit Generationen im Familienbesitz befindet. Renier ist unter anderem zu 50% an dem Schweitzer Eventim Ableger Ticketcorner beteilgt. Darüber hinaus hält Ringier auch eine 50% Beteiligung am Joint Venture mit Infront Sports & Media, InfrontRingier Sports & Entertainment. Interessant auch die enge Verbindung zum Axel Springer Verlag.

Sendergruppierungen

Im bundesweiten Fernsehen haben sich frühzeitig Sendergruppierungen herausgebildet. Dabei bilden mehrere Veranstalter, die im Einflussbereich eines Unternehmens, einer Unternehmensgruppe oder eines Konzerns stehen, eine Veranstaltergruppe. Die Gruppierungen sind als Einfluss-Sphären zu verstehen und müssen keine Konzerne im aktienrechtlichen Sinne darstellen. Aufgeführt sind auch internationale Sendergruppierungen, die an Veranstaltern von Programmen im bundesweiten privaten Fernsehen beteiligt sind.

TeleMünchen

TeleMünchen

Walt Disney

Walt Disney

Time Warner

Time Warner

 

Viacom

Viacom

FC Bayern München AG

Adresse: Säbener Straße 51 – 57
München 81547

Medienangebote der FC Bayern München AG

Inhaber- und Beteiligungsverhältnisse der FC Bayern München AG

Das Kirch Imperium

Constantin Medien schneidet 2012 besser ab als erwartetConstantin Medien schneidet 2012 besser ab als erwartetDen vorläufigen Zahlen zufolge wuchs auch der Umsatz der Sport1-Mutter deutlicher als vorhergesagt um fast 12 Prozent auf 520,5 Millionen Euro. Die komplette Bilanz stellt Constantin kommende Woche vor. Großaktionär war bis zu seinem Tod der Medienunternehmer Leo Kirch. Sein Anteil wird nun von der Familie und seinem langjährigen Geschäftspartner Dieter Hahn über die Gesellschaft KF 15 gehalten.
Die Kirch-Firma KF 15 und die Sportrechtetochter Sirius
Im Pokerspiel um die Medienrechte der Fußball-Bundesliga gibt es eine überraschende Wendung. Die Kirch-Firma KF 15 und deren Sportrechtetochter Sirius verzichten auf ein Angebot für die Fernseh- und Internetrechte und geben die Pläne eines unabhängigen Bundesligasenders auf. „Im derzeitigen Markt bei den Kabelnetz- und Telekommunikationsunternehmen gibt es keine ausreichende Zahlungsbereitschaft für einen unabhängigen Bundesligakanal, wie wir ihn bereits 2007 gemeinsam mit der Deutschen Fußball Liga (DFL) geplant hatten. Deshalb haben wir uns gegen ein Angebot für die Medienrechte der Fußball-Bundesliga  entschieden“, sagte Dieter Hahn, Geschäftsführender Gesellschafter der KF 15, 

„In der heutigen äußerst intensiven Wettbewerbssituation wollen sich Kabelnetzbetreiber und Telekommunikationsunternehmen nicht auf eine nicht-exklusive Nutzung eines Bundesligakanals einlassen. Dafür ist der Wettbewerb zu hart geworden. Wenn wir eine ausreichende Zahlungsbereitschaft bei den Unternehmen in unseren Gesprächen gesehen hätte, hätten wir bei der DFL ein Angebot abgegeben.“
In Kreisen der Kabelkonzerne wird die Darstellung Hahns unterstützt. „Wir wollen uns nicht einen Bundesliga-Sender mit der Telekom teilen“, hieß es in Unternehmenskreise. Die Kabelbranche bevorzuge exklusive Rechte wie sie bei der laufenden Ausschreibung vorgesehen seien.
Die Entscheidung auf das Pokerspiel um die Medienrechte und damit auf einen unabhängigen Bundesligasender zu verzichten, hat weitreichende Folgen. KF 15 und Sirius wollen nun den Sportrechtehandel als Geschäftsfeld aufgeben. „Die KF 15 und damit auch Sirius verfolgen keine eigenständige Sportrechtestrategie mehr. Wir ziehen uns aus dem Sportrechtehandel außerhalb der Constantin Medien zurück“, sagte Hahn. Die KF 15 hält 18,65 Prozent der Aktien an Constantin Medien. Hahn, bis zum Ende der Kirch-Gruppe vor zehn Jahren der wichtigste Manager des Medienkonzerns, besitzt persönlich noch ein Aktienpaket von drei Prozent.
Künftig will sich KF 15 nur noch um ihre börsennotierte Tochter Constantin Medien kümmern. „Wir haben seit langem eine alternative Option aufgebaut. In Zukunft wollen wir uns voll auf unsere Beteiligung Constantin Medien konzentrieren“, sagte Hahn. Die in Ismaning bei München ansässige Firma, die vom Schweizer Medienunternehmer Bernhard Burgener geleitet wird, ist sowohl im Film- als auch im Sportgeschäft aktiv. Zu ihr gehört der Filmproduzent Constantin Film und der Sportsender Sport 1 sowie die Sportrechteagentur Team, welche die Champions League und den UEFA-Cup vermarktet. „Die Constantin Medien hat ein sehr großes Sportgeschäft, und wir sehen viele Möglichkeiten, dies weiter zu stärken.“ Als Partner von DFL, Sky und Telekom sei die Gesellschaft, unabhängig vom Ausgang der Bundesligaauktion, ideal positioniert.
Das Ende von Sirius und der Ausstieg aus dem Sportrechtehandel ist für die Deutsche Fußball Liga (DFL) bitter. Denn die Organisation der 36 Profiklubs, welche die Medienrechte vergibt, braucht möglichst viele Bewerber, um die Preise kräftig nach oben zu treiben. Mit dem Ausstieg der Kirch-Firma fällt nun ein mutiger, risikobewusster Spieler aus. Hinzu kommt womöglich ein Verbreitungsproblem. „Ich kann mir nicht mehr vorstellen, dass es eine gemeinsame Auswertung der Medienrechte durch Telekom, Kabel Deutschland und Unitymedia ab der Saison 2013/14 geben wird. Dadurch droht die Reichweite zu sinken“, prognostiziert Hahn. An einen weiteren Preisanstieg für die Medienrechte glaubt er aber fest: „Premium-Inhalte wie die Bundesliga und die Champions League haben nie ein Preisproblem. Daran wird sich auf in Zukunft nichts verändern.“

Sky Telekom „Bieter Schaukampf“ 

Die Deutsche Telekom will dem Bezahlsender Sky einen Teil seiner wichtigen Bundesliga-Rechte abluchsen. Die heißbegehrten Fernsehlizenzen an Deutschlands Topliga werden 2012 wieder versteigert. Die Telekom werde prüfen, die Rechte für die Übertragung der Fußball-Bundesliga über Satelliten zu erwerben, sagte Telekom-Deutschland-Vorstand Niek Jan van Damme.

Jeden Preis wolle er jedoch nicht zahlen. Das Ganze müsse sich rechnen, schränkte er ein. Bislang können die 115.000 Kunden, die das Telekom-Fernsehen über Satellit erhalten, keine Bundesliga-Live-Spiele sehen – die Telekom hat die Lizenzen dafür nicht.

Das ist eine Kampfansage an den Bezahlsender Sky, der die PayTV-Rechte bislang hält und dafür pro Saison eine Viertelmilliarde Euro an den Ligaverband DFL überweist. Der vormals als Premiere bekannte Konzern zählt rund 2,9 Millionen Abonnenten, viele nur wegen der Bundesliga-Live-Spiele.

Jeder zweite Kunde empfängt die Sky-Programme über Satellit. Börsianer reagierten verunsichert: Die im Nebenwerteindex MDax gelisteten Sky-Anteilsscheine fielen um zwei Prozent. Vor einer Woche hatte der Ligaverband DFL angekündigt, bald die Fernsehrechte für drei Spielzeiten ab 2013/14 versteigern zu wollen.

Bei der Telekom hat das eigene TV-Angebot angesichts stetig sinkender Umsätze im klassischen Telefongeschäft höchste Priorität. Eigentlich dient das TV-Angebot der Bonner namens „Entertain“ vor allem dazu, die Bundesbürger von den Vorteilen superschneller Internet-Anschlüsse zu überzeugen. Insbesondere Fernsehsendungen in hoher Bildqualität (HD) benötigen flinke Daten-Übertragungen. Ihr Datennetz hat die Telekom deshalb in den vergangenen Jahren für viel Geld auf den VDSL-Standard aufgerüstet, das bis zu 50 Mbit/s schnell ist – gebaut wurde vor allem in Ballungszentren.

Fernsehfans auf dem platten Land schauten allerdings in die Röhre – die Internet-Verbindungen dort sind schlicht zu langsam. Seit Herbst ist Entertain deshalb auch über Satellit zu empfangen. Der Kniff des neuen Satelliten-Angebots: Die TV-Bilder kommen vom Himmel – für die restlichen Daten wie etwa elektronische Programmführer, die Online abgerufen werden müssen, reicht auch ein langsamer Internet-Anschluss. Der Kundenansturm hält sich allerdings in Grenzen. Ende September hatte die Telekom knapp 1,4 Millionen zahlende Entertain-Zuschauer. Davon haben lediglich 150.000 „Liga total“, das Bundesliga-Paket der Telekom, zusätzlich abonniert.

ProSiebenSat.1 Media AG
Adresse: Medienallee 7
Unterföhring 85774

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Az: W5 KLs 68 Js 3284/13 Der Fall U.Hoeneß: Zuviele offene Fragen! Hoeneß – Kirch – HVB – Adidas – Dreyfus – Schweiz


Die Dokumente zum Hoeneß Prozess

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Eine ordentliche Staatsanwaltschaft legt Revision ein! Aber auch ohne Revision wird es weiter gehen, versprochen! Da gibt es jetzt gutes Material um die Zusammenhänge FCB/Adidas/HVB/Telekom transparent zu machen! Evtl. spielt der Fall Mollath sogar noch eine Rolle, der hat noch ein paar Nummernkonten aus der Schweiz von HVB Kunden…..es bleibt spannend

Respekt für U.Hoeneß?

Ich kann es nicht mehr hören: Respekt wofür? Dafür, dass er sich entschieden hat kein Eigentor zu schießen?! Das wäre im Fußball mal ein ganz neuer Maßstab für einen Fußballspieler, sollte man schnellst möglich an die Bild weitergeben….. Der Kerl ist gut weggekommen, nicht mehr und nicht weniger! 4 Tage Prozessdauer für mind. 30 Mio., noch Fragen? Ich hoffe das dieser ganze Respekt und die Anerkennung, den Zellengenossen so richtig heiß gemacht haben!

Auch ohne Revision wird es weiter gehen, versprochen! Zusammenhänge FCB/Adidas/HVB/Telekom…..es bleibt spannend! Wer mehr erfahren möchte hier ist alles zusammengefasst:

U. Hoeneß und bist du nicht willig so haben wir noch 3 weitere Nummernkonten…

„Return to sender….“

 

  • 1999 Horizont Award in der Kategorie „Unternehmer des Jahres”
  • 2002 Bayerischer Verdienstorden
  • 2006 Bayerischer Sportpreis in der Kategorie „Hochleistungssportler Plus“
  • 2009 „Goldenen Sportpyramide“ und damit Aufnahme in die Hall of Fame des deutschen Sports
  • 2009 Bambi in der Kategorie „Wirtschaft”
  • 2010 Zivilcouragepreis der Stiftung „Bündnis für Kinder“
  • 2010 Querdenker-Award für sein besonderes soziales Engagement
  • 2011 Ehrenpreis der Hamburger Sportgala (für 2010) für sein Lebenswerk und insbesondere für seinen Einsatz bei der Rettung des FC St. Pauli
  • 2012 scherzhafte Verleihung des Status Bayer ehrenhalber mittels „Einbürgerungsurkunde“ durch den bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer
  • 2012 Bayerische Staatsmedaille für soziale Verdienst
#56 - Das bringt mich aus der Schusslinie!

#56 – Das bringt mich aus der Schusslinie! (Photo credit: wildcard communications GmbH)

Auf dem Depotkonto von Hoeneß bei der Privatbank Vontobel hätten sich in den Jahren vor 2008 durchgehend Werte von mehr als 500 Millionen Schweizer Franken befunden. Das gab ein Hinweisgeber über seinen Anwalt bei der Münchner Staatsanwaltschaft an. Nach Informationen des stern (Hinweis im Fall Hoeneß Hunderte Millionen in der Schweiz?
7. August 2013, 11:30 Uhr
)
machte der Hinweisgeber außerdem, bereits in 2010, Angaben zu angeblichen Aktiengeschäften und zu Transaktionen auf Nummernkonten bei drei weiteren Schweizer Banken, die im Fall Hoeneß eine Rolle spielen sollen. Die Vontobel soll zudem nicht die einzige Bank gewesen sein, die in diesem Fall eine Rolle spielt. Der anonyme Hinweisgeber brachte drei weitere Geldhäuser ins Spiel: Danach sollen um das Jahr 2008 herum von 4028BEA erhebliche Summen auf Nummernkonten bei der Großbank Credit Suisse, der Züricher Kantonalbank und dem Bankhaus Julius Bär abgeflossen sein. Von Hoeneß gab es auch hierzu keinen Kommentar. Nach neuen Recherchen zu dem Fußballschatz befanden sich darunter zeitweise für rund 40 Millionen Euro Aktien der Deutschen Telekom AG. Zudem wurden offenbar Wertpapier- und vor allem Devisengeschäfte in zweistelliger Millionenhöhe getätigt. Stern Artikel v. 07.08.2013

Warum spielten diese Informationen in diesem „Schnellprozess“ keine Rolle?

Warum wurden von der Staatsanwaltschaft München nicht schon damals Ermittlungen eingeleitet?

Selbst diverse konkrete Nachfragen des Stern in 2013 führten zu keinen eigenen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft München! Warum kam es erst durch die Selbstanzeige von U.Hoeneß, am 17.01.2013, zu offiziellen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft München?

Hätten die offiziellen Ermittlungen bereits 2010 begonnen, wären rückwirkend bis zum Jahr 2000, eventuelle Straftatbestände, von einem Prozess betroffen!
Hat die Staatsanwaltschaft München aktiv, durch ihre Untätigkeit, die Aufdeckung wesentlicher Straftaten verhindert bzw. Unterlassen?

Hoeneß sagt: Nachdem absehbar gewesen sei, dass ein geplantes Steuerabkommen mit der Schweiz scheitere, das Steuersündern gegen Abschlagszahlung Amnestie versprach, habe er seine Selbstanzeige auf den Weg gebracht. Hoeneß nennt in dem Gespräch auch ein Datum: den 12. Januar 2013, einen Samstag. An diesem Tag habe er die über Monate vorbereitete Selbstanzeige schließlich eingereicht. Damals recherchierte der stern längst im Fall des angeblichen Fußball-Kontos. Am Montagmorgen, dem 14. Januar, konfrontierte der sterndie Bank.
Die Anklageschrift

Darum wird der Prozess auch gerne schnell beendet!? Es wird also, so wie immer, zu keiner Aufklärung kommen? Offensichtlich bleiben die wesentlichen Fragen ohne Antworten!? 40 Millionen Euro Aktien der Deutschen Telekom AG? 3 weitere Konten in der Schweitz? Ungeklärte Geldflüsse? Ein Ministerpräsident der bereits am 15.01.2013 über die Hoeneß Selbstanzeige informiert war?!

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Servus aus Amigo-Land!.

„Das Münchner Machtkartell“

So etwas nennt man Korruption! Servus aus Amigo-Land! FC Bayern München verschleierte Kirch-Millionen!
Die Nachricht schlug ein wie eine Bombe: Der FC Bayern München hat 1999 mit Deutschlands berühmtestem Pleitier Leo Kirch einen Vertrag über insgesamt rund 160 Millionen Mark abgeschlossen. Der Grund: Die Bayern sollten für die Zentralvermarktung der Bundesliga durch den Ismaninger Medienmogul entschädigt werden.

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Der FC Bayern konnte die Kohle indes natürlich gut gebrauchen. Zwar rechtfertigte Hoeneß die Höhe die Summe noch mit dem Verweis auf den in Deutschland gültigen Steuersatz und bemängelte, dass „die Hälfte ohnehin an Herrn Eichel“ geflossen sei, aber das macht die Sache nicht besser. Denn die Hälfte von 40 Millionen sind 20 Millionen. Das ist wiederum exakt die Summe, die ein gewisser Sebastian Deisler im Jahr 2001 von den Bayern als, ähem, „Darlehen“ erhalten hat. Zufällig ist das auch die Summe die angeblich das Schweizer „Hoeneß-Konto“ betrifft.
Leo Kirchs inzwischen insolvente Firma KirchMedia und die Seppels schlossen einen 18-seitigen Vertrag, um die Übertragung der Vermarktungsrechte des FC Bayern zu regeln. Pikant wird die Geschichte, wenn der Blick auf die Gegenleistung gelenkt wird, die von den Bayern zu erbringen war. Einer der möglichen Zentralvermarkter war Leo Kirch, der für vier Jahre das stolze Sümmchen von drei Milliarden Mark geboten hatte. Für den FC Bayern nicht genug. Also bot KirchMedia dem Münchner Vorzeigeklub an, bis einschließlich zur Saison 2004/05 die Summe erstatten, die den Bazis in die Kasse geflossen wäre, wenn sich der Klub selbst vermarktet hätte – schätzungsweise 30 bis 50 Millionen Euro pro Jahr. Im Gegenzug sollten die Bayern nun der Zentralvermarktung zustimmen. Zitat aus dem Vertrag: „Sport-Werbe GmbH und FC Bayern München befürworten eine zentrale Vermarktung der TV-Verwertung der Fußballbundesliga, da eine solche zentrale Vermarktung in der derzeitigen medialen Situation für den Aufbau einer optimierten Verwertung der Bundesligaspiele größere Vorteile erwarten lässt, als sie nur möglicherweise bei einer dezentralen Vermarktung eintreten könnten.“

Geschlossen hatten den Vertrag Bayern-Manager Uli Hoeneß, das heutige AG-Vorstandsmitglied Karl Hopfner, Vize-Präsident Fritz Scherer sowie die Kirch-Manager Dieter Hahn und Stefan Ziffzer.

