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Syrien und kein Ende…Was uns die Opferbilder erzählen.


Uns erreichen Nachrichten von Menschen in Todesangst. Doch welche sind echt? Wie man Bilder einem ersten Check unterzieht.

Bildlegende: Welche Bilder stammen tatsächlich aus Aleppo?

Bildlegende: Welche Bilder stammen tatsächlich aus Aleppo?

In Syrien ist jetzt Winter! Viele Videos und Bilder von den Opfern sind schon älter, sie stellen nicht die aktuelle Situation dar!

Worum geht’s?


Via Social Media erreichen uns Nachrichten aus Aleppo von Menschen in Todesangst. Immer wieder folgt die Frage auf dem Fusse: Ist das Bild echt?
Das Online-Magazin Vocativgibt in einem Artikel einen kurzen Einblick in die Debatte im Netz und zeigt einen ganz simplen Trick, wie man Bilder einem ersten Check unterziehen kann. Erklärt wird’s in einem Video von «First Draft News» – einem Netzwerk, das sich auf die Verbreitung von News aus Social Media spezialisiert hat.

Es zeigt das Beispiel eines Fotos, das 2015 aufgetaucht ist und Al-Kaida-Kämpfer im syrischen Homs zeigen soll. Der Weblink des Bildes wird in die Google-Bildersuche eingegeben und die Suchergebnisse zeigen sofort, dass das Bild bereits 2013 verwendet wurde – in Mali.

Warum ist’s interessant?

Weil man sich angesichts der Bilderflut fragt, wie man die Spreu vom Weizen trennen kann. Das Video liefert eine Möglichkeit innert 20 Sekunden einen ersten Check zu machen und einen schlechten Fake (und deren gibt es vermutlich viele) aufzudecken. Wer schon bei dieser ersten Mini-Recherche Unregelmässigkeiten feststellt oder etwas entdeckt, das ihm suspekt scheint: Gebt die Information nicht weiter!

Wer noch einen Schritt weitergehen will, weist im Netz aktiv auf Fake-Bilder hin. Wie die User, die im Vocativ-Artikel vorkommen. Sie sind der Meinung, falsche Bilder schaden echten Opfern.

Aber die Bilder erzielen trotzdem ihre Wirkung!

Nichtsdestotrotz sind diese Bilder Beispiele für unsere kaputte Welt. Wir sollten nicht den Fehler machen, das Leid der Menschen in gut und böse aufzuteilen.
Die gleichen schrecklichen Bilder haben wir in Gaza, in Afghanistan, im Irak, eigentlich in allen Auseinandersetzungen im Nahen Osten gesehen. Die Konflikte in dieser Region begleiten uns jetzt seit Jahrzehnten. Es dürfte den Opfern ziemlich egal sein, wenn andere darüber streiten wer dafür verantwortlich ist.
Für die Opfer spielt es keine Rolle ob es eine gute Bombe der Amerikaner, oder eine böse russische Bombe, war.
Wer jetzt die Opfer für Propagandazwecke missbraucht, der macht sich schuldig, schuldig daran, dass das Bomben weiter geht!

Warum stellt sich das Merkel-Reich auf die Seite der Terroristen?
Zumindest solange die USA noch mit gebombt haben, von Januar bis Dezember 2015 wurden, laut CNN, über US 23.000 Bomben abgeworfen, waren es mordende Terroristen.
Es waren Terroristen, die für das Leid der syrischen Bürger und der Flüchtlinge verantwortlich sind.
Und die Bundesregierung stellt sich jetzt auf die Seite dieser Schlächter?
Als wir am Wochenende gemeinsam mit zwei syrischen Flüchtlingen die Nachrichten aus Aleppo gesehen haben, fingen die beiden an zu weinen. Sie weinten wegen der Zustände in ihrem Land, sie weinten aber auch, weil sich Deutschland auf die Seite der Terroristen gestellt hat. Ja, diese Menschen finden das Vorgehen Assads richtig. Ja, für sie sind die sogenannten Rebellen, die eine kleine Minderheit der syrischen Bevölkerung ausmachen, die Verantwortlichen für das Chaos in ihrem Land.
Aber für die Bundesregierung gilt, Hauptsache gegen Assad, Hauptsache gegen Putin….was für eine traurige Weihnachtsgeschichte!
Ich schäme mich für diese Bundesregierung, Pfui!

