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Wer profitiert vom Bild des „bösen Russen“? Woher stammt das Bild eigentlich?


Leider ist kein Videomaterial sowohl von Kabel1 als auch von n-tv ausgestrahlten sehr gut gesendeten Dokumentation, mehr auffindbar.
Der Kalte Krieg (The Cold War Files) (Großbritannien, 2015)

DO 19.1., 21:05 Uhr, kabel eins Doku Während des beinahe 40 Jahre andauernden Kalten Krieges stand die Welt kurz vor der totalen nuklearen Zerstörung. Was hat es mit der Theorie auf sich, dass dieser nervenzermürbende Krieg auf dem Lügenkonstrukt eines einzigen Mannes gründet? Reinhart Gehlen, ehemaliger Chef des Geheimdienstes der Deutschen Armee, soll unwahre Informationen weitergeleitet haben. Lediglich ein kurzer Trailer ist noch abrufbar

Hintergründe:
Woher stammt eigentlich das Bild vom bösen Russen?
Die Antworten findet man in unserer eigenen Geschichte.
Versetzen wir uns dafür einmal zurück in die Jahre 1943/1944…

Die anfängliche Blitzkrieg Euphorie ist in Deutschland längst verflogen. Sowohl in der Bevölkerung als auch an verschiedenen Stellen des Nazi Machtapparats glaubt man nicht mehr an einen Sieg. Für viele stellte sich schon damals die Frage, was kommt nach dem Krieg?
Mit dieser Frage beschäftigten sich auch schon damals die vermeintlichen Sieger.
Für die einen würde die Kriegsniederlage zwangsläufig auch zum Ende ihres privaten Daseins führen, ob als Hingerichteter oder als verurteilter Kriegsverbrecher, keine wirkliche Überlebensperspektive…
Für die Anderen stellte sich die Frage nach dem Nachkriegsdeutschland als Siegermacht.
Auf beiden Seiten gab es schon zu Zeiten des Krieges entsprechende Überlegungen und Vorbereitungen.
Die Briten und die USA entwickelten schon frühzeitig ihren „Re-Education“ Plan für das Nachkriegsdeutschland und auch auf Seiten der Nazis gab es diverse Pläne für das „Danach“. Es wurden Fluchtpläne vorbereitet, Kriegsbeute versteckt und manch seltsame Koalitionen wurden geschmiedet. Manche dieser Geschichten, wie die von Adolf Eichmann oder Klaus Barbie, sind uns heute bekannt.
Wenig bekannt hingegen sind die Geschichten von Reinhart Gehlen – CIA Deckname „UTILITY“ – dem damaligen Chef der Spionageabteilung „Fremde Heere Ost“ und auch die Geschichte des ersten deutschen Nachkriegskanzlers, Konrad Adenauer.
An dieser Stelle sollte sich jeder noch einmal intensiv mit den näheren Umständen beschäftigen – 1943/1944 der Krieg war noch in vollem Gange…
Aus der damaligen Sicht wäre es völlig abwegig gewesen anzunehmen der spätere BND Chef könnte einmal Reinhart Gehlen heißen, oder?
Aber auch die Vorstellung ein Konrad Adenauer könnte der erste deutsche Bundeskanzler werden, war im Grunde unmöglich. Man stelle sich vor, der Mann war nicht mehr als ein Kölner Bürgermeister den kaum jemand in Deutschland überhaupt kannte. Noch dazu trat er für eine, bis dahin nicht existierende Partei, der CDU gegen eine SPD an, die schon damals eine lange und unbefleckte politische Geschichte vorzuweisen hatte.
Wie konnte es unter diesen Umständen überhaupt zu einem Bundeskanzler Adenauer kommen?

Die Antworten darauf sind vielen nicht bekannt.

Schon 1944 wurden von US Spezialeinheiten geeignete politische Führungskräfte für ein Nachkriegsdeutschland gesucht. Adenauer hatte dabei das große Glück, dass einer der maßgeblichen US Offiziere den schrulligen Rheinländer noch aus der Zeit des 1. Weltkriegs kannte und sich bei der Suche an ihn erinnerte. Zwischen Adenauer und diesem US Offizier fand schon vor Kriegsende ein Gespräch dazu statt.

Der Fall Gehlen ist zum einen ein Paradebeispiel für das unmoralische Spiel der Geheimdienste und zum anderen für eine der gravierendsten geopolitischen Folgen für die Welt nach dem 2. Weltkrieg verantwortlich.

Auch an dieser Stelle muss man sich nochmals der Situation von 1943/1944 bewusst werden – die USA waren unser Kriegsgegner gemeinsam mit Russland und den anderen Alliierten bekämpfte man das Naziregime. Warum kam es eigentlich zu dieser Feindschaft zwischen Russland und den USA?
Gerne wird uns dazu das Märchen von der angeblichen kommunistischen Weltherrschaft erzählt. Aber wie sollte ausgerechnet Russland, das Land das die meisten Kriegsopfer zu beklagen hatte, das noch dazu im inneren unter Stalin genug zu leiden hatte und wirtschaftlich am Boden lag, sich mit der kommunistischen Weltherrschaft beschäftigen? Wenn es ein Land neben Deutschland gab, das genug vom Krieg hatte, dann wohl Russland.

Und doch kam es schon bald nach dem Ende des 2. Weltkriegs zum „Kalten Krieg“.

Und an dieser Stelle kommt Reinhart Gehlen ins Spiel. Er, der mit seinem Spionage-Netzwerk „Fremde Heere Ost“ über einen damals einzigartigen Zugang zu dem, für die USA und Briten völlig unbekannten Land Russland hatte, hatte etwas von unglaublichem geopolitischem Wert in der Hand.
In den Geheimdienst Archiven der US-Regierung kann sich jeder der Lust und Zeit hat und es ganz genau wissen will, die umfangreichen Original Dokumente aus der Zeit durchstöbern. Der eifrige Rechercheur wird dabei unter anderem auf hochinteressante Schriftstücke von einem Treffen in der Schweiz von 1943 zwischen R. Gehlen und einem Special Agent Dulles, stoßen.

Manchmal sind es die kleinen Zufälle, die uns bestimmen und die Geschichte lenken.

Die Gebrüder Dulles, ja auch ein Flughafen in USA wurde nach einem der Brüder benannt, waren damals maßgebliche Akteure, die die Nachkriegs-Weltgeschichte mitbestimmten.
Beide hatten beste Kontakte in die damalige Welt des Kapitals. Mit ihren Verbindungen zur Nazifreundlichen „Schröder Bank“ war eine gute Basis für eine äußerst fruchtbare Beziehung zum Nazi-Spion Gehlen gegeben.

Zurück zum historischen Wendepunkt der Beziehungen zwischen Russland und den USA.

Es war dieses historische Dreiecksverhältnis zwischen den Interessen Dreier Personen, die wesentlich zu den Rollen der USA, Russland und dem Nachkriegsdeutschland geführt hat.

Da war der deutsche Nazi General, der eigentlich auf der Anklagebank in Nürnberg hätte sitzen müssen, aber für die Amerikaner zum Schlüssel in die geheime Welt Russlands gebraucht wurde.
Da war der unbescholtene, unbekannte, rheinische Regionalpolitiker Konrad Adenauer, der mit allen Mitteln, gegen einen schier übermächtigen SPD Kandidaten, Bundeskanzler werden wollte und Deutschland zurück auf der weltpolitische Bühne sehen wollte.
Da waren die USA, in einer für sie ganz neuen Rolle, als Weltmacht und den daraus resultierenden Notwendigkeiten. Aber mit einer großen Lücke in Sachen Russland.

Kurzum, diese Konstellation führte im Ergebnis dazu, dass sich die USA dazu entschlossen auf die Karte „Gehlen“ zu setzen und damit bis in die späten 50er Jahre zu 100% ein von Gehlen geprägtes Russland Bild hatten. Gehlen wiederum musste sich vor allem vor den Russen nach dem Krieg fürchten, denn er war maßgeblich für den Tod von tausenden russischer Kriegsgefangener verantwortlich. Seine einzige Überlebenschance war also die USA gegen Russland zu positionieren, denn nur dann waren seine Informationen für die Nachkriegszeit für die USA von strategischer Bedeutung. Gehlen dürfte daher schon weit vor Kriegsende für den amerikanischen Geheimdienst, der von Allen Dulles geleitet wurde, gearbeitet haben.
Das erfolgreiche Dreigestirn komplettierte dann auch noch Konrad Adenauer, der sich ebenfalls die guten Kontakte Gehlens zu Nutze machte. Gehlen bzw. die USA machten Adenauer zum Kanzler und Gehlen wurde mit dem Aufbau des ersten bundesrepublikanischen Geheimdienstes in Pullach, zuerst unter Federführung der CIA, später dann als BND, beauftragt.
Adenauer nutzte Gehlen unter anderem auch dazu die SPD auszuspionieren und sogar der spätere Kanzlerkandidat W. Brandt wurde von Adenauer widerrechtlich bespitzelt. Selbst die CDU nutzte Gehlen zum Aufbau eines Parteieigenen Geheimdienstes, der nachweislich zumindest bis in die Ära H. Kohls aktiv war, Stichwort „Zaunkönig-Stiftung“

Manchmal ist die Welt ganz klein…
Reinhart Gehlen, Konrad Adenauer und Allan Dulles schufen den bösen Russen. Nur dadurch konnte Nachkriegsdeutschland seine weltpolitische Bedeutung erhalten, die es ohne die Feindschaft zwischen den USA und Russland niemals hätte erlangen können.
http://www.kabeleinsdoku.de/tv/verschwoerungstheorien/video/13-der-kalte-krieg-reinhart-gehlen-als-schluesselfigur-clip?utm_source=twitter&utm_medium=social&utm_term=social_onsite&utm_campaign=kabeleinsdoku.de&utm_content=share_video_bottom

Meine Wochenendarbeit ist fertig…
Ich frage mich schon sehr lange womit sich die deutsche Außenpolitik erklären lässt.
Warum stimmt mein Deutschlandbild einfach nicht mit dem überein, wie sich deutsche Politik seit Jahrzehnten gebärdet?
Ich bin für Frieden, im Grunde auch für eine EU, für soziale Gerechtigkeit und durchaus auch für eine Ressourcen schonende Umwelt- und Wirtschaftspolitik. Eigentlich sind das doch alles ebenso von fast allen etablierten Parteien propagierte politische Inhalte ihrer Politik. Und doch klafft immer öfter eine unglaubliche Lücke zwischen der verkündeten und der praktizierten Politik.
Also habe ich mir mal die Arbeit gemacht die Hintergründe und Zusammenhänge der praktizierten Politik besser verstehen zu können.
Mein Fazit ist erschreckend….ok, viele werden das als eine weitere Verschwörungstheorie abtun, aber das ist wegen der vielen historischen Fakten tatsächlich kaum denkbar…
Nein, zusammengefasst komme ich zu der Überzeugung einer ziemlich beängstigenden Kontinuität der geopolitischen Praxis.
Die EU, die USA, der Ost-Westkonflikt und mittendrin das geschlagene kleine Deutschland, dass offensichtlich immer wieder als Zentrum der Weltpolitik aufblitzt.
Sind wir auf dem Weg zum 4. Reich?
Politik verstehen – Historische Zusammenhänge Teil 1-4 Allen Dulles

https://derblauweisse.wordpress.com/?s=Politik+verstehen

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Teil 1: Über einen Täuschungskünstler, der die Welt zu seiner Bühne machte

Teil 2: Vom OSS zur CIA

Teil 3: Zwei Jahrhunderte Rückstand im Spionagegeschäft

Teil 4: Von Kuba über Kennedy bis Vietnam

CIA Archiv

CIA Files on Reinhard Gehlen

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Politik verstehen – Historische Zusammenhänge erkennen Teil 4 Allen Dulles


Von Kuba über Kennedy bis Vietnam


Die schmutzigen Tricks des Allen Dulles (Teil 4/4)

Geheimdienstchef Allen Dulles versagte bei der CIA-gesteuerten Invasion in der kubanischen Schweinebucht kläglich. Nach den Kennedy-Attentat dominierte und manipulierte der umstrittene Schattenmann die hiermit befasste Warren-Kommission. Seine letzten Einsätze bestritt der pensionierte Spion gegen ultrarechtsgerichtete Landsleute.