FC Bayern München verschleierte Kirch-Millionen

Den dubiosen Millionenvertrag mit Kirch hat der FC Bayern München nicht nur der Deutschen Fußball-Liga (DFL) verschwiegen, sondern die Herkunft der Gelder auch in seiner eigenen Bilanz verschleiert. Das berichtet das Hamburger Magazin stern in seiner aktuellen, am Donnerstag erscheinenden Ausgabe. Der Münchner Bundesliga-Club, der von 2000 bis zur Kirch-Pleite im Jahr 2002 insgesamt rund 43 Millionen Mark (21,47 Mio. Euro) von dem Ex-TV-Vermarkter erhielt, verbuchte die Kirch-Gelder im Geschäftsbericht der „FC Bayern Sport-Werbe GmbH“ unter „Sonstige“. Die Bilanz der Firma, die vor dem Übergang in eine Aktiengesellschaft im Jahr 2002 für die Vermarktung des Clubs zuständig war, liegt dem stern vor. So wuchs der Posten „Sonstige“ allein in der Saison 2000/2001 auf 30,44 Millionen Mark (Vorjahr: 573 578 Mark). Ob die gesamte Differenz von Kirch stammte, wollte Bayern-Vorstand Karl Hopfner auf Anfrage des Stern nicht kommentieren. Die „FC Bayern Sport-Werbe GmbH“ machte damals bei knapp 134 Millionen Mark Umsatz einen Vorsteuergewinn von 79,6 Millionen Mark.
Der Spiegel titelte am 24.02.2003:“Das Münchner Machtkartell“ 

Im Streit mit der Deutschen Fußball-Liga (DFL) hat Manager Uli Hoeneß vom FC Bayern München ein Schlichtungs-Angebot unterbreitet. Wenn die DFL auf eine Bestrafung wegen des umstrittenen Geheimvertrags mit der Kirch-Gruppe verzichte, werde der Club einen Millionen-Betrag für bedürftige Kinder im Irak spenden.

Uli Hoeneß kündigte an, der FC Bayern werde sich mit allen rechtlichen Mitteln gegen eine Bestrafung wehren. „Ich glaube nicht, dass wir irgendetwas gemacht haben, das juristisch angreifbar ist“, sagte Hoeneß in einem Interview mit der „Passauer Neue Presse“, „deshalb zahlen wir keine Strafe wegen der Kirch-Verträge.“ Der Manager des deutschen Rekordmeisters räumt zugleich ein, „dass wir eine geringfügige moralische Schuld haben.“

Er habe daher der DFL vorgeschlagen, „dass wir einen Millionen-Betrag für bedürftige Kinder im Irak stiften, wenn sie auf eine Bestrafung verzichtet. Die Aussichten einer solchen Offerte schätzte Hoeneß positiv ein: „Ich kann noch nichts Näheres sagen, doch ich glaube, dass das Angebot angenommen wird.“

Eine Frage, deren Antwort nur ganz Spezielle Gesellschaftskreise interessiert:

Wie transferiere/erhalte ich große Summen Geld an/von bestimmte(n) Personen, ohne das es dafür einen Nachweis gibt?

Ich will hier in aller Kürze aufzeigen, wie Hoeneß mit einem intelligenten Trick unter Zuhilfenahme der internationalen Finanzmärkte z.B. die 20 Mio. Darlehen von Adidas-Chef Dreyfus in eigene „Spekulationsgewinne“ umgewandelt haben könnte. Darüber hinaus, könnte hier natürlich auch eine Erklärung für die enormen Verlustvorträge ( ca. 120Mio. €) vorliegen. Hier wäre es dann natürlich genau umgekehrt wie im folgenden Beispiel.

Die Staasanwaltschaft wundert sich zu Recht, wie Hoeneß aufgrund eines „Devisen-Geschäftes“ plötzlich 20 Mio. Gewinn gemacht haben könnte. Nun, die Sache ist ganz einfach:

A=z.B. „Dreyfus“ will B= z.B. Hoeneß 100 Euro geben, ohne dass es auffällt.

Hintergrund: Korruption, Gefälligkeit, Steuerhinterziehung, Geldwäsche, Schwarzgelder an Spieler, Bestechungsgelder oder sonst was.

Also leiht A dem B das Geld offiziell. Dann kann keiner sagen, B hätte es möglicherweise zu Unrecht erhalten. Denn B muss es ja zurückzahlen.

Wie aber kommt B nun an das Geld, ohne dass es auffällt? Dazu bedient er sich z.B. der so genannten kommunizierenden Röhren der internationalen Derivate-Börsen.

Und so funktionierts:

B stellt an den Derivate-Börsen (Eurex etc, Devisenbörsen, oder auch OTC -Over The Counter, Tafelgeschäft) eine Wette zur Verfügung, die totsicher für A negativ ausgeht und für den Käufer einen Gewinn darstellt.

Beispiel: 

B verkauft für 100 Euro eine Wette, dass der DAX nächste Woche auf 1000 Punkte fällt. (was praktisch ausgeschlossen ist)
Solche Wetten sind zum Beipiel über die Eurex möglich. Natürlich würde niemand auf so ein angebot eingehen. Denn das Geld ist mit Sicherheit verloren. Macht es aber doch jemand, dann ist es für B ein gutes Geschäft, denn er kann den Gewinn sicher einstreichen.

Solche Wetten sind nicht nur bei Aktien, sondern auch in Devisenbereichen möglich. Damit lassen sich problemlos größere Summen von A nach B transferieren, ohne dass Geld überwiesen werden muss.

Wie könnte es nun im Fall Hoeneß gelaufen sein?

Beispiel:

Hoeneß darf laut Vereinbarung eine Option (Wette) verkaufen in Höhe von 20 Mio., dass der DAX auf 1000 Punkte fällt.

Unter normalen Umständen würde niemand eine solche Option kaufen, weil sich mit Sicherheit wertlos ausläuft. Aber da sich Dreyfus und Hoeneß entsprechend vorher verständigt haben, bietet Hoeneß diese Wette auf dem Markt an. Und siehe da: Sie wird tatsächlich von jemanden gekauft. (in diesem Fall von Dreyfus, der ja das Geld absichtlich „verlieren“ will)

Also: Hoeneß verkauft die Wette (Option) / Dreyfus kauft sie.

Ergebnis:
Schwub – landen 20 Mio. auf dem Hoeneß Konto. Die Option verfällt wertlos und der Käufer hat alles verloren.

Im Fall Hoeneß war aber genau das gewollt.

Offiziell sieht es so aus, also ob Hoeneß an den Finanzmärkten einen guten Deal gemacht hat und damit viel Geld gewonnen hat. Damit ist er formell aus dem Schneider. Dabei handelt es sich um eine abgekartete Angelegenheit,

die einzig dem unauffälligem Geldtransfer dient

  • und nur deshalb funktioniert, weil Dreyfus mitspielte.


Warum das Darlehen?

Warum aber braucht Hoeneß nun 20 Mio. um den Deal überhaupt einzufädeln? – Die 20 Mio. dienen einzig als Sicherheit, (Margin) um den Deal überhaupt an den Börsen einfädeln zu können. Wenn man eine Option verkaufen will, braucht man Grundkapital um Risiken abzufedern falls es schief geht.

Im vorliegenden Fall verlief alles wie geplant. Die verkaufte Option von Hoeneß ist wertlos verfallen, Hoeneß konnte sich das Geld einstecken und das Darlehen wieder zurückzahlen.
Es dürfte nur eine Frage der Zeit sein, bis die Staatsanwaltschaft dahinter kommt…

Waren die Dreyfus Zahlungen an Hoeneß wirklich rein Privat?

Aus dem Adidas Geschäftsbericht geht hervor, dass Dreyfus die Ausgabe von Aktienoptionen „…an Mitglieder der Geschäftsleitungsorgane verbundener Unternehmen sowie an weitere Führungskräfte der adidas-Salomon AG und verbundener Unternehmen…“ finanziert hat!
Hier nach zu lesen:

29. Kapitalbeteiligungspläne/Optionspläne

Der Optionsplan wird von zwei Aktionären (Robert Louis Dreyfus und Christian Tourres) finanziert, die die zur Erfüllung der Verpflichtung der Gesellschaft aus dem Optionsplan
benötigten Aktien zur Verfügung stellen. Die Aktien werden zu einem Wert bereitgestellt, der dem Bezugspreis der Optionen entspricht. Der Beitrag der beiden Aktionäre für die Jahre 2000 und 1999 in Höhe von 259.874 € bzw. 4.856.762 € (der sich aus dem Unterschied zwischen dem realisierten Aktienkurs und dem Bezugspreis der ausgeübten Option ergibt) wird unter der Position außerordentliches Ergebnis ausgewiesen; die entsprechenden Aufwendungen in gleicher Höhe sind in den Vertriebs-, Verwaltungs- und allgemeinen Aufwendungen enthalten.

Aktienoptionsprogramm

Die ordentliche Hauptversammlung hat am 20. Mai 1999 ein bedingtes Kapital in Höhe von 3.500.000 € zur Gewährung von Bezugsrechten für auf Inhaber lautende Stückaktien an Mitglieder des Vorstands der adidas-Salomon AG, an Mitglieder
der Geschäftsleitungsorgane verbundener Unternehmen sowie an weitere Führungskräfte der adidas-Salomon AG und verbundener Unternehmen beschlossen.
Im Rahmen des beschlossenen Aktienoptionsprogramms wurde der Vorstand ermächtigt, bis zum 27. August 2004 nicht übertragbare Bezugsrechte für bis zu 1.367.187 auf Inhaber lautende Stückaktien an den oben genannten Personenkreis auszugeben.
http://www.adidas-group.com/de/investorrelations/assets/pdf/annual_reports/gb_2000_gesamt_d.pdf

Ein Kreis der sich hier schließt?

War es wirklich ein Darlehen von R.-L Dreyfus an U.Hoeneß, oder handelt es sich um die im Jahr 2003 aufgedeckten Provisionszahlungen der Kirchgruppe? Damals konnte selbst der Stern den Verbleib bzw. die Verbuchung dieser 21,5 Mio EURO nicht aufklären.
So wollte der Stern im Amtsgericht in München die Handelsregisterakte der FC Bayern Sport-Werbe GmbH einsehen – jener Tochterfirma, an die Kirchs Zahlungen gegangen waren. Doch zur Verblüffung der dortigen Sachbearbeiter ist die gesamte FC-Bayern-Akte, Aktenzeichen HRB 140 475, unauffindbar, auch die Bilanzen waren Anfang der Woche spurlos verschwunden, wenn sie denn jemals hinterlegt waren. Schlamperei vom Amt? Oder haben die Bayern noch mehr zu verbergen, was partout nicht bekannt werden soll? Jedenfalls lässt sich vorerst nicht nachvollziehen, wie die Millionen bilanziert wurden und was es noch für Einnahmen gab. Am Ende wären 97 Millionen Euro geflossen – ein traumhafter Deal für die Münchner.
Warum es durchaus einen Zusammenhang geben könnte?
Robert Louis-Dreyfus (58), Sportrechtehändler, Fußballmäzen und Telefonunternehmer, ehemals Chef des Sportartikelherstellers Adidas-Salomon Quelle dpa

Robert Louis-Dreyfus (58), Sportrechtehändler, Fußballmäzen und Telefonunternehmer, ehemals Chef des Sportartikelherstellers Adidas-Salomon
Quelle dpa

Woher Louis-Dreyfus kam:
Schon vor seinem Engagement bei Adidas hatte der Spross einer schwerreichen Pariser Händlerdynastie mit einigen erfolgreichen Firmensanierungen viel Geld und sich einen Namen gemacht. Anfang der achtziger Jahre versiebenfachte er als Teilhaber und Chef den Wert der New Yorker Marktforschungsgruppe IMS und kassierte bei seinem Ausstieg einige hundert Millionen Mark. Anschließend brachte Louis-Dreyfus – obwohl kein Werber – die renommierte Londoner Agentur Saatchi & Saatchi innerhalb von drei Jahren aus der Krise und zurück in die Gewinnzone. Seit dem Abgang im März 2001 bei Adidas war es still geworden um ihn – bis er zusammen mit Ex-Kaffeekönig Jacobs aus der Kirch-Konkursmasse die Kirch Sport AG kaufte. Seit 1. Januar 2003 heißt die Firma Infront Sports & Media und vermarktet die Bundesliga und die Fußballweltmeisterschaft 2006. Weitere Beteiligungen halten der frühere Ringier-Chef Oscar Frei (10 Prozent) und der frühere Nationalspieler Günter Netzer (1,25 Prozent). Louis-Dreyfus wurde durch seine Beteiligungen an Adidas und Infront zu einem wichtigen Element im sehr eng geknüpften Netzwerk des Fußballs rund um Sepp Blatter und der FIFA.
Robert L. Dreyfus, der Miteigentümer der TV-Rechte an der Fußball-Bundesliga, nahm 2003 die Wahl zum Aufsichtsrat der FC Bayern AG nicht an.
Robert L. Dreyfus war aber als Präsident und Eigentümer des französischen Spitzenclubs Olympique Marseille auch durch einen Prozeß rund um schwarze Kassen und anrüchige Transfers aus dem Zeitraum 1997-1999 in Sachen kein unbeschriebenes Blatt. Insgesamt wurden ihm illegale Zahlungen in Höhe von 22 Millionen EURO nachgewiesen. Dafür wurde er 2006 zu 3 Jahren Haft auf Bewährung und einer Geldstrafe von 375.000 EURO verurteilt.
FC Bayern Sport-Werbe-GmbH-FC Bayern AG-Hoeneß-Kirch-KirchSport AG-Infront-Robert Louis-Dreyfus -Adidas-ISL Marketing AG-Dassler…das Karussel dreht sich!
Die Chronologie
  • 1982 entsteht die International Sport and Leisure (ISL)-“Mutter” war übrigens die Rofa Sport Management AG (Schweizer Vermarktungsgesellschaft; Horst Dassler/Robert Schwan/F. Beckenbauer)
  • 1990 Adidas-Eigentümer ist heillos zerstritten vier Töchter des Firmengründers Adolf („Adi“) Dassler, auf der anderen die beiden Kinder des 1987 im Alter von 51 Jahren verstorbenen Adi-Dassler-Sohnes Horst. Die verheirateten Adi-Dassler-Töchter Inge Bente, Karin Essing, Brigitte Baenkler und Sigrid Dassler-Malms halten je 20 Prozent der Adidas-Aktien. Den Horst-Dassler-Erben Adolphe („Adi“), 26, und Suzanne Dassler-Werle, 27, gehören je zehn Prozent.
  • 1994 Die FC Bayern Sport-Werbe-GmbH wird gegründet.
  • 1995 März Sporis Holding AG, in S a r n e n Neu gehört dem Verwaltungsrat an: Suzanne Dassler Werlé, französische Staatsangehörige, in Luzern.
  • 1997 Im zweiten Quartal führte adidas-Salomon AG einen einmaligen Aktienoptionsplan ein. Der Optionsplan wird von Robert Louis-Dreyfus, für das Jahr 1997 in Höhe von TDM 21.690, finanziert. Der Gewinn aus diesen Optionen beträgt TDM 4.117. Robert Louis-Dreyfus,  Mitglied des Vorstands der adidas-Salomon AG, hat indirekten Einfluß auf den Fußballklub Olympique de Marseille. Robert Louis-Dreyfus ist auch Vorsitzender dieses Klubs. Die Gesellschaft hat mit dem genannten Klub Promotionverträge abgeschlossen.
  • 1997-1999 Robert L. Dreyfus illegale Transferzahlungen und schwarze Kassen bei Olympique Marseille in Höhe von ca. 22 Millionen EURO.
  • 1999 Vertrag der Kirch Fa. Taurus mit dem FCB über 160 Mio.
  • 2000 Adidas-Chef Robert Louis-Dreyfus richtet für U.Hoeness ein Schweizer Konto mit 20 Mio. ein.
  • 2000 März Gründung der Global Interactive Gaming AG Entwicklung und weltweite Vermarktung von Spiel- und Wettsoftware.
  • 2000 Mai ein vierjähriger TV-Vertrag für die Liga mit der KirchGruppe, ausgehandelt durch die DFL TV- Kommission zu der Uli Hoeneß gehörte.
  • 2000 Juli ISMM Investments AG, Luzern Erste Veröffentlichung Die ausserordentliche Generalversammlung vom 9. Mai 2000 hat die Fusion mit der ISMM AG (bisher: Sporis Holding AG), Zug (bisher: Sarnen) gemäss Art. 748 OR beschlossen. Sämtliche Aktiven und das gesamte Fremdkapital sind per 31. Dezember 1999 auf die ISMM AG (bisher: Sporis Holding AG), Zug (bisher: Sarnen) übergegangen.
  • 2000 Dezember aus der Global Interactive Gaming AG wird die KirchSport AG
  • 2001 Mai ISL Marketing AG Konkurseröffnung vom 21.05.2001. Der Konkursrichter des Kantons Zug hat mit Verfügung vom 01.06.2001 über folgende Gesellschaften den Konkurs eröffnet: ISMM AG, ISMM Interactive AG, ISL Worldwide, ISL Marketing AG, ISL (International) AG, alle Grafenauweg 2, 6300 Zug.
  • 2001 September, Adidas gibt Einstieg beim FC Bayern AG bekannt.
  • 2001 im Dezember, die FC Bayern AG wird gegründet.
  • 7. Dezember 2001 Erste Spekulationen über eine feindliche Übernahme der KirchGruppe durch den Medienmogul Rupert Murdoch.
  • 11. Februar 2002 HypoVereinsbank Chef Albrecht Schmidt eilt Leo Kirch zur Hilfe und bietet ihm 1,1 Milliarden Euro.
  • Februar 2002 Rückwirkend zum 01.01.2002 wird die KirchSport AG/Zug CH- gegründet.
  • 24.03.2002 Die Banken bieten Leo Kirchweitere 600 bis 800 Millionen Euro Hilfe, im Gegenzug wollen die Banken sich an dem Kerngeschäft der Gruppe, der KirchMedia, beteiligen.
  • 8. April 2002 Die KirchGruppe reicht beim Münchner Amtsgericht Insolvenzantrag ein. Kirch stellt den Antrag für die KirchMedia, zu der unter anderem der TV-Konzern ProSiebenSAT.1 und der Filmrechtehandel gehören.
  • 2002 Sommer Neuvergabe der Bundesliga-Rechte – an die damals schon insolvente Kirch-Gruppe.
  • 2002 Juli Herbert Hainer, Vorstandsvorsitzender der adidas-Salomon AG, ist auch stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der FC Bayern München AG. Der adidas Konzern hält eine Beteiligung in Höhe von 10% in Höhe von 77 Mio. € (adidas International B.V.-NL, Anschaffungskosten einschließlich der Transaktionskosten) an der FC Bayern München AG und hat zusätzlich mit diesem Klub einen Promotionvertrag abgeschlossen.
  • 10.10.2002 Robert Louis-Dreyfus übernimmt die KirchSport AG/Zug CH….,
  • 2002 Dezember die Infront Holding AG geht aus der Elsworth Holding AG hervor. Zur Holding gehören: Infront Sports & Media AG, HOST BROADCAST SERVICES (HBS) AG, Infront Operations Europe AG, Infront WM AG, Host Broadcast Services, Consulting GmbH, Triventura AG, Jacobs Venture AG. Minderheitsaktionäre sind Martin Steinmeyer und das von Scheich Saleh Kamel kontrollierte Unternehmen Overlook Management BV. Zehn Prozent der Anteile entfallen auf das Infront-Management um den Ex-Fußballstar Günter Netzer und den Chef des Ringier-Verlags, Oscar Frei.
  • 2003 Februar Der „Kirch-Geheimvertrag“ von 1999 fliegt auf. Verdacht von Schmiergeldzahlungen, beim Landgericht München I wird Strafanzeige gegen die Verantwortlichen der FC Bayern AG und der Kirch Media: Uli Hoeneß, das heutige AG-Vorstandsmitglied Karl Hopfner, Vize-Präsident Fritz Scherer sowie die Kirch-Manager Dieter Hahn und Stefan Ziffzer, gestellt.
  • 2004 Der bestehende Kontrakt der DFL mit Infront endet mit Ablauf der aktuellen Saison im Sommer.
  • 2004 Februar Die ProSiebenSat.1 Media AG gehört dem US-Investor Haim Saban bietet der DFL bis zu 650 Millionen Euro für 3 Jahre.
  • 2004 April  Infront bietet 275 Millionen Euro.
  • 2004 August TV-Rechte DFL-Direktvermarktung bringt ca. 300 Millionen EURO (ARD 60 Millionen, DSF 20 Millionen, ZDF 15 Millionen und Premiere 180 Millionen Euro).
  • 2005 Dezember Die DFL hat 233 Einzelpakete  für 2006 bis 2009 ausgeschrieben.
  • 2005 Dezember DFL erhält jährlich 409 Millionen EURO für 2006-2009, Unity Media(Arena) 220 Millionen EURO, ARD, DSF und ZDF
  • 2006 Robert L. Dreyfus wird zu 3 Jahren Haft auf Bewährung und einer Geldstrafe von 375.000 EURO verurteilt.
  • 2006 Juni Adidas Aktiensplit im Verhältnis 1:4.  Geplant sind bis zu 10 % des Grundkapitals als Gegenleistung für den Erwerb von gewerblichen Schutzrechten, wie z.B. Patenten, Marken, namen und Logos von Sportlern, Sportvereinen und sonstigen Dritten oder den Erwerb daran bestehender Lizenzen, auch durch Tochtergesellschaften, anzubieten und zu veräußern.
  • 2006 Die Produktion des Basissignals für die 1. und

    2. Fußball-Bundesliga ab der Spielzeit 2006/2007 hat die DFL Deutsche Fußball Liga GmbH an ihre 100 %ige Tochtergesellschaft Sportcast GmbH vergeben.