Die Kritik am Assad-Regime

Der Nahe Osten ist nicht Westeuropa, aber wenn ein Vergleich die dortigen Verhältnisse recht gut beschreibt, dann versetzen Sie sich mal in die Zeit des Mittelalters und schauen sich die damaligen Verhältnisse hier in unserem heute so fortschrittlichen Europa, an. Ein hauen und stechen, Kreuzzüge, Inquisition, Folter und und und…
Jede Zeit hat seine spezielle Kultur und sein „passendes“ Herrschaftssystem. Kriege haben, wenn überhaupt, nur einen positiven Effekt, die Menschen haben irgendwann genug davon. Vielleicht braucht es diese Entwicklung auch um die Sinnlosigkeit von Krieg zu begreifen, wer weiß?

Es gibt für keine der vorstellbaren Lösungen der Konflikte nur Gewinner. Aber weder alle Christen und Alewiten finden Assad gut, noch sind alle Sunniten gegen Assad. Ich sagte ja, die Zahl der Oppositionellen, ist verschwindend klein. Von den ca. 23 Mio. Einwohnern besteht die syrische Opposition aus lediglich ein paar Tausend. Allerdings darf man nicht vergessen, dass es sich bei den Auseinandersetzungen um eine Vielzahl unterschiedlichster Stellvertreter Konflikte handelt, das macht eine Gut und Böse Betrachtung im Grunde unmöglich. USA-Der Westen gegen Russland, Wahibisten gegen „Die Ungläubigen“, Iran-Syrien gegen die Saudis, Kuwait und Katar….etc.etc.etc.
Kommt es da wirklich noch darauf an, wer, wann und was zu verantworten hat?
Ganz sicher kann man sich aber darauf verlassen, dass wer auch immer an der Eskalationsschraube dreht, hat nicht das Recht im Nachhinein die Eskalation zu verurteilen.
Wie ein Elefant im Glashaus, so handelt unsere Bundesregierung, es wird Zeit, dass jemand diesen Elefant an die Kette legt, oder aus dem Glashaus entfernt.
So sicher wie das Amen in der Kirche, so sicher dürfte Trump derjenige sein, der genau das machen wird und darum fürchten sich auch eine ganze Menge Leute des weltweiten Establishments.
Hat sich irgendwer von all den Kritikern einmal die Frage gestellt, was es für Deutschland wohl bedeutet, wenn sich die zwei Großmächte USA und Russland zusammentun?

Deutschland ist ein Kind des Kalten Krieges, der Kälte Krieg hat uns deutsche zum Nabel der Welt gemacht, wir haben dem kalten Krieg viel zu verdanken.
Was wird wohl aus Deutschland ohne diesen Konflikt?

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Rohstoff-Krisen-Kriege: Gaza und das Küstennahe Gas, im Jahr 2000 wurde es entdeckt!


Die israelische Invasion und Gazas küstennahe Gasfelder


> Die militärische Invasion israelischer Truppen in den Gazastreifen hat einen direkten Zusammenhang mit der Kontrolle und dem Besitz der strategischen Gasreserven vor der Küste.

> Dies ist ein Eroberungskrieg. Entdeckt wurden die ausgedehnten Gasreserven vor der Küste im Jahr 2000.

British Gas (BG Group) und ihrem Partner, der in Athen ansässigen internationalen Consolidated Contractors International Company (CCC), die den libanesischen Sabbagh und Khouri-Familien gehört, wurden die Öl- und Gasausbeutungsrechte in einem 25Jahres-Abkommen gewährt, das im November 1999 mit der Palästinensischen Behörde unterzeichnet worden war.

Die Rechte der küstennahen Gasfelder sind aufgeteilt: British Gas (60%); Consolidated Contractors (CCC) (30%); und der Investment Fund der Palästinensischen Behörde (10%). (nach Haaretz vom 21.10.07)

Das PA-BG-CCC-Abkommen schließt Feldentwicklung und den Bau einer Gas-Pipeline ein (Middle East Economic Digest, 5.1.01)

Die BG-Lizenz deckt das ganze küstennahe Gaza-Gebiet ab, das an mehrere israelische Gaseinrichtungen angrenzt. Es sollte bemerkt werden, dass 60% der Gasreserven entlang der Gaza-Israel-Küste zu Palästina gehören.

Die BG-Group bohrte im Jahr 2000 zwei Quellen: Gaza Marine-1 und Gaza Marine-2. Die Reserven werden von British Gas auf 1,4 Trillionen cubic-foot (über 39 Milliarden Kubikmeter) geschätzt, die einen Wert von annähernd 4 Milliarden $ haben sollen. Diese Zahlen wurden von der British Gas veröffentlicht. Der Umfang von Palästinas Gasreserven könnte viel größer sein.