Teil 1: Über einen Täuschungskünstler, der die Welt zu seiner Bühne machte

Teil 2: Vom OSS zur CIA

Teil 3: Zwei Jahrhunderte Rückstand im Spionagegeschäft

Bereits 1955 hatte Dulles den kubanischen Diktator Fulgencio Batista in Havanna bei einer guten Zigarre über die Gefahren des Kommunismus aufgeklärt. Auf dem Hinweg hatte er in Florida den streitbaren Geschäftsmann Joseph Kennedy besucht und bei dieser Gelegenheit dessen Sohn John kennen gelernt. Batista, der den Großteil der Staatseinnahmen abzuzweigen pflegte und die Infrastruktur verlottern ließ, gestattete den Aufbau eines CIA-Büros, das dem kommunistischen Übel entgegenwirken sollte.

Joseph Kennedy. Foto: sec.gov

Cuba libre

Am 1. Januar 1959 war einem kubanischen Rechtsanwalt nach mehreren Anläufen seine Revolution gelungen. Während Fidel Castro 16 Monate in den Wäldern untergetaucht war, hatte er sich als Meister der Täuschung erwiesen und beispielsweise Interviews mit Journalisten durch vorgetäuschte Meldegänger „stören“ lassen, die von fiktiven Einheiten berichteten. Das Militär des im Volk verhassten Diktators überschätzte Castros Streitmacht maßlos, die in Wirklichkeit nur aus einer Hand voll Kämpfer bestand, genannt die Barbudos (die Bärtigen).

Während die eigentliche Revolution beinahe ublutig verlief, verspielte Castro Sympathien durch Exekutionen von politischen Gegnern. Die CIA hielt Castros Regime für instabil und dachte laut 2005 veröffentlichten Akten sogar daran, ihm Waffen und Geld anzubieten. Eisenhower hielt ihn nicht für wichtig genug und zog eine Partie Golf einem Treffen vor. Stattdessen empfing ihn Vizepräsident Nixon, der Castro zwar nicht für einen Kommunisten hielt, jedoch eine „naive Haltung zum Kommunismus“ diagnostizierte. Nachdem sich Castro Industrieller sowie der Mafia entledigt hatte, wollte man in Washington nicht länger zusehen.

James Bond vs. Fidel Castro

Spionageromantiker Dulles war ein großer Fan von Ian Flemings James Bond-Romanen. Auch, wenn 110 einem 007 in der echten Spionagewelt keine Überlebenschance gab, sandte er dem mit ihm inzwischen befreundeten Senator John F. Kennedy jeweils den neuesten Bond mit seinen fachmännischen Randbemerkungen. Als Kennedy 1960 mit Fleming und einem CIA-Mann dinierte, fragte dieser den Autor, wie denn wohl James Bond Fidel Castro beseitigen würde. Fleming fantasierte, Bond würde Flugblätter über einen erfundenen amerikanischen Nuklearunfall in der Karibik lancieren und verbreiten, eine atomare Verseuchung setze sich speziell an Gesichtshaaren an. Dies würde Castro und seine Barbudos dazu veranlassen, sich umgehend zu rasieren, wobei die Machos zwangsläufig ihr Gesicht verlören.

Als man Dulles diesen albernen Flaks erzählte, reagierte der CIA-Chef nicht etwa amüsiert, sondern wies seinen Giftmischer Sidney Gottlieb aus dem MK Ultra-Programm an, einen Weg zu finden, um bei Castro Haarausfall auszulösen. Ein anderer verworfener Plan sah vor, in Istanbul einen als kubanischen Gefangenen posierenden Agenten zu präsentieren, der von einer „Deportation nach Sibirien“ geflohen sei. Dulles Vorschlag, Anschläge auf kubanische Zuckerraffinerien zu verüben, wurde von Eisenhower abgelehnt, da man diese schnell reparieren könne. Zu diesem Zeitpunkt war selbst Dulles gegen eine Liquidation gewesen. Nixon befürwortete jedoch Dulles Vorschlag, Castro durch eine mit LSD präparierte Zigarre bei einer wichtigen Rede der Lächerlichkeit preiszugeben.

Barbudos

Die CIA startete eine Propagandakampagne per Radio, unterschätzte allerdings völlig die Loyalität der Kubaner zu Castro, der sie von einem brutalen Regime befreit und vielen erstmals Zugang zu staatlichen Versorgungssystemen verschafft hatte. Unter den nach Florida und Louisiana geflüchteten Castro-feindlichen Kubanern rekrutierte die CIA zunächst Agenten für eine „Gegenrevolution“, die in einem geheimen Lager in Panama in Sabotage, Attentaten und im Organisieren von Widerstandszellen ausgebildet wurden. Eisenhower hatte darauf bestanden, dass keine Spur zu ihm zurückzuverfolgen sein dürfe und von allen Beteiligten Eide zur absoluten Geheimhaltung gefordert. Mindestens 60 exilkubanische Geheimagenten wurden nach Kuba eingeschmuggelt und mit Material aus der Luft versorgt – so der Plan. Von den 30 Fallschirmabwürfen verfehlten 90% ihr Ziel, die restlichen führten Castros Geheimdienst zu denjenigen Geheimagenten, die man noch nicht abgefangen hatte. 48 Stunden nach Beginn dieser Operation 40 verstummte auch das letzte Lebenszeichen.

Wahlkampf mit der Zuckerinsel

Angesichts Castros 60.000 Männer bedurfte es einer Armee. In geheimen Trainingslagern in Guatemala bildete die CIA eine solche Streitmacht aus, zunächst 500 Kämpfer. Dulles baute eine Exilregierung auf, die nach Beginn einer Gegenrevolution nach Kuba eingeflogen und über Funk offiziell um amerikanische Hilfe nachsuchen sollte. Vizepräsident Nixon wollte sich mit der Befreiung Kubas vom „Kommunismus“ für den anstehenden Präsidentschaftswahlkampf empfehlen und wie seinerzeit Kriegsheld Eisenhower nach dem D-Day glänzen. Der Zeitplan erwies sich jedoch als zu knapp bemessen.

Den Gepflogenheiten entsprechend wurde während des Wahlkampfes auch der Gegenkandidat über die Sicherheitslage von Dulles persönlich ins Bild gesetzt. Entgegen einer verbreiteten Legende, der auch Nixon aufsaß, hatte Dulles Kennedy nur solche Erkenntnisse verraten, die ohnehin der Presse zu entnehmen waren, insbesondere nichts über die Invasionspläne. Kennedy wiederum attackierte die Regierung dafür, sich Castro gegenüber als zu weich zu erweisen, was den sich verraten fühlenden Nixon irrtümlich in Rage und Dulles in Misskredit brachte.

JFK

Am 8.November 1960 gewann John F. Kennedy die Wahl mit einer hauchdünnen Mehrheit. Ausschlaggebend waren die Stimmen etwa in Chikago gewesen, welche dort sowie in vier weiteren Bundesstaaten auf Manipulation an den Wahlurnen durch das Organisierte Verbrechen beruhten. Die Mafia, welche auch die Gewerkschaften auf Kennedy-Kurs gebracht und ihren Hofmusikanten Frank Sinatra in den Wahlkampf für den Katholiken eingespannt hatte, wollte sich mit dieser Gefälligkeit den neuen Präsident geschmeidig halten.

Insbesondere dessen Bruder Robert, der sich in Kongressausschüssen telegen als starker Mann gegen die Mafia positioniert hatte, galt es in Abhängigkeit zu bringen. Nachdem speziell die Gangster der Ostküste zuvor nach Kuba ausgewichen waren, hatte der Mob an einer Gegenrevolution ein besonderes Interesse. Doch die Kennedys spielten ein doppeltes Spiel, sehr zum Leidwesen von Carlos Marcello, dem Paten der Südstaatenmafia, dem die amerikanische Staatsangehörigkeit fehlte und der insoweit verwundbar war.

Invasionspläne

Als Dulles Kennedy in die Invasionspläne einweihte, verschwieg er ihm, dass Eisenhower diese keineswegs genehmigt hatte. General Lyman Louis Lemnitzer, der die Pläne mit dem Generalstab erörterte, erkannte wie seine Kollegen sofort, dass die Aktion wegen der zu geringen Streitmacht ohne professionell militärische Hilfe scheitern musste. Dennoch gab er eine positive Empfehlung – vielleicht deshalb, weil er der absehbar beschädigten CIA endgültig die Zuständigkeit für verdeckte Kriege abzujagen trachtete. Zudem empfand der karikaturhafte General für den militärisch niederrangigen Nachfolger des Fünfsterne-Generals Eisenhower, der die Wahl gestohlen hatte, tiefste Verachtung. Sollten die Amateure doch das Militär rufen, wenn sie nicht alleine zurecht kämen. Auch Dulles und andere CIA-Planer machten sich hinterher Vorwürfe, Kennedy gegenüber ihre Skepsis nicht geäußert zu haben.

Lyman Louis Lemnitzer. Foto: jcs.mil

Schweinebucht

Für eine erfolgreiche Anlandung war die Zerstörung der kubanischen Luftwaffe unerlässlich, welche der Missionsplaner William K. Harvey, der damals den Berlin-Tunnelbau geleitet hatte, vehement einforderte. Kennedy lehnte den Einsatz amerikanischer Flugzeuge kategorisch ab und ließ lediglich einen einzigen Bomber zu, der mit kubanischen Hoheitszeichen maskiert wurde. Als Cover-Story wollte man einen desertierten kubanischen Piloten inszenieren. (Das später der Presse präsentierte „kubanische“ Flugzeug wies eine Kuppel modernerer Bauart auf als die Maschinen, die sich in Castros Besitz befanden.) Harvey ignorierte den Befehl des Präsidenten und setzte acht Bomber ein. Selbst dem Außenminister hatte man die Invasion verschwiegen, der entsprechende Meldungen gutgläubig dementierte.

Die Luftangriffe zerstörten nur die Hälfte der kubanischen Luftwaffe, die wiederum erfolgreich CIA-Frachter mit Munition versenkte. Als Anlandungsziel war ein Strand gewählt worden, dessen Zugang zu den Schutz bietenden Bergen von einem Mangrovengestrüpp versperrt wurde und zudem sumpfig war. Da sich die CIA auf Karten von 1895 verlassen hatte, war dies den Strategen unbekannt. Zudem waren die Verschwörer längst von Castros Geheimdienst infiltriert worden und wurden bereits erwartet. Weder die versprochenen Fallschirmabwürfe mit Munition trafen ein, noch sonst eine Luftunterstützung. Auch die bereitstehende Marine wartete vergeblich auf ihren Einsatzbefehl. 1.189 Exilkubaner wurden festgenommen, während über 114 ihr Leben ließen. Der Tod von vier amerikanische Piloten blieb ein Staatsgeheimnis, weshalb man die Witwen belog. Auch Castro hatte Hunderte Tote zu beklagen. „Castro ist kein Kommunist, aber Sie tun alles, damit er einer wird“ hatte Chruschtschow einst kommentiert.