  • 2007 Oktober  Im Schnitt 500 Millionen Euro jährlich 2009-2015 hat Kirch-Firma Sirius (Geschäftsführer Dieter Hahn) der DFL zugesagt. EM.Sport Media+Plazamedia werden das Joint Venture „Produktionsfirma“ zwischen Sirius 51% und der DFL 49% unterstützen.
  • 2008 Juli Kartellamt verbietet Zentralvermarktung der Bundesliga mit Kirch.
  • 2008 September Die DFL hat den vom Kartellamt beanstandeten Vertrag mit der Kirch-Agentur Sirius gekündigt.
  • 2008 November DFL erhält jährlich 2009-2013 durchschnittlich 412 Mio. EUR (Premiere 225-275 Mio. EUR,
Der Gläubiger-Ausschuss der KirchMedia habe für den Verkauf an das Management um Netzer gestimmt, teilten Insolvenzverwaltung und Geschäftsführung am Donnerstag in München mit. Der Kaufpreis liege im dreistelligen Millionen-Bereich, sagte KirchMedia-Geschäftsführer Hans-Joachim Ziems. Unbestätigten früheren Presseberichten zufolge soll die Gruppe um Netzer 300 Millionen Euro geboten haben.
Günther Netzer leitete die Schweizer KirchMedia-Tochter KirchSport AG, bei der die Sportrechte offiziell liegen. Sie war rechtzeitig vor der Insolvenz der KirchMedia ausgegründet worden und ist im Gegensatz zu ihrer Muttergesellschaft nicht zahlungsunfähig. Netzer wird finanziell von dem französischen Großinvestor und früheren Adidas-Chef Robert Louis-Dreyfus unterstützt.
Wenn Netzer und Partner tatsächlich 300 Millionen bezahlt haben, könnten sie ein Schnäppchen gemacht haben. Nach einer Studie der Unternehmensberatung Roland Berger ist die KirchSport fast 600 Millionen Euro wert. Netzer hatte indes betont, der tatsächliche Wert liege niedriger – viele der bilanzierten Werte seien übertrieben.
Der Rechte Preis Einnahmen aus den Bundesliga Übertragungsrechten 1996-2004 in Mio. EURO

Der Rechte Preis
Einnahmen aus den Bundesliga Übertragungsrechten 1996-2004 in Mio. EURO

Erstaunlich ist auch, dass Netzer offenbar gegen Kirch selbst antrat – jenen Mann, der ihn noch vor kurzem als Chef der KirchSport eingesetzt hatte. Ähnlich mysteriös: Invision, angeblich Kirchs Vehikel für den Bieter-Streit, soll früher zur Holding des Metro-Gründers Otto Beisheim gehört haben, der schon früherere Kirch-Geschäfte unterstützt haben soll.

Was machte die FC Bayern Sport-Werbe-GmbH?

Im November 1996 konnte man das ungefähr so beschreiben: Die FC Bayern Sport-Werbe GmbH ist quasi das ausführende Organ des Marketingkundigen Bayern-Managers Uli Hoeneß. Sie fungiert gleichzeitig als Groß- und Einzelhandelsunternehmen. Das heißt: Sie beliefert sowohl Fans als auch Wiederverkäufer wie die Kaufhof-Kette und die Fachgeschäfte der Zusammenschlüsse „Intersport“ und „Sport-2000“. Ein Dienstleistungsvertrag mit der Quelle AG, Fürth, hat weniger die Generierung zusätzlichen Umsatzes als vielmehr die Entlastung des Warenlagers zum Ziel. Quelle beliefert die Kunden, deren Bestellmengen die Raumkapazität des mittelständischen Unternehmens sprengen würden.

Presseerklärung des FC Bayern München AG
Stellungnahme zu Veröffentlichungen im Stern
05.03.2003  Die Zeitschrift „Stern“ veröffentlicht in ihrer morgigen Ausgabe vom 6.3.2003, und kündigt dies in einer Vorab-Pressemitteilung heute an, einen Artikel mit dem Arbeitstitel „FC Bayern München verschleiert Kirch-Millionen“
Dazu nimmt die FC Bayern München AG wie folgt Stellung:
Der Geschäftsbericht der „FC Bayern Sportwerbe GmbH“ zum 30.6.2001 liegt dem Stern offensichtlich vor. Es handelt sich hierbei um den Bericht des Wirtschaftsprüfers, der den Jahresabschluß der „FC Bayern Sportwerbe GmbH“ testiert hat. Wie der „Stern“ an diesen umfassenden Bericht kam, der dem Finanzamt, den Banken und der Deutschen Fußball Liga (DFL) vorliegt, ist uns nicht bekannt, wäre aber auf offiziellem Weg nicht möglich gewesen.
Zum Inhalt des Geschäftsberichtes ist grundsätzlich zu erklären:
Nach handelsrechtlichen Vorgaben wäre es überhaupt nicht notwendig gewesen, die Position „Umsatzerlöse“ weiter aufzugliedern. Die hier erfolgte Aufgliederung stellte eine freiwillige Information der „FC Bayern Sportwerbe GmbH“ an die bestimmungsgemäßen Empfänger wie z.B. das Finanzamt, die Banken, die DFL und den Gesellschafter dar.
Der Wirtschaftsprüfer hat genau dies in seinem Bericht dargestellt. Hierbei hat er – wie oben erwähnt und nicht einmal gesetzlich vorgeschrieben – u.a. die Gesamtumsatz-Erlöse in bestimmte Gruppen aufgegliedert, eine Position davon sind „Sonstige Erlöse“.
Von einer „Verschleierung“ der FC Bayern Sportwerbe GmbH zu sprechen ist daher abwegig und unseriös.

Die FC Bayern Sport-Werbe GmbH war die Keimzelle der FC Bayern AG!

Die Verwandlung passierte still und leise: Seit dem 21. Dezember 2001 führt das Handelsregister des Amtsgerichts München den Clubweltmeister FC Bayern als Aktiengesellschaft unter der Nummer HRB 140475. Die Vorstände der neuen AG sind Karl-Heinz Rummenigge (Vorsitzender), Uli Hoeneß und Karl Hopfner. Im Aufsichtsrat sitzen Franz Beckenbauer (Vorsitz), Fritz Scherer (Stellvertreter) und der Rechtsanwalt Eckhart Müller-Heydenreich. Die AG entstand durch „formwechselnde Umwandlung“ der FC Bayern Sport-Werbe GmbH und notiert mit einem Stammkapital von 21,5 Millionen Euro.

Die Lizenzspielerabteilung und der Amateur- und Frauenfußball sollen bereits am 14. Februar bei der nächsten Mitgliederversammlung in die Aktiengesellschaft eingegliedert werden. Dazu bedarf es einer Zweidrittelmehrheit der Stimmberechtigten.

Sommer 2002 die Neuvergabe der Bundesliga-Rechte – an die damals schon insolvente Kirch-Gruppe. Als Konkurrent war der Münchner Filmhändler Herbert Kloiber angetreten, der die Rechte an die ARD weiterverkaufen wollte. Kloiber machte das höhere Angebot. Doch die DFL-Manager und deren Aufsichtsrat stimmten für den Pleite-Konzern. Die Senderechte liegen zurzeit bei der schweizerischen Firma Infront, die von Kirchs Insolvenz-Managern das Sportrechtegeschäft erst vor wenigen Wochen erwarb. Hinter Infront stehen der ehemalige Adidas-Sanierer und FC-Bayern-Verwaltungsbeirat Robert Louis-Dreyfus, Kaffee-Erbe Christian Jacobs und als Aushängeschild Ex-Kicker Günter Netzer. Infront – beziehungsweise dessen Ableger, die Buli GmbH – muss für die Saison 2003/2004 der Bundesliga 290 Millionen Euro überweisen.

Karlheinz Rummenigge, Vorstandsvorsitzender des FC Bayern: „Meine Aussagen jetzt so zu interpretieren, dass ich Lobbyarbeit für Kirch betrieben habe, ist absurd. Ich hatte und habe nie eine persönliche Vereinbarung mit ihm und seinen Firmen getroffen. Nochmals: Ich war kein Lobbyist für Kirch.“

Die „Sport-Bild“ berichtete am Mittwoch, dass die Kirch-Gruppe angeblich 152 Beraterverträge mit Personen geschlossen habe, die mit dem Fußball in Deutschland zu tun haben. Rummenigge beteuerte im „stern“, anders als Bayern-Präsident Franz Beckenbauer niemals eine persönliche Vereinbarung mit einer Kirch-Firma getroffen zu haben: „Ich war kein Lobbyist für Kirch.“

Freuten sich über die Kirch-Millionen: Manager Uli Hoeneß (v.l.), Präsident Franz Beckenbauer und der Vorstandsvorsitzenden der FC Bayern München AG, Karl-Heinz Rummenigge © dpa

Manager Uli Hoeneß saß in der TV- Kommission, die im Mai 2000 einen vierjährigen TV-Vertrag für die Liga mit der KirchGruppe ausgehandelt hatte. Zum Zeitpunkt der Gespräche der Kommission sei der FC Bayern bereits den Geheimvertrag mit der KirchGruppe eingegangen.

2003

Rummenigge rechnete mit der DFL ab (dpa)
„Wir möchten mit dieser DFL nichts mehr zu tun haben“, erklärte Rummenigge am Sonntag, einen Tag nach dem Vergleich mit der DFL in der Kirch- Affäre, im Deutschen Sportfernsehen (DSF) und kündigte gleichzeitig den Rückzug des Branchenführers aus allen Verbandsgremien an.

2003

„Dümmer kann man eine Presseerklärung nicht formulieren“, entgegnete Beckenbauer. „Einem Uli Hoeneß moralische Verwerflichkeit vorzuwerfen, ist der größte Witz“, so Rummenigge.

2006

„Die Bezeichnung des Vorstands der Deutschen Fußball Liga (DFL) als ‚Kommission Rummenigge‘ empfinde ich als große Beleidigung der DFL und als Diskreditierung“, sagte der Vorstandsvorsitzende von Bayern München in einem Interview mit dem „kicker“. Sollte sich der Eintracht-Boss nicht „in aller Form entschuldigen“, werde er eine Klage prüfen.

„Wenn sich diese Haltung des Herrn Bruchhagen in der Bundesliga durchsetzt, werden wir konkret erwägen, ob wir weiterhin so zur Zentralvermarktung stehen. Wir lassen uns nicht beleidigen, weil wir auf wahnsinnig viel Geld verzichten. Diese Zeiten gehören der Vergangenheit an. Herr Bruchhagen hat da eine Lawine losgetreten, die er besser nicht losgetreten hätte“, sagte der Münchner Vorstandschef. „Wenn wir morgen zu Herrn Kofler von Premiere gehen und er den FC Bayern exklusiv live übertragen kann, dann sind unsere TV-Einnahmen drei, vier Mal so hoch, sie liegen dann bei 75 bis 100 Millionen Euro.“

Hoeneß – Kirch – Adidas – Dreyfus: Ein Kreis, der sich schließt!


Servus aus Amigo-Land!.

„Das Münchner Machtkartell“

So etwas nennt man Korruption! Servus aus Amigo-Land! FC Bayern München verschleierte Kirch-Millionen!
Die Nachricht schlug ein wie eine Bombe: Der FC Bayern München hat 1999 mit Deutschlands berühmtestem Pleitier Leo Kirch einen Vertrag über insgesamt rund 160 Millionen Mark abgeschlossen. Der Grund: Die Bayern sollten für die Zentralvermarktung der Bundesliga durch den Ismaninger Medienmogul entschädigt werden.

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Der FC Bayern konnte die Kohle indes natürlich gut gebrauchen. Zwar rechtfertigte Hoeneß die Höhe die Summe noch mit dem Verweis auf den in Deutschland gültigen Steuersatz und bemängelte, dass „die Hälfte ohnehin an Herrn Eichel“ geflossen sei, aber das macht die Sache nicht besser. Denn die Hälfte von 40 Millionen sind 20 Millionen. Das ist wiederum exakt die Summe, die ein gewisser Sebastian Deisler im Jahr 2001 von den Bayern als, ähem, „Darlehen“ erhalten hat. Zufällig ist das auch die Summe die angeblich das Schweizer „Hoeneß-Konto“ betrifft.
Leo Kirchs inzwischen insolvente Firma KirchMedia und die Seppels schlossen einen 18-seitigen Vertrag, um die Übertragung der Vermarktungsrechte des FC Bayern zu regeln. Pikant wird die Geschichte, wenn der Blick auf die Gegenleistung gelenkt wird, die von den Bayern zu erbringen war. Einer der möglichen Zentralvermarkter war Leo Kirch, der für vier Jahre das stolze Sümmchen von drei Milliarden Mark geboten hatte. Für den FC Bayern nicht genug. Also bot KirchMedia dem Münchner Vorzeigeklub an, bis einschließlich zur Saison 2004/05 die Summe erstatten, die den Bazis in die Kasse geflossen wäre, wenn sich der Klub selbst vermarktet hätte – schätzungsweise 30 bis 50 Millionen Euro pro Jahr. Im Gegenzug sollten die Bayern nun der Zentralvermarktung zustimmen. Zitat aus dem Vertrag: „Sport-Werbe GmbH und FC Bayern München befürworten eine zentrale Vermarktung der TV-Verwertung der Fußballbundesliga, da eine solche zentrale Vermarktung in der derzeitigen medialen Situation für den Aufbau einer optimierten Verwertung der Bundesligaspiele größere Vorteile erwarten lässt, als sie nur möglicherweise bei einer dezentralen Vermarktung eintreten könnten.“

Geschlossen hatten den Vertrag Bayern-Manager Uli Hoeneß, das heutige AG-Vorstandsmitglied Karl Hopfner, Vize-Präsident Fritz Scherer sowie die Kirch-Manager Dieter Hahn und Stefan Ziffzer.

FC Bayern München verschleierte Kirch-Millionen

Den dubiosen Millionenvertrag mit Kirch hat der FC Bayern München nicht nur der Deutschen Fußball-Liga (DFL) verschwiegen, sondern die Herkunft der Gelder auch in seiner eigenen Bilanz verschleiert. Das berichtet das Hamburger Magazin stern in seiner aktuellen, am Donnerstag erscheinenden Ausgabe. Der Münchner Bundesliga-Club, der von 2000 bis zur Kirch-Pleite im Jahr 2002 insgesamt rund 43 Millionen Mark (21,47 Mio. Euro) von dem Ex-TV-Vermarkter erhielt, verbuchte die Kirch-Gelder im Geschäftsbericht der „FC Bayern Sport-Werbe GmbH“ unter „Sonstige“. Die Bilanz der Firma, die vor dem Übergang in eine Aktiengesellschaft im Jahr 2002 für die Vermarktung des Clubs zuständig war, liegt dem stern vor. So wuchs der Posten „Sonstige“ allein in der Saison 2000/2001 auf 30,44 Millionen Mark (Vorjahr: 573 578 Mark). Ob die gesamte Differenz von Kirch stammte, wollte Bayern-Vorstand Karl Hopfner auf Anfrage des Stern nicht kommentieren. Die „FC Bayern Sport-Werbe GmbH“ machte damals bei knapp 134 Millionen Mark Umsatz einen Vorsteuergewinn von 79,6 Millionen Mark.
Der Spiegel titelte am 24.02.2003:“Das Münchner Machtkartell“ 

Im Streit mit der Deutschen Fußball-Liga (DFL) hat Manager Uli Hoeneß vom FC Bayern München ein Schlichtungs-Angebot unterbreitet. Wenn die DFL auf eine Bestrafung wegen des umstrittenen Geheimvertrags mit der Kirch-Gruppe verzichte, werde der Club einen Millionen-Betrag für bedürftige Kinder im Irak spenden.

Uli Hoeneß kündigte an, der FC Bayern werde sich mit allen rechtlichen Mitteln gegen eine Bestrafung wehren. „Ich glaube nicht, dass wir irgendetwas gemacht haben, das juristisch angreifbar ist“, sagte Hoeneß in einem Interview mit der „Passauer Neue Presse“, „deshalb zahlen wir keine Strafe wegen der Kirch-Verträge.“ Der Manager des deutschen Rekordmeisters räumt zugleich ein, „dass wir eine geringfügige moralische Schuld haben.“

Er habe daher der DFL vorgeschlagen, „dass wir einen Millionen-Betrag für bedürftige Kinder im Irak stiften, wenn sie auf eine Bestrafung verzichtet. Die Aussichten einer solchen Offerte schätzte Hoeneß positiv ein: „Ich kann noch nichts Näheres sagen, doch ich glaube, dass das Angebot angenommen wird.“

Eine Frage, deren Antwort nur ganz Spezielle Gesellschaftskreise interessiert:

Wie transferiere/erhalte ich große Summen Geld an/von bestimmte(n) Personen, ohne das es dafür einen Nachweis gibt?