 

Karte1

Karte 2

Wem gehören diese Gasfelder?

Das Problem der Herrschaft über die Gaza-Gasfelder ist sehr wichtig. Nach rechtlichem Standpunkt gehören diese Bodenschätze Palästina.

Der Tod Yasser Arafats, die Wahl der Hamas-Regierung und das Ende der palästinensischen Behörde ( im Gazastreifen) hat es Israel ermöglicht, die de facto Kontrolle über Gazas küstennahe Gasreserven zu übernehmen.

British Gas hat mit der Tel Aviver Regierung ein Geschäft gemacht. Die Hamasregierung hat man so hinsichtlich Erforschung- und Entwicklungsrechten über die Gasvorkommen umgangen.

Die Wahl von Ministerpräsident Ariel Sharon 2001 war ein Wendepunkt. Palästinas Herrschaft über die küstennahen Gasfelder wurden vor dem Obersten (israelischen) Gerichtshof angefochten. Sharon stellte eindeutig fest, dass „Israel nie von Palästina Gas kaufen werde“ und zu verstehen gab, dass die küstennahen Gasfelder Gazas Israel gehören würden.

2003 verhinderte Sharon ein anfängliches Geschäft, das British Gas erlauben würde, Israel mit dem Gas von den küstennahen Gasquellen zu versorgen (The Independent, 19.August, 2003) Der Wahlsieg der Hamas 2006 brachte das Ende der palästinensischen Behörde – die dann auf die Westbank beschränkt wurde – unter dem Marionettenregime von Mahmoud Abbas.

2006 war British Gas „ nahe dran, ein Geschäft mit Ägypten abzuschließen, um Gas nach dort zu pumpen“ (Times, 23. Mai 2007). Der britische Ministerpräsident Tony Blair intervenierte im Namen Israels, um das Abkommen zu verschieben.

Im folgenden Jahr – im Mai 2007 – billigte das israelische Kabinett einen Vorschlag von Ministerpräsident Olmert: „Gas von der palästinensischen Behörde zu kaufen.“ Es ging um 4 Milliarden $ mit einem Profit von 2 Milliarden, von denen 1 Milliarde an die Palästinenser gehen sollten.

Tel Aviv hatte jedoch nicht die Absicht, die Einkünfte mit Palästina zu teilen. Ein israelisches Unterhändler-Team wurde vom israelischen Kabinett zusammengestellt, um mit der BG-Group einen Deal auszuarbeiten, bei der die Hamas-Regierung und die palästinensische Behörde umgangen wird:

„Die israelischen Verteidigungsbehörden wollen, dass die Palästinenser mit Waren und Diensten bezahlt werden. Sie bestehen darauf, dass die von Hamas kontrollierte Regierung kein Geld erhält.“

Das Ziel war im Wesentlichen, den 1999 zwischen der BG-Group und der palästinensischen Behörde unter Arafat unterzeichneten Vertrag rückgängig zu machen.

Nach dem vorgeschlagenen Abkommen von 2007 mit BG, sollte das palästinensische Gas von Gazas küstennahen Gasquellen in einer Unterwasserpipeline in den Hafen von Ashkalon gepumpt und dabei die Kontrolle über den Verkauf Israel übertragen werden.

Das Geschäft misslang. Die Verhandlungen wurden suspendiert. Der Mossad-Chef war aus Sicherheitsgründen dagegen ….

Israels Absicht war, die Möglichkeit auszuschließen, dass Lizenzgebühren an die Palästinenser bezahlt werden. Im Dezember 2007 zog sich die BG-Group von ihren Verhandlungen mit Israel zurück und schloss im Januar 2008 ihr Büro in Israel.

Der Invasionsplan auf dem Reißbrett

Der Invasionsplan für den Gazastreifen unter dem Decknamen „Operation Gegossenes Blei“ wurde ab Juni 2008 in Gang gesetzt – nach israelischen militärischen Quellen: „…Verteidigungsminister Ehud Barak instruierte vor 6 Monaten (Juni oder davor) die israelischen Verteidigungskräfte, sie sollten sich für eine Operation vorbereiten, genau zu dem Zeitpunkt als Israel begann, (!!) mit der Hamas über ein Abkommen über eine Feuerpause zu verhandeln“ (Barak Ravid, Operation „Gegossenes Blei“: die israelischen Luftstreitkräfte folgten Monate nach der Planung, Haaretz, 27.12.08)

Genau in diesem Monat kontaktierten die israelischen Behörden erneut Britisch Gas, um wichtige Verhandlungen wieder aufzunehmen, die den Kauf von Gaza-Naturgas betreffen: ….