Abgang

Kennedy machte gar nicht erst den Versuch, die Rolle der USA in dieser vorgetäuschten Revolution abzustreiten. Zunächst kündigte Kennedy wutschnaubend an, die CIA „in Tausend Stücke zerschlagen“ zu wollen. Schließlich befasste er mit der Aufsicht über die Spionagebehörde seinen Bruder Robert, der ebenfalls ein Spionageenthusiast gewesen war und die Anzahl der verdeckten Aktionen vervielfachte. Obwohl Dulles nun unhaltbar geworden war, nahm JFK ihn gegen Kritiker öffentlich wie auch innerhalb der Regierung in Schutz. Im September 1961 schließlich stellte Dulles seinem engen Freund Senator Prescott Bush seinen Nachfolger John McCone vor, ebenfalls ein besonders antikommunistisch eingestellter Republikaner. Dulles führte seinen gleichaltrigen Nachfolger auf einer Europareise bei den Stationschefs ein, verschwieg ihm jedoch die illegalen Postöffnungen, MK Ultra sowie die Attentatsversuche auf Castro.

Nachdem die CIA gescheitert war, schlug der militärische Stabschef Lemnitzer eine militärische Lösung vor. Um eine solche der Weltöffentlichkeit gegenüber zu „rechtfertigen“, griff Lemnitzer tief in die eigentlich der Agency gehörende Trickkiste und schlug vor, terroristische Angriffe auf amerikanische Schiffe oder Flugzeuge unter falscher Flagge vorzutäuschen oder tatsächlich durchzuführen, die Kuba angelastet werden sollten. Verteidigungsminister McNamara lehnte ab.

Elimination by Illumination

Der CIA war jede Strategie recht, Castro zu diskreditieren. Für den Fall des Scheiterns der ersten bemannten US-Raumfahrtmission plante man, dieses dem kubanischen Geheimdienst in die Schuhe zu schieben. John Glenns Flug glückte.

Der verrückteste Plan, den die CIA damals ausheckte, war die Inszenierung der Wiederkunft Jesu Christi. Nach einer entsprechenden Kampagne sollte von einem U-Boot aus der Nachthimmel pyrotechnisch illuminiert werden. Dieses „göttliches Signal“ sollte christliche Kubaner ermutigen, den atheistischen Diktator zu stürzen. Diese Komödie wurde jedoch nie aufgeführt.

CIA-Campus

In seinen letzten Dienstjahren hatte Dulles viel Energie auf die Konstruktion der neuen Zentrale in Langley verwandt. So träumte Dulles von einer Art Universitäts-Campus, der das elitäre Selbstverständnis der CIA betonen sollte. Mit Fassung ertrug es der pensionierte Spion, dass McCone seine schönsten Vorschläge gestrichen hatte: So sollte das Büro ursprünglich über mehrere Türen verfügen, die es seinen Besuchern ermöglicht hätten, ihn unbemerkt und voneinander ungesehen aufzusuchen. Mit einem Kommunikationssystem sollte jeder Agent sofort zu kontaktieren sein.

In Dulles Vision hätte wohl nur noch Walter Schellenbergs legendärer Schreibtisch gefehlt, in dem angeblich ein Maschinengewehr gegen unliebsame Besucher eingebaut gewesen sein soll. Realisiert wurde jedoch wenigstens sein Rohrpostsystem, eines der größten der Welt, in welchem die amerikanischen Spione ihre Geheimnisse im Haus herumsausen lassen konnten. Da eine Plakette hätte entfernt werden können, bestand Dulles auf der Eingravierung seines Namens in die Wand. Der von Kennedy eingeweihte Campus sollte knapp vier Jahrzehnte später jedoch nach Prescotts Sohn in „George Bush Center for Intelligence“ umbenannt werden.

Kubakrise

„Wenn ich Chruschtschow wäre, ich würde Atomraketen nach Kuba bringen,“ meinte Robert Kennedy. Derartiges war inspiriert von den US-Raketen an der sowjetisch-türkischen Grenze auch dem Moskauer Schachspieler in den Sinn gekommen, der ein gekonntes wie zynisches Verwirrspiel trieb, in welchem die von Dulles hinterlassene CIA keine allzu große Hilfe bot.

Das gefährliche Ratespiel der Amerikaner mochten einige KGB-Leute nicht mehr weiter mit ansehen. Anfang der 60er tauchten einige geheimnisvolle Überläufer auf, über die Historiker noch heute grübeln, ob sie authentisch waren, oder ob ein doppeltes oder gar dreifaches Spiel gespielt wurde. Manche vermuten, Chruschtschows KGB-interne Kritiker hätten der zum Spionieren unbegabten CIA auf diesem Kanal kommunizieren wollen, dass die Sowjetunion entgegen Chruschtschows Bluff damals nur über ein dramatisch geringeres atomares Potential verfügte, als man es in Langley und im Pentagon argwöhnte. Kurioserweise waren es verantwortungsbewusste CIA-Leute, die sich zweimal überlegten, ob sie diese Informationen wirklich an das Pentagon weitergeben sollten: Sie befürchteten, die Verwundbarkeit könnte die Falken zu einem Erstschlag ermutigen. Le May etwa wollte die Kubakrise durch einen atomaren Angriff beenden.

Dallas

Am 22. November 1963 beging John F. Kennedy Selbstmord.

Er tat dies, indem er in einem offenen Wagen fuhr, obwohl der Secret Service Tage zuvor zwei Attentatsversuche vereitelt hatte, bei denen von Hochhäusern aus geschossen werden sollte.

Er tat dies, indem er sich mit Menschen umgab, für die politischer Mord ein legitimes Mittel zum Zweck darstellte.

Er tat dies, indem er die Südstaaten besuchte, denen er die Abkehr von der tief verwurzelten Rassentrennung mit Nachdruck aufzwang.

Er tat dies, indem er in das Revier des mit seinem Bruder befehdeten und in Morden seit vier Jahrzehnten routinierten Mafioso Carlos Marcello reiste, der mit seiner Südstaatenmafia die damals für ihre Korruption bekannte Dallas-Polizei kontrollierte.

Er tat dies, indem er das Absteigen seiner Personenschützer vom Cabrio und den Abstand zur Motorradeskorte akzeptierte, obwohl er an Menschenmassen vorbeifuhr, in denen auch mit ultrarechten Amerikanern, aber auch mit aufgebrachten Exilkubanern gerechnet werden musste, von denen viele im benachbarten Louisiana untergebracht waren.

Er tat dies, indem er u.a. die Verantwortung für ein laufendes Programm an blutigen Terroranschlägen auf Kuba trug, jedoch auf die Auswahl einer Reiseroute vertraute, die an einer Stelle mangels Zuschauermassen ein perfektes Schussfeld bot.

Er tat dies, indem er an ausgerechnet diesem Tag auch einen geheimen Boten nach Kuba geschickt hatte, der diskret ausloten sollte, wie die Spannungen künftig beigelegt werden könnten – sich also wie in der Kubakrise als zu weich gegenüber dem Kommunismus erwies.

„Habt ihr meinen Bruder getötet?“ fragte ein aufgebrachter Robert Kennedy die CIA.

Anti-Kennedy-Flugblatt am Tag vor seinem Tod in Dallas

Warren-Kommission

Als der sofort zum Präsident vereidigte Lyndon B. Johnson eine Kommission zur Klärung des Attentats unter der Leitung von Richter Earl Warren zusammenstellte, stand Dulles Name ganz oben auf der Liste. Johnson wollte weder hören, dass der Mord ein Werk Moskaus, noch eines Havannas sei, da die politischen Folgen nicht wünschenswert erschienen. Ermittlungen in Richtung der innenpolitischen Gegner, denen Dulles selbst angehörte, verboten sich. Von Dulles erwartete man eine reibungslose Verbindung des Gremiums zur CIA. Im Gegenteil schützte Dulles die Agency vor geheimnisgefährdeten Untersuchungen. Der Spymaster erwies sich als eifrigstes Mitglied der Kommission, die allerdings nur selten tagte und sich 10 Monate Zeit nahm.

Keine Mafia

Auch gegen die amerikanische Mafia wollten die Mitglieder der Warren-Kommission nicht so recht ermitteln: Richter Warren war mit dem Mafiaanwalt Murray Chotiner befreundet, der u.a. den Bruder der Privatsekretärin von Südstaatenmafioso Carlos Marcello vertrat. Hale Boggs stammte aus Louisiana und war Marcello wegen Wahlkampfspenden verpflichtet. Ebenfalls aus Louisiana kam Staatsanwalt Leon D. Hubert, der dort für seine Zurückhaltung gegenüber der Marcello-Organisation bekannt war. Die Senatoren Richard Russel und John Sherman Cooper hatten kein Interesse daran, dass der Mord an Bürgerrechtler Kennedy weißen Rassisten aus dem Süden angelastet werden würde – wie etwa dem Schwarzen-Hasser Marcello, der für seine hohen Spenden an den rassistischen Ku-Klux-Klan bekannt war.

Der Mann, der die Warren-Kommission zusammengestellt hatte, war vorher Senator im von Marcello kontrollierten Texas gewesen: Der neue Präsident Johnson, der die Kennedys ebenfalls hasste. Selbst der berühmte Bezirksstaatsanwalt von New Orleans, Jim Garrison, der später den Kennedymord erfolglos der CIA nachzuweisen versuchte, hatte mit Marcello lange seinen Frieden gemacht und fand nichts dabei, dass der Mafioso ihm kostenlose Hotelaufenthalte in Las Vegas, Spielkredite und eine günstige Immobilie ermöglichte. Garrison brachte zahlreiche Anzeigen gegen die Mafia zu Fall und profitierte wie Hoover von der bis in die 70er Jahre durchgehaltene Mär, es gäbe keine landesweit organisierte Mafia – andernfalls hätten er und Hoover ihre Unfähigkeit gegenüber dem organisierten Verbrechen einräumen müssen.

Familienjuwelen

Dulles hatte allerdings einen noch pikanteren Grund, die Mafia aus den Ermittlungen herauszuhalten, denn er musste ein delikates Geheimnis des toten Präsidenten, dessen Bruder und der CIA schützen: Die Regierung Kennedy hatte zur Beseitigung von Castro einen Mord in Auftrag gegeben – an die Mafia.

Wie in den Mitte 2007 freigegebenen Familienjuwelen nachzulesen ist, hatte die CIA bereits im August 1960 über den Mafioso Johnny Roselli zu Al Capones Nachfolger Sam Giancana und zum ehemals kubanischen Drogenkönig Santos Trafficante Kontakt aufgenommen. Man beschloss, Castro zu vergiften. Im Februar 1961 war auch der Justizminister der neuen Regierung, Robert Kennedy, in den Mordplan eingeweiht worden. Die Zusammenarbeit ausgerechnet Robert Kennedys mit der Mafia war deshalb so ungeheuerlich, weil dieser sich im Wahlkampf die Bekämpfung der Mafia auf die Fahnen geschrieben hatte und sich eine unerbittliche Vendetta mit dem Südstaatenmafioso Carlos Marcello lieferte, der als Pate von Amerikas ältester italo-amerikanischer Mafiafamilie formell dem landesweiten Syndikat vorsaß – das es nach damals offizieller Darstellung gar nicht gab.

Dem passionierten Taucher Castro wollte man einen mit Pilzsporen verseuchten Taucheranzug schenken, ihm explosive Muscheln auslegen und auf alle nur erdenklichen Arten vergiften. Ausgerechnet am Tag von Kennedys Ermordung war an einen Agenten eine als Kugelschreiber getarnte Giftspritze geliefert worden.

Von den auf Initiative von Robert Kennedy wieder aufgenommenen Mordplänen an Castro wussten außer den Kennedy-Brüdern und den beteiligten Mafiosi, soweit bekannt, nur noch Allen Dulles und sein Gewährsmann Richard Helms. Nicht einmal der neue Präsident Johnson oder der amtierende CIA-Chef McCone sollen eingeweiht gewesen sein. Das sollte auch so bleiben.

