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Ein Politikum: „Die Frage der deutschen Souveränität“. Wer macht das Rennen, die Rechten oder die Linken?


Europa: Demokratie, Souveränität und Allgemeinwohl, eine linke Sicht


Schlüter

 

by Schlüter

 

Im Juli hat man wieder „etwas herausgefunden“, nämlich, dass auch Außenminister Steinmeiers Handy und das Außenministerium abgehört wurden (1), wie „erstaunlich“!

Nein, es ist wahrlich nicht erstaunlich, es muss langsam jedem hier klar sein, dass die US-Politik (die keineswegs nur durch die US-Regierung selbst betrieben wird, sondern durch den „tiefen Staat“ der US-Machtelite) absolut entfesselt ist (2) und auch sogenannten „Verbündeten“ (ein freundliches Wort für Vasallen) gegenüber keinerlei Skrupel kennt. Die Politik der eigentlichen US-Machtelite (die zwar, obwohl kaum aus 100 Personen bestehend, über bestimmte taktische Fragen insbesondere im Nahen und Mittleren Osten gespalten ist) ist im Wesentlichen auf destruktive Methoden gestützt, spielt ein Land gegen das andere aus (3), liebt im Gegensatz zum Kapitalismus früherer Zeiten Chaos und Katastrophen (4). Sie ist auf „Weltbeherrschung“ aus, aber aus der Erkenntnis heraus, dass die USA wirtschaftlich zu schwach sind, eine stabile Welt zu beherrschen, zielt sie darauf ab, einen chaotisierte Welt zu beherrschen (5). Dabei sind ihre „Hauptfeinde“ das aufstrebende China und das wiedererstarkte Russland, sowie die mögliche größere Selbstständigkeit Europas, was zur Annäherung der EU an Russland und China führen könnte (6). Letzteres wird u. a. durch die Installation eines Feuergürtels um Europa von Libyen durch Afrika (7), den Nahen Osten bis in die Ukraine bekämpft. Auch das geplante TTIP spielt in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle (8).

Wenn die Antwort Europas nicht „rechts“ ausfallen soll, muss sie „links“ sein!

Einer großen Zahl von Menschen in Europa wird dieser US-amerikanische „Quasi-Kolonialismus“ Europa gegenüber immer klarer. Die Gefahr eng-nationalistischen und ethnozentrischen Reflexes bei Vielen ist sehr groß, befördert durch die Flüchtlingsströme, die die US-gesteuerten NATO-Kriege in Europas Umgebung erzeugen (9). Dagegen muss man begreifen, dass Demokratie, Allgemeinwohl und damit soziale Politik untrennbar mit Souveränität verbunden sind. Die Souveränitätsfrage darf eine Linke nicht den Rechten überlassen! Diese Frage ist auch dafür wichtig, die europäischen Staaten aus der US-geführten Kolonialkriegs-Politik herauszubrechen, deren Folgen nicht nur die gequälten Millionen der südlichen Hemisphäre erleiden, sondern die auch Europa schwer belasten. Ja, und der Kampf der US-Machtelite gegen Russland stellt Europa erneut vor die Gefahr, Kriegsschauplatz zu werden. Von dieser Einbindung muss Europa sich befreien!

Befreiung (auch die von Mittäterschaft) erfordert Mut!

Tatsächlich gibt es diese Freiheit nicht umsonst. Seit kurz nach dem Zweiten Weltkrieg nimmt die US-Machtelite durch die „Gladio“-Strukturen höchst gewaltsam Einfluss auf die Politik in Europa, mit Terror und der „Strategie der Spannung“. Lange waren „False-Flag“ Operationen, die man dem Ostblock, linken Kräften oder explizit neofaschistischen Kräften (die ihrererseits gefördert wurden) zuschrieb, das „Mittel der Wahl“ (10). Bald nach dem Ende des Kalten Krieges gelang es, einen neuen Popanz aufzubauen, der allerdings auch reale Strukturen (durch den „Großen Bruder“ und enge Verbündete gefördert) entwickelte, den Islamistischen Terrorismus! Mit dem grauenvollen und spektakulären Anschlag vom 11. September 2001 hat die US-Machtelite das Narrativ vom „bedrohten Westen“ und seinen „Werten“ („in Dollar oder Euro?“ könnte die sarkastische Frage lauten) begründet. Indessen, überaus viel deutet darauf hin, dass dies die größte „False Flag Operation“ aller Zeiten war (11).

Aufmüpfig, kommt dann der Terror?

Und der Popanz kann sehr wirksam sein: es gibt gute Gründe, der Wiedergabe Glenn Greenwalds von Sigmar Gabriels Äußerungen zum Asyl für Snowden in Deutschland, „Sie haben uns wissen lassen, dass sie dann aufhören würden, uns über geplante Anschläge und andere nachrichtendienstliche Erkenntnisse zu informieren,“ Glauben zu schenken. Was hieße das im Klartext: „gebt ihr Snowden Asyl, kommt der Terror!“ (12). Da muss man sich an merkwürdige Vorkommnisse erinnern: z. B. an den Bombentaschenfund am Bonner Hauptbahnhof, kurz nachdem sich die Bundesregierung in Fragen der Flugverbotszone über Libyen im Sicherheitsrat enthalten hatte (13).

Ein wichtiger Schritt

Ein wichtiger Schritt wäre es, die deutschen Geheimdienste endlich von Leuten zu befreien, die auf der „zweiten Schulter“ US-Interessen tragen. Unter historisch gebildeten Menschen ist es kein Geheimnis, dass die USA und Großbritannien die deutschen Geheimdienste nach dem Zweiten Weltkrieg unter Benutzung vieler altgedienter Nazis, wie dem General Gehlen aufgebaut haben, da diese am besten lenk- und benutzbar waren. Die „Dienste“ sind mit „gedoppelten“ Strukturen versehen worden (14). Diese sind eng mit den überlebenden Gladio-Strukturen verbunden. Ebenso muss politisch der „Transatlantismus“ bekämpft werden. Es ist an der Zeit, dass die Regierung ans Grundgesetz erinnert wird, auf das ihre Mitglieder einen Eid abgelegt haben.

Wenn der politische Wille da wäre, könnte man allen in den „Diensten“, der Telekommunikation und der Politik Tätigen, sowie allen anderen sagen: „Solltet ihr für den „Großen Bruder“ arbeiten, habt Ihr zwei Monate Zeit, euch zu offenbaren! Ihr werdet amnestiert, wenn ihr Eure Tätigkeit für ihn einstellt! Wenn ihr dem nicht nachkommt und entdeckt werdet, fahrt ihr wegen Landesverrats ein, wie das Gesetz es vorsieht!“

Aber, wie gesagt, das erfordert Mut! Und der große Bruder weiß natürlich eben auch über deutsche Politiker sehr viel. Erpressung ist das erste Geschäft in der Geheimdiensttätigkeit. Wenn aber Deutschland wie die übrigen europäischen Länder diesen Mut nicht aufbringen, werden sie bald wirklich als Kolonie und Kriegsschauplatz aufwachen!