Die Entscheidung, die Verhandlungen mit der British Gas-Group zu beschleunigen, traf zeitlich mit dem Prozess der militärischen Planung zusammen. Es schien, als würde Israel darauf aus sein, ein Abkommen mit BG noch vor der Invasion zu erreichen, die schon in einer fortgeschrittenen Planungsphase steckte.

Außerdem wurden diese Verhandlungen mit British Gas mit der Ehud Olmert-Regierung geführt mit der Kenntnis, dass die militärische Invasion des Gazastreifens schon auf dem Reißbrett fertig war und dass über ein neues politisch-territoriales Abkommen über den Gazastreifen nachgedacht wurde.

Tatsächlich liefen im Oktober 2008 Verhandlungen zwischen der British Gas und israelischen Regierungsleuten – 2-3 Monate vor Beginn der Bombardements am 27.Dezember. Im November 2008 instruierte das israelische Finanzministerium und das Ministerium für nationale Infrastruktur die israelische Elektrizitätsgesellschaft (IEC) mit der British Gas in Verhandlungen zu treten wegen des Kaufs von Naturgas von der BG ….

Gaza und die Geopolitik der Energie

Die militärische Besatzung des Gazastreifens ist entschlossen, die Herrschaft über die Gasfelder Israel zu übertragen.

Was erwarten wir nach der Invasion? Was ist Israels Absicht hinsichtlich der palästinensischen Naturgasreserven?

Ein neues territoriales Abkommen mit der Stationierung israelischer und/ oder „Peacekeeping“-Truppen?

Die Militarisierung der ganzen Gaza-Küstenlinie, die für Israel strategisch wichtig ist?

Die komplette Konfiszierung der palästinensischen Gasfelder und die einseitige Erklärung israelischer Herrschaft über Gazas Küstenzone?

Wenn dies geschehen sollte, würden die Gasfelder Gazas in Israels küstennahe Installationen integriert werden, die sich direkt an den Gazastreifen anschließen?

Diese verschiedenen küstennahen Installationen werden auch mit dem israelischen Energie-Transportkorridor verbunden, der sich von Eilat mit seinem Öl-Pipeline-Terminal am Roten Meer bis zur Seehafen-Pipeline bei Ashkalon erstreckt und nordwärts bis Haifa geht und der sich schließlich mit der geplanten israelisch-türkischen Pipeline vom türkischen Hafen Ceyhan verbinden sollte.

Ceihan ist der Terminal der Baku-Tiflis-Ceyhan-Transkaspischen Pipeline. „Geplant ist die Verbindung der BTC-Pipeline zur Trans-Israel Eilat-Ashkelon Pipeline, auch als Israels Tipline bekannt“ ( s. Michel Chossudovsky, „Der Krieg im Libanon und die Schlacht ums Öl“, Global Research, 23. Juli 2006)

Karte 3

Quelle: War and Natural Gas: The Israeli Invasion and Gaza’s Offshore Gas Fields

Originalartikel veröffentlicht am 8.1.2009
Übersetzt von Ellen Rohlfs ist eine Mitarbeiterin von Tlaxcala.

About the author:

Michel Chossudovsky is an award-winning author, Professor of Economics (emeritus) at the University of Ottawa, Founder and Director of the Centre for Research on Globalization (CRG), Montreal and Editor of the globalresearch.ca website. He is the author of The Globalization of Poverty and The New World Order (2003) and America’s “War on Terrorism”(2005). His most recent book is entitled Towards a World War III Scenario: The Dangers of Nuclear War (2011). He is also a contributor to the Encyclopaedia Britannica. His writings have been published in more than twenty languages. He can be reached at crgeditor@yahoo.com ———————————————————————————————————————————————————————— Michel Chossudovsky est directeur du Centre de recherche sur la mondialisation et professeur émérite de sciences économiques à l’Université d’Ottawa. Il est l’auteur de „Guerre et mondialisation, La vérité derrière le 11 septembre“, „La Mondialisation de la pauvreté et nouvel ordre mondial“ (best-seller international publié en plus de 10 langues). Contact : crgeditor@yahoo.com

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