Alleintäter

Der Fall konnte jedoch ohne Behelligung der in Betracht kommenden Parteien abgeschlossen werden, wenn man der Öffentlichkeit einen verwirrten Täter präsentieren konnte, der aus eigenen Motiven ohne Unterstützung Dritter gehandelt hatte. Man benötigte einen „nützlichen Idioten“.

Nur wenige Minuten nach dem Attentat war der Polizei ein solcher Alleintäter zur Fahndung präsentiert worden, der angeblich auch einen Polizisten erschossen hatte. Der Verdächtige war in einem Kino festgenommen worden, das zur Kette des patriotischen Milliardärs Howard Hughs gehörte – einem langjährigen CIA-Partner, der seine Kinos der Firma als Agentenbasen für illegale Inlandsoperationen zur Verfügung stellte.

Hatte der Verdächtige Lee Harvey Oswald die Tat auch vehement bestritten und sogar vor einer Fernsehkamera geäußert, er solle lediglich als Sündenbock missbraucht werden, so konnte er sich nicht mehr in einem Gerichtssaal gegen den Mordvorwurf verteidigen. Marcellos Statthalter in Dallas, der dort einen von der Mafia betriebenen Nachtclub für korrupte Polizisten leitete, bekam einen Anruf, begab sich daraufhin ins Polizeipräsidium und erschoss den Verdächtigen. Ähnlich hatte es sich seinerzeit beim Mord an Louisianas Gouverneur Huey Long abgespielt, dessen angeblicher Attentäter sofort erschossen wurde, was allen Beteiligten lästige Ermittlungen ersparte.

Auf Dulles ging die Alleintätertheorie zurück, die zu dem Schluss führt, der sich in einem fahrenden Auto bewegende Kennedy sei ohne Anvisierungszeit mit einem neugekauften billigen Repetiergewehr mit falsch eingestellter Zielvorrichtung von einer einzigen Kugel erschossen worden, die trotz durchschlagener Knochen und Autositze nahezu unversehrt blieb, dennoch aber Materialspuren in der Hand des gleichfalls getroffenen Senators Conally hinterließ. Die zahlreichen Zeugenaussagen über Schüsse, die als von vorne kommend wahrgenommen wurden, sollten das Ergebnis des Warren-Reports ebenso wenig trüben wie die erste Obduktion in Dallas, die von der durch Militärärzte in Washington durchgeführten Obduktion dramatisch abwich.

Oswald und die CIA

In der geladensten Sitzung der Warren-Kommission wurde die Frage diskutiert, ob Oswald möglicherweise Verbindungen zum FBI oder zur CIA gehabt hatte. Dulles vermied ein Verhör der CIA-Offiziere, indem er seinen erstaunten Beisitzern eröffnete, dass eine Befragung sinnlos sei, da Geheimes nun einmal abgeleugnet werden würde. Auch die Frage, ob von den Offizieren denn wenigstens unter Eid eine ehrliche Antwort zu erwarten sei, verneinte Dulles. Ob ein Offizier denn wenigstens seinem Vorgesetzten wahrheitsgemäß antworten würde, ob Oswald zur CIA gehöre? „Vielleicht, vielleicht auch nicht. – Wenn es ein schlechter wäre, würde er es nicht.“

Dulles ließ seine Kollegen wissen, dass ein CIA-Offizier einzig seinem Präsidenten, nicht aber etwa dem Außenminister oder dem Verteidigungsminister Rechenschaft schuldig sei. Stillschweigend hatte er damit zum Ausdruck gebracht, dass weder der Vorsitzende Richter am Obersten Gerichtshof, noch ein Kongressausschuss „seine“ CIA zu befragen habe.

Die Kommission wollte jedoch wissen, weshalb ein Ex-Marine, der drei Jahre in der Sowjetunion gelebt und unbehelligt wieder die amerikanische Staatsangehörigkeit angenommen hatte, nicht die Aufmerksamkeit der CIA geweckt hatte. Im Gegenteil beschwor Oswalds russische Frau vor der Kommission ihre Annahme, ihr Mann habe für die CIA gearbeitet. Soweit er sich erinnern könne, meinte Dulles, habe er vor dem Attentat keine Kenntnis des Mannes gehabt. Dies war irreführend, denn der Spionagechef befasste sich grundsätzlich nicht mit den Namen der Feldagenten. Dulles lehnte es auch ab, für die Kommission in der CIA Dokumente einzusehen, da es bei besonders heiklen Einsätzen grundsätzlich keine Aufzeichnungen gäbe, damit sie abgeleugnet werden könnten. Obwohl Dulles eine Beurteilungsgrundlage lange bestritten hatte, präsentierte er schließlich die Aussage, Oswald sei kein CIA-Mann gewesen.

Ebenso wenig gäbe es Erkenntnisse, dass Oswald ein russischer Agent gewesen sei. Auch der umstrittene KGB-Überläufer Jury Nosenko verneinte Dulles gegenüber diese Frage, wobei Dulles Warrens und Hoovers Forderung, Nosenko zu vernehmen, erfolgreich abwehrte. Dulles Rivale FBI-Chef Hoover, der sich auf seine Weise mit der Mafia arrangiert hatte, sabotierte ebenfalls die Kommission, der er seine eigenen Erkenntnisse vorenthielt – etwa die über den ominösen David Ferrie, der Verbindungen zu Oswald, der CIA und Marcello hatte.

1978 sollte sich bei einer Untersuchung des Kongresses herausstellen, dass Oswald in die Mordpläne an Castro verwickelt war. Der kubanische Sicherheitsdienst hatte offenbar gut daran getan, Oswald seinerzeit ein von ihm nachgesuchtes Treffen mit Castro zu verweigern. Oswald war zudem wie Ferrie Mitglied einer rechtsgerichteten Jugendorganisation gewesen, zu deren Gründungsmitgliedern auch der Eigentümer des Schulbuchverlagsgebäudes in Dallas gehörte, von dem man Schüsse vernahm.

David Ferrie (zweiter von links) and Lee Harvey Oswald (ganz rechts) bei der Civil Air Patrol (1955)

„The American people don’t read“

soll Dulles gesagt haben, als man sich sorgte, wie die Öffentlichkeit wohl auf die Schwächen seiner Alleintäterbehauptung reagieren würde. Der Warren-Report stieß in den USA auf breite Zustimmung, während er in Europa angezweifelt wurde. Alle Versuche, die Akten wieder zu öffnen, wehrte Dulles ab und reagierte in den Folgejahren unwirsch, wenn man ihn auf Ungereimtheiten ansprach. Es stehe doch alles im Bericht. Und der sei gut.

Mississippi Burning

Zu dieser Zeit reisten im Freedom Summer Tausende weißer Bürgerrechtler in die Südstaaten, um schwarzen Wählern bei der Registrierung zur Präsidentschaftswahl zu helfen. In der Gegend der Stadt Jackson verschwanden die weißen Aktivisten Andrew Goodman und Michael Schwerner sowie ihr schwarzer Kollege James Chaney spurlos. Der Fall schlug hohe Wellen. Zur Vermittlung mit den sturen Südstaatlern wählten Johnson, Robert Kennedy und Hoover einen konservativen Mann aus, der bekannt dafür war, sich keine Vorschriften von Washingtoner Bürokraten machen zu lassen.

Tatsächlich wurde der per Luftwaffe eingeflogene Seniorspion vom örtlichen Gouverneur herzlich empfangen, der Bedauern für die gutmeinenden, aber wohl kommunistisch fehlgeleiteten jungen Männer äußerte. Auch vom Sheriff, der dem Ku Klux Klan nahe stand, war nicht viel zu erwarten. Beim Abendessen klärten die Honoratioren der Stadt Dulles darüber auf, wie die Unruhestifter aus dem Norden die Schwarzen zu Ungehorsam verführten, weshalb man sie zurückschicken solle. Selbst dem konservativen Dulles, dessen OSS unter Donovan lange keine jüdischen Informanten akzeptiert hatte, war von diesem rassistischen Fundamentalismus verstört. Am andern Tag sprach der Pastorensohn erstmals mit einem katholischen Bischof, der ihm Schwarze vorstellte, die von den Übergriffen des Ku Klux Klan berichteten.

Zurück in Washington sprach Dulles von einem Terrorismus neuer Qualität und machte Vorschläge, wie diesem entgegengewirkt werden könne. Der Präsident bat Dulles, vor die Journalisten zu treten und die jungen Leute vor Reisen in den Süden zu warnen. Doch Dulles ließ in der Pressekonferenz nicht die kleinste Bemerkung in diese Richtung fallen, was ihm manche als Courage anrechneten.

Als das FBI schließlich die verbrannten Leichen der Vermissten fand, wiesen sie Schussverletzungen auf. Dem Schwarzen hatte man die Knochen gebrochen. 2005 wurde einer der Täter verurteilt.

„Oh, perhaps we have already intervented too much in the affairs of other peoples.”

Im Präsidentschaftswahlkampf verteidigte Dulles den Demokraten Johnson, der von dem rechtskonservativen Republikaner Barry Goldwater attackiert wurde. Johnson sandte Dulles 1964 an die vietnamesische Front, wo in Kreisen des Militärs die ultrarechte John Birch Society Zulauf gefunden hatte, die es zu besänftigen galt. Diese kultivierte die Verschwörungstheorie, seit Roosevelt seien alle amerikanischen Präsidenten sowie die Dulles-Brüder Bestandteil einer kommunistischen Verschwörung, welche den Staat unterwandert habe.

Auf seiner Vietnamreise dürfte Dulles wenig ausgerichtet haben, ließ jedoch bemerkenswerte Äußerungen fallen. Während er offiziell den Kriegskurs seiner Regierung unterstützte, äußerte er Skepsis, ob die verdeckten Aktionen erfolgsversprechend seien. Da an der Front die wenigsten Offiziere wussten, weshalb sie sich dort eigentlich engagierten, erkannte Dulles früh, dass es ein Problem geben werde, der amerikanischen Öffentlichkeit den Sinn der Kriegshandlungen zu erklären.

Das US-Militär fand bald jedoch wieder Schiffe, die attackiert werden wollten.

Die von Dulles hinterlassene CIA sollte auch im Vietnamkrieg versagen. Die Vorstellungskraft der Analysten reichte nicht aus, um dem geheimen Tunnelsystem des Vietcong auf die Schliche zu kommen. Ebenso wenig konnten sich die Amerikaner vorstellen, dass Menschen, die aus Autoreifen hergestellte Sandalen trugen, in der Lage waren, mit umgebauten Radios amerikanischen Militärfunkverkehr abzuhören und entsprechend vorgewarnt den Bombardements zu entkommen.

Public Relations

Der Spion im Ruhestand musste jedoch an einer neuen Front kämpfen. Die Presse, die er stets zu kontrollieren verstand, bekam Wind von der zwei Jahrzehnte zuvor begonnenen verdeckten CIA-Finanzierung der Nationalen Studenten Organisation sowie deren Partner in Westeuropa, um sie in den Feldzug gegen den Kommunismus einzuspannen. Selbst Journalisten, mit denen Dulles langjährige Freundschaften gepflegt hatte, sparten nicht mit Kritik, so dass Dulles mit ihnen offen brach.

Sein Image besserte der inzwischen zum Großvater gewordene Dulles mit zwei populären Büchern auf: Great True Spy Stories und Great Spy Stories from Fiction.

Es war dies die Zeit, als in Partnerdiensten langjährige Doppelagenten in hohen Positionen enttarnt worden waren. Die darauf einsetzende Suche nach einem hochrangigen Spion in den eigenen Reihen führte zu einem hausinternen Klima der Verschwörung, das die riesige Spionagebehörde lähmte.