Wie gerne singt man das Loblied auf die Helden vom 20. Juli (die kommunistischen und sozialistischen Widerständler vergisst man gern), oder auf die Geschwister Scholl. Offenbar ist Widerstand nur in der Vergangenheit gut, in großen Teilen der deutschen Politik ist das Heldenlied zum Lippenbekenntnis verkommen!

Andreas Schlüter

  1. http://www.ad-hoc-news.de/wikileaks-veroeffentlichungen-verdeutlichen-das-ausmass-des–/de/News/44924745
  2. http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/amerikas-politiker-aus-prinzip-verantwortungslos-13747097.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2
  3. https://www.youtube.com/watch?v=ZzrsDZ8Uo8M
  4. https://www.youtube.com/watch?v=poQ4rW8fVPs
  5. > https://wipokuli.wordpress.com/2015/06/07/der-einfluss-der-us-amerikanischen-machtelite-auf-die-internationale-politik/
  6. > http://www.barth-engelbart.de/?p=33857
  7. http://wipokuli.wordpress.com/2014/02/04/die-feuerwehr-kommt-nach-afrika/
  8. http://www.euractiv.com/sections/trade-industry/us-ambassador-eu-anthony-l-gardner-beyond-growth-ttip-must-happen
  9. > https://wipokuli.wordpress.com/2015/04/19/unmenschlichkeit-und-heuchelei-zum-fluchtlingsdrama-es-ist-unertraglich/
  10. > https://www.youtube.com/watch?v=Ov2x5Bcyhfg
  11. http://wipokuli.wordpress.com/2014/09/11/nine-eleven-vor-dreizehn-jahren-dreizehn-jahre-lang-wiederholung-der-marchenstunde-des-george-w-bush/
  12. http://politik-im-spiegel.de/die-usa-htten-deutschland-wegen-snowden-gedroht-behauptet-der-vizekanzler/
  13. https://wipokuli.wordpress.com/2012/12/16/usa-unser-groser-bruder-und-willst-du-nicht-mein-bruder-sein/
  14. https://de.wikipedia.org/wiki/Organisation_Gehlen

Weitere Links:

Meine Artikel zu den USA: > https://wipokuli.wordpress.com/2014/02/17/link-liste-meiner-artikel-zu-den-usa/

Gladio, NSU & Geheimdienste: > https://wipokuli.wordpress.com/2011/11/12/%e2%80%9egladio-eine-%e2%80%9euntote-organisation/

Faktencheck: Schulden, Zinsen und das mafiöse Finanzsystem.


Wahrheit und Dichtung


Die Entscheidung der Griechen – Schicksalstag für Europa?

In der TV Talkrunde "Jauch" am 06.07.2015 wurden die Aussagen der EU-Politiker, der Medien und der Bundesregierung , zu den Inhalten der, der griechischen Regierung gemachten Angeboten eindeutig, als Lügen entlarvt!

In der TV Talkrunde „Jauch“ am 06.07.2015 wurden die Aussagen der EU-Politiker, der Medien und der Bundesregierung , zu den Inhalten der, der griechischen Regierung gemachten Angeboten eindeutig, als Lügen entlarvt!

Wahrheit und Dichtung ab min.28:00 werden die Lügen aufgedeckt!

Dafür müssten Politiker eigentlich bestraft werden können! Die stete Lüge ersetzt die Wahrheit!

Dummheit, blindes Führervertrauen und Traumwelten sind zwangsläufig die Entscheidungsgrundlagen für Wähler dieser Volksvertreter! Da sagt gerade jemand „1+1=4“ und die „Die Erde ist eine Scheibe…“, der Beweis, dass in Wirklichkeit „1+1=2“ und „Die Erde eine Kugel ist…“ steht fest, jeder kann es, immer und überall nachprüfen und doch, die Parteisoldaten, diese blinden Führertreuen Gestalten, erklären weiterhin „1+1=4“ und „Die Erde ist eine Scheibe…“

VS-Nur für den Dienstgebrauch: Das Angebot der EU an die griechische Regierung.

VS-Nur für den Dienstgebrauch: Das Angebot der EU an die griechische Regierung.

Mir fehlen die Worte, wie funktioniert diese Hirngleichschaltung?
Man muss dieses Paradoxum mal genau betrachten. Selten können wir, wie in diesem Fall, auch als Laien zwischen WAHR und FALSCH unterscheiden und doch folgen eine Menge Menschen den „1+1=4…….“ Behauptungen. Autosuggestion, Wahrheits-Drogen, Massenhypnose, irgendwas muss da im Spiel sein, dass dieser Zaubertrick so reibungslos funktioniert.
Mir wird Angst und Bange, wenn ich darüber nachdenke, wo sich dieser Trick überall einsetzen lässt. So könnte unsere Geschichte komplett neu geschrieben werden, so könnte die Welt in allen Bereichen auf den Kopf gestellt werden.

Wahrheit oder Lüge? Hier ist die Lüge nur wegen eines dummen "Fehlers" erkennbar! Hätten Sie es bemerkt?

Wahrheit oder Lüge? Hier ist die Lüge nur wegen eines dummen „Fehlers“ erkennbar! Hätten Sie es bemerkt?

Was steckt dahinter?

Vielleicht hat das etwas mit der Antwort auf die Frage zu tun:“Beeinflusst Werbung ihre Kaufentscheidungen?“, denn interessanterweise beantworten über 80% der Menschen die Frage mit „Nein“!
https://daserste.ndr.de/guentherjauch/ie-Entscheidung-der-Griechen-Schicksalstag-fuer-Europa,guentherjauch530.html

Das System verstehen ist nicht leicht!


Spielen wir mal ein bisschen Lizzas Welt…:
Wir alle kennen das, es gibt gute und schlechte Zeiten. Jetzt stell dir nur mal vor, für deine Familie läuft gerade alles so richtig klasse, alle sind gesund, deine Frau ist gerade das zweite Mal schwanger, du hast einen klasse Job und verdienst ordentliches Geld.
Nichts steht eurem Wunschtraum, von einem eigenen Haus entgegen. Das Traumhaus ist gefunden, die Finanzierung ist auch kein Problem, als Spitzenverdiener gewährt dir deine Hausbank eine 100% Finanzierung.
Bei einem Kaufpreis von 240Tsd.€ und 5% (Zins 4%+1% Tilgung), kannst du dir die 1.000€ mtl. locker leisten….
Doch dann, nach nur einem Jahr, kommen plötzlich die schlechten Zeiten…

Ich verkürze an dieser Stelle die Geschichte….

