Die Dummheit der Anderen…


Update 11.11.2016 Media behaved like Hillary Clinton Cheerleaders…

Wenn Menschen andauernd über die Dummheit anderer philosophieren, was sagt uns das?

Die Dummheit der anderen

Die Dummheit der anderen

Dass die schlechten Verlierer am lautesten blöken, ist ja nichts Ungewöhnliches. Einen faden Beigeschmack bekommt das Gejammere aber, wenn darin Lagerdenken und Demokratiefeindlichkeit durchschimmern. Vor allem das junge, gebildete und weltoffene Milieu offenbart dieser Tage, für wie viel wertvoller als eine gesunde Demokratie es sein weltmännisches Lebensgefühl hält. Denn, man korrigiere mich, sollte ich falsch liegen: Mehr als ein diffuses Gefühl der Verbrüderung mit den Briten und einer Welt ohne Grenzen hat die EU-Mitgliedschaft Großbritanniens den meisten jungen Menschen in Deutschland kaum bedeutet.

Ohnehin hängt die Schwere der Folgen des Brexit davon ab, zu welchen Verhandlungsergebnissen die EU und Großbritannien gelangen und wie schnell diese umgesetzt werden. Dabei kann es durchaus passieren, dass die Stimmen derjenigen, die aus Angst vor Überfremdung für den Brexit stimmten, in einem Kuhhandel für den freien Zugang zum EU-Binnenmarkt geopfert werden. Oder dass die Reisefreiheit der Briten innerhalb der EU nur zum Preis der weiteren Visafreiheit von EU-Bürgern in Großbritannien zu haben ist. Alles Verhandlungssache. Für das backpackende Milieu würde sich dann kaum etwas ändern. Mit dem Bulli nach Norwegen war bisher ja auch kein Problem.

Es gibt eine tiefsitzende Angst vor dem vermeintlich dummen Mitmenschen

Die Trauerbekundungen rund um den Brexit erinnern an die immer gleichen Diskussionen über die Vor- und Nachteile der direkten Demokratie. In der Regel läuft das so ab: Ein Dachdecker und ein Soziologiestudent sitzen am Tisch und unterhalten sich über Volksabstimmungen. Der Dachdecker sagt: „Dann hören die da oben endlich auf uns!“ Der Soziologiestudent daraufhin: „Ja, aber Populisten hätten dann viel leichteres Spiel.“ Der Dachdecker: „Ist mir egal, ich will direkt abstimmen können, schließlich zahle ich deren Gehälter.“ Der Soziologiestudent: „Die Erfahrung zeigt aber, dass in einer direkten Demokratie die Gefahr irrationaler Entscheidungen größer ist. Die einfachen Leute verstehen die komplexen Themen doch gar nicht.“

Das illustriert sehr gut, worum es bei der Debatte um Volksabstimmungen und um das Referendum zum Brexit überhaupt geht: Wem trauen wir zu, wichtige Entscheidungen zu treffen und wie ernst nehmen wir die Lebensrealitäten unserer Mitmenschen?

Mein Eindruck ist ernüchternd. Es gibt eine tiefsitzende Angst vor dem vermeintlich dummen Mitmenschen, selbst wenn man ihm im täglichen Leben kaum begegnet. Auf ein solches Lagerdenken haben Rassisten kein Patent; das gibt es auch im jungen, gebildeten und weltoffenen Milieu, das sich jetzt lautstark zu Wort meldet und beklagt, der einfache Mann sei dumm und würde Europa mit eben jener Dummheit in den Kollaps reißen. Die Alten und Ewiggestrigen hätten den jungen Menschen die Zukunft geraubt, dabei sind die Jungen einfach nicht in ausreichender Zahl zur Wahl gegangen. Das Pseudoargument der Dummheit ist dabei genau so schnell zur Hand wie der Nazivorwurf. Beide sind äußerst praktisch: Man muss sich mit den Menschen nicht weiter auseinandersetzen, schließlich hat man ja auch wenig Zeit und abends schon was vor. Böhmermann hat ‚nen neuen Song und Joko und Klaas laufen im Fernsehen.

Die Dummheit der anderen

Die Dummheit der anderen

Ihr habt doch nur Angst um euer Informationsmonopol

Es gibt gute Gründe für Referenden und es gibt gute Gründe dagegen. Am Ende ist alles eine Frage der Prioritäten – und der Geisteshaltung. Wer sich gerne über seine Mitmenschen stellt und seine subjektive Meinung für die objektive Wahrheit hält, wird Volksabstimmungen eher abgeneigt sein. Damit spielt man den Eliten in die Hand, denn auch unter ihnen scheinen sich viele vor dem vermeintlich dummen Menschen zu fürchten. Entsprechend respektlos geht man in Brüssel mit dem Willen der Wähler um. Erste Reaktion: Noch mehr Zentralismus, noch mehr Bürokratie, noch mehr wir von oben gegen euch da unten. Gleich regen sich auch Stimmen, die an den Briten ein Exempel statuieren und den Zugang zum EU-Binnenmarkt nur gegen teure Kompromisse hergeben wollen. Nicht, dass der Pöbel noch einmal auf derart dumme Ideen kommt.

Selbstverständlich funktioniert Demokratie aber nur, wenn möglichst viele mitmachen. Sie muss schließlich repräsentativ sein. Studien zeigen, dass direkte Demokratie nicht unbedingt zu mehr Beteiligung führt, die Menschen sich mit den Ergebnissen der Abstimmungen aber besser identifizieren können. Auch scheint es einen Zusammenhang zwischen subjektiv wahrgenommener Zufriedenheit und der Möglichkeit der Teilnahme an Direktabstimmungen zu geben. Das allein ist ein großer Gewinn für die Demokratie. Kritiker bemängeln hingegen die soziale Selektivität: In der Regel sind es die gebildeten und gut informierten Menschen, die an Referenden teilnehmen. Aber ist dies in der repräsentativen Demokratie anders? Und vor allem: Wäre es nicht besser, dafür Sorge zu tragen, dass diese Menschen wieder Zugang zu ausreichend und ausgewogener Information bekommen? Wir schaffen das, und so?

Nein, denn in Wahrheit fürchtet man den Verlust des eigenen Informationsmonopol und die Rache des dummen Mitmenschen: Was wenn auf einmal niemand mehr auf uns hört und plötzlich alle anfangen konservative Parteien zu wählen? Was wenn auf einmal niemand mehr an Multikulti und den Traum offener Grenzen glaubt? Was wenn die ganzen dummen Menschen auf einmal die Nase voll haben von Nudging und Paternalismus? Das zieht sich durch alle politischen Debatten und ist einer der Gründe dafür, dass in Ostdeutschland Menschen auf die Straße gehen, „Lügenpresse“ skandieren und in diesem Klima des Entrechtetseins Flüchtlingsheime brennen. Das Mitspracherecht dieser Menschen wurde zum