Tod

Als Dulles im Januar 1969 auf dem Sterbebett lag, befand sich in seiner Reichweite Kiplings „Kim“. Das „Große Spiel“ ging für den Schattenkrieger friedlich zuende. Das Vermächtnis der Dulles-Brüder, der Kalte Krieg, überdauerte noch zwei Jahrzehnte. Die Verschlagenheit und Brutalität, mit welchen die Dulles-Brüder in vielen Ländern vorgegangen waren, hatten sich im Gedächtnis nicht nur der Betroffenen tief eingeprägt. Obgleich sich die CIA-Methoden langfristig nur selten bewährt hatten, behielt sie die Firma bei.

Präsident Nixon kommentierte Dulles Tod: „But because of him — the world is a safer place today.“ Mancher mag versucht sein, den ersten Teil des Satzes zu streichen.

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Time to Look back! Bernie Sanders FDR und JFK, alle drei stehen für radikale Veränderungen…


Would The Establishment Allow Bernie Sanders To Be President?

 

Time to Look back! Bernie Sanders FDR und JFK, alle drei stehen für radikale Veränderungen…

Ich weiß, ein Horror Gedanke! Aber kann man eine Wiederholung von Geschichte ausschließen? Hatte nicht auch JFK radikale Veränderungen vor? Das Attentat hat alles gestoppt, es gab niemanden, der die Lücke, die JFK hinterlassen hat, schließen konnte! Amerika ist das Land der unbegrenzten Möglichkeiten, ja auch deshalb denke ich darüber nach, es gibt sie, die konspirativen Mächte von denen JFK am 27. April 1961 in New York sprach, es gab sie und es gibt sie immer noch! Was, wenn sich Geschichte wiederholt? Sollte Bernie Sanders tatsächlich zu einer Gefahr des Establishments werden, wird er dann nicht auch eine Gefahr für die konspirativen Kräfte von denen JFK gesprochen hat? Machen wir uns nichts vor, ganz klar dieser Gedanke, diese Gefahr ist real, es ist nicht auszuschließen, das sich Geschichte wiederholt! Aber, anders als damals, könnte diese „Lücke“ von Elizabeth Warren, nicht nur geschlossen werden, nein, sollte das unfassbare tatsächlich stattfinden, dann wäre die Kandidatin Elizabeth Warren der „Phönix aus der Asche“, ein echter Albtraum für die „Mächte des Bösen“! Genau an diesem Punkt unterscheidet sich die JFK Geschichte von der aktuellen, damals war das Attentat für die „finsteren Mächte“ eine Lösung, heute wäre ein Attentat auf Bernie Sanders genau das Gegenteil, denn mit Elizabeth Warren stünde eine potentielle Kandidatin zur Verfügung, die mit ihrer Aura, aus dem, von Bernie Sanders angefachten Sturm, ganz schnell einen Orkan werden lassen könnte….Mit ihr als Kandidatin oder, hoffen wir das Beste, als Unterstützerin von Bernie Sanders würde quasi der Turbo dazugeschaltet,  jeder Gegenkandidat, egal ob Demokrat oder Republikaner, wäre dann im Grunde chancenlos. Aber wie gesagt hoffen wir das Beste und hoffen wir dass sich die Geschichte nicht wiederholt und uns allen, die Bilder, die Trauer und die Entrüstung von damals erspart bleibt….Hoffen wir auf den Erfolg dieser Revolution!

Feel The Bern!

 

Lesenswert:

Time to look back! John F. Kennedy talking about Secret societies…


Speech of President John F. Kennedy, Waldorf-Astoria Hotel, New York City, April 27, 1961


Listen to speech here: Audio Record of the speech of President John F. Kennedy, Waldorf-Astoria Hotel, New York City, April 27, 1961

View related documents here: Original Documents of President John F. Kennedy, Waldorf-Astoria Hotel, New York City, April 27, 1961

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Mr. Chairman, ladies and gentlemen:

I appreciate very much your generous invitation to be here tonight.

You bear heavy responsibilities these days and an article I read some time ago reminded me of how particularly heavily the burdens of present day events bear upon your profession.

You may remember that in 1851 the New York Herald Tribune under the sponsorship and publishing of Horace Greeley, employed as its London correspondent an obscure journalist by the name of Karl Marx.

We are told that foreign correspondent Marx, stone broke, and with a family ill and undernourished, constantly appealed to Greeley and managing editor Charles Dana for an increase in his munificent salary of $5 per installment, a salary which he and Engels ungratefully labeled as the „lousiest petty bourgeois cheating.“

But when all his financial appeals were refused, Marx looked around for other means of livelihood and fame, eventually terminating his relationship with the Tribune and devoting his talents full time to the cause that would bequeath the world the seeds of Leninism, Stalinism, revolution and the cold war.

If only this capitalistic New York newspaper had treated him more kindly; if only Marx had remained a foreign correspondent, history might have been different. And I hope all publishers will bear this lesson in mind the next time they receive a poverty-stricken appeal for a small increase in the expense account from an obscure newspaper man.

I have selected as the title of my remarks tonight „The President and the Press.“ Some may suggest that this would be more naturally worded „The President Versus the Press.“ But those are not my sentiments tonight.

It is true, however, that when a well-known diplomat from another country demanded recently that our State Department repudiate certain newspaper attacks on his colleague it was unnecessary for us to reply that this Administration was not responsible for the press, for the press had already made it clear that it was not responsible for this Administration.

Nevertheless, my purpose here tonight is not to deliver the usual assault on the so-called one party press. On the contrary, in recent months I have rarely heard any complaints about political bias in the press except from a few Republicans. Nor is it my purpose tonight to discuss or defend the televising of Presidential press conferences. I think it is highly beneficial to have some 20,000,000 Americans regularly sit in on these conferences to observe, if I may say so, the incisive, the intelligent and the courteous qualities displayed by your Washington correspondents.

Nor, finally, are these remarks intended to examine the proper degree of privacy which the press should allow to any President and his family.

If in the last few months your White House reporters and photographers have been attending church services with regularity, that has surely done them no harm.

On the other hand, I realize that your staff and wire service photographers may be complaining that they do not enjoy the same green privileges at the local golf courses that they once did.

It is true that my predecessor did not object as I do to pictures of one’s golfing skill in action. But neither on the other hand did he ever bean a Secret Service man.

My topic tonight is a more sober one of concern to publishers as well as editors.

I want to talk about our common responsibilities in the face of a common danger. The events of recent weeks may have helped to illuminate that challenge for some; but the dimensions of its threat have loomed large on the horizon for many years. Whatever our hopes may be for the future–for reducing this threat or living with it–there is no escaping either the gravity or the totality of its challenge to our survival and to our security–a challenge that confronts us in unaccustomed ways in every sphere of human activity.

This deadly challenge imposes upon our society two requirements of direct concern both to the press and to the President–two requirements that may seem almost contradictory in tone, but which must be reconciled and fulfilled if we are to meet this national peril. I refer, first, to the need for a far greater public information; and, second, to the need for far greater official secrecy.

I

The very word „secrecy“ is repugnant in a free and open society; and we are as a people inherently and historically opposed to secret societies, to secret oaths and to secret proceedings. We decided long ago that the dangers of excessive and unwarranted concealment of pertinent facts far outweighed the dangers which are cited to justify it. Even today, there is little value in opposing the threat of a closed society by imitating its arbitrary restrictions. Even today, there is little value in insuring the survival of our nation if our traditions do not survive with it. And there is very grave danger that an announced need for increased security will be seized upon by those anxious to expand its meaning to the very limits of official censorship and concealment. That I do not intend to permit to the extent that it is in my control. And no official of my Administration, whether his rank is high or low, civilian or military, should interpret my words here tonight as an excuse to censor the news, to stifle dissent, to cover up our mistakes or to withhold from the press and the public the facts they deserve to know.

But I do ask every publisher, every editor, and every newsman in the nation to reexamine his own standards, and to recognize the nature of our country’s peril. In time of war, the government and the press have customarily joined in an effort based largely on self-discipline, to prevent unauthorized disclosures to the enemy. In time of „clear and present danger,“ the courts have held that even the privileged rights of the First Amendment must yield to the public’s need for national security.

Today no war has been declared–and however fierce the struggle may be, it may never be declared in the traditional fashion. Our way of life is under attack. Those who make themselves our enemy are advancing around the globe. The survival of our friends is in danger. And yet no war has been declared, no borders have been crossed by marching troops, no missiles have been fired.

If the press is awaiting a declaration of war before it imposes the self-discipline of combat conditions, then I can only say that no war ever posed a greater threat to our security. If you are awaiting a finding of „clear and present danger,“ then I can only say that the danger has never been more clear and its presence has never been more imminent.

It requires a change in outlook, a change in tactics, a change in missions–by the government, by the people, by every businessman or labor leader, and by every newspaper. For we are opposed around the world by a monolithic and ruthless conspiracy that relies primarily on covert means for expanding its sphere of influence–on infiltration instead of invasion, on subversion instead of elections, on intimidation instead of free choice, on guerrillas by night instead of armies by day. It is a system which has conscripted vast human and material resources into the building of a tightly knit, highly efficient machine that combines military, diplomatic, intelligence, economic, scientific and political operations.

Its preparations are concealed, not published. Its mistakes are buried, not headlined. Its dissenters are silenced, not praised. No expenditure is questioned, no rumor is printed, no secret is revealed. It conducts the Cold War, in short, with a war-time discipline no democracy would ever hope or wish to match.

Nevertheless, every democracy recognizes the necessary restraints of national security–and the question remains whether those restraints need to be more strictly observed if we are to oppose this kind of attack as well as outright invasion.

For the facts of the matter are that this nation’s foes have openly boasted of acquiring through our newspapers information they would otherwise hire agents to acquire through theft, bribery or espionage; that details of this nation’s covert preparations to counter the enemy’s covert operations have been available to every newspaper reader, friend and foe alike; that the size, the strength, the location and the nature of our forces and weapons, and our plans and strategy for their use, have all been pinpointed in the press and other news media to a degree sufficient to satisfy any foreign power; and that, in at least in one case, the publication of details concerning a secret mechanism whereby satellites were followed required its alteration at the expense of considerable time and money.

The newspapers which printed these stories were loyal, patriotic, responsible and well-meaning. Had we been engaged in open warfare, they undoubtedly would not have published such items. But in the absence of open warfare, they recognized only the tests of journalism and not the tests of national security. And my question tonight is whether additional tests should not now be adopted.

The question is for you alone to answer. No public official should answer it for you. No governmental plan should impose its restraints against your will. But I would be failing in my duty to the nation, in considering all of the responsibilities that we now bear and all of the means at hand to meet those responsibilities, if I did not commend this problem to your attention, and urge its thoughtful consideration.

On many earlier occasions, I have said–and your newspapers have constantly said–that these are times that appeal to every citizen’s sense of sacrifice and self-discipline. They call out to every citizen to weigh his rights and comforts against his obligations to the common good. I cannot now believe that those citizens who serve in the newspaper business consider themselves exempt from that appeal.

I have no intention of establishing a new Office of War Information to govern the flow of news. I am not suggesting any new forms of censorship or any new types of security classifications. I have no easy answer to the dilemma that I have posed, and would not seek to impose it if I had one. But I am asking the members of the newspaper profession and the industry in this country to reexamine their own responsibilities, to consider the degree and the nature of the present danger, and to heed the duty of self-restraint which that danger imposes upon us all.

Every newspaper now asks itself, with respect to every story: „Is it news?“ All I suggest is that you add the question: „Is it in the interest of the national security?“ And I hope that every group in America–unions and businessmen and public officials at every level– will ask the same question of their endeavors, and subject their actions to the same exacting tests.

And should the press of America consider and recommend the voluntary assumption of specific new steps or machinery, I can assure you that we will cooperate whole-heartedly with those recommendations.