Wie auch immer, du hast deinen Job verloren, gesundheitlich bist du auch nicht mehr in Schuss….
Das Dilemma nimmt seinen Lauf…
Zuerst hilft dir deine Bank noch, sie verzichtet für 6 Monate auf deine Tilgungsraten…
Ein kurzer Zwischenstand an dieser Stelle…
Ursprüngliche Schulden 240Tsd.€
Geleistet Tilgung 2,4Tsd.€
Angefallene Zinsen ca.9,6Tsd.€
Restschulden 247,2Tsd.€
Merkste was?

Jetzt fängt es an, das Zinskarussel beginnt sich zu drehen….vor allem der Zinseszins-Effekt lässt dein Problem exponentiell anwachsen!

Ich glaube du verstehst was ich meine, oder?
Wobei, bei dem Zinseszins-Effekt, bin ich mir sicher, werden die meisten sich schwer tun, sich vorstellen zu können, welche Ausmaße der hat!

Zinseszins, die Wahrheit! Das braucht schon etwas Gehirnjogging!
Warum wir daran scheitern, dieses mafiöse System zu durchschauen zeigt dieses Beispiel.

Eine existenzielle Entscheidung!

Ein großzügiger Geldgeber hat mir die folgenden zwei Angebote gemacht:

**A. Ich erhalte ein ganzes Jahr lang, also 52 Wochen lang, jede Woche 10.000,-€!**

**B. Ich erhalte in der ersten Woche 1 Cent und danach wird der Betrag dann in jeder Woche verdoppelt!**

Nur 52 Wochen können meine Welt verändern, so oder so!
Welches Angebot sollte ich besser annehmen?

Die Lösung wird den einen oder anderen vielleicht überraschen, erklärt aber warum wir das mafiöse Finanzsystem so schwer durchschauen…
Hier geht es zur Auflösung, einfach den Link anklicken und dann mit dem allerersten Kommentar beginnen, dann Schritt für Schritt den Kommentaren folgen:

„Eine existenzielle Entscheidung!“

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BREAKING NEWS: IWF fordert schnellen Schuldenschnitt!


 IWF fordert schnellen Schuldenschnitt!


 ….wer jetzt an Griechenland denkt, den muss ich enttäuschen! Dieser, für Griechenland längst überfällige und überlebenswichtige, Schuldenschnitt wird aber nicht etwa Griechenland, sondern wird der, nicht einmal der EU zugehörigen Ukraine, gewährt! Unfassbar, ist aber so!

Griechenland wartet wie im alten Rom, auf den Daumen der "Caesaren". Daumen hoch für die Ukraine, Daumen runter für Griechenland!

Griechenland wartet, wie im alten Rom, auf den Daumen der „Caesaren“. Daumen hoch für die Ukraine, Daumen runter für Griechenland!

Dieser, auf Heise.de erschienene Artikel erklärt die Details!

Ralf Streck 02.07.2015

Es geht doch, könnte man sagen. Schaltet der Internationale Währungsfonds (IWF) im Fall Griechenland in der Frage eines Schuldenschnitts auf stur, fordert er den im Fall der Ukraine. So wurde mit den Gläubigern am Sitz des IWF in Washington gerade vereinbart, in der kommenden Woche Verhandlungen ohne Vorbedingungen zu führen, denn der IWF drängt auf eine schnelle Einigung. Vitalij Lisovenko, der die ukrainische Verhandlungsdelegation anführte, hatte schon im Vorfeld gedroht, den Schuldendienst einzustellen, wenn das Treffen beim IWF scheitere.

Doch beim IWF ist man im Fall der Ukraine auch bei solchen Drohungen nachsichtig. Dabei soll es für private Geldgeber der Ukraine teuer werden, denn die sollen einen guten Teil ihrer Forderungen abschreiben. Sogar das im Frühjahr mit dem IWF vereinbarte Hilfsprogramm sieht das vor. Demnach erhält die Ukraine über die bisherigen Milliardenhilfen hinaus weiter 17,5 Milliarden US-Dollar vom IWF und dazu sollen weitere 7,5 Milliarden von anderen Geldgebern kommen. Eine Bedingung ist, dass Gläubiger ihrerseits auf etwa 15 Milliarden verzichten.

Ohnehin dürfte der IWF längst dem Land kein Geld mehr geben. Das haben frühere hochrangige IWF-Mitarbeiter immer wieder erklärt. So hatte Susan Schadler schon im vergangenen Herbst deutlich gemacht, dass der IWF im „ukrainischenSumpf“ steckt. Die Osteuropa-Expertin machte deutlich, dass der IWF gegen seine Regeln verstoße, kein Geld an Länder mit internen kriegerischen Konflikten fließen zu lassen. Zudem hatte der IWF dem Land schon vor der Geldspritze im Frühjahr mehr Mittel gewährt, als nach den üblichen Quoten möglich sei. Eigentlich darf Geld nur fließen, wenn gesichert ist, dass das Land in den nächsten 12 Monaten seinen Verpflichtungen wieder nachkommen kann.

Das kann getrost ins Reich der Märchen und Fabeln verwiesen werden. Denn die Verschuldung der Ukraine ist inzwischen auf fast 100% des Bruttosozialprodukts explodiert. Die Wirtschaft stürzt sogar noch stärker ab als erwartet. Sogar der IWF prognostiziert nun, dass die Wirtschaft im laufenden Jahr um 9% schrumpft. Wie erwartet, musste der Fonds wieder einmal seine zu positiven Forderungen korrigieren. Noch im Herbst ging er von gut 7% für 2015 aus, obwohl der Krieg damals sogar an Intensität gewann.

Doch schon damals war nicht zu erwarten, dass die Ukraine die Schulden wieder bedienen kann. Und das wird natürlich angesichts der Wirtschaftsentwicklung immer utopischer. So ist nun zu erwarten, dass das Land, verstärkt durch den Krieg im Osten, noch stärker zum Fass ohne Boden wird. Ein Schuldenschnitt, wie er nun geplant ist, wird daran nichts ändern. Das kann man im Fall der Ukraine genauso sagen, wie man es einst zu dem absurden Vorgehen des IWF in Griechenland sagen konnte.