Ich will hier in aller Kürze aufzeigen, wie Hoeneß mit einem intelligenten Trick unter Zuhilfenahme der internationalen Finanzmärkte z.B. die 20 Mio. Darlehen von Adidas-Chef Dreyfus in eigene „Spekulationsgewinne“ umgewandelt haben könnte. Darüber hinaus, könnte hier natürlich auch eine Erklärung für die enormen Verlustvorträge ( ca. 120Mio. €) vorliegen. Hier wäre es dann natürlich genau umgekehrt wie im folgenden Beispiel.

Die Staasanwaltschaft wundert sich zu Recht, wie Hoeneß aufgrund eines „Devisen-Geschäftes“ plötzlich 20 Mio. Gewinn gemacht haben könnte. Nun, die Sache ist ganz einfach:

A=z.B. „Dreyfus“ will B= z.B. Hoeneß 100 Euro geben, ohne dass es auffällt.

Hintergrund: Korruption, Gefälligkeit, Steuerhinterziehung, Geldwäsche, Schwarzgelder an Spieler, Bestechungsgelder oder sonst was.

Also leiht A dem B das Geld offiziell. Dann kann keiner sagen, B hätte es möglicherweise zu Unrecht erhalten. Denn B muss es ja zurückzahlen.

Wie aber kommt B nun an das Geld, ohne dass es auffällt? Dazu bedient er sich z.B. der so genannten kommunizierenden Röhren der internationalen Derivate-Börsen.

Und so funktionierts:

B stellt an den Derivate-Börsen (Eurex etc, Devisenbörsen, oder auch OTC -Over The Counter, Tafelgeschäft) eine Wette zur Verfügung, die totsicher für A negativ ausgeht und für den Käufer einen Gewinn darstellt.

Beispiel: 

B verkauft für 100 Euro eine Wette, dass der DAX nächste Woche auf 1000 Punkte fällt. (was praktisch ausgeschlossen ist)
Solche Wetten sind zum Beipiel über die Eurex möglich. Natürlich würde niemand auf so ein angebot eingehen. Denn das Geld ist mit Sicherheit verloren. Macht es aber doch jemand, dann ist es für B ein gutes Geschäft, denn er kann den Gewinn sicher einstreichen.

Solche Wetten sind nicht nur bei Aktien, sondern auch in Devisenbereichen möglich. Damit lassen sich problemlos größere Summen von A nach B transferieren, ohne dass Geld überwiesen werden muss.

Wie könnte es nun im Fall Hoeneß gelaufen sein?

Beispiel:

Hoeneß darf laut Vereinbarung eine Option (Wette) verkaufen in Höhe von 20 Mio., dass der DAX auf 1000 Punkte fällt.

Unter normalen Umständen würde niemand eine solche Option kaufen, weil sich mit Sicherheit wertlos ausläuft. Aber da sich Dreyfus und Hoeneß entsprechend vorher verständigt haben, bietet Hoeneß diese Wette auf dem Markt an. Und siehe da: Sie wird tatsächlich von jemanden gekauft. (in diesem Fall von Dreyfus, der ja das Geld absichtlich „verlieren“ will)

Also: Hoeneß verkauft die Wette (Option) / Dreyfus kauft sie.

Ergebnis:
Schwub – landen 20 Mio. auf dem Hoeneß Konto. Die Option verfällt wertlos und der Käufer hat alles verloren.

Im Fall Hoeneß war aber genau das gewollt.

Offiziell sieht es so aus, also ob Hoeneß an den Finanzmärkten einen guten Deal gemacht hat und damit viel Geld gewonnen hat. Damit ist er formell aus dem Schneider. Dabei handelt es sich um eine abgekartete Angelegenheit,

die einzig dem unauffälligem Geldtransfer dient

  • und nur deshalb funktioniert, weil Dreyfus mitspielte.


Warum das Darlehen?

Warum aber braucht Hoeneß nun 20 Mio. um den Deal überhaupt einzufädeln? – Die 20 Mio. dienen einzig als Sicherheit, (Margin) um den Deal überhaupt an den Börsen einfädeln zu können. Wenn man eine Option verkaufen will, braucht man Grundkapital um Risiken abzufedern falls es schief geht.

Im vorliegenden Fall verlief alles wie geplant. Die verkaufte Option von Hoeneß ist wertlos verfallen, Hoeneß konnte sich das Geld einstecken und das Darlehen wieder zurückzahlen.
Es dürfte nur eine Frage der Zeit sein, bis die Staatsanwaltschaft dahinter kommt…

Waren die Dreyfus Zahlungen an Hoeneß wirklich rein Privat?

Aus dem Adidas Geschäftsbericht geht hervor, dass Dreyfus die Ausgabe von Aktienoptionen „…an Mitglieder der Geschäftsleitungsorgane verbundener Unternehmen sowie an weitere Führungskräfte der adidas-Salomon AG und verbundener Unternehmen…“ finanziert hat!
Hier nach zu lesen:

29. Kapitalbeteiligungspläne/Optionspläne

Der Optionsplan wird von zwei Aktionären (Robert Louis Dreyfus und Christian Tourres) finanziert, die die zur Erfüllung der Verpflichtung der Gesellschaft aus dem Optionsplan
benötigten Aktien zur Verfügung stellen. Die Aktien werden zu einem Wert bereitgestellt, der dem Bezugspreis der Optionen entspricht. Der Beitrag der beiden Aktionäre für die Jahre 2000 und 1999 in Höhe von 259.874 € bzw. 4.856.762 € (der sich aus dem Unterschied zwischen dem realisierten Aktienkurs und dem Bezugspreis der ausgeübten Option ergibt) wird unter der Position außerordentliches Ergebnis ausgewiesen; die entsprechenden Aufwendungen in gleicher Höhe sind in den Vertriebs-, Verwaltungs- und allgemeinen Aufwendungen enthalten.

Aktienoptionsprogramm

Die ordentliche Hauptversammlung hat am 20. Mai 1999 ein bedingtes Kapital in Höhe von 3.500.000 € zur Gewährung von Bezugsrechten für auf Inhaber lautende Stückaktien an Mitglieder des Vorstands der adidas-Salomon AG, an Mitglieder
der Geschäftsleitungsorgane verbundener Unternehmen sowie an weitere Führungskräfte der adidas-Salomon AG und verbundener Unternehmen beschlossen.
Im Rahmen des beschlossenen Aktienoptionsprogramms wurde der Vorstand ermächtigt, bis zum 27. August 2004 nicht übertragbare Bezugsrechte für bis zu 1.367.187 auf Inhaber lautende Stückaktien an den oben genannten Personenkreis auszugeben.
http://www.adidas-group.com/de/investorrelations/assets/pdf/annual_reports/gb_2000_gesamt_d.pdf

Ein Kreis der sich hier schließt?

War es wirklich ein Darlehen von R.-L Dreyfus an U.Hoeneß, oder handelt es sich um die im Jahr 2003 aufgedeckten Provisionszahlungen der Kirchgruppe? Damals konnte selbst der Stern den Verbleib bzw. die Verbuchung dieser 21,5 Mio EURO nicht aufklären.
So wollte der Stern im Amtsgericht in München die Handelsregisterakte der FC Bayern Sport-Werbe GmbH einsehen – jener Tochterfirma, an die Kirchs Zahlungen gegangen waren. Doch zur Verblüffung der dortigen Sachbearbeiter ist die gesamte FC-Bayern-Akte, Aktenzeichen HRB 140 475, unauffindbar, auch die Bilanzen waren Anfang der Woche spurlos verschwunden, wenn sie denn jemals hinterlegt waren. Schlamperei vom Amt? Oder haben die Bayern noch mehr zu verbergen, was partout nicht bekannt werden soll? Jedenfalls lässt sich vorerst nicht nachvollziehen, wie die Millionen bilanziert wurden und was es noch für Einnahmen gab. Am Ende wären 97 Millionen Euro geflossen – ein traumhafter Deal für die Münchner.
Warum es durchaus einen Zusammenhang geben könnte?
Robert Louis-Dreyfus (58), Sportrechtehändler, Fußballmäzen und Telefonunternehmer, ehemals Chef des Sportartikelherstellers Adidas-Salomon Quelle dpa

Robert Louis-Dreyfus (58), Sportrechtehändler, Fußballmäzen und Telefonunternehmer, ehemals Chef des Sportartikelherstellers Adidas-Salomon
Quelle dpa

Woher Louis-Dreyfus kam:
Schon vor seinem Engagement bei Adidas hatte der Spross einer schwerreichen Pariser Händlerdynastie mit einigen erfolgreichen Firmensanierungen viel Geld und sich einen Namen gemacht. Anfang der achtziger Jahre versiebenfachte er als Teilhaber und Chef den Wert der New Yorker Marktforschungsgruppe IMS und kassierte bei seinem Ausstieg einige hundert Millionen Mark. Anschließend brachte Louis-Dreyfus – obwohl kein Werber – die renommierte Londoner Agentur Saatchi & Saatchi innerhalb von drei Jahren aus der Krise und zurück in die Gewinnzone. Seit dem Abgang im März 2001 bei Adidas war es still geworden um ihn – bis er zusammen mit Ex-Kaffeekönig Jacobs aus der Kirch-Konkursmasse die Kirch Sport AG kaufte. Seit 1. Januar 2003 heißt die Firma Infront Sports & Media und vermarktet die Bundesliga und die Fußballweltmeisterschaft 2006. Weitere Beteiligungen halten der frühere Ringier-Chef Oscar Frei (10 Prozent) und der frühere Nationalspieler Günter Netzer (1,25 Prozent). Louis-Dreyfus wurde durch seine Beteiligungen an Adidas und Infront zu einem wichtigen Element im sehr eng geknüpften Netzwerk des Fußballs rund um Sepp Blatter und der FIFA.
Robert L. Dreyfus, der Miteigentümer der TV-Rechte an der Fußball-Bundesliga, nahm 2003 die Wahl zum Aufsichtsrat der FC Bayern AG nicht an.
Robert L. Dreyfus war aber als Präsident und Eigentümer des französischen Spitzenclubs Olympique Marseille auch durch einen Prozeß rund um schwarze Kassen und anrüchige Transfers aus dem Zeitraum 1997-1999 in Sachen kein unbeschriebenes Blatt. Insgesamt wurden ihm illegale Zahlungen in Höhe von 22 Millionen EURO nachgewiesen. Dafür wurde er 2006 zu 3 Jahren Haft auf Bewährung und einer Geldstrafe von 375.000 EURO verurteilt.
FC Bayern Sport-Werbe-GmbH-FC Bayern AG-Hoeneß-Kirch-KirchSport AG-Infront-Robert Louis-Dreyfus -Adidas-ISL Marketing AG-Dassler…das Karussel dreht sich!
Die Chronologie
  • 1982 entsteht die International Sport and Leisure (ISL)-“Mutter” war übrigens die Rofa Sport Management AG (Schweizer Vermarktungsgesellschaft; Horst Dassler/Robert Schwan/F. Beckenbauer)
  • 1990 Adidas-Eigentümer ist heillos zerstritten vier Töchter des Firmengründers Adolf („Adi“) Dassler, auf der anderen die beiden Kinder des 1987 im Alter von 51 Jahren verstorbenen Adi-Dassler-Sohnes Horst. Die verheirateten Adi-Dassler-Töchter Inge Bente, Karin Essing, Brigitte Baenkler und Sigrid Dassler-Malms halten je 20 Prozent der Adidas-Aktien. Den Horst-Dassler-Erben Adolphe („Adi“), 26, und Suzanne Dassler-Werle, 27, gehören je zehn Prozent.
  • 1994 Die FC Bayern Sport-Werbe-GmbH wird gegründet.
  • 1995 März Sporis Holding AG, in S a r n e n Neu gehört dem Verwaltungsrat an: Suzanne Dassler Werlé, französische Staatsangehörige, in Luzern.
  • 1997 Im zweiten Quartal führte adidas-Salomon AG einen einmaligen Aktienoptionsplan ein. Der Optionsplan wird von Robert Louis-Dreyfus, für das Jahr 1997 in Höhe von TDM 21.690, finanziert. Der Gewinn aus diesen Optionen beträgt TDM 4.117. Robert Louis-Dreyfus,  Mitglied des Vorstands der adidas-Salomon AG, hat indirekten Einfluß auf den Fußballklub Olympique de Marseille. Robert Louis-Dreyfus ist auch Vorsitzender dieses Klubs. Die Gesellschaft hat mit dem genannten Klub Promotionverträge abgeschlossen.
  • 1997-1999 Robert L. Dreyfus illegale Transferzahlungen und schwarze Kassen bei Olympique Marseille in Höhe von ca. 22 Millionen EURO.
  • 1999 Vertrag der Kirch Fa. Taurus mit dem FCB über 160 Mio.
  • 2000 Adidas-Chef Robert Louis-Dreyfus richtet für U.Hoeness ein Schweizer Konto mit 20 Mio. ein.
  • 2000 März Gründung der Global Interactive Gaming AG Entwicklung und weltweite Vermarktung von Spiel- und Wettsoftware.
  • 2000 Mai ein vierjähriger TV-Vertrag für die Liga mit der KirchGruppe, ausgehandelt durch die DFL TV- Kommission zu der Uli Hoeneß gehörte.
  • 2000 Juli ISMM Investments AG, Luzern Erste Veröffentlichung Die ausserordentliche Generalversammlung vom 9. Mai 2000 hat die Fusion mit der ISMM AG (bisher: Sporis Holding AG), Zug (bisher: Sarnen) gemäss Art. 748 OR beschlossen. Sämtliche Aktiven und das gesamte Fremdkapital sind per 31. Dezember 1999 auf die ISMM AG (bisher: Sporis Holding AG), Zug (bisher: Sarnen) übergegangen.
  • 2000 Dezember aus der Global Interactive Gaming AG wird die KirchSport AG
  • 2001 Mai ISL Marketing AG Konkurseröffnung vom 21.05.2001. Der Konkursrichter des Kantons Zug hat mit Verfügung vom 01.06.2001 über folgende Gesellschaften den Konkurs eröffnet: ISMM AG, ISMM Interactive AG, ISL Worldwide, ISL Marketing AG, ISL (International) AG, alle Grafenauweg 2, 6300 Zug.
  • 2001 September, Adidas gibt Einstieg beim FC Bayern AG bekannt.
  • 2001 im Dezember, die FC Bayern AG wird gegründet.
  • 7. Dezember 2001 Erste Spekulationen über eine feindliche Übernahme der KirchGruppe durch den Medienmogul Rupert Murdoch.
  • 11. Februar 2002 HypoVereinsbank Chef Albrecht Schmidt eilt Leo Kirch zur Hilfe und bietet ihm 1,1 Milliarden Euro.
  • Februar 2002 Rückwirkend zum 01.01.2002 wird die KirchSport AG/Zug CH- gegründet.
  • 24.03.2002 Die Banken bieten Leo Kirchweitere 600 bis 800 Millionen Euro Hilfe, im Gegenzug wollen die Banken sich an dem Kerngeschäft der Gruppe, der KirchMedia, beteiligen.
  • 8. April 2002 Die KirchGruppe reicht beim Münchner Amtsgericht Insolvenzantrag ein. Kirch stellt den Antrag für die KirchMedia, zu der unter anderem der TV-Konzern ProSiebenSAT.1 und der Filmrechtehandel gehören.
  • 2002 Sommer Neuvergabe der Bundesliga-Rechte – an die damals schon insolvente Kirch-Gruppe.
  • 2002 Juli Herbert Hainer, Vorstandsvorsitzender der adidas-Salomon AG, ist auch stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der FC Bayern München AG. Der adidas Konzern hält eine Beteiligung in Höhe von 10% in Höhe von 77 Mio. € (adidas International B.V.-NL, Anschaffungskosten einschließlich der Transaktionskosten) an der FC Bayern München AG und hat zusätzlich mit diesem Klub einen Promotionvertrag abgeschlossen.
  • 10.10.2002 Robert Louis-Dreyfus übernimmt die KirchSport AG/Zug CH….,
  • 2002 Dezember die Infront Holding AG geht aus der Elsworth Holding AG hervor. Zur Holding gehören: Infront Sports & Media AG, HOST BROADCAST SERVICES (HBS) AG, Infront Operations Europe AG, Infront WM AG, Host Broadcast Services, Consulting GmbH, Triventura AG, Jacobs Venture AG. Minderheitsaktionäre sind Martin Steinmeyer und das von Scheich Saleh Kamel kontrollierte Unternehmen Overlook Management BV. Zehn Prozent der Anteile entfallen auf das Infront-Management um den Ex-Fußballstar Günter Netzer und den Chef des Ringier-Verlags, Oscar Frei.
  • 2003 Februar Der „Kirch-Geheimvertrag“ von 1999 fliegt auf. Verdacht von Schmiergeldzahlungen, beim Landgericht München I wird Strafanzeige gegen die Verantwortlichen der FC Bayern AG und der Kirch Media: Uli Hoeneß, das heutige AG-Vorstandsmitglied Karl Hopfner, Vize-Präsident Fritz Scherer sowie die Kirch-Manager Dieter Hahn und Stefan Ziffzer, gestellt.
  • 2004 Der bestehende Kontrakt der DFL mit Infront endet mit Ablauf der aktuellen Saison im Sommer.
  • 2004 Februar Die ProSiebenSat.1 Media AG gehört dem US-Investor Haim Saban bietet der DFL bis zu 650 Millionen Euro für 3 Jahre.
  • 2004 April  Infront bietet 275 Millionen Euro.
  • 2004 August TV-Rechte DFL-Direktvermarktung bringt ca. 300 Millionen EURO (ARD 60 Millionen, DSF 20 Millionen, ZDF 15 Millionen und Premiere 180 Millionen Euro).
  • 2005 Dezember Die DFL hat 233 Einzelpakete  für 2006 bis 2009 ausgeschrieben.
  • 2005 Dezember DFL erhält jährlich 409 Millionen EURO für 2006-2009, Unity Media(Arena) 220 Millionen EURO, ARD, DSF und ZDF
  • 2006 Robert L. Dreyfus wird zu 3 Jahren Haft auf Bewährung und einer Geldstrafe von 375.000 EURO verurteilt.
  • 2006 Juni Adidas Aktiensplit im Verhältnis 1:4.  Geplant sind bis zu 10 % des Grundkapitals als Gegenleistung für den Erwerb von gewerblichen Schutzrechten, wie z.B. Patenten, Marken, namen und Logos von Sportlern, Sportvereinen und sonstigen Dritten oder den Erwerb daran bestehender Lizenzen, auch durch Tochtergesellschaften, anzubieten und zu veräußern.
  • 2006 Die Produktion des Basissignals für die 1. und

    2. Fußball-Bundesliga ab der Spielzeit 2006/2007 hat die DFL Deutsche Fußball Liga GmbH an ihre 100 %ige Tochtergesellschaft Sportcast GmbH vergeben.