Perhaps there will be no recommendations. Perhaps there is no answer to the dilemma faced by a free and open society in a cold and secret war. In times of peace, any discussion of this subject, and any action that results, are both painful and without precedent. But this is a time of peace and peril which knows no precedent in history.

II

It is the unprecedented nature of this challenge that also gives rise to your second obligation–an obligation which I share. And that is our obligation to inform and alert the American people–to make certain that they possess all the facts that they need, and understand them as well–the perils, the prospects, the purposes of our program and the choices that we face.

No President should fear public scrutiny of his program. For from that scrutiny comes understanding; and from that understanding comes support or opposition. And both are necessary. I am not asking your newspapers to support the Administration, but I am asking your help in the tremendous task of informing and alerting the American people. For I have complete confidence in the response and dedication of our citizens whenever they are fully informed.

I not only could not stifle controversy among your readers–I welcome it. This Administration intends to be candid about its errors; for as a wise man once said: „An error does not become a mistake until you refuse to correct it.“ We intend to accept full responsibility for our errors; and we expect you to point them out when we miss them.

Without debate, without criticism, no Administration and no country can succeed–and no republic can survive. That is why the Athenian lawmaker Solon decreed it a crime for any citizen to shrink from controversy. And that is why our press was protected by the First Amendment– the only business in America specifically protected by the Constitution- -not primarily to amuse and entertain, not to emphasize the trivial and the sentimental, not to simply „give the public what it wants“–but to inform, to arouse, to reflect, to state our dangers and our opportunities, to indicate our crises and our choices, to lead, mold, educate and sometimes even anger public opinion.

This means greater coverage and analysis of international news–for it is no longer far away and foreign but close at hand and local. It means greater attention to improved understanding of the news as well as improved transmission. And it means, finally, that government at all levels, must meet its obligation to provide you with the fullest possible information outside the narrowest limits of national security–and we intend to do it.

III

It was early in the Seventeenth Century that Francis Bacon remarked on three recent inventions already transforming the world: the compass, gunpowder and the printing press. Now the links between the nations first forged by the compass have made us all citizens of the world, the hopes and threats of one becoming the hopes and threats of us all. In that one world’s efforts to live together, the evolution of gunpowder to its ultimate limit has warned mankind of the terrible consequences of failure.

And so it is to the printing press–to the recorder of man’s deeds, the keeper of his conscience, the courier of his news–that we look for strength and assistance, confident that with your help man will be what he was born to be: free and independent.

 

Lesenswert:

https://dudeweblog.wordpress.com/?s=John+F.+Kennedy

Ok Bernie Sanders! Let us start the Revolution! #FeelTheBern


A Letter To: The People in the USA, all the People living in Germany, Europe, Africa, Asia, Australia, Everyone living on this Planet…


A Letter To: Everyone,

I hope you know that the Political Revolution starts on 02/01/2016 in IOWA and this means no more talk, it’s time for action. If you are of voting age or will be by Election Day in November 2016, then I say to you, if YOU want Bernie Sanders as your next President. Then when it comes time in your state to caucus/vote, YOU have to tell your employer that you will be exercising your right as an AMERICAN and will NOT be working from the start time, till done, that day.

WE THE PEOPLE ARE STARTING OUR POLITICAL REVOLUTION

If you are too afraid to stand up for your RIGHTS then you cannot complain of what’s to come, for what you are fighting for is not just for you but everyone that come after you, your children and grandchildren. It’s NOW or never, we have waited for the people that we elect to get us out of this BIG MONEY control, the wait is OVER the elected officials are in too deep with BIG MONEY.

We have to do this or BIG MONEY will run your life forever, we had to do this in the Nineteen Thirty’s, then in 1980s Big money started to run amuck and kept telling us to CUT our TAXES and WE will CREATE JOBS, it’s been OVER THIRTY years, WHERE are the JOBS? Oh wait there in CHINA and other Countries without regulations. Big Money milked us dry and collapsed in 2008 and then WE had to bail them out, what the HELL. They get a bail out and we have to suffer, it’s time to get MAD, It was OUR TAX MONEY that WE worked for to help US and they got IT. Look they are NOT paying their fair share of taxes to benefit US? I don’t think so. What would have happened if instead they bailed us out? We would still be IN OUR HOMES driving OUR CARS PAYING OUR BILLS, instead we have to live on the streets and live in POVERTY. If you know of a homeless person take them with you to CAUCUS get them registered and let then help out as well.

IT IS TIME FOR ALL OF US TO RISE UP TO THE UNFAIR BALANCE OF POWER

FEEL THE BERN FROM WE THE PEOPLE

We are at WAR with a CORRUPTED SYSTEM, for those of you that think the Bernie Sanders POLITICAL REVOLUTION is just a theme, you are WRONG, it’s what we are going to do. We don’t need a gun to get our way, WE will use our VOTE and our bodies as our weapon of choice. See you don’t have to KILL to get your point across, numbers of people can do the same without KILLING anyone. This is not to say that while we are at it some of us may go to jail, but I bet when it’s all said and done, some people that thought they were above the law due to having MONEY, will find themselves behind bars.

The POLITICAL REVOLUTION of the United States of America Starts TODAY

This is NOT a game or a gimmick this is a WAR on BIG MONEY and taking back our government. If you stand in our way we will move you, if you try and STOP US we will grow LARGER. Join us or get out of the way, a STORM is coming in the likes that this NATION has never seen and hopefully will never have to happen again.

This is NOT just about the United States of America for this is affecting the entire GLOBE, our COUNTRY is not the only one that is FIGHTING BIG MONEY. The FIGHT STARTS HERE AND IT STARTS NOW!!!!!

This is a WAR on POLITICS, it’s NOT just a President we are electing, there are a lot of Congress seat that will be taken (the do NOTHING congress) as well as we have a large number of Supreme Court Judges that are out as well. Thing can be changed to get it done, if not we know where the WHITE HOUSE is and were CONGRESS sits. If we have something NOT getting done that we want done, we have to march onto the window of CONGRESS and tell them ourselves. People in this country have to STOP being lazy and yell from the comfort of their living room, but hey we have plenty of us LIVING ON THE STREETS that wouldn’t mind marching. The STORM is coming and people better wake up, you join us or get out of the way. For we will bring our huddled masses.

USA Präsidentschaftswahlen 2016. Bernie Sanders vs. Hillary Clinton

USA Präsidentschaftswahlen 2016. Bernie Sanders vs. Hillary Clinton

And this is just the beginning of a huge movement to change the situation for all the people in the world…
Let us start this Revolution…

Deutsche Zivilgesellschaft Quo Vadis? Die neue Eiszeit der deutschen Medien.


Das Vorwort zu ihrem aktuellen Buch:

„Russland verstehen. Der Kampf um die Ukraine und die Arroganz des Westens“ von Gabriele Krone-Schmalz, C.H.Beck-Verlag, 2015, Taschenbuch S. 176, 14 Euro 95, auch als E-Book erhältlich.“

gesprochen von Gabriele Krone-Schmalz:

Ein Interview von WDR5 Audio: Journalistin Krone-Schmalz: „Die EU ist latent russlandfeindlich“ (22.02.2015)

Bitte Kopiert und verbreitet diesen Beitrag!

Die Deutschen Medien führen bereits ihren Krieg! Anders kann man diese Sendung nicht kommentieren!

Neue Marschrichtung der Lügenpresse:
öffentliche Denunzierung anders Denkender!
Diese Sendung „Maischberger vom 24.02.2015“ dürfte eine Wende des öffentlich rechtlichen TVs einläuten. Unverhohlene Propaganda und ehrverletzende Bloßstellung von Menschen die sich für den deutschen Journalismus verdient gemacht haben. Hier werden die gleichen Mittel und Methoden wie schon zu Adenauers Zeiten angewendet.


Damals wurde der rechtschaffene Prof. Walter Hagemann, unter anderem Leiter des Instituts für Publizistik der Uni Münster, auf ähnliche Weise denunziert, diffamiert und sogar mit Gerichtsprozessen verfolgt.
Bitte unbedingt lesen, damit sich Geschichte nicht wiederholt!
https://derblauweisse.wordpress.com/2014/11/12/nicht-nur-manipulierte-medien-auch-geschichte-wird-manipuliert/

„Adenauer war ein Diktator mit Blut an den Händen. Er Mißachtete Gesetze nahm Tote und Verletzte in Kauf und veranlaßte die Verfolgung von mehreren Hunderttausend Menschen in Deutschland, die wegen ihrer oppositionellen Haltung mit allen erdenklichen Vorwürfen konfrontiert und zum Teil zu langjährige Haftstrafen verurteilt wurden. Einer seiner prominenten Opfer war das CDU Miglied Prof. Walter Hagemann. Der hochangesehene Publizist entging einer langjährigen Haftstrafe durch seine Flucht in den Ostsektor.“

Die mehrfach ausgezeichnete Journalistin Krone-Schmalz wird den Zuschauern als „Putin-Flüsterin“

Krone-Schmalz "Die Putin-Flüsterin"

Krone-Schmalz „Die Putin-Flüsterin“

vorgeführt, ein weiterer Gast ein Journalist des russischen Staatsfernsehens wird von Maischberger den Zuschauern als Vertreter Putins mit den Worten:“Wenn ich sie jetzt hier frage kommt es mir vor, als könnte ich auch Putin direkt fragen“, vorgestellt wird, tiefer kann man nicht sinken, einseitiger und beleidigender kann man mit seinen Gästen nicht umgehen! Der Höhepunkt ist dann der, in keine demokratische Welt passende, penetrante Werner Schulz, der zum wiederholten Mal eine Bühne für seine untollerierbare Hetze erhalten hat. Dieser Werner Schulz, ein BesserOssi, eine sich selbstauszeichnende Null, ist ein Paradabeispiel für die aktuelle Politik der Grünen!
Das ist Fr. Prof. Dr. Krone-Schmalz und wer ist Werner Schulz?

Preise und Auszeichnungen:
1985 Ehrende Anerkennung, Grimme Preis für „Monitor“

1986 Drexel Preis für „Monitor“

1987 Grimme Preis, Live Sonderpreis in Silber für „Drei vor Mitternacht“

1989 Kritikerpreis für „Kraftakte – Frauenalltag in der Sowjetunion“

1990 Goldener Gong für „KGB-Verbrechen und Glasnost“

1997 Hildegard von Bingen Preis für Publizistik

1997 Verleihung des Bundesverdienstkreuzes I. Klasse

2008 Verleihung der Puschkin-Medaille „in Anerkennung ihres Beitrages zur Festigung der Freundschaft und Zusammenarbeit zwischen Russland und Deutschland.“
…und das ist auch Frau Prof. Dr. Krone-Schmalz

Studium der Osteuropäischen Geschichte,
Politischen Wissenschaften und Slawistik
1974 Magister in Geschichte und Politischen Wissenschaften
1977 Promotion in Geschichte und Politischen Wissenschaften
August 1987 Korrespondentin im ARD Studio Moskau
August 1991 Rückkehr nach Deutschland / Sabbatjahr
1992 bis 1997 Moderation des ARD „Kulturweltspiegel“
seit Mitte 1992 freie Journalistin und Autorin
seit Dez. 2000 Mitglied des Lenkungsausschusses im „Petersburger Dialog“
(einer Initiative des russischen Präsidenten Putin und des
deutschen Bundeskanzler Schröder)

Wintersemester 2003/2004 Gastprofessur an der Universität zu Lübeck
seit Oktober 2008 Mitglied im Hochschulrat der TU Ilmenau
seit Oktober 2011 Professor für TV und Journalistik
Business and Information Technology School (BiTS) Staatlich anerkannte Private Hochschule University of Applied Sciences

Nicht nur manipulierte Medien, auch Geschichte wird manipuliert!