Obwohl Geld vom IWF, aus Deutschland und auch aus der EU fließt, konnte nun die Ukraine seine Gasrechnungen gerade in Russland nicht bezahlen. Oder besser gesagt, es konnte die vereinbarte Vorkasse nicht leisten. Denn in der Einigung über die offene Milliardenrechnung hatte man sich darauf verständigt, in Vorkasse zu gehen, um nicht erneut unbezahlte Rechnungen in Milliardenhöhe auflaufen zu lassen. Weil die Vorauszahlung für Juli nicht erfolgte, stellte Russland die Gaslieferungen mit sofortiger Wirkung gestern ein.

Ein Problem in den Verhandlungen um den Schuldenschnitt ist auch, dass die Ukraine einen Kredit in Höhe von drei Milliarden Dollar an Russland nicht zurückzahlen will. Kiew betrachtet ihn als private Anleihe und möchte ihn, anders als Kredite des IWF zum Beispiel, in den Schuldenschnitt einbeziehen. Das lehnt Russland ab. Zuletzt war sogar unklar, ob die Ukraine die Zinsen an Russland überweist. Doch auf Druck des IWF wurde zunächst zugesichert, die fälligen 75 Millionen Dollar zu überweisen.

Die Ukraine kündigte dabei an, Kiew könne sein Verhalten zu den Zahlungsverpflichtungen ändern, wenn es in den Verhandlungen über den Schuldenschnitt nicht bald Fortschritte gebe. Immer wieder hatte Finanzministerin Natalija Jaresko den privaten Gläubigern und Russland erklärt, sie müssten sich auf einen Abschlag von etwa 40% ihrer Kredite einstellen, die sich auf etwa 19 Milliarden belaufen. Doch scheinbar kommt, das ist auch aus Washington zu hören, nun Bewegung in die Verhandlungen mit den US-Investment- und Hedgefonds. Das berichtetBloomberg. An Gesprächen in der kommenden Woche soll nun auch die Finanzministerin teilnehmen, wird dafür als Beleg angeführt.

Diese unverschämten Griechen? Die „unverschämten Ukrainer“ stehen schon an der EU-Haushaltskasse


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FAKTEN CHECK 1.o:
Reparationszahlungen werden lt. Völkerrecht immer erst mit Abschluss von Friedensverträgen fällig und per Saldo errechnet! Darin liegt unser „Trick“! Wer davon keine Ahnung sollte sich zuerst einmal informieren! Und wer sich so richtig für die Wahrheit, auch wenn sie nicht jedem gefällt, interessiert…
Formal hat Griechenland Recht! Um Reparationsansprüche zu vermeiden haben wir, Deutschland, geschickter Weise keine Friedensverträge abgeschlossen! Das Ding könnte uns wirklich noch um die Ohren fliegen, nicht nur in Bezug auf Griechenland! Sollte an der Geschichte nichts dran sein, könnte das ein internationales Gericht ziemlich schnell klären, aber ob das unsere Regierung eingehen möchte darf stark bezweifelt werden, denn dann würde das Urteil zur ultima ratio, zum Präzidenzfall, der eine Kettenreaktion anderer Länder auslösen könnte!
Ansonsten die beste Doku zum Thema Griechenland! http://www.ardmediathek.de/tv/Reportage-Dokumentation/Die-Story-im-Ersten-Die-Spur-der-Troika/Das-Erste/Video?documentId=26963948&bcastId=799280

FAKTEN CHECK 2.0:
Unabhängig von Reparationsansprüchen gibt es ja auch noch rechtsgültige Darlehensverträge….diese Darlehen haben wir zu Anfang sogar getilgt….aber irgendwie, irgendwann einfach vergessen weiter zu tilgen…
Wenn man für diese Dinge Schuldige sucht, dann dürfen alle deutschen Finanzminister und Kanzler zuallererst als Schuldige zu bezeichnen sein!
Übrigens, dass gleiche gilt auch im Zusammenhang mit der bisher ungeklärten Souveränität unseres Landes!

Die Bankenschulden Griechenlands

Die Bankenschulden Griechenlands

Gläubigerstruktur Griechenlands

Gläubigerstruktur Griechenlands

Wer die ARD Dokumentation gesehen hat und ernsthaft von Märchen spricht, den kann man nur als Teil dieser Märchenwelt betrachten! Besonders schlimm wird es, wenn diese Märchenhaften Figuren auch noch zu Märchen Erzählern mutieren! Ein Verlag, wie der vom CIA gegründete Springer-Verlag, der sich und seine Zukunft in den digitalen Medien sieht, der hat sich nun einmal selbstbestimmt dieser Phantasiewelt verschrieben. Das Problem dieser „UniqueUserBubbleWorld“ ist es leider, dass ihre künstlichen Seifenblasen regelmäßig platzen und die Anhänger, wie die Betreiber dieser „WorldOfBubbles“ erst dann von der harten und realen Welt getroffen und schmerzhaft auf den Boden der Tatsachen krachen! Die Wahrheit tut manchmal weh, sie allzu lange zu ignorieren vergrößert den Schmerz am Ende nur!

FAKTEN CHECK 3.0:

Sie haben völlig Recht, die Probleme sind ein Ergebnis, einer über Jahrzehnte hinweg praktizierten Politik in Griechenland, daran besteht gar kein Zweifel. Daran kann weder die aktuelle Regierung, noch die jetzt betroffene Bevölkerung und auch wir etwas ändern. Es bringt also wenig die Fehler der Vergangenheit sich gegenseitig vorzuwerfen. Der Beitritt Griechenlands war ein Fehler, der auf, damals für jeden mit der Materie vertrauten bekannten, utopischen Haushaltszahlen beruhte. Schon hier ließe sich trefflich darüber streiten, wer daran Schuld hat, dass der Esel, dem die Möhre vor die Nase gehalten wurde, einfach los lief. Die Möhre symbolisiert dabei die Aussicht auf Wohlstand, mit dem die EU, scheinbar allzu fahrlässig wirbt. Diese Wohlstandsversprechen und ihre Folgen haben wir zuletzt bei dem Assoziierungsabkommen mit der Ukraine erlebt. Die Folgen waren für jedermann vorhersehbar und trotzdem hat die EU mit aller Macht dieses Abkommen durchgesetzt. Die Vorteile müssen für die EU enorm sein, warum sonst geht man diese Risiken, bei der Ukraine musste man sogar von einer militärischen Konfrontation mit Russland ausgehen, ein? Noch stehen wir bei der Ukraine ganz am Anfang, aber schon jetzt ist klar, das wir wohl auf Jahrzehnte diesen EU-Kandidaten finanzieren müssen, um auch nur halbwegs politische, wie auch wirtschaftliche Stabilität zu erreichen. Die Vorteile für die EU müssen enorm sein, auch wenn diese kaum bis gar nicht kommuniziert werden, warum wohl nicht?
So zu tun, als gehe es für die Beitrittskandidaten vor allem um ethische Gründe, um der EU beizutreten widerlegen gerade die Beispiele Griechenland und die Ukraine. Es steht außer Frage, dass diese Entscheidungen ohne die Bevölkerung zu fragen getroffen werden, diese Entscheidungen werden quasi im Alleingang von ein paar regierenden Politikern getroffen. Dabei spielen, auch das machen diese beiden Länder sehr deutlich, vorrangig wirtschaftliche Gründe eine Rolle. Allerdings stellt sich heute doch vor allem die Frage, wer sind denn die Profiteure des EU-Beitritts? Wie man heute unzweifelhaft feststellen kann, ist es jedenfalls nicht die griechische Bevölkerung gewesen! Hier liegt das eigentliche Problem der Diskussion, niemand fragt danach, wer die Betrüger sind! Niemand scheint ein Interesse daran zu haben diese Verbrecher zu identifizieren oder gar zur Rechenschaft zu ziehen! Stattdessen werden Menschen, von denen man erwartet die europäische Idee zu tragen, gegeneinander gehetzt und wieder fragt niemand nach den dafür Verantwortlichen!
Die andauernden Vorwürfe provozieren zwangsläufig Reaktionen, die eine Lösung der Probleme erschweren und gleichzeitig von den eigentlichen „Tätern“ ablenken! Die hier stattfindenden Diskussionen sind ein Beleg für eine erfolgreiche Destabilisierungsstrategie innerhalb der europäischen Gemeinschaft!
Wer daran ein Interesse hat, zählt zu den gemeinsamen Feinde aller Europäer, gegen sie sollte sich unsere Wut, unsere Empörung richten!

Veränderungen der Privatvermögen und der Privatschulden

Veränderungen der Privatvermögen und der Privatschulden

Die Suche nach den Verantwortlichen ist dabei gar nicht so schwer, die Profiteure sind schnell und einfach zu identifizieren, die Personen, zumindest die, die sich öffentlich bemerkbar machen, sind ebenfalls leicht zu identifizieren, sie können sogar namentlich benannt werden und trotzdem regt sich niemand spürbar auf!
Die Verstrickung und Beteiligung der Transatlantiker in den europäischen Regierungen, in der EU und deren Gremien und in den Lobbyorganisationen ist mittlerweile in einem solchen Umfang fortgeschritten, dass der „Täter“ uns selbst am heiligten Tag ausrauben kann und trotzdem unbehelligt bleibt.
Das ist unser Problem!
Und nicht wer von wem, wieviel, zu Recht oder nicht, innerhalb der EU erhält!
Das wird uns zu guter letzt den Untergang bescheren und damit meine ich nicht den Untergang des EUROs, auch nicht den Untergang der EU, nein, dass bedeutet den Untergang einer jeden europäischen Nation!

Nein, wer an dieser Stelle glaubt ich mache den Amerikanern, den Transatlantikern einen Vorwurf, liegt völlig falsch, ich möchte einfach nur auf die völlig legitimen Interessen der US-Regierung verweisen. Denn auch die USA haben ihre Wettbewerber, nur sitzen die schon lange nicht mehr in Europa, sondern vielmehr im asiatischen Raum! Dieser wirtschaftlichen Bedrohung versucht die USA wo immer es geht anzukämpfen.
Daraus gilt es die richtigen Schlüsse zu ziehen, darüber gilt es zu diskutieren und mit intelligenten Strategien anzukämpfen!
Ohne gemeinsame europäische Anstrengungen werden wir, wie alle anderen Europäer, dazu zähle ich auch Griechenland, unseren gewohnten Wohlstand einbüßen und Wohl oder Übel auch den heute noch üblichen sozialen Frieden gefährden!

Diese Aufgabe darf mit Fug und Recht zu den größten dieses Jahrhunderts gezählt werden! Alles andere sind aufgebauschte, unbedeutende Ablenkungsmanöver und Nebenkriegsschauplätze, für die eigentlich keine Ressourcen frei sind!
Daran sollte jeder denken, der sich hier als Richter über die griechische Situation aufspielt!

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Ukraine – Maidan – Ein Jahr nach dem 22. Februar 2014


Innerhalb nur eines Jahres ist alles zu einem Spiel mit offenen Karten geworden!


Ein Jahr nach dem 22. Februar 2014, an dem der Maidan zum Fanal wurde, wenige Tage nach der Niederlage der Kiewer Offensive gegen den Osten des Landes, am Wendepunkt der Frage, ob es weitere Eskalationen mit internationaler Ausweitung geben wird oder eine (zumindest vorläufige) Runde politischer Verhandlungen, ist es angebracht, angesichts der immer wieder durch neue Legenden erweiterten Mythen um den ukrainischen Krieg einige Tatsachen in Erinnerung zu rufen.

Zuvor soll jedoch eine Erkenntnis mitgeteilt werden, die seit ein paar Jahren auf einer Business-Plattform des Internet angeboten wird. Die Seite trägt den Namen „karrierebibel“. Unter der Überschrift: „Urbane Legenden – Die Macht der Wiederholung“ schreibt da ein Jochen Mai am 13. Oktober 2007: „Wiederholungen sind mächtiger als die Wahrheit. Das ist die Quintessenz einer interessanten Studie von Norbert Schwarz, Psychologe an der Universität Michigan, die zugleich auf die Untersuchungen der beiden Psychologen Milton Lepkin (sic!) aus dem Jahr 1945 zurückgeht. Schon sie fanden heraus, dass Menschen etwa falscher Kriegspropaganda mehr Glauben schenkten, je öfter sie diese hörten. Tatsächlich ist es so, dass unser Gehirn irgendwann aufhört die Quellen eines Gerüchtes oder einer Information zu unterscheiden. Oder anders formuliert: Es macht keinen Unterschied, ob wir ein und dieselbe Information von vielen verschiedenen (und glaubwürdigen) Menschen hören oder nur immer wieder von derselben Quelle, so auch das Ergebnis eines Experimentes von Kimberlee Weaver vom Institute for Social Research an der Universität Michigan. Es ist das Prinzip der urbanen Legende: Man muss den Leuten den Mist nur oft genug einbimsen, dann glauben sie irgendwann, dass es stimmt.