  • 2007 Oktober  Im Schnitt 500 Millionen Euro jährlich 2009-2015 hat Kirch-Firma Sirius (Geschäftsführer Dieter Hahn) der DFL zugesagt. EM.Sport Media+Plazamedia werden das Joint Venture „Produktionsfirma“ zwischen Sirius 51% und der DFL 49% unterstützen.
  • 2008 Juli Kartellamt verbietet Zentralvermarktung der Bundesliga mit Kirch.
  • 2008 September Die DFL hat den vom Kartellamt beanstandeten Vertrag mit der Kirch-Agentur Sirius gekündigt.
  • 2008 November DFL erhält jährlich 2009-2013 durchschnittlich 412 Mio. EUR (Premiere 225-275 Mio. EUR,
Der Gläubiger-Ausschuss der KirchMedia habe für den Verkauf an das Management um Netzer gestimmt, teilten Insolvenzverwaltung und Geschäftsführung am Donnerstag in München mit. Der Kaufpreis liege im dreistelligen Millionen-Bereich, sagte KirchMedia-Geschäftsführer Hans-Joachim Ziems. Unbestätigten früheren Presseberichten zufolge soll die Gruppe um Netzer 300 Millionen Euro geboten haben.
Günther Netzer leitete die Schweizer KirchMedia-Tochter KirchSport AG, bei der die Sportrechte offiziell liegen. Sie war rechtzeitig vor der Insolvenz der KirchMedia ausgegründet worden und ist im Gegensatz zu ihrer Muttergesellschaft nicht zahlungsunfähig. Netzer wird finanziell von dem französischen Großinvestor und früheren Adidas-Chef Robert Louis-Dreyfus unterstützt.
Wenn Netzer und Partner tatsächlich 300 Millionen bezahlt haben, könnten sie ein Schnäppchen gemacht haben. Nach einer Studie der Unternehmensberatung Roland Berger ist die KirchSport fast 600 Millionen Euro wert. Netzer hatte indes betont, der tatsächliche Wert liege niedriger – viele der bilanzierten Werte seien übertrieben.
Der Rechte Preis Einnahmen aus den Bundesliga Übertragungsrechten 1996-2004 in Mio. EURO

Der Rechte Preis
Einnahmen aus den Bundesliga Übertragungsrechten 1996-2004 in Mio. EURO

Erstaunlich ist auch, dass Netzer offenbar gegen Kirch selbst antrat – jenen Mann, der ihn noch vor kurzem als Chef der KirchSport eingesetzt hatte. Ähnlich mysteriös: Invision, angeblich Kirchs Vehikel für den Bieter-Streit, soll früher zur Holding des Metro-Gründers Otto Beisheim gehört haben, der schon früherere Kirch-Geschäfte unterstützt haben soll.

Was machte die FC Bayern Sport-Werbe-GmbH?

Im November 1996 konnte man das ungefähr so beschreiben: Die FC Bayern Sport-Werbe GmbH ist quasi das ausführende Organ des Marketingkundigen Bayern-Managers Uli Hoeneß. Sie fungiert gleichzeitig als Groß- und Einzelhandelsunternehmen. Das heißt: Sie beliefert sowohl Fans als auch Wiederverkäufer wie die Kaufhof-Kette und die Fachgeschäfte der Zusammenschlüsse „Intersport“ und „Sport-2000“. Ein Dienstleistungsvertrag mit der Quelle AG, Fürth, hat weniger die Generierung zusätzlichen Umsatzes als vielmehr die Entlastung des Warenlagers zum Ziel. Quelle beliefert die Kunden, deren Bestellmengen die Raumkapazität des mittelständischen Unternehmens sprengen würden.

Presseerklärung des FC Bayern München AG
Stellungnahme zu Veröffentlichungen im Stern
05.03.2003  Die Zeitschrift „Stern“ veröffentlicht in ihrer morgigen Ausgabe vom 6.3.2003, und kündigt dies in einer Vorab-Pressemitteilung heute an, einen Artikel mit dem Arbeitstitel „FC Bayern München verschleiert Kirch-Millionen“
Dazu nimmt die FC Bayern München AG wie folgt Stellung:
Der Geschäftsbericht der „FC Bayern Sportwerbe GmbH“ zum 30.6.2001 liegt dem Stern offensichtlich vor. Es handelt sich hierbei um den Bericht des Wirtschaftsprüfers, der den Jahresabschluß der „FC Bayern Sportwerbe GmbH“ testiert hat. Wie der „Stern“ an diesen umfassenden Bericht kam, der dem Finanzamt, den Banken und der Deutschen Fußball Liga (DFL) vorliegt, ist uns nicht bekannt, wäre aber auf offiziellem Weg nicht möglich gewesen.
Zum Inhalt des Geschäftsberichtes ist grundsätzlich zu erklären:
Nach handelsrechtlichen Vorgaben wäre es überhaupt nicht notwendig gewesen, die Position „Umsatzerlöse“ weiter aufzugliedern. Die hier erfolgte Aufgliederung stellte eine freiwillige Information der „FC Bayern Sportwerbe GmbH“ an die bestimmungsgemäßen Empfänger wie z.B. das Finanzamt, die Banken, die DFL und den Gesellschafter dar.
Der Wirtschaftsprüfer hat genau dies in seinem Bericht dargestellt. Hierbei hat er – wie oben erwähnt und nicht einmal gesetzlich vorgeschrieben – u.a. die Gesamtumsatz-Erlöse in bestimmte Gruppen aufgegliedert, eine Position davon sind „Sonstige Erlöse“.
Von einer „Verschleierung“ der FC Bayern Sportwerbe GmbH zu sprechen ist daher abwegig und unseriös.

Die FC Bayern Sport-Werbe GmbH war die Keimzelle der FC Bayern AG!

Die Verwandlung passierte still und leise: Seit dem 21. Dezember 2001 führt das Handelsregister des Amtsgerichts München den Clubweltmeister FC Bayern als Aktiengesellschaft unter der Nummer HRB 140475. Die Vorstände der neuen AG sind Karl-Heinz Rummenigge (Vorsitzender), Uli Hoeneß und Karl Hopfner. Im Aufsichtsrat sitzen Franz Beckenbauer (Vorsitz), Fritz Scherer (Stellvertreter) und der Rechtsanwalt Eckhart Müller-Heydenreich. Die AG entstand durch „formwechselnde Umwandlung“ der FC Bayern Sport-Werbe GmbH und notiert mit einem Stammkapital von 21,5 Millionen Euro.

Die Lizenzspielerabteilung und der Amateur- und Frauenfußball sollen bereits am 14. Februar bei der nächsten Mitgliederversammlung in die Aktiengesellschaft eingegliedert werden. Dazu bedarf es einer Zweidrittelmehrheit der Stimmberechtigten.

Sommer 2002 die Neuvergabe der Bundesliga-Rechte – an die damals schon insolvente Kirch-Gruppe. Als Konkurrent war der Münchner Filmhändler Herbert Kloiber angetreten, der die Rechte an die ARD weiterverkaufen wollte. Kloiber machte das höhere Angebot. Doch die DFL-Manager und deren Aufsichtsrat stimmten für den Pleite-Konzern. Die Senderechte liegen zurzeit bei der schweizerischen Firma Infront, die von Kirchs Insolvenz-Managern das Sportrechtegeschäft erst vor wenigen Wochen erwarb. Hinter Infront stehen der ehemalige Adidas-Sanierer und FC-Bayern-Verwaltungsbeirat Robert Louis-Dreyfus, Kaffee-Erbe Christian Jacobs und als Aushängeschild Ex-Kicker Günter Netzer. Infront – beziehungsweise dessen Ableger, die Buli GmbH – muss für die Saison 2003/2004 der Bundesliga 290 Millionen Euro überweisen.

Karlheinz Rummenigge, Vorstandsvorsitzender des FC Bayern: „Meine Aussagen jetzt so zu interpretieren, dass ich Lobbyarbeit für Kirch betrieben habe, ist absurd. Ich hatte und habe nie eine persönliche Vereinbarung mit ihm und seinen Firmen getroffen. Nochmals: Ich war kein Lobbyist für Kirch.“

Die „Sport-Bild“ berichtete am Mittwoch, dass die Kirch-Gruppe angeblich 152 Beraterverträge mit Personen geschlossen habe, die mit dem Fußball in Deutschland zu tun haben. Rummenigge beteuerte im „stern“, anders als Bayern-Präsident Franz Beckenbauer niemals eine persönliche Vereinbarung mit einer Kirch-Firma getroffen zu haben: „Ich war kein Lobbyist für Kirch.“

Freuten sich über die Kirch-Millionen: Manager Uli Hoeneß (v.l.), Präsident Franz Beckenbauer und der Vorstandsvorsitzenden der FC Bayern München AG, Karl-Heinz Rummenigge © dpa

Manager Uli Hoeneß saß in der TV- Kommission, die im Mai 2000 einen vierjährigen TV-Vertrag für die Liga mit der KirchGruppe ausgehandelt hatte. Zum Zeitpunkt der Gespräche der Kommission sei der FC Bayern bereits den Geheimvertrag mit der KirchGruppe eingegangen.

2003

Rummenigge rechnete mit der DFL ab (dpa)
„Wir möchten mit dieser DFL nichts mehr zu tun haben“, erklärte Rummenigge am Sonntag, einen Tag nach dem Vergleich mit der DFL in der Kirch- Affäre, im Deutschen Sportfernsehen (DSF) und kündigte gleichzeitig den Rückzug des Branchenführers aus allen Verbandsgremien an.

2003

„Dümmer kann man eine Presseerklärung nicht formulieren“, entgegnete Beckenbauer. „Einem Uli Hoeneß moralische Verwerflichkeit vorzuwerfen, ist der größte Witz“, so Rummenigge.

2006

„Die Bezeichnung des Vorstands der Deutschen Fußball Liga (DFL) als ‚Kommission Rummenigge‘ empfinde ich als große Beleidigung der DFL und als Diskreditierung“, sagte der Vorstandsvorsitzende von Bayern München in einem Interview mit dem „kicker“. Sollte sich der Eintracht-Boss nicht „in aller Form entschuldigen“, werde er eine Klage prüfen.

„Wenn sich diese Haltung des Herrn Bruchhagen in der Bundesliga durchsetzt, werden wir konkret erwägen, ob wir weiterhin so zur Zentralvermarktung stehen. Wir lassen uns nicht beleidigen, weil wir auf wahnsinnig viel Geld verzichten. Diese Zeiten gehören der Vergangenheit an. Herr Bruchhagen hat da eine Lawine losgetreten, die er besser nicht losgetreten hätte“, sagte der Münchner Vorstandschef. „Wenn wir morgen zu Herrn Kofler von Premiere gehen und er den FC Bayern exklusiv live übertragen kann, dann sind unsere TV-Einnahmen drei, vier Mal so hoch, sie liegen dann bei 75 bis 100 Millionen Euro.“

SCHWEIZ, HVB, MOLLATH, HOENEß, SCHLÖTTERER, FRANZ BECKENBAUER UND 5 BAYERISCHE FINANZMINISTER – EINE LÄNGERE CHRONOLOGIE


Diese Chronologie ist aus dem dokZentrum Couragierte Recherchen und Reportagen http://www.ansTageslicht.de.

Ich habe diese Recherche hier abgebildet, weil ich leider nur durch Zufall diese Seite gefunden habe. Stöbert man in dem dort vorhandenen Fundus „DEUTSCHER GESCHICHTE“, werden einem, entweder die Zusammenhänge zu Themen wie „Steuerhinterziehung“, „Bayern“, „Banken und die Schweiz“, „Hoeneß“, „Mollath“ und anderen Geschehnissen deutlich oder es wird einem einfach nur noch schlecht!

Vor allem verliert man den Glauben an einen Staat, in dem diese Dinge tatsächlich genau so passieren! 

Einen kleinen Vorgeschmack auf die Inhalte der nachfolgenden Recherche-Links schon einmal vorab: Die Originale der Gründungsdokumente aus Liechtenstein wo die Schwarzgeld- und Parteispenden der CDU versteckt wurden, die Zaunkönig-Stiftung.

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Und wer die Zusammenhänge nicht findet, dem gebe ich gerne einen kurzen Überblick.

Die SchweizLiechtensteinBayern

DAVID GEGEN GOLIATH:
DR. ERICH DIEFENBACHER GEGEN DAS SCHWEIZER BANKENKARTELL

Das System Liechtenstein ist eng mit dem System Schweiz verbunden. In Vaduz sind nur die (virtuellen) Briefkästen und Stiftungen registriert. Das Geld, das auf diese Weise versteckt werden soll, liegt auf Schweizer Konten – das kleine Fürstentum und die Eidgenossen praktizieren seit jeher eine Währungsunion. Alle Schweizer Banken leben und profitieren von diesem System: je mehr Steuerhinterzieher nach Liechtenstein gehen, umso größer auch der zu verwaltende Geldbestand. SCHMID, ChristianGroßindustrieller und Benito Mussolini Freund, der in Mailand eine sehr erfolgreiche Fabrikation von Luxus-Textilien betrieb, dort aber nie Steuern zahlen wollte und deswegen im Jahre 1936 eine Familienstiftung namens „Chrisanus“ in Vaduz im liechtensteinischen Fürstentum eintragen ließ. Auf seine Initiative geht die Erfindung des schweizerisch-liechtensteinischen Kapital-Asyls zurück, dass von Erich Diefenbacher als das Christian-Schmid System der Steuerhinterziehung und Geldwäsche bezeichnet wurde.

ABC DER TELEKOM-SPITZEL UND DER BESPITZELTEN

Das Jahr 2008 ist nicht nur das Jahr, in dem Detlef TIEGEL als Whistleblower über die Praktiken seines Call-Centers öffentlich Alarm schlägt, sondern auch das Jahr, in dem mehrere andere Skandale und Affären ans Tageslicht geraten, in denen es um illegale Weitergabe von Informationen und Daten bis hin zum gezielten Abhören oder Mitlesen von emails geht: bei der Deutschen Telekom AG, bei der Deutschen Bahn AG – Unternehmen, an denen der Staat (durch den Bund) immer noch relevante Mehrheits(aktien)anteile hält.

Steuerfahnder, die sich dagegen wehrenMollath

In Hessen wurde durch die dortigen Fahnder der Finanzverwaltung die Schwarzgeld- und Parteispendenaffäre der CDU aufgedeckt.  Allerdings wären diese Dinge ohne Zivilcourage niemals an die Öffentlichkeit gekommen. Die Beamten wurden gemobbt, versetzt, degradiert oder sie wurden,  im Alter zwischen 35 und 45 Jahren, auf Lebenszeit für “dienstunfähig“erklärt. Der eine leide z.B. “diagnostisch an einer erheblichen Anpassungsstörung“, beim anderen sei eine “paranoid-querulatorische Entwicklung“ eingetreten, was auf eine“chronisch verfestigte psychische Erkrankung“ hinauslaufe.
Der Nervenarzt Dr. med Thomas HOLZMANN erklärte die meisten für den Rest ihres Lebens für „dienstunfähig“. Das Verwaltungsgericht Frankfurt wird dem diagnostizierenden Gutachter, Dr. med. Thomas HOLZMANN, ein halbes Jahr später bescheinigen, dass er bei der Untersuchung der 34 Steuerfahnder „seine ärztlichen Berufspflichten verletzt“ und ‚Gefälligkeitsgutachten‘ abgegeben habe. Der Psychiater muss 12.000 € Geldbuße zahlen (Az: 21 K 1220/09.GI.B).

Gustl Mollath, eine unglaubliche Geschichte oder: wie es einer Bank mit Regierungsbeteiligung fast gelungen wäre, Schwarzgeldverschiebungen zu vertuschen und einen Kritiker ohne Lobby über den Missbrauch forensischer Psychiatrie und fachlicher Gutachten mundtot zu machen.

BeckenbauerZumwinkelTelekomHoeneß

DR. WILHELM SCHLOETTERER PENSIONIERTER MINISTERIALRAT, MÜNCHEN

Wer sich in Bayern mit „Kaiser Franz“ anlegt – gemeint: Franz Beckenbauer – , der legt sich auch schnell mit dessen politischen Freunden an. Und wer in den 60iger Jahren gegen Friedrich Jahn, den Chef des damaligen Brathendl-Konzerns „Wienerwald“ vorgegangen war, weil der – ebenso wie Beckenbauer – klar gegen das Steuerrecht verstoßen, konkret: illegale Steuertricks praktiziert hatte, der macht sich ebenfalls schnell deren politischen Freunde zum Feind. Inzwischen hat sich Franz-Josef Strauss eingeschaltet, der auf einer Parteiveranstaltung öffentlich fordert, Schlötterer für „geisteskrank“ zu erklären.

SCHLÖTTERER, FRANZ BECKENBAUER UND 5 BAYERISCHE FINANZMINISTER – EINE LÄNGERE CHRONOLOGIE

Franz Josef STRAUSS (seit 1961 Parteivorsitzender der CSU in Bayern), der 1962 im Zusammenhang mit der so genannten SPIEGEL-Affäre als Bundesverteidigungsminister zurücktreten musste, landet 1966 erneut erfolgreich in Bonn: dieses mal als Bundesfinanzminister.

1968 tritt der 29jährige Dr. jur. Wilhelm SCHLÖTTERER nach seiner erfolgreichen Promotion eine Stelle als Assessor am Finanzamt Lindau (Bayern) an und wird zum Beamten vereidigt. Ein halbes Jahr später wechselt er zur Oberfinanzdirektion München. Kurz darauf wird er ans Finanzamt München-Nord versetzt. Sein beruflicher Aufstieg ist seinen Leistungen und seinem Engagement geschuldet, weshalb er wiederum kurze Zeit später zum Bayerischen Staatsministerium der Finanzen, Referat für Entschädigung nationalsozialistischen Unrechts, Rückerstattung und Nachlassvermögen versetzt wird. Dort ist er zuständig für die Entschädigungsfragen aus der Zeit des so genannten Dritten Reichs.