Besonders auf Seite 3 des Briefes von Adenauer an den damaligen US Präsidenten John F. Kennedy vom 21.10.1961 belegt sehr deutlich, wie er den US Präsidenten belügt.

Was der Herr Dr. Adenauer hier so schreibt, das schreit zum Himmel. Über 90 % der Deutschen war gegen eine Wiederbewaffnung, gegen den NATO Beitritt und auch gegen die Teilung. Eine von der Regierung verbotene Unterschriften Sammlung hat bei etwas über 6 Millionen gesammelten Meinungen ( es gibt auch Quellen, die nennen sogar 9.119.667 die im Westteil gegen die Remilitarisierung Stimmen. Im Ostteil sollen Mitte 1951 sogar fast zwölf Millionen Abstimmungsberechtigte eine Remilitarisierung Deutschlands abgelehnt haben ) 5,9 Millionen Nein Stimmen für den Adenauer Kurs gebracht. In ganz Deutschland gab es von Kirchen, Gewerkschaften, Kriegsveteranen und Frauenbewegung unterstützte Demonstrationen.

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Adenauer war ein Diktator mit Blut an den Händen. Er Mißachtete Gesetze nahm Tote und Verletzte in Kauf und veranlaßte die Verfolgung von mehreren Hunderttausend Menschen in Deutschland, die wegen ihrer oppositionellen Haltung mit allen erdenklichen Vorwürfen konfrontiert und zum Teil zu langjährige Haftstrafen verurteilt wurden. Einer seiner prominenten Opfer war das CDU Miglied Prof. Walter Hagemann. Der hochangesehene Publizist entging einer langjährigen Haftstrafe durch seine Flucht in den Ostsektor.

Einen tragischen Höhepunkt gab es im Mai 1952 bei einer Demonstration in Essen, der Friedensaktivist Phillip Müller 21 Jahre, wurde von der Polizei mit 2 Schüssen in den Rücken getötet. Da man diesen Teil der deutschen Geschichte gerne verschweigt, geriet auch das erste Todesopfer der Bundesrepublik, genau wie viele andere Geschehnisse aus dieser Zeit, in Vergessenheit. Die von den Alliierten kontrollierte Presse berichtet nicht, Historiker erwähnen es nicht, das TV gab es kaum und so war dieser Schandfleck unserer Geschichte quasi verschwunden.
Aber Adenauer, der „Musterdemokrat“ prägte auch mit ganz anderen, mehrheitlich wenig bekannten, Maßnahmen den Stil der bundesrepublikanischen Demokratie. Obwohl auch für den Kanzler Informationspflichten dem Parlament gegenüber bestand, wurde nicht einmal das Parlament von seinen Vorbereitungen zu den Pariser Verträgen informiert. Gustav Heinemann ist deshalb sogar von seinem Amt als Innenminister zurück getreten…

Quellen:

  1. Die Welt vom 13.10.2008 „Wiederbewaffnung 1950: Konrad Adenauer entscheidet einsam“
  2. SPIEGEL SPECIAL 1/2006 vom 21.02.2006 „Lieber tot als Soldat“
    1. Die Komplette Ausgabe „Spiegel Special: Die Fünfziger Jahre“
  3. Der lange Atem. Widerstand gegen die Remilitarisierung in den 1950ern

 

 

Gegen das Vergessen! Mein Projekt die Wahrheit zur deutschen Geschichte zu erzählen.

Hier geht es um eine Email an die EU-Abgeordnete Jutta Steinruck und ihrer erkennbaren Geschichtsschwäche, die ein völlig falschen historischen Eindruck zur Teilung Deutschlands vermitteln.
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Datum: 10. November 2014 14:18:34 MEZ
An: „jutta.steinruck@europarl.europa.eu“ <jutta.steinruck@europarl.europa.eu>
Betreff: Artikel auf Ihrer Homepage: „Wertung der Pariser Verträge“ http://jutta-steinruck.de/2014/10/24/deutsche-geschichte-die-pariser-vertraege-von-1954-und-ihre-bedeutung-fuer-heute/

Sehr geehrte Frau Steinruck,
ich kommentiere Ihre – doch recht kurz geratene – Wertung der „Pariser Verträge“ vor allem, weil ich mich bisher offensichtlich allzu oft leichtfertig auf die Äußerungen der vermeintlich Wissenden unserer Gesellschaft, verlassen habe. Nun habe ich mir, wahrscheinlich aus dem gleichen Anlaß wie Sie, die Zeit genommen, mich mit unserer recht jungen Demokratie etwas intensiver zu beschäftigen.
Sehr schnell wurde mir klar, wie wenig ich darüber informiert war und leider auch, wie viel mir und wohl meiner Generation als Ganzes, ein Haufen von Lügengeschichten vermittelt wurden. Der Beitrag von Ihnen reiht sich, gewollt oder nicht, in die Reihe der Desinformation nahtlos ein.
Meine Studien von historischen Dokumenten, wie die „Adenauer Briefe“, diverser diplomatischer Korrespondenz zwischen Adenauer und Vertretern der „Vier Mächte“, interessanterweise auch schon vor Kriegsende, als auch seine intensiven Beziehungen mit Axel Springer und damals anderen namhaften Journalisten, ergeben ein sehr klares, aber vom Üblichen abweichendes Bild der Person, des Kanzlers, der Motive und damit auch des Handelns von K. Adenauer.
Ich muss gestehen, dass ich immer noch unter dem Eindruck dieser neu gewonnen Erkenntnisse stehe. Die Kluft zwischen meinem bisherigen Bild und dem jetzt neu gezeichneten ist riesengroß. Teile dieser „Neuen Wahrheiten“ haben mich so sehr erschrocken, dass ich mich als deutscher Staatsangehöriger, über unsere demokratische Gesinnung, die leider nur einer oberflächlichen Prüfung standhält, schäme. Wir wurden/werden in einem Ausmaß, das ich mir nicht vorstellen konnte, belogen.
Keine Angst, ich werde nicht alle „Bildkorrekturen“ aufzeigen.
Die wiederholten Beteuerungen, die Bundesrepublik sei nun endgültig ein souveräner Staat, zuletzt 1990. Leider wird die Lüge einfach immer weiter erzählt. Das Gegenteil wurde mehrfach, sowohl von deutschen Gerichten, als auch dem Obersten Gerichtshof der USA verkündet.
Die Tatsache, dass uns als Bürger immer und immer wieder erklärt wird, keine durch uns Bürger gewählte Verfassung zu benötigen, diese aber völkerrechtlich eine Grundlage für die Souveränität eines Staates ist. Gerne wird auch auf das doch so bewährte Grundgesetz verwiesen, das sich doch so sehr bewährt hat. Leider wird dabei vergessen zu erwähnen, dass wir weltweit eine Spitzenposition einnehmen, wenn es um die, seit 1949 durchgeführten Änderungen geht – ca. 60 Änderungen dürften es bis heute sein, zum Vergleich: Japan hat seit Gültigkeit der Verfassung keine einzige Änderung vornehmen müssen. Der wahre Grund für die bis heute fehlenden Friedensverträge, wird dem Souverän, sprich uns allen einfach vorenthalten. Das durch das Fehlen der Friedensverträge keine „Vollwertige“ UNO Mitgliedschaft möglich ist, spielt in der gelebten Praxis bisher keine Rolle.
Die Wahrheit, dass erst für den Fall des Abschlusses von Friedensverträgen, völkerrechtlich die „Endabrechnung“ für die Reparationsleistungen an die Siegermächte stattfindet, wird uns leider vorenthalten.
Beispiele dieser Art sind mir bei den Recherchen haufenweise untergekommen.

Doch nun zu den „Pariser Verträgen“, die damals vor allem zwei historische Wegmarken fest verankert haben, zum einen, die damit unweigerlich verbundene Teilung Deutschlands und zum anderen die Zugehörigkeit zur NATO und der damit verbundenen „Militarisierung“. Eine Feier aus Anlass des Gedenkens an den Mauerfall vor 25 Jahren, hätte es im Zweifel heute gar nicht gegeben, wenn es damals nach der Mehrheit der Deutschen Ost wie West gegangen wäre. Beide Entscheidungen haben für uns zum Glück noch keine öffentlich beachteten Nachteile verschafft.
Betrachtet man allerdings den geschichtlichen Kontext etwas genauer, so ergeben sich zumindest Fragen hinsichtlich der Art und Weise wie diese Entscheidungen zustande gekommen sind.
Nur ca. 6% der westdeutschen Bevölkerung war mit Adenauers Weg einverstanden, 75%-80% waren dagegen.
Die von mir gesichteten diversen Korrespondenzen zwischen Adenauer, General Gehlen – erster BND-Chef, eine zwielichtige Person, dessen inoffizielles Wirken noch bis zum Parteispenden-SKANDAL um Helmuth Kohl reicht.
Funde in den US-Archive haben sehr deutlich gemacht, dass die vermeintliche Bedrohung des Westens durch den Kommunismus, sprich die Sowjetunion, einzig und allein aus den Informationen bzw. Schilderungen deutscher Quellen stammten. Adenauer und Gehlen verstanden es geschickt Ihre ganz persönlichen Interessen damit zu forcieren. General Gehlen unterhielt schon während des Krieges beste Kontakte sowohl zur Russischen aber vor allem zur Amerikanischen Seite. Er war es auch, der der US Spezieleinheit, die sich mit der Suche und der Auswahl eines deutschen politischen „Leaders“ befasste, den Hinweis auf Adenauer lieferte. Mit Allen Dulles dem späteren CIA-Chef und dessen Bruder John Foster Dulles US-Außenminister 1953-1959, verfügte Gehlen über Kontakte wie kaum ein zweiter Deutsche zu dieser Zeit.

Die durch die Pariser Verträge unvermeidliche Teilung Deutschlands hat uns schließlich auch das Jubiläum zum 25. Jahrestag des Mauerfalls eingebracht.
Der 09.11.2014, was soll ich sagen, ein Datum, ein Ereignis, dass niemand gebraucht hätte. Wäre es nicht zur Teilung Deutschlands gekommen, wäre uns der Mauerbau erspart geblieben. Aber gerade an Tagen des Gedenkens, werden wir doch immer wieder mit der Geschichte konfrontiert und stellen manchmal fest, das sich die Wahrheit durchaus als variabel erweist. Ja, so ist Geschichte, sie lässt uns auch hinter das Ereignis blicken. Manchmal fördert der intensive Blick zurück erstaunliches hervor…Was wäre aus Deutschland wohl geworden, wenn man das, damals tatsächlich gemachte, Angebot der Sowjetunion angenommen hätte.
Ja, den an dieser Stelle immer wieder gern gemachten Einwand von der russischen Hinterlist und Tücke kenne ich auch, aber wie realistisch war die Annahme, die Russen würden ganz schnell einmarschieren?
Zumindest zeigt das Beispiel Österreichs, dass sich damals für den Weg der Neutralität entschieden hat ( war eine Bedingung der Sowjets für freie Wahlen), dass es nicht zwingend zum Einmarsch der Russen gekommen ist.
Aber woher kamen diese Befürchtungen überhaupt? So selbstverständlich wie es uns heute erscheint, kann es ja nicht gewesen sein, schließlich kämpften die Alliierten ja Seite an Seite gegen Deutschland.