Erschreckend, nicht wahr? Die Erkenntnisse machen aber auch deutlich, wie wenig es bringt falsche Nachrichten durch richtige zu ersetzen oder sich gegen üble Gerüchte zur Wehr zu setzen, solange man die negativen Informationen (sic!) dabei widerholt. Der Effekt ist nur der, das sich der Unsinn noch mehr in den Köpfen festsetzt und nach einer gewissen Zeit von unserem Gedächtnis als wahr erinnert wird. An der Stelle (sic!) funktionieren unsere grauen Zellen ein bisschen wie das Google-Cache: Einmal drin, kriegt man die Daten kaum noch aus dem Netz. Und das macht uns erstaunlich anfällig für Manipulationen.“[1]

Erinnern wir uns also in aller gebotenen Kürze, welche Entwicklung zu den Vorgängen in der Ukraine geführt hat, ohne die Legenden und Mythen, die zurzeit immer wieder und immer öfter verbreitet werden, hier noch einmal zu wiederholen. In einem nächsten Text können wir uns dann die Vorgänge selbst noch einmal vornehmen.

Das strategische Konzept der USA


Seit spätestens 1991 verfolgen die USA aktiv die Strategie der Absicherung der Ihnen mit der Auflösung der UdSSR zugefallenen Weltherrschaft. Die Kontrolle des Eurasischen Raumes ist dabei für die USA von zentraler Bedeutung. Sie treten mit dieser Strategie in die Fußstapfen des Britischen Empires, das mit diesen Theorien schon in den ersten Weltkrieg mit dem Ziel eintrat, Deutschland und Russland in Gegensatz zueinander zu bringen. Harold Mackinder entwickelte die Theorie von der Weltinsel (Europa, Asien und (Nord)Afrika) und dem darin zentralen Herzland (praktisch das damalige Russische Reich). Von Mackinder ist der Kernsatz seiner Theorie überliefert: „Wer über Osteuropa herrscht, beherrscht das Herzland. Wer über das Herzland herrscht, beherrscht die Weltinsel. Wer über die Weltinsel herrscht, beherrscht die Welt.“[2]

Die Praxis des Commonwealth und die Theorie Mackinders bilden die Blaupause für die heutige „Strategie der Vorherrschaft“ der USA, nachzulesen in drei Büchern von Zbigniew Brzezinski 1996, 2006, und 2012. Im Vorwort von 1996 heißt es: „Eurasien ist somit das Schachbrett, auf dem sich auch in Zukunft der Kampf um die globale Vorherrschaft abspielen wird.“ (S. 16) Das hätten auch Hitler und Stalin schon gewusst. „Beide waren sich einig in der Auffassung, dass Eurasien der Mittelpunkt der Welt sei, und mithin derjenige, der Eurasien beherrsche, die Welt beherrsche.“ Ein halbes Jahrhundert später stelle sich die Frage neu: „Wird Amerikas Dominanz in Eurasien von Dauer sein, und zu welchen Zwecken könnte sie genutzt werden?“ (S. 16)

Und dann ganz, sagen wir, demokratisch, Brzezinski ist ja, was seine Parteipräferenzen betrifft, bekennender Demokrat: „Amerikanische Politik sollte letzten Endes von der Vision einer besseren Welt getragen sein: der Vision, im Einklang mit den langfristigen Trends sowie den fundamentalen Interessen der Menschheit eine auf wirksamer Zusammenarbeit beruhende Weltgemeinschaft zu gestalten. Aber bis es soweit ist, lautet das Gebot, keinen eurasischen Herausforderer aufkommen zu lassen, der den eurasischen Kontinent unter seine Herrschaft bringen und damit auch für Amerika eine Bedrohung darstellen könnte.“ (S. 16)

Und noch einmal konkreter: „Die USA sind zwar weit weg, haben aber starkes Interesse an der Erhaltung eines geopolitischen Pluralismus im postsowjetischen Eurasien. Als ein zunehmend wichtiger, wenn auch nicht direkt eingreifender Mitspieler, der nicht allein an der Förderung der Bodenschätze der Region interessiert ist, sondern auch verhindern will, dass Russland diesen geopolitischen Raum allein beherrscht, halten sie sich drohend im Hintergrund bereit. Neben seinen weitreichenden geostrategischen Zielen in Eurasien vertritt Amerika auch ein eigenes wachsendes ökonomisches Interesse, wie auch das Europas und des Fernen Ostens, an einem unbehinderten Zugang zu dieser dem Westen bisher verschlossenen Region. In diesem Hexenkessel geopolitischer Macht stehen somit der Zugang zu möglicherweise großem Reichtum, die Erfüllung nationaler und /oder religiöser Missionen und Sicherheit auf dem Spiel. In erster Linie jedoch geht es um Zugang zur Region, über den bis zum Zusammenbruch der Sowjetunion Moskau allein verfügen konnte.“ (S. 203)

Schon klar? Aber unter der Zwischenüberschrift “USA im Wartestand“ heißt es noch einmal deutlicher: “Amerikas primäres Interesse muss folglich sein, mit dafür zu sorgen, dass keine einzelne Macht die Kontrolle über dieses Gebiet erlangt und dass die Weltgemeinschaft ungehinderten finanziellen und wirtschaftlichen Zugang zu ihr hat.“ (S. 215)

In dieser Strategie bilden die Europäische Union und Japan die beiden Brückenköpfe, von denen aus diese Herrschaft über Eurasien aufgespannt werden soll – deren Zusammengehen mit Russland, bzw. auch China unter allen Umständen verhindert werden soll. Auch da nimmt Brzezinski kein Blatt vor den Mund: „Bedient man sich einer Terminologie, die an das brutalere Zeitalter der alten Weltreiche gemahnt, so lauten die drei großen Imperative imperialer Geostrategie: Absprachen zwischen den Vasallen zu verhindern und ihre Abhängigkeit in Fragen der Sicherheit zu bewahren, die tributpflichtigen Staaten fügsam zu halten und zu schützen und dafür zu sorgen, dass die ‚Barbarenvölker‘ sich nicht zusammenschließen.“ (S. 66) Aktueller Ausdruck sind auch die Pläne für das Transatlantische und das Transpazifische Freihandelsabkommen (TTIP, Transatlantic Trade and Investment Partnership und TPP, Trans-Pacific Partnership). Mit ihnen versuchen die USA unter Einbindung von Japan und EU/Deutschland die beiden eurasischen Mächte, Russlands im Westen und China im Osten, von denen sie ihre Vorherrschaft in Frage gestellt sehen, auch auf ökonomischer Ebene auszugrenzen und einzudämmen.