1972 wird Ludwig HUBER Bayerischer Finanzminister (nicht zu verwechseln mit Erwin HUBER, der 2008 unter Günther BECKSTEIN CSU-Chef wird). Ein Jahr darauf wechselt SCHLÖTTERER nach Bonn und arbeitet dort als Vertreter des Finanzministeriums in der Bayerischen Landesvertretung. 1975 tritt SCHLÖTTERER in die CSU ein, die ganz Bayern regiert. Im selben Jahr wird er nach München zurückberufen und auf Betreiben vonMinisterialdirektor Lothar MÜLLER in die Steuerabteilung (Referat Abgabenordnung, Erlass und Stundung von Steuern, Steuerfahndung, Außensteuergesetz, Doppelbesteuerungsabkommen und Steuerberatungsrecht samt Aufsicht über die beiden Steuerberaterkammern) versetzt.

Wie sich später rausstellen wird, für SCHLÖTTERER die „heikelste Schaltstelle im Freistaat Bayern“. MÜLLER ist ein altgedienter „Spezi“ und enger Wegbegleiter von Franz Josef STRAUSS. Und er ist ein guter Bekannter von „Kaiser Franz“: Franz BECKENBAUER vom FC Bayern.

„Kaiser Franz“
und
Bayerisches
Finanz-Ministerium

– im Jahre
1976

„Kaiser Franz“ zählt zu den Lieblingen der Republik. Im Jahr 1976 ist er 31 Jahre alt, auf dem (ersten) Höhepunkt seiner Karriere, verdient gutes Geld – beim Fussballclub, aber auch mit vielen Werbeverträgen und öffentlichen Auftritten. Er hat zusammen mit seinem Partner Robert SCHWAN seit 1966 eine gemeinsame Firma, die vor allem den Namen „BECKENBAUER“ vermarktet.
„Die Steuer – auch mein Problem. Es muss zwar sein, dass man einen Teil seines Einkommens an den Staat abführt – aber gleich so viel?“ – wird BECKENBAUER sehr viele Jahre später – im Jahre 1998 – in seinem Buch „Ich. Wie es wirklich war“ fragen und auch gleich seine Antwort als Rechtfertigung dafür liefern, was sich 30 Jahre vorher, Mitte der 70er Jahre, zugetragen hat.
BECKENBAUER hat offenbar einen teuren, aber schlechten Steuerberater, der ihm einen trickreichen Weg in die Schweiz weist, wie er das deutsche Finanzamt weitgehenst umgehen kann. Name und Adresse erhält BECKENBAUER, wie er selbst schreibt, von einem Staatssekretär aus dem bayerischen Finanzministerium. Die Steuerspar-Konstruktion – Fa. Beckenbauer/Schwan in der Schweiz, die Einnahmen dann teilweise an den „Kaiser“ nach Deutschland überweist, auf dass der „Kaiser“ nicht am Hungertuch nagen muss – stellt sich wenig später als unvereinbar mit den deutschen Steuergesetzen heraus. BECKENBAUER ist, wie er schreibt, erst „ungläubig, dann entsetzt“. „Schließlich hatten wir den Tip ja nun wirklich aus erster Hand.“ Und: „Hatte uns nicht der Minister auf einem Fest in Grünwald jovial zugewunken? Hatte er nicht über einige Tische hinweg gerufen: ‚Franz, wenn was ist, nur melden …‘?“
Es hilft alles nichts: eine routinemäßige Steuerprüfung ist normal, BECKENBAUER legt auch Widerspruch ein.Die Informationen über die Steuerprüfung und deren Ergebnisse laufen natürlich auch im Bayerischen Finanzministerium auf. Sie landen u.a. auch auf dem Schreibtisch von SCHLÖTTERER bzw. in dessen Referat „Abgabenordnung, Erlass und Stundung von Steuern, Steuerfahndung, Außensteuergesetz etc.“. Für SCHLÖTTERER ein quasi normaler Fall, denn vor dem Gesetz sind alle gleich: normale Steuerbürger und „Kaiser“. So steht es nicht nur im Grundgesetz, sondern auch in der Bayerischen Verfassung. Dass der deutsche (Steuer)Bürger BECKENBAUER mit Firmensitz in der Schweiz von Ministerialdirektor MÜLLER persönlich immer wieder ins Finanzministerium eingeladen wird statt die notwendigen Ermittlungen in Sachen Steuerfahndung voranzutreiben, findet MÜLLERS Untergebener SCHLÖTTERER für nicht in Ordnung.
Erst recht nicht, als er von MÜLLER erfährt, dass Finanzminister HUBER selbst BECKENBAUER behilflich war. Und noch weniger leuchtet ihm MÜLLERS Anweisung ein, das Strafverfahren gegen BECKENBAUER einzustellen.
Zwar ist es SCHLÖTTERER inzwischen gewohnt, dass seine Arbeit immer dann behindert wird, wenn es um Steuerfälle von solchen Bürgern geht, die eine gewisse mentale wie parteiliche Nähe zu Franz Josef STRAUSS aufweisen, und insbesondere auch dann, wenn diese vom STRAUSS-Intimus Rechtsanwalt DANNECKER vertreten werden, aber Verfassung bleibt Verfassung. Nach der ist jeder vor dem Gesetz, auch den Steuergesetzen, gleich
19.10.1976 Im Büro von SCHLÖTTERERS Vorgesetztem, Lothar MÜLLER, findet ein Gespräch mit SCHLÖTTERER und seinem Kollegen Kurt MIEHLER statt, in dem SCHLÖTTERER und MIEHLER Bedenken wegen des geplanten Rauswurfs des Bundesrechnungshofes (BRH) äußern.
MÜLLER ärgert sich darüber, dass der BRH drei Monate vorher seine Entscheidungen in mehreren Steuerfällen kritisiert hat – u.a. auch in Sachen BECKENBAUER. MÜLLER will dem Bundesrechnungshof im Freistaat Bayern sozusagen ein ‚Hausverbot‘ erteilen.
SCHLÖTTERER und sein Kollege halten das für nicht legitim.
MÜLLER schickt die beiden zum Warten ins sein Vorzimmer, greift dann zum Telefon und ruft STRAUSS an. Der bestärkt ihn in seinem Vorhaben, den Kontrolleuren des Bundesrechnungshofs nicht mehr den Zutritt auf Bayerischen Boden zu gestatten
22.10.1976 Das Hausverbot wird erteilt: schriftlich durch MÜLLER. Die Prüfer des BRH können ab sofort nicht mehr in Bayern agieren – kritische Nachforschungen sowie die Wahrnehmung von Controllingaufgaben sind damit unmöglich geworden
November 1976 Der pensionierte Vorsteher des Finanzamts München-Nord, Dr. Felix ETTMAYR, erneuert im SPIEGEL Vorwürfe gegen MÜLLER, wie er sie Jahre zuvor schon mehrfach intern geäußert hatte: MÜLLER habe dem „Wienerwald“-Chef Friedrich JAHN Steuerschulden erlassen. JAHN ist auch mit STRAUSS „befreundet“ (siehe dazu die Chronologie Wienerwald, Politik und Steuern: Chronologie eines mutigen Finanzamtsvorstehers“.
Finanzminister HUBER äußert sich im Landtag zu den Fragen der Abgeordneten im Fall „Wienerwald“, weist aber alle Vorwürfe gegen MÜLLER als unbegründet zurück.
HUBER ist inzwischen amtsmüde – er will auf den Posten des Präsidenten der Bayerischen Landesbank wechseln. Den kann er aber nur mit Zustimmung von Franz Josef STRAUSS bekommen. Da darf man nicht dessen Freunde und Spezln verärgern
kurz danach MÜLLER wird mit Hilfe von STRAUSS und gegen den Willen HUBERS zum Amtschef der Steuerabteilung im Finanzministerium berufen. Allerdings muss er sich diese Position (noch) mit einem Kollegen (Konrad MAYER) teilen
Januar 1977 Durch einen kleinen Trick SCHLÖTTERERS unterschreibt MÜLLER unwissentlich eine Vorlage zur Eröffnung eines Steuerstrafverfahrens gegen BECKENBAUER
24.01.1977 Auf Veranlassung von SCHLÖTTERER wird eine Hausdurchsuchung bei BECKENBAUER durchgeführt. Die bleibt allerdings ergebnislos. BECKENBAUER wurde wahrscheinlich aus dem bayerischen Finanzministerium vorgewarnt
27.01.1977 SCHLÖTTERER wird von MÜLLER mit sofortiger Wirkung als Leiter seines Referats abgelöst. Ab sofort soll er das Organisationsreferat übernehmen. Als Grund für die Versetzung gibt MÜLLER an, dass SCHLÖTTERER bei drei großen Fällen, den Brüdern SACHS, Karl BÖHM und BECKENBAUER, kein „taktisches Geschick“ und kein „Fingerspitzengefühl“ bewiesen habe, solche Fälle „geräuschlos abzuwickeln“ und „totzumachen“.
SCHLÖTTERER aber vermutet, dass seine konsequente Haltung im Fall BECKENBAUER der Auslöser für seine Versetzung ist
28.01.1977 SCHLÖTTERER wendet sich wegen der Versetzung an Finanzminister HUBER. Dieser unternimmt nichts. Der über MÜLLER stehende Staatssekretär Albert MEYER, CSU, allerdings stoppt die Ablösung
31.01.1977 Die BILD-Zeitung titelt auf Seite 1:
„Beckenbauer: Der Tag, an dem die Steuer kam“.
Im Bericht selbst heißt es dann weiter: „München-Grünwald. Villenviertel. Rühmann wohnt hier, Fuchsberger, Köhnlechner. Und Kaiser Franz Beckenbauer. Montagmorgen. Frühstückszeit. Die Haushälterin druckst verlegen: ‚Herr Beckenabuer, drei Herren steh’n draußen. Von der Steuer san’s …“.
BECKENBAUER weiß, wer der Presse einen Tipp gegeben hat, wie er Jahre später schreiben wird: jemand aus seinem Bekanntenkreis.
Ergebnis des Verfahrens, auch wenn bei der Durchsuchung nichts Neues gefunden wurde: BECKENBAUER wird 1,8 Millionen DM an Steuern nachbezahlen
26.05.1977 Bayern hat einen neuen Finanzminister: Max STREIBL. Er wird SCHLÖTTERERS 2. Finanzminister sein. Der Vorgänger HUBER ist erfolgreich bei der Bayerischen Landesbank gelandet
10.08.1977 SCHLÖTTERER erfährt, dass MÜLLER erneut seine Versetzung plant und bittet den neuen Finanzminister STREIBL um ein Gespräch. Thema MÜLLER und seine Beteiligung an Steuerhinterziehungen.
STREIBL befindet sich gerade im Urlaub, ordnet aber von dort an, dass SCHLÖTTERER von MÜLLER selbst zu seinen Vorwürfen vernommen werden soll
11.08.1977 SCHLÖTTERER wird im Beisein von Personalchef Dieter PAULI von MÜLLER zehn Stunden lang zu seinen Vorwürfen gegen ihn, MÜLLER, vernommen. SCHLÖTTERER muss sich bei diesem ‚Gespräch’ vieles von MÜLLER anhören:

  • „Ich werfe Sie raus!“
  • „Ich leite ein Disziplinarverfahren gegen Sie ein!“
  • „Sie gehören nicht in ein Ministerium!“
  • „Wenn es nach mir ginge, würde ich Sie in die Wüste schicken.“

Das Protokoll der Sitzung soll SCHLÖTTERER ungelesen unterschreiben. Er weigert sich

25.08.1977 In einem persönlichen Gespräch zwischen STREIBL und SCHLÖTTERER versichert STREIBL, die von SCHLÖTTERER erhobenen Vorwürfe durch den Bayerischen Obersten Rechnungshof (ORH) prüfen zu lassen, was er auch wirklich veranlasst. SCHLÖTTERER muss allerdings die Steuerabteilung für den Zeitraum der Untersuchung verlassen, MÜLLER darf im Amt bleiben und wird zudem ein paar Tage später von STREIBL als alleiniger Amtschef eingesetzt
05.09.1977 SCHLÖTTERER verfasst ein 57-seitiges Schreiben an STREIBL, in dem er seine Vorwürfe gegen MÜLLER noch einmal darlegt
06.09.1977
SCHLÖTTERER schreibt einen Brief an alle drei Fraktionsvorsitzenden (CSU, SPD, FDP) im Bayerischen Landtag. Er macht auf das Hausverbot für den Bundesrechnungshof (BRH) aufmerksam und moniert die „Amtsführung“ MÜLLERS – der habe einigen großen Steuerschuldnern gegenüber zu große Nachsicht walten lassen. SCHLÖTTERER befürchtet, dass die Voraussetzungen für eine ausgewogene Prüfung der Steuerfälle durch den Obersten Rechnungshof in Bayern (ORH) nicht gegeben sind
am nächsten Tag STREIBL entbindet SCHLÖTTERER von seinem bisherigen Referat und weist ihm das Referat Verteidigungslasten zu – SCHLÖTTERER ist damit von den bisherigen Aufgaben Steuererlass und Steuerfahndung entbunden
08.09.1977 Die Abendzeitung titelt:

Auch die Süddeutsche Zeitung berichtet:

08.09.1977 SCHLÖTTERER schreibt daraufhin ein zweites Mal an die Parteien im Landtag – er beruft sich auf sein Petitionsrecht. Franz Josef STRAUSS persönlich stecke hinter diesem „Hausverbot“ – er habe mit MÜLLER telefoniert.
Auch empfindet SCHLÖTTERER seine Versetzung als Sanktionsmaßnahme. MÜLLER habe ihn versetzen wollen, weil er sich „einer in bestimmten Fällen einseitigen Sachbehandlung entgegengestellt“ habe. Artikel 86 des bayerischen Beamtengesetzes bestimme, dass der Dienstherr seine Beamten bei ihren „amtlichen Tätigkeiten“ zu schützen habe. Finanzminister STREIBL jedoch habe sich in der Auseinandersetzung SCHLÖTTERER – MÜLLER „gegenteilig“ verhalten. Aus diesem Grund sei es im öffentlichen Interesse geboten, sich an den Landtag, an die Volksvertretung zu wenden.
Grund genug für das NachrichtenmagazinDER SPIEGEL, am 12. September den Fall aufzugreifen. Überschrift: „Die Macht der Prüfer“ (siehe aktives Bild)
15.09.1977 SCHLÖTTERER äußert sich in seiner dritten Eingabe an den Landtag zu den aufgrund seiner bisherigen Eingaben verhängten Sanktionen gegen ihn und beruft sich auf sein Petitionsrecht. Er bittet den Landtag darum, das Verhalten STREIBLS zu überprüfen
16.09.1977 Die Wochenzeitung DIE ZEIT wird auf den Fall aufmerksam und titelt: „Spezis, Strauss und Steuern“
19.09.1977 Finanzminister STREIBL bezeichnet auf einer eilends anberaumten Pressekonferenz, dass

  • es sich bei der Versetzung des Regierungsdirektors SCHLÖTTERER nicht um das Abschieben eines unbequemen Beamten gehandelt habe
  • das Verhalten seines Ministerialdirektors Lothar MÜLLER „formal“ falsch gewesen sei. Er habe dies ihn auch wissen lassen. Aus diesem Grund habe er auch das Protokoll des ‚Gesprächs‘ MÜLLER mit SCHLÖTTERER, das er als Finanzminister selbst angeordnet habe, nachträglich für gegenstandslos erklärt
  • der Bayerische Oberste Rechnungshof werde SCHLÖTTERERS Vorwürfe gegen MÜLLER prüfen

Merkwürdigerweise indes ist das Gesprächsprotokoll, das angeblich „gegenstandslos“ sein soll, Bestandteil der Unterlagen, die dem ORH zwecks Prüfung der Vorwürfe gegen MÜLLER übergeben werden

26.09.1977 Die Süddeutsche Zeitung zitiert aus dem geheimen Bericht des Bundesrechnungshofs vom Juli 1976:

Vorteilhaft begünstigt wurden in Bayern demnach folgende Unternehmen und Institutionen: CSU-Spezi Friedrich JAHN, der Inhaber des Wienerwald-Konzerns (Brathendl) aber auch Fussballvereine wie der „FC Bayern“ oder der TSV „1860 München“.
Das Bayerische Finanzministerium stellt sofort Strafanzeige gegen Unbekannt: „Verletzung des Steuergeheimnisses“

29.09.1977 In seiner nunmehr vierten Landtagseingabe äußert sich SCHLÖTTERER zu den von STREIBL auf der Pressekonferenz erhobenen Vorwürfen und stellt sie richtig. Abermals geht er auf die von ihm beanstandete Behandlung der Steuerfälle ein
tags darauf STREIBL ordnet an, dass SCHLÖTTERER mit sofortiger Wirkung in die Bezirksfinanzdirektion München versetzt wird und disziplinarische Vorermittlungen gegen ihn eingeleitet werden sollen. Grund: seine Eingaben an den Landtag.
Nach Artikel 115 der bayerischen Verfassung und Artikel 17 des Grundgesetzes hat jeder Bürger, egal ob Beamter oder nicht, das Recht, sich an das Parlament zu wenden
03.10.1977 Ein Notar vermittelt zwischen SCHLÖTTERER und STREIBL: SCHLÖTTERER zieht – unter dem Druck beruflich vernichtet werden zu können – seine Landtagseingaben zurück. Dafür macht STREIBL die Versetzung und die Vorermittlungen rückgängig. Das Finanzministerium gibt eine Presserklärung heraus, dass eine Klärung der Missverständnisse erfolgt sei
kurze Zeit später Obwohl SCHLÖTTERER die Eingaben zurückgezogen hat, fordert STRAUSS auf einer öffentlichen Veranstaltung, dass SCHLÖTTERER aus dem Ministerium geworfen und für geisteskrank erklärt wird. Dieses Beispiel habe er schon in Bonn erlebt und „da sei alles glattgegangen“
19.10.1977 In einer Fragestunde in der Bayerischen Volksvertretung (Landtag) weigert sich STREIBL, zu den von SCHLÖTTERER aufgedeckten Unstimmigkeiten Stellung zu nehmen, die auch den Wienerwald-Konzern („Hendl“) betreffen. STREIBL beruft sich auf das vielbemühte „Steuergeheimnis“, um auch auf die vom Bundesrechnungshof zusammengetragenen Vorbehalte nicht eingehen zu müssen. Unter das „Steuergeheimnis“ fallend zählt STREIBL auch die Fragen der Opposition, welche Mitglieder der Staatsregierung denn in den einzelnen Fällen die steuerlichen Entscheidungen auf Steuererlass etc getroffen haben?
Hier läge für eine Antwort kein „zwingendes öffentliches Interesse“ vor
Plenarprotokoll der Landtagssitzung, S. 4814-4828
November 1977 Jetzt liegt der Prüfbericht des Bayerischen Obersten Rechnungshofes vor: MÜLLERS Entscheidungen werden in fünf von elf Fällen gerügt. STREIBL verweigert SCHLÖTTERER die Einsicht in den Bericht. Begründung: „Steuergeheimnis“
daraufhin SCHLÖTTERER schreibt erneut einen Brief an STREIBL. Auf 42 Seiten erläutert er nochmals seine Vorbehalte und Bedenken an den früheren Entscheidungen und dass er die Stellungnahmen der bayerischen Rechnungsprüfer nicht einsehen darf.
Währenddessen ermittelt auch die Staatsanwaltschaft gegen MÜLLER. Der ist inzwischen durch den ORH-Bericht in Bedrängnis geraten. Und STREIBL hat ihm die Leitung der Steuerabteilung entzogen
02.12.1977 Finanzminister STREIBL antwortet auf diverse Anfragen des FDP-Abgeordneten Dr. ZECH, die dieser in Folge der Landtagseingaben von SCHLÖTTERER an ihn gestellt hatte:

kurz vor Weihnachten Während der Weihnachtsfeier im Finanzministerium werden STREIBL, MEYER und MÜLLER zu STRAUSS zitiert. Der wütende STRAUSS verbietet STREIBL weiterhin gegen MÜLLER vorzugehen. MÜLLER bleibt also Amtschef
Januar 1978 SCHLÖTTERERS Beförderung zum Ministerialrat steht an. Er wird zu STREIBL gerufen, der ihm mitteilt, dass seine Beförderung erst nach der Landtagswahl (Herbst 1978) durchgeführt werden könne, da STRAUSS die Beförderung im Landtag verhindern würde.
SCHLÖTTERER ist sich im Klaren darüber, dass es für ihn aber unter STRAUSS als Ministerpräsident nicht leichter wird.
19.01.1978 STREIBL berichtet jetzt doch im Landtag über die vom ORH beanstandeten Fälle, weigert sich aber weiterhin, den Prüfungsbericht vorzulegen.
Die Opposition der SPD beantragt einen Parlamentarischen Untersuchungsausschuss (PUA), der die Bevorzugung höhergestellter Persönlichkeiten in Steuerfällen klären soll. Auch die FDP zweifelt daran, dass die Begünstigungen über Jahre hinweg nicht ohne Wissen oder gar Veranlassung HUBERS erfolgt sind. Die Süddeutsche Zeitung berichtet darüber am 21.01.1978:

Dieser PUA zur „Prüfung der Vorgänge und Hintergründe bei der Behandlung bestimmter Steuerfälle im Bereich der Bayerischen Finanzverwaltung“ (PUA Steuerfälle I) wird am 25. Januar auch eingesetzt.