Die Antworten sind so einfach, wie auch überraschend zugleich. Die USA haben nichts mehr gefürchtet, als eine Koalition zwischen der Sowjetunion und Deutschland, damit wäre eine eigene Vormachtstellung in Europa, sowie der Weg zum Öl im Nahen Osten und der Zugang zu Asien, auf Dauer unmöglich geworden. Natürlich darf man nicht vergessen, dass Deutschland neben Großbritannien der wichtigste Wirtschaftspartner vor dem 2. Weltkrieg war. Diese wirtschaftliche Verbindung war tatsächlich so intensiv, dass für die USA lange Zeit an einen Kriegseintritt gar nicht zu denken war…..doch das ist ein ganz eigenes Thema und erspare ich mir an dieser Stelle.
Fakt ist Deutschland hatte vor dem Krieg beste Beziehungen sowohl zur Sowjetunion als auch zu den USA. Fakt ist auch, dass es rege Bemühungen diverser Nazigrößen gab die eigene Haut zu retten. Gespräche zwischen Deutschen und US Militärs haben schon 1943 stattgefunden, in den US Archiven finden sich z.B. Protokolle von Gesprächen zwischen General Gehlen (gründete im Auftrag der CIA den BND) und Allen Dulles (späterer CIA Chef und Bruder des Außenministers John Foster Dulles).
Gehlen hatte schon seit 1940/1941 mit seinen Geheimdienstberichten für den, bis heute absurden und militärisch, unerklärlichen Angriff der Sowjetunion geführt. Die von der Gehlen-Organisation „Fremde Heere Ost“, kurz FHO, an den Oberkommandeur der Wehrmacht, Keitel übermittelten Informationen über Truppenstärke und Einsatzbereitschaft der Sowjetarmee sorgten schließlich dafür, dass man bei den deutschen Generälen tatsächlich von einem „Präventivkrieg“ gegen Russland ausging.
Diese, auf Gehlens Desinformation zurückzuführende Entscheidung hat diesen Krieg erst zu einem Weltkrieg gemacht!
Die Spiegelausgabe NR.31 vom 01.08.1962 berichtete wie folgt:
„…OKW-Chef Keitel befahl daraufhin der Abteilung „Fremde Heere Ost“, die zahlemäßige Entwicklung der sowjetischen Streitkräfte zu untersuchen. Die geheimdienstliche Generalstabsabteilung, von Oberst Gehlen, der heute den Bundesnachrichtendienst kommandiert, meldete damals: Seit dem 1. Januar 1939 habe die Sowjet-Union die Zahl ihrer Divisionen von 100 auf 150 erhöht, deren Mannschaftsstärke verdoppelt – kurz: die Sowjetarmee war auf Kriegsstärke gebracht worden….“
Gehlen war es auch, der das Bild des „Blutrünstigen, Frauen vergewaltigenden“ russischen Soldaten erzeugte. Sämtliche damals in Deutschland verbreiteten Nachrichten von der Ostfront stammten aus der Abteilung „Fremde Heere Ost“, sprich von Gehlen.
Kurz gesagt war Gehlen der Hauptverantwortliche für das, noch weit nach dem Ende des 2.Weltkriegs verbreitete Bild der „Russen“.
Unbestreitbar, hat Adenauer diese Angst der Deutschen vor den „Russen“ intensiv für seine Position genutzt und verstärkt. Auch hier kann man große Zweifel daran haben ob es ohne diese „Russlandphobie“, zu einer Wahl Adenauers, zu einer Teilung Deutschlands, überhaupt gekommen wäre.
Der Meister der Desinformation, Gehlen spielte denn auch nach dem Krieg sein gekonntes Spiel weiter, denn interessant ist, dass neben den bekannten US Interessen an wissenschaftlichen und technischen Know How, auch ein enormes Interesse an Geheimdienst Know How über die Sowjetunion bestand. Für die USA war die Sowjetunion tatsächlich ein „schwarzes Loch“. Wenn überhaupt, bezogen sich die US Auslandsinteressen vor dem Krieg fast ausschließlich auf wirtschaftliche Themen und da hatten die kommunistischen Länder wenig zu bieten. Dieses Wissen hatte Gehlen, er und sein Auslandsgeheimdienst galten als außerordentliche Experten für die Sowjetunion.
Die darauf basierende Zusammenarbeit der USA mit Reinhardt Gehlen, war für den ersten Bundeskanzler der jungen Republik, Konrad Adenauer, ein Glücksfall, denn Gehlen war es, der Adenauer den Amerikanern, schon vor Kriegsende, als möglichen politischen „Leader“ empfohlen hat.
Diese, ansonsten gern unerwähnten Konstellationen haben zu einer historisch tragischen Situation geführt. Adenauer, der ehemalige Oberbürgermeister von Köln, war ein durchaus erfahrener aber vor allem Machtbewusster Politiker, der seine Position sehr schnell erkannt hat. Die von ihm gerade erst neugegründete CDU war neben der etablierten Sozialdemokratie selbst in der damaligen „Westzone“ als politische Kraft eigentlich chancenlos. Sein größter Trumpf, war der persönliche Kontakt zu den US Besatzern, den er schon vor Kriegsende durch Gehlen erhalten hat, denn für das Mißtrauen der USA den Sozialdemokraten gegenüber hatte schon der Ex-General Gehlen gesorgt. Dieser war unmittelbar nach Kriegsende dabei für die CIA einen Geheimdienst aufzubauen ( daraus wurde später der BND). Gehlens Zukunft hing, wie auch der politische Erfolg Adenauers, unmittelbar von der Beziehung der USA zur Sowjetunion, ab und für beide war die Konfrontation mit der Sowjetunion von Vorteil. Es kam also zu der, für die Teilung Deutschlands schicksalhaften Konstellation, dass

 

  • Konrad Adenauer alles daran setzte zu verhindern, dass es zu einer Gesamtdeutschen Wahl kommt, bei der Adenauer ganz sicher Chancenlos, gegenüber der etablierten Sozialdemokratie, war.
  • die einzigen Informationen über die Sowjetunion fast ausschließlich aus Deutschland, noch dazu aus dem Lager Konrad Adenauers, stammten.
  • Gehlen nach Kriegsende sowohl die deutsche Politik, als auch die US Amerikanische Außenpolitik durch seine Informationen maßgeblich beeinflusste.

 

 

Fazit:

Die Teilung Deutschlands nach Beendigung des 2. Weltkriegs war keinesfalls zwangsläufig oder alternativlos.
Eine „deutsche Wiedervereinigung“ hätte schon in den 1950ern stattfinden können.
Eine Westintegration wäre auch für ein ungeteiltes Deutschland möglich gewesen, dafür ist nicht nur Österreich ein gutes Beispiel.
Geschichte lässt sich leider im Nachhinein nicht korrigieren, jedoch gibt uns Geschichte die Möglichkeit „Wahrheiten“ zu korrigieren.
Ich glaube es wäre an der Zeit auch diesen, doch ganz anderen, Blickwinkel den Menschen dieser jungen Republik, zu vermitteln.

Mit freundlichen Grüßen

Jörg Selan

Jackie Robinson’s 94th Birthday


1945

1954

Comic book cover, 1951

Lobby card for The Jackie Robinson Story film

„Sports“ from October 1952

It is the greatest of baseball stories because it is greater than baseball itself: Jackie Robinson’s combination of courage, tenacity, and conviction in the face of unparalleled pressures. He bore the twin burdens of hope and hatred with a dignity and strength that became legendary. His story ascends to the level of myth, like George Washington and the cherry tree or Paul Bunyan and his blue ox, but right now, as we approach the annual celebration of Jackie Robinson Day at America’s ballfields, there is still time to appreciate the man as he was rather than as the revered figure the nation needs him to be. Best to recall him not as a martyr, not as a savior, not as a sociocultural icon, but as a great baseball player, one whose fiery competitive spirit finds its equal in Cooperstown only in the person of his fellow Georgian and spiritual opposite, Ty Cobb. His presence in the Hall of Fame adds to the stature of the institution and the game. In 1947 Jackie Robinson’s exploits earned for him the first Rookie of the Year, at the advanced baseball age of twenty-eight, and now the award bears his name. In 1949 he won a batting title, was named the National League MVP, and played in the second of his six World Series. But tucked beneath the mementos of that year are items that recall the political realities that made Robinson a standard bearer for integration, before his major league career and after it. Some twenty-five years ago, during a research visit to the Baseball Hall of Fame, I came upon a forlorn uncatalogued box that Look magazine had shipped to the National Baseball Library in 1954.

Jackie Robinson swinging a bat in Dodgers unif...

Jackie Robinson swinging a bat in Dodgers uniform, 1954. (Photo credit: Wikipedia)

Inside it were strips of photographic contact sheets, including those displayed in flipbook style here: http://exhibits.baseballhalloffame.org/baseball_enlists/d20.htm. The photos showed a very youthful Robinson and two other black players going through batting and baserunning drills. The players were wearing uniforms that read “Royals.” The sheets were dated October 7, 1945, a full two weeks before the announcement of Robinson’s signing to play with the Montreal Royals, the Dodgers Triple A farm team. I was perplexed. Over the next few weeks, with the help of historian Jules Tygiel and a visit to the Library of Congress to research the newly available Branch Rickey papers, I was able to piece the story together. Rickey had met with Robinson in the Dodger offices on Montague Street in August 1945, ostensibly to discuss his playing in a new Negro League for a team that Rickey had announced in May, the Brooklyn Brown Dodgers. But what Rickey really had in mind as his scouts fanned out across the nation to contact several black players was to find the men who would integrate his major league Dodgers, thus fulfilling his lifelong conviction that segregation was morally wrong and giving his team an enduring competitive and economic edge.

Rickey knew the value of manipulating the press and public opinion, and wanted to insure that his motives behind the signing were clearly depicted. So he asked writer Arthur Mann, a close friend (and later a Rickey employee) to write a long piece for Look magazine titled “The Negro and Baseball: The National Game Faces a Racial Challenge Long Ignored.” The photographs were meant to accompany the article, which was to be held until the signings were to be announced–after the major league meetings in December 1945, or even later.

The “Royals” name that had thrown me a curve was not that of the Montreal Royals but the Kansas City Royals, a barnstorming team run by Negro League pitcher Chet Brewer that Robinson was playing for in California. Look photographer Maurice Terrell was stationed high in the empty grandstand at San Diego’s Lane Stadium, snapping shots of Robinson and his fellow Royals, who were unaware of the photographer’s presence. The secrecy of the Mahatma’s plan was near perfect. The manuscript, with Rickey’s annotations in the margin, were revealed in the previously closed Rickey papers in Washington.

Jackie Robinson as a Kansas City Royal, October 1945

Mann makes it clear that Rickey had never planned for one black man to deal with all the problems alone; he had meant to announce the simultaneous signing of several others. Don Newcombe and Sam Jethroe were supposed to have been Robinson’s teammates at Montreal, and Roy Partlow, John Wright, and Roy Campanella were to have been assigned to another farm club.

But during the 1945 World Series Rickey wrote Mann and told him not to go through with publication of the article. “There is more involved in the situation than I had contemplated.” What he meant was that the integration of baseball was becoming a divisive and public issue in New York City politics, and Rickey no longer had time to execute his master plan.

In order to deter the Communist Party or Mayor Fiorello LaGuardia from taking the credit for pushing baseball to integrate, after all Rickey’s years of work behind the scenes, he had to rush the signing of Robinson, and Robinson alone. The grand plan–several players signed at once, the Look magazine scoop and accompanying photographs–dissolved. Rickey had Robinson, and that was all. Luckily for us, it proved more than enough.

After his retirement from baseball following the 1956 campaign, Robinson continued his advocacy of racial justice and integration, for which he had become a potent symbol. Senator John F. Kennedy sought his support in the 1960 Presidential campaign, but Robinson backed Richard Nixon instead, which came as a disappointment to the liberal community but was consistent with who Jackie Robinson was and where he came from.

Jackie Robinson’s 94th Birthday

Proud of his race, his community, his family, he asked nothing more of government than he asked of baseball: neither sympathy nor entitlement, but equal opportunity and a level playing field. In the days to come Our Game will continue to honor Robinson by serializing the above-referenced article on which my dear departed friend Jules Tygiel and I collaborated for SPORT Magazine in June 1988.

Quelle: The Robinson Day

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