Verschiebung von Einflusszonen

Die schrittweise Ost-Erweiterung von NATO und EU, die systematische Förderung „bunter Revolutionen“ in den Grenzzonen der ehemaligen Sowjetrepublik, Georgien 2003, Ukraine 2004, Kirgisien 2006, ein misslungener Versuch 2006 in Weißrussland, die Umstellung Russlands mit Raketenabfangstationen und Militärstützpunkten waren unübersehbaren Schritte bei der Umsetzung der von Brzezinski skizzierten „Strategie der Vorherrschaft“, das seit der Wiedervereinigung Deutschlands 1989, beschleunigt dann seit der Auflösung der Sowjetunion und des Warschauer Paktes 1991 verfolgt wurde.

Vier Phasen lassen sich unterscheiden:

- Von der deutschen Wiedervereinigung bis zur Auflösung der UdSSR

- Vom Beginn der Ost-Erweiterungen der EU und der NATO, über die „bunten Revolutionen“ bis zum Georgischen Krieg 2008.

- ab 2008 Neuausrichtung des atlantischen Bündnisses nach dem Georgischen Krieg unter Barak Obama: die EU geht von der Politik der direkten Erweiterung zur „Neuen Nachbarschaftspolitik“ über. Die Form dafür sind Assoziierungsabkommen mit den Staaten im Integrationsraum zwischen Russland und der Europäischen Union.

- Seit 2013 gehen die atlantischen Kräfte mit TTIP und TPP in die globale Offensive. Eine um Russland sich gruppierende Eurasische Union ist in diesen Plänen ein Störfaktor großen Ausmaßes.

Stoßkeil Ukraine

Die Ukraine spielt in dem großen Plan zur Kontrolle Eurasiens durch die USA von Anfang an die Rolle eines Stoßkeils, der auf das „Herzland“ Eurasiens, Russland zielt, um seine mögliche Wiederauferstehung als eurasisches Großreich im Keim zu ersticken: „Die Ukraine“, schreibt Brzezinski, „ein neuer und wichtiger Raum auf dem eurasischen Schachbrett, ist ein geopolitischer Dreh- und Angelpunkt, weil ihre bloße Existenz als unabhängiger Staat zur Umwandlung Russlands beiträgt. Ohne die Ukraine ist Russland kein Eurasisches Reich mehr“ (S. 74)

Und folgerichtig: „Die Entschlossenheit der Ukraine, sich ihre Unabhängigkeit zu bewahren, erhielt Unterstützung von außen. Obwohl der Westen, vor allem die Vereinigten Staaten, die geopolitische Bedeutung eines souveränen ukrainischen Staates erst reichlich spät erkannt hatte, waren um die Mitte der neunziger Jahre sowohl Amerika als auch Deutschland zu eifrigen Förderern der eigenständigen Identität Kiews geworden. Im Juli 1996 erklärte der amerikanische Verteidigungsminister: Die Bedeutung der unabhängigen Ukraine ist für die Sicherheit und die Stabilität von ganz Europa nicht zu überschätzen, und im September ging der deutsche Kanzler – ungeachtet seiner starken Unterstützung für Boris Jelzin – sogar noch weiter mit der Versicherung, dass der feste Platz der Ukraine in Europa von niemanden mehr in Frage gestellt werden kann, und dass niemand mehr der Ukraine ihre Unabhängigkeit und territoriale Integrität streitig machen darf.“ (S. 166) .

Was Brzezinski bereits Mitte der neunziger so klar skizzierte, wurde von ihm in seiner Bestandsaufnahme, die er 2006 unter dem Titel „The Sekond Chance“ vorlegte, wie auch in dem 2012 erstmals erschienenen „Strategic Vision“ wiederholt und auf der Sicherheitskonferenz in München unter dem von Kerry geprägten Stichwort der „Renaissance des atlantischen Bündnisses“ noch einmal ausdrücklich zum Programm erhoben. Selbstverständlich war Brzezinski auch persönlich auf dieser Konferenz mit von der Partie. Dies nur als Information für diejenigen die glauben, Brzezinski gehöre inzwischen zur Riege der Männer, die nur Alterswert haben.

Alles Weitere sind Konkretionen dieser Strategie. In den Verhandlungen um das Assoziierungsabkommen mit der Ukraine, in der Erklärung des EU-Kommissionspräsidenten Barroso beim EU-Ukraine-Gipfel im Februar 2013 in Brüssel, es sei „unmöglich, sich in die Zollunion einzubinden und gleichzeitig eine umfassende Zollunion mit der EU zu haben“ und dieUkraine müsse „ihre europäische Wahl treffen“ wurde diese Politik exekutiert. Die deutsche Kanzlerin bestätigte sie mit Verlautbarungen wie: „Es gibt heute eine Situation, in der die Mitgliedschaft in zwei Zollunionen nicht möglich ist“ [3]

Mit der ideologischen Aufpäppelung und Finanzierung Tjagnibog und Klitschko für den Umsturz, durch die 5 Milliarden-Spritzen für die Entwicklung der demokratischen Opposition seitens der USA, durch Interventionen führender EU- und US-Politiker auf dem Maidan wurde der Umsturz gegen Viktor Janukowytsch programmiert, auf der „Sicherheitskonferenz“ in München wurde Klitschko als potentieller Nachfolger von Janukowytsch aufgebaut, wurden die Weichen für eine Intervention zugunsten eines Regimechanges in Kiew gestellt.

Die wachsende und wachsame globale Konkurrenz

Der westlichen Vorherrschaft steht eine Welt gegenüber, die sich der seit 1991 entstandenen Dominanz der „einzigen Weltmacht“ in wachsendem Maße entzieht. Man könnte von einer postkolonialen Welle globaler Emanzipation reden. Brzezinski spricht vom „political awakening of people“, dem sich eine schwächer werdende Weltmacht ausgesetzt sehe.[4]

Die Entwicklungen sind für die USA in der Tat bedrohlich. 1996 schlossen sich Russland, die Volksrepublik China, Kasachstan, Kirgisistan und Tadschikistan zu den „Schanghai Five“ zusammen. 2002 gab die Schanghai Gruppe, um Usbekistan erweitert, sich eine Charta. 2006 kam Afghanistan als Beobachter dazu. Im September 2014 haben Indien und Pakistan Aufnahmeanträge gestellt, die im Juli 2015 zur Abstimmung gebracht werden sollen.

Bedrohlich für die USA ist selbstverständlich auch das koordinierte Handeln der globalen Newcomer im BRICS Bündnis (immerhin Brasilien, China, Indien, Russland, Südafrika) – das mit der Gründung einer eigenen Entwicklungsbank die USA inzwischen auch im Kernbereich von deren Herrschaft herausfordert: in der Funktion des Dollar als Weltleitwährung. Der Planet, kann man sagen, wird eng.