30.01.1978 DER SPIEGEL schildert zu Beginn des Parlamentarischen Untersuchungsausschusses die dubiosen Steuerfälle der CSU-Freunde:„Schwärzen hilft nicht“
03.02.1978 DIE ZEIT berichtet unter dem Titel „Guter Draht hilft sparen“ ebenfalls über den Parlamentarischen Untersuchungsausschuss und wie parteipolitische Themen in PUAS von der CSU-Mehrheit lahm gelegt werden
im September 1978 SCHLÖTTERER wird im PUA Steuerfälle I zum Rauswurf des Bundesrechnungshofes aus dem bayerischen Finanzministerium vernommen.
Nach Aussage von SCHLÖTTERER rief MÜLLER während des Gesprächs bei STRAUSS an und ließ SCHLÖTTERER und MIEHLER derweil im Vorzimmer warten. MÜLLER soll sich bei STRAUSS abgesichert haben, dass der Rauswurf des Bundesrechnungshofes trotz der Bedenken von SCHLÖTTERER und MIEHLER erfolgen soll.
Dagegen sagen MIEHLER und MÜLLER aus, dass STRAUSS wegen einer anderen Sache bei MÜLLER anrief und kurz vor Beendigung des Gesprächs der Rauswurf des Bundesrechnungshofes beiläufig angesprochen wurde.
Die Tagespresse berichtet ausführlich über die gegensätzlichen Aussagen
daraufhin Die CSU-Landtagsabgeordneten Edmund STOIBER und Kurt FALTLHAUSER führen eine harte Befraung bzw. ‚Vernehmung‘ SCHLÖTTERERS durch. Es geht darum, ob STRAUSS MÜLLER angerufen habe oder MÜLLER STRAUSS. SCHLÖTTERER bleibt bei seiner Darstellung
etwas später SCHLÖTTERER kann die Aussagen von MÜLLER und MIEHLER widerlegen. Er zeigt, dass seine Aussage plausibel ist, denn MIEHLER und er hätten nach Beendigung des Gesprächs beide keinen Grund gehabt, im Vorzimmer von MÜLLERS Büro zu warten
20.04.1978 SCHLÖTTERER nimmt in einem Schreiben an den PUA Stellung zu den Aussagen anderer Zeugen. Dabei geht es um die Frage, ob die Steuergesellschaft ‚Hospes‘ über Monate hinweg ohne Erlaubnis des Finanzministeriums tätig war und weshalb dagegen vom Ministerium nichts unternommen wurde
30.05.1978 MÜLLER verweist bei seiner Aussage im PUA auf ein geheimes Dossier von SCHLÖTTERER. Darin soll er „völlig unbegründete Verdächtigungen“ aussprechen, die Ex-Finanzminister Ludwig HUBER in „unangenehme Vorhaltungen“ verwickeln könnten. Daher habe er mit HUBER SCHLÖTTERERS Ablösung vereinbart. Er streitet ab, die Versetzung SCHLÖTTERERS hinter dem Rücken von HUBER betrieben zu haben
14.06.1978 SCHLÖTTERER übergibt dem PUA ein 69seitiges Gutachten zu MÜLLERS Fehlverhalten in der Wienerwald-Affäre
danach Nach einem durch das Gutachten verursachten Wutausbruch von STRAUSS beauftragt STREIBL den Ministerbüroleiter, SCHLÖTTERER zur Herausgabe sämtlicher Kopien von Akten zu zwingen, was dieser auch tut
29.06.1978 Professor Ludwig SCHMIDT und Steuerabteilungsleiter Gottlieb MERKEL belasten MÜLLER im PUA im Rahmen der Wienerwald-Affäre wegen Begünstigung im Amt
kurze Zeit später Rechtsanwalt DANNECKER bezeichnet SCHLÖTTERER in einer Ausschusssitzung des PUA als „klinischen Fall“
parallel zum PUA Steuerfälle I Es kommt zu staatsanwaltlichen Ermittlungen gegen MÜLLER wegen Untreue, Steuerhinterziehung, Begünstigung, Strafvereitelung im Amt, Rechtsbeugung und Nötigung, bei denen SCHLÖTTERER als Zeuge aussagt. Vier vom Bayerischen Obersten Gerichtshof beanstandete Steuerfälle werden untersucht.
SCHLÖTTERER erfährt, dass das Verfahren gegen MÜLLER nach der Landtagswahl (mit der STRAUSS Bayerischer Ministerpräsident wird) eingestellt werden soll
13.07.1978 Die CSU-Mehrheit legt ihren Schlussbericht des PUA zur „Prüfung der Vorgänge und Hintergründe bei der Behandlung bestimmter Steuerfälle im Bereich der Bayerischen Finanzverwaltung“ (PUA Steuerfälle I) im Landtag vor. Die SPD verlässt vorher unter Protest den Untersuchungsausschuss.
Ergebnis des von der CSU mehrheitlich dominierten PUA:
Die Behauptung, Steuerpflichtige würden, wenn sie über enge Kontakte zu führenden CSU-Mitgliedern verfügen, bevorzugt behandelt, sei falsch. Im Einzelnen wird festgestellt, dass
  • im Steuerfall Wienerwald bereits durch die Staatsanwaltschaft kein zu „beanstandender Sachverhalt“ gefunden wurde,
  • die Steuerberatungsfirma Hospes habe zwar ohne Erlaubnis die Arbeit aufgenommen, aber die vom Finanzministerium (SCHLÖTTERER) erhobenen Einwände ja auch vom Finanzministerium (MÜLLER) wieder entkräftet worden seien,
  • der Vorwurf der unzureichenden Ermittlung in Steuerfällen durch ETTMAYR und SCHLÖTTERER subjektiv sei und weitere Zeugen dies nicht bestätigen können.

Die Angabe SCHLÖTTERERS, MÜLLER habe ihn ohne die Zustimmung HUBERS versetzen wollen, könne aufgrund fehlender „stichhaltiger Beweise“ ebenfalls nicht bestätigt werden.
Und die Vernehmung SCHLÖTTERERS durch MÜLLER hätte laut STREIBL nicht stattgefunden, wenn STREIBL darüber informiert worden wäre, dass SCHLÖTTERER Vorwürfe gegen MÜLLER selbst erhebt. Zudem sei das ‚Gespräch’ ruhig und sachlich verlaufen. Die von SCHLÖTTERER genannten Äußerungen MÜLLERS konnten von Zeugen wieder nicht bestätigt werden.
Das Prüfungsrecht des Bundesrechnungshofes sei zurecht in Frage gestellt worden, weil der BRH u.a. „bei seiner Fallbeurteilung bestehende Ermessensspielräume nicht beachtet habe“, entgegen der Prüfungspraxis der Bundesfinanzminister noch vor dem bayerischen Finanzministerium über die Prüfungsergebnisse unterrichtet und ein Bundesland überhaupt zum ersten Mal aufgefordert worden sei, zu seinen Steuerentscheidungen Stellung zu nehmen. Die Aussage MÜLLERS, STRAUSS habe keinen Einfluss auf den Rauswurf des BRH gehabt, sei glaubhaft07.11.1978Franz Josef STRAUSS, bisher nur Vorsitzender der CSU (seit 1961!), wird bayerischer Ministerpräsident

19.12.1978 Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft des Landgerichts München I gegen MÜLLER werden eingestellt. In der 105-seitigen Einstellungsbegründung heißt es:
„Die von der Staatsanwaltschaft durchgeführten Ermittlungen bieten keinen genügenden Anlaß zur Erhebung der öffentlichen Anklage“.
Nachdem MÜLLER nun rehabilitiert ist, wird überprüft, ob gegen SCHLÖTTERER wegen mangelnder Sorgfalt beim Erheben schwerwiegender Vorwürfe ermittelt werden kann
Die Süddeutsche Zeitung berichtet am 21.12.1978 unter dem Titel

Anfang Januar 1979 STRAUSS nutzt seine neue Machtposition aus und gibt den Auftrag ein Disziplinarverfahren gegen SCHLÖTTERER einzuleiten und ihn in die Bezirksfinanzdirektion München zu versetzen
Ende Januar 1979 SCHLÖTTERER erklärt sich in einem Gespräch mit Paul WILHELM und dem CSU-Fraktionsvorsitzenden Gustl LANG damit einverstanden, in ein anderes Ministerium zu wechseln, wenn er zum Ministerialrat befördert wird
Anfang Februar 1979 LANG führt ein Gespräch mit STREIBL wegen der Versetzung SCHLÖTTERERS in ein anderes Ministerium. STREIBL fordert LANG auf, in dieser Sache mit STRAUSS zu reden, da er selbst machtlos sei
kurz darauf LANG spricht STRAUSS in der Plenarsitzung des Landtags auf SCHLÖTTERER an. STRAUSS aber behauptet, mit der Sache nichts zu tun zu haben und verweist wiederum auf den Finanzminister.
Die Süddeutsche Zeitung berichtet über die geplante Versetzung SCHLÖTTERERS.
Nun spricht STREIBL wegen SCHLÖTTERERS Versetzung selbst mit STRAUSS – ohne Ergebnis. Allerdings lehnt der Hauptpersonalrat die Strafversetzung von SCHLÖTTERER in die Bezirksfinanzdirektion ab.
Daraufhin versucht STREIBL, SCHLÖTTERER befördern zu lassen und in ein anderes Ministerium zu versetzen. Bei der Umsetzung dieses Plans scheitert er jedoch an STRAUSS.
Überraschend beantragt kurze Zeit später die SPD-Landtagsfraktion die Einsetzung eines zweiten PUA, der sich mit den Steuerfällen in Bayern beschäftigen soll. Jetzt besteht STRAUSS nicht mehr auf SCHLÖTTERERS Strafversetzung. Der zweite PUA wird nicht eingesetzt, da ihn die CSU-Mehrheit im Landtag ablehnt. Das will die SPD nicht so stehen lassen. Sie prozessiert wegen der Ablehnung beim Bayerischen Verfassungshof und verliert dort wegen eines Geschäftsordnungsfehlers
19.03.1979 DER SPIEGEL berichtet über MÜLLERS mögliche Beförderung zum Chef der Landeszentralbank und seine Machenschaften als Amtschef im bayerischen Finanzamt unter dem Titel „Schwere Eheverfehlung“:

Die Öffentlichkeit gibt sich entrüstet, weil MÜLLER „nach oben“ zum Präsidenten der Landeszentralbank befördert werden soll

wiederum kurz darauf MÜLLER wird zum Präsidenten der Landeszentralbank befördert. Damit ist er auch Mitglied des Zentralbankrats der Bundesbank.
Die Opposition protestiert im Landtag und in Presseerklärungen gegen die Strafmaßnahmen gegen SCHLÖTTERER und die Beförderung von MÜLLER
22.03.1979 STRAUSS nimmt im Landtag Stellung zur Beförderung von MÜLLER: Tatsächlich wirft er dem SPD-Fraktionsvorsitzenden Helmut ROTHEMUND vor, MÜLLER „mit beinahe alttestamentarischem Hass zu verfolgen“ und fordert ROTHEMUND auf, etwas „menschlicher und rechtsstaatlicher“ zu denken
02.07.1979 STRAUSS wird Kanzlerkandidat der CDU/CSU
02.04.1980 SCHLÖTTERER schreibt wegen seiner von STRAUSS rechtswidrig verhinderten Beförderung an STREIBL
Mai und Juni 1980 STRAUSS blockt mehrmals STREIBLS Versuche ab, die Beförderung von SCHLÖTTERER zu erreichen. STREIBL bietet SCHLÖTTERER ersatzweise alternative Posten an. SCHLÖTTERER lehnt diese ab
19.09.1980 STREIBL sichert SCHLÖTTERER verbindlich zu, sich binnen drei Wochen nach der Bundestagswahl um seine Beförderung zu bemühen. Die Bedingung hierfür ist, dass SCHLÖTTERER bis zur Bundestagswahl keine Klage vor dem Verwaltungsgericht wegen seiner Beförderung erhebt und auch sonst den Wahlkampf um STRAUSS nicht stört. SCHLÖTTERER nimmt das Angebot an
28.10.1980 STRAUSS stimmt auf mehrmaliges Drängen STREIBLS widerstrebend im Landtag SCHLÖTTERERS Beförderung zu
Anfang November 1980 SCHLÖTTERER erhält seine für die Beförderung erforderliche Beurteilung nicht – wie üblich – von seinem letzten Arbeitgeber, dem Finanzministerium, sondern vom Staatsminister für Bundesangelegenheiten. Dort hatte er 1973-1975 gearbeitet.
Auch auf seine nächste Beförderung muss SCHLÖTTERER vier Jahre länger warten
18.05.1981 Das Disziplinarverfahren gegen SCHLÖTTERER wird eingestellt, ohne dass ihm zuvor irgendwelche Vorwürfe mitgeteilt worden waren

DIE FOLGENDEN JAHRE

sind u.a. auch geprägt von mehreren anderen Skandalen:

  • Ende 1981/Anfang 1982 wird die FLICK – Parteispendenaffäre publik – die Ermittlungen eines Steuerfahnders aus St. Augustin in Nordrhein-Westfalen, Klaus FÖRSTER, der ‚von oben‘ ständig ausgebremst wurde, führen letztlich doch noch zum Erfolg und bringen das etablierte Parteiengefüge in Bonn ins Wanken:Steuerfahnder Klaus FÖRSTER gegen den Rest der Welt
  • die Odyssee der Dioxin-Fässer aus Seveso beginnt (1983)
  • der CSU-Generalsekretär Otto WIESHEU, enger STRAUSS-Gefährte, verunglückt mit seinem Dienst-Mercedes 380 SE. Sein Beifahrer wird schwer verletzt, das andere Unfallopfer stirbt. WIESHEU hat zur Unfallzeit 1,99 Promille im Blut. Das Amtsgericht München verurteilt ihn zu 13 Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung, woraufhin WIESHEU zurücktritt und Geschäftsführer der CSU-nahen Hanns-Seidel-Stiftung wird (1983)
  • Affäre Kießling/Wörner – „Der Jürgen von der Bundeswehr“ (1983)
  • die Münchner „Bauland-Affäre“ und Jörg SCHÖRGHUBER (1984)
  • Bundestagspräsident Rainer BARZEL muss zurücktreten – er stand auf der Payroll des FLICK-Konzerns. Eine Spätfolge der FLICK’schen Parteispendenaffäre
  • Die „Schadensausgleichsrente“ des Versorgungsamtes München für die Witwe des Volksgerichtshofpräsidenten Roland FREISLER, NSDAP, wird publik (1985)
  • der Regierungssprecher von Bundeskanzler Helmut KOHL, Peter BOENISCH, ehemals Chefredakteur der BILD-Zeitung, die sich immer wieder für die Interessen der Automobilwirtschaft eingesetzt hat, muss zugeben, dass er einen millionenschweren Beratervertrag mit Mercedes-Benz „vergessen“ hatte bei seiner Steuererklärung anzugeben (1985)
  • in Berlin beginnt der so genannte Wolfgang ANTES – Bauskandal (1985/86)

Zu dieser Zeit macht sich in Bayern ein anderer Skandal breit: die Mega-Petrol-Affäre:
Bereits im Sommer 1983 war die Ölbohrfirma Mega Petrol zusammengebrochen, eine gigantische Pleite, bei der etwa 2.000 gut situierte Bundesbürger rund 270 Millionen Gelder eingezahlt hatten – im Rahmen eines so genannten Steuersparmodells. Größter Geldgeber: die Bayerische Landesbank. Chef dieser Bank: der ehemalige (und SCHLÖTTERERS erster) Finanzminister. Verwaltungsratsvorsitzender: Finanzminister STREIBL (SCHLÖTTERERS zweiter Finanzminister).
Die 2. Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts München wird später (1987) dazu feststellen, dass die beiden Herren, von den „sittenwidrigen“ und „kreditvertragswidrigen“Geschäften der angeblichen Ölbohrer wussten …

23.01.1986 Im Bayerischen Landtag wird deshalb ein neuer PUA eingesetzt: zur „Prüfung von Vorwürfen gegen bayerische Behörden sowie zur Prüfung personeller Konsequenzen bei der Bayerischen Landesbank im Zusammenhang mit Steuerstrafverfahren bzw. strafrechtlicher Ermittlungen gegen Schleicher, Mega-Petrol u.a“ (PUA Mega-Petrol).
In den Ermittlungen des PUA Mega-Petrol rückt ein Dossier zu Ludwig HUBER, das SCHLÖTTERER 1978 erstellt hat, in das Interesse der Öffentlichkeit. Es wurde von MÜLLER am 30.05.1978 im Rahmen des PUA Steuerfälle I als Begründung für die geplante Versetzung SCHLÖTTERERS in die Bezirksfinanzdirektion erwähnt.
Die Süddeutsche Zeitung berichtet am 21./22.03.1986 darüber

28.01.1987In einem Gespräch von MÜLLER mit dem SZ-Journalist Michael STILLER geht es um eine Aussage MÜLLERS vor dem PUA Steuerfälle I, in der er Vermerke von SCHLÖTTERER als Dossiers mit unangenehmen, unbegründeten Vorhaltungen bezeichnet hatte. Diese Aussage hält MÜLLER im Gespräch aufrecht: „Kein Satz, den ich hier falsch finde.“
Er unterstellt SCHLÖTTERER „Verfolgungswahn und Unstimmigkeiten in der Persönlichkeit“11.02.1987Wegen der Verleumdungen von MÜLLER in der Süddeutschen Zeitungschreibt SCHLÖTTERER an STRAUSS. STREIBL, der seinen Brief an STRAUSS weiterleiten soll, wie es der Dienstweg vorsieht, tut das nicht. Auch nachdem SCHLÖTTERER dies anmahnt, wird der Brief STRAUSS nie vorgelegt09.04.1987SCHLÖTTERER stellt bei der Staatsanwaltschaft München I einen Strafantrag gegen MÜLLER wegen Verleumdung, übler Nachrede und Beleidigung. In seinem Strafantrag wirft er MÜLLER vor, sich in dem Gespräch mit der SZ in „gröblich ehrverletzender Weise“ über ihn geäußert zu haben17.11.1987Die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen enden so, dass MÜLLER wegen Beleidigung 5000 DM ausgerechnet an die Marianne-Strauß-Stiftung zahlen muss und das Verfahren wegen Verleumdung aufgrund von geringer Schuld eingestellt wird.
Die SZ berichtet am 11.11.1987 unter dem Titel „Zentralbankchef hat „geringe Schuld“, dass SCHLÖTTERER „weitere Schritte“ gegen MÜLLER plant1988Anfang 1988 tritt Ludwig HUBER wegen der Diskussion um seine Rolle in der Wienerwald-Affäre als Präsident der Bayerischen Landesbank zurück. Er begründet seine Entscheidung damit, dass er „eine weitere, das Ansehen der Bank beeinträchtigende öffentliche Diskussion vermeiden“ wolle.
Am 03.10. stirbt überraschend Franz Josef STRAUSS. SCHLÖTTERERS Finanzminister Nr. 2, Max STREIBL, wird neuer Ministerpräsident von Bayern. Der SPIEGEL nimmt dies zum Anlass, STREIBL zu porträtieren:

.
Gerold TANDLER folgt auf STREIBLS freigewordenes Amt des bayerischen Finanzministers. Er ist SCHLÖTTERERS Finanzminister Nr. 3.
Um endlich seine völlige Rehabilitierung zu erreichen, wendet sich SCHLÖTTERER am Ende des Jahres an den Landtag. Die Behandlung dieser Eingabe wird jedoch von der CSU-Ausschussmehrheit abgelehnt

1989SCHLÖTTERER bittet STREIBL und TANDLER darum, „künftig in angemessener Funktion“ arbeiten zu können. STREIBL verweist in seiner Antwort auf TANDLER. Der wiederum zeigt keine Reaktion1990Gerold TANDLERS Amtszeit ist kurz – er tritt als Finanzminister zurück, nachdem bekannt wurde, dass er in Millionenhöhe verschuldet ist. Nachfolger wird Georg Freiherr von WALDENFELS. Er ist SCHLÖTTERERS Finanzminister Nr. 4

im Oktober 1992 Nachdem SCHLÖTTERER bei Beförderungen zum Abteilungsleiter stets übergangen wurde und dienstjüngere Kollegen an ihm vorbei befördert werden, bittet er um ein Gespräch mit von WALDENFELS. Dieser lehnt Gespräch und Beförderung mit der Begründung, für eine solche Position sei ein „besonderes Vertrauen“ nötig, ab
November 1992 BECKENBAUER veröffentlicht in seinem Buch „Ich. Wie es wirklich war“, dass ihm HUBER bei der Steuerhinterziehung behilflich war. „Franz, wenn was ist – nur melden…“ bot ihm HUBER Mitte der 70er Jahre bei einem Fest des FC Bayern an.
BECKENBAUER musste 1,8 Millionen DM nachzahlen
im Dezember 1992 SCHLÖTTERER droht in Gesprächen mit den Staatssekretären Paul WILHELM und Johann BÖHM damit, sich nochmals an den Landtag zu wenden, wenn ihm nicht berufliche Gerechtigkeit widerfahre. Gegenüber BÖHM, dem Leiter der Staatskanzlei, kündigt er an, er werde ggf. versuchen, STREIBL als Ministerpräsident zu stürzen. BÖHM informiert STREIBL, verschweigt jedoch, dass SCHLÖTTERER mit dem Sturz STREIBLs gedroht hat.
STREIBL und von WALDENFELS zeigen keinerlei Reaktion
11.01.1993 SCHLÖTTERER schreibt wegen der Affäre BECKENBAUER und HUBER sowie dem Mitwisser STREIBL an den Landtag. Außerdem thematisiert er seine Verfolgung durch STRAUSS.
Er weist darauf hin, dass STREIBL ihm den Prüfungsbericht zur Steueraffäre 1977 wegen des Steuergeheimnisses vorenthalten habe, während CSU-Abgeordnete Einsicht erhielten. Er fordert die berufliche Diskriminierung gegen ihn zu unterlassen.
Die Presse berichtet darüber in großer Aufmachung und von WALDENFELS greift SCHLÖTTERER in mehreren Presseerklärungen massiv an.
Die Abendzeitung berichtet am 27.01.1993 auf einer ganzen Seite unter dem Titel:

in der FolgezeitVon einem Abendzeitungs-Redakteur erfährt SCHLÖTTERER, MÜLLER habe die 5.000 Mark, die er wegen der Beleidigung SCHLÖTTERERS 1987 als Strafe zahlen musste, aus Mitteln der Zentralbank gezahlt.
SCHLÖTTERER erstattet Anzeige gegen MÜLLER wegen des Verdachts der Untreue. Dieser wiederum erstattet Anzeige gegen SCHLÖTTERER wegen übler Nachrede.
MÜLLER nimmt den Strafantrag nach einem Jahr zurück, nachdem sich die zuständige Richterin geweigert hatte, einen unbegründeten Haftbefehl gegen SCHLÖTTERER zu unterschreiben29.01.1993SCHLÖTTERER ist zu Gast in der Late-Night-Show von Thomas GOTTSCHALK und wehrt sich gegen die Angriffe04.02.1993Von WALDENFELS stellt auf Veranlassung von STREIBL Strafantrag wegen Verletzung des Steuergeheimnisses gegen SCHLÖTTERER. Der Grund hierfür ist, dass SCHLÖTTERER Ende Januar den Namen BECKENBAUER im Zusammenhang mit der Affäre namentlich bei GOTTSCHALK im TV und in einer Äußerung gegenüber der Abendzeitung genannt habe. Fakt allerdings ist: Der Name BECKENBAUER wurde bereits vorher vom Ministerium in einer Presseerklärung vom 14.01.1993 öffentlich gemacht.
STREIBL stellt zudem Strafantrag gegen SCHLÖTTERER wegen Verleumdung und falscher Anschuldigungen. Dies wird SCHLÖTTERER jedoch nicht mitgeteilt30.03.1993Die Staatsanwaltschaft stellt fest, dass keine Verletzung des Steuergeheimnisses durch SCHLÖTTERER vorliegt. Sie will das Verfahren einstellen, wird aber von Finanzminister von WALDENFELS und dem Justizministerium daran gehindert01.04.1993Eine weitere Petition von SCHLÖTTERER wird im Landtag behandelt. Dabei sagen von WALDENFELS und Kurt MIEHLER (mittlerweile Steuerabteilungsleiter) aus, während SCHLÖTTERER kein Rederecht erhält. CSU-Abgeordnete erklären die Eingabe für erledigt. Daraufhin verlässt die Opposition unter Protest die Sitzung

27.05.1993 Aufgrund seiner bekanntgewordenen Verstrickungen im Rahmen der Amigo-Affäre tritt STREIBL als Ministerpräsident zurück


STREIBL auf einem CSU-Parteitag 1989
Bundesarchiv, B 145 Bild-F083104-0015, Fotograf: Kuhn – Diese Datei ist unter der Creative Commons-Lizenz Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschlandlizensiert.

am nächsten Tag Edmund STOIBER wird zum bayerischen Ministerpräsident gewählt und vereidigt
wenige Wochen später Von WALDENFELS teilt SCHLÖTTERER mit, dass er gegen ihn ein Disziplinarverfahren wegen seiner Vorwürfe gegen STREIBL und andere Amtsträger einleitet
04.10.1993 SCHLÖTTERER hält STOIBER in einem Schreiben vor, dass das Disziplinarverfahren auf ihn zurückzuführen sei. Er wiederholt seine bisherigen Vorwürfe gegen HUBER, STREIBL und STRAUSS und weist darauf hin, dass von WALDENFELS den Landtag mit der Stellungnahme zu seiner Eingabe getäuscht habe. Er schreibt auch an von WALDENFELS, dass dieser seine unwahren Aussagen gegenüber dem Landtag zurücknehmen soll
14.10.1993 STOIBER lässt auf SCHLÖTTERERS Schreiben antworten, dass er mit dem Disziplinarverfahren nichts zu tun habe. Zur Täuschung des Landtags äußert er sich nicht
einige Wochen später SCHLÖTTERER erfährt erstmals von einem Journalisten, dass von WALDENFELS gegen ihn Strafantrag gestellt hat
im Herbst 1993 Die Steueraffäre um einen weiteren „Spezi“ fliegt auf: Bäderkönig Eduard ZWICK. MIEHLER hatte ZWICK rechtswidrig 63 Millionen Mark Steuerschulden erlassen. Unter dem Druck der Öffentlichkeit wird dieser Steuererlass widerrufen.
MIEHLER wird die Leitung der Steuerabteilung entzogen, aber er wird – mit höherem Gehalt – Geschäftsführer der Landeswohnungs- und Städtebaugesellschaft Bayern (LWS).
Ein Positionswechsel wie bei Lothar MÜLLER, der „nach oben“ zum Chef der Landeszentralbank befördert wurde
24.11.1993 Ein neuer PUA „Beziehungsgeflecht in Bayern zwischen Politikern und Steuerschuldnern – ‚Steuerfälle’“ (Amigo-Ausschuss) wird vom Landtag eingesetzt
13.12.1993 Das Handelsblatt berichtet unter dem Titel „Oberfinanzdirektionen und Finanzministerien regeln manche Steuersachen an den Finanzämtern vorbei. Die politische Protektion in einzelnen Steuerfällen“ von einem Brief Josef BUGIELS (Vorsitzender der Bayerischen Finanzgewerkschaft) an von WALDENFELS.
In diesem Brief rügt BUGIEL, dass an den Finanzämtern vorbei durch Weisung „von oben“ rechtswidrig Steuern in Millionenhöhe in Fällen „politischer Protektion“ nicht erhoben würden
15.12.1993 Es findet eine Landtagsdebatte zu dem Strafantrag, den von WALDENFELS am 04.02.1993 wegen Verletzung des Steuergeheimnisses gegen SCHLÖTTERER gestellt hatte, statt.
Die Opposition stellt sich auf SCHLÖTTERERS Seite und beantragt, die Straf- und Disziplinarverfahren gegen SCHLÖTTERER einzustellen. Dies lehnt die CSU ab. Die Diskussion ist nachzulesen im Plenarprotokoll der Landtagssitzung, S. 7528-7536. Abgeordneter ZECH, FDP: „Ist denn – so muss man in dieser Situation fragen – Bayern eine Bananenrepublik?“
Die Staatsanwaltschaft wird den Strafantrag später als unbegründet abweisen
18.01.1994 Von WALDENFELS eröffnet erneut ein Disziplinarverfahren gegen SCHLÖTTERER. Der Hauptvorwurf ist die Verletzung der Loyalitätspflicht gegenüber Vorgesetzten. Die Süddeutsche Zeitung berichtet kurz danach über die Straf- und Disziplinarverfahren die von WALDENFELS gegen SCHLÖTTERER veranlasst hat und die Versuche, SCHLÖTTERER als Hauptbelastungszeugen vor seiner Aussage im Amigo-Ausschuss zu diskreditieren
23.03.1994 SCHLÖTTERER schreibt wegen des Fehlverhaltens von von WALDENFELS an den Landtag, weil von WALDENFELS in seinem Strafantrag verschwiegen hatte, dass er selbst in seinen Presseerklärungen den Namen BECKENBAUER genannt hatte. Erst nach über einem Jahr nimmt von WALDENFELS Stellung zu SCHLÖTTERERS Landtagseingabe
28.03.1994 Die SPD-Landtagsabgeordnete Carmen KÖNIG hatte von WALDENFELS vorgeworfen, seine Fürdorgepflicht zu verletzen, weil er SCHLÖTTERER Disziplinar- und Strafverfahren aussetze. In einer Pressemitteilung ereifert sich von WALDENFELS darüber, dass sich die SPD „erneut vor den Karren von Ministerialrat Dr. SCHLÖTTERER spannen läßt“. Er habe sich nichts vorzuwerfen
21.06.1994 SCHLÖTTERER sagt im Amigo-Ausschuss zum Steuerfall BECKENBAUER aus. Der Vorsitzende des Ausschusses ist Peter WELNHOFER, CSU. Dieser äußert im Amigo-Ausschuss über SCHLÖTTERER, dass er an ihm „eine zur menschlichen Grundausstattung gehörende Eigenschaft“ vermisse und erklärt ihn für „psychisch auffällig im Sinne der Fachsprache“, was bei der Opposition und in der Presse große Empörung hervorruft. Die Abgeordneten der Opposition verteidigen SCHLÖTTERER
14.07.1994 Der PUA „Beziehungsgeflecht in Bayern zwischen Politikern und Steuerschuldnern ‚Steuerfälle’“ (Amigo-Ausschuss) legt seinenSchlussbericht im Landtag vor.
Der so genannte Amigo-Ausschuss, der von der CSU dominiert war, kommt zu dem Ergebnis, dass die „politische Spitze“ auf die Entscheidungen des Finanzministeriums keinen Einfluss genommen habe. Der Minderheitenbericht der im Ausschuss vertretenen Opposition zieht allerdings gegenteilige Schlüsse.
Im Amigo-Ausschuss wurden verschiedenen Verstrickungen von TANDLER und „Bäderkönig“ ZWICK thematisiert. Der PUA kritisiert, dass TANDLER ein Darlehen über 700.000 DM mit einer Restschuld von 200.000 DM bei ZWICK habe. Dieses habe er zwar bekommen bevor er Finanzminister wurde, aber es wäre besser gewesen, diese Kombination zu vermeiden
05.07.1995 Die Opposition stellt wieder einen Dringlichkeitsantrag, das Straf- und Disziplinarverfahren gegen SCHLÖTTERER einzustellen. Der Antrag wird von der CSU-Mehrheit im Landtag wieder abgelehnt, nachzulesen imPlenarprotokoll der Sitzung, S. 1655-1660.
Abgeordneter WAHNSCHAFFE (SPD): „Meine Damen und Herren, hier geht es nicht um ein faires Verfahren. Hier geht es nicht um Waffengleichheit und schon gar nicht um die Fürsorgepflicht des Dienstherrn gegenüber dem Beamten. Hier geht es schlicht und einfach um Rufmord.“
im Sommer 1995 CSU-Abgeordneter WILHELM scheitert mit seiner Fürsprache für SCHLÖTTERER bei STOIBER, da von WALDENFELS STOIBER gebeten hat, das Disziplinarverfahren gegen SCHLÖTTERER fortzuführen
im Herbst 1995 Der Untersuchungsbericht des Disziplinarverfahrens gegen SCHLÖTTERER liegt vor und kommt zu dem Ergebnis, dass SCHLÖTTERER schuldig ist und somit die Loyalitätspflicht gegenüber den Vorgesetzten verletzt hat
Oktober 1995 Erwin HUBER folgt von WALDENFELS im Amt des bayerischen Finanzministers. Es ist SCHLÖTTERERS fünfter (und letzter) Finanzminister.
HUBER wird dieses Amt nur bis 1998 führen. Danach wird er erst Leiter der Staatskanzlei unter Edmund STOIBER werden, später Wirtschaftsminister und ab 2007 dann CSU-Vorsitzender. HUBER gehört zum engsten Kreis von STOIBER, der wiederum ein Ziehkind von Franz-Josef STRAUSS war
05.02.1996 Erwin HUBER besitzt die Größe, das Disziplinarverfahren gegen SCHLÖTTERER einzustellen und äußert gegenüber der Presse, einen Schlussstrich ziehen zu wollen.
In der Presse wird HUBER für die Rehabilitierung SCHLÖTTERERS gelobt.
Die Süddeutsche Zeitung titelt am 06.02.1996: „Strich unter Schlötterer-Affäre – ‚Kesseltreiben gegen untadeligen Beamten‘ beendet“
kurz danach Intern jedoch wird die Verfahrenseinstellung von HUBER mehr als Begnadigung SCHLÖTTERERS, denn als rechtens behandelt – für SCHLÖTTERER zieht dies weitere Unannehmlichkeiten mit sich. Es erfolgt ein Vermerk in der Personalakte, seine Anwaltskosten werden nicht übernommen und er wird nicht (mehr) befördert
April 1998 HUBER bietet SCHLÖTTERER eine Stelle als Generalbevollmächtigter bei der staatlichen Landeswohnungs- und Städtebaugesellschaft Bayern (LWS) an. Er soll das staatseigene Unternehmen „sanieren“. Der LWS geht es schlecht – sie hat sich mit Boden- und Immobilien in den Neuen Ländern verspekuliert.
Für SCHLÖTTERER soll ein neuer Lebensabschnitt beginnen. Der spielt sich dann auch nicht mehr in der unmittelbaren Umgebung eines Ministeriums und seiner politischen „Spezis“ ab.
SCHLÖTTERER nimmt dieses Angebot an.
Er erlebt dort die „LWS-Affäre“. In deren Rahmen wird Edmund STOIBER seinen Justizminister Alfred SAUTER zum Rücktritt zwingen … Aber dies ist eine andere Geschichte
2009 SCHLÖTTERER veröffentlicht seine Erlebnisse in seiner fast 30jährigen Dienstzeit im Bayerischen Finanzministerium in seinem Buch „Macht und Missbrauch. Franz Josef STRAUSS und seine Nachfolger. Aufzeichnungen eines Ministerialbeamten“. Er wird damit zu einem weiteren Whistleblower in Sachen Strukturen der deutschen Finanzverwaltung. Und wie es in diesen Behörden zugeht und wie spezifische Interessen politisch gnadenlos durchgesetzt werden (können)
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