Russland ist mit dem Amtsantritt Putins im Jahr 2000 aktiv aus dem Stadium eine Quasi-Kolonie der USA herausgetreten. Putin erklärte, er wolle Russland wieder zum Integrationsknoten Eurasiens machen. Damit stellte er das zentrale Glied der US- Dominanz in Frage. Er restaurierte Staat und Wirtschaft und begann eine aktive Bündnispolitik im Raum der ehemaligen Sowjetunion aufzunehmen. In den ersten Jahren der Präsidentschaft Putins legte Russland seine Hand wieder auf die eigenen Ressourcen. Die Verhaftung Michail Chodorkowski markiert diese Phase der Rückkehr Russlands zu sich selbst.

Auf der Münchner „Sicherheitskonferenz“ von 2007 wandte Putin sich gegen die weltweiten Kriegsabenteuer der USA, 2008 folgte Medwedew mit dem Vorschlag einer neuen Sicherheitsarchitektur von Lissabon bis Wladiwostok, wurde von der EU aber zurückgewiesen. Stattdessen versuchten EU und NATO auch Georgien und die Ukraine in ihre Erweiterungspläne einzubeziehen. Diese Versuche endeten damit, dass Russland mit seinem Einmarsch nach Georgien erstmals seit dem Zerfall der Sowjetunion ein klares Njet gegen ein weiteres Vordringen von EU und NATO in seinen Einflussbereich setzte.

Der Georgische Krieg 2008 markiert einen strategischen Szenenwechsel zwischen Russland und der EU, NATO und USA, also der atlantischen Union: Die EU ging von ihrer Ost-Erweiterungspolitik über zur „Neuen Nachbarschaftspolitik“ durch Abschluss von Assoziierungsverträgen mit engeren und weiteren Nachbarn der EU im Grenzraum zwischen Russland und der Europäischen Union – hielt aber im Übrigen ihre Bewegungsrichtung der Ausdehnung ihrer Einflusszone nach Osten bei.

Parallel zur Einleitung der „Neuen Ostpolitik“ konkretisierte sich auf Initiative Kasachstans Putins Vision eines Eurasischen Integrationsknotens zur politischen Gestalt einer sich formierenden Eurasischen Union. Nach dem Vorbild der europäischen Union zunächst als Wirtschaftsunion konzipiert, war ihre politische Gründung für das Jahr 2015 vorgesehen. Tragende Mitglieder waren Kasachstan, Weißrussland und Russland mit dem Ziel der Einbeziehung der Ukraine, sowie weiterer kaukasischer und zentralasiatischer Staaten.

Mit dem Zusammentreffen von Assoziierungspolitik der Europäischen Union und Gründung der Eurasischen Union , die beide auf die Länder in der Zone zwischen Russland und der Europäischen Union zielten, entwickelte sich der Konflikt zwischen den Ost-Interessen der EU und den West-Interessen Russlands zu einer absehbaren Konfrontation . Diesen Widerspruch zwischen EU&EU zum Entweder-Oder für die Ukraine verschärft zu haben, ist eindeutig ein Produkt der westlichen, US-geleiteten Politik, die konsequent dem strategischen Postulat der US-Politik zur „Verhinderung einer eurasischen Macht“ entspringt und damit gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe schlägt. Es verhindert ein Bündnis zwischen Russland und der EU, speziell auch Russlands und Deutschland, das den USA gefährlich werden könnte und es schwächt sowohl Russland auch die EU, insbesondere Deutschland soweit, dass sie sich nicht zum Konkurrenten aufschwingen können.

Sachliche Wahrnehmung

Der Umsturz in Kiew und alle weiteren Vorgänge sind nur in der Folge dieser Konstellation zu verstehen. Sachlich betrachtet, resultieren sie aus dem herangewachsenen Gegensatz zwischen der schwächelnden unipolaren Hegemonie der USA und den heranwachsenden Kräften rund um den Globus. Putin hat dies mit seiner Rede auf dem Waldai-Forum in Sotchi im Oktober 2014, in der er die USA als globalen Brandstifter anklagt und stattdessen eine kooperative neue globale Sicherheitsarchitektur vorschlägt und einfordert, unmissverständlich klar gemacht.

So gesehen erkennen, die Verteidiger der gegenwärtig noch herrschenden Ordnung in Russland, genauer in Putin als dem zurzeit bestimmenden politischen Geist Russlands, durchaus richtig ihren Gegner, weil er diese Ordnung in Frage stellt und dies nicht nur für Russland, sondern stellvertretend für all jene Kräfte tut, die sich heute aus der spät-kolonialen Fessel der US-Dominanz befreien wollen. In den Augen der Vertreter der gegenwärtig herrschenden Ordnung, die sie in Verkennung, Verdrängung oder gar Leugnung der blutigen globalen Realitäten euphemistisch, eine Friedensordnung nennen, ist allein der Anspruch auf Neuordnung bereits eine Aggression, zumindest eine Ungehörigkeit, die – natürlich – bestraft werden muss.

Tatsächlich markiert der Bürgerkrieg in der Ukraine einen globalen Interessenkonflikt innerhalb des heute herrschenden Wirtschaftssystems, der innerhalb des Systems nicht mehr gelöst werden kann. Nur der Übergang zu kooperativen Formen des Wirtschaftens und des Regierens könnte eine Perspektive weisen – alles andere steuert geradlinig auf militärische Lösungen zu, gleich ob in der Form sich vervielfältigender Stellvertreterkriege, einschließlich solcher auf europäischem Boden, oder als großer Flächenbrand.

Gegenseitige Schuldzuweisungen lenken nur davon ab andere, als militärische Wege zur Lösung der Probleme, zu suchen.

Kai Ehlers,www.kai-ehlers.de

Bücher von zum Thema:

Peter Strutynski (Hg.), Ein Spiel mit dem Feuer: Die Ukraine, Russland und der Westen

Ronald Thoden, Sabine Schiffer (Hg.), Ukraine im Visier: Russlands Nachbar als Zielscheibe geostrategischer Interessen

Kai Ehlers, Russland – Herzschlag einer Weltmacht: Im Gespräch mit Jefim Berschin


[1]https://www.google.de/#q=urbane+legenden+-+die+macht+der+wiederholung

[2] Zbigniew Brzezinski, Die einzige Weltmacht. Amerikas Strategie der Vorherrschaft”, Fischer tb 14358, S. 63 und alle weiteren Brzezinski-Zitate aus diesem Buch

[3] Pressekonferenz der Bundeskanzlerin zum Europäischen Rat am 19. Und 20. 12.2013.

[4] Zbigniew Brzezinski, Strategic Vision, Basic Books, New York, 2012, S. 26 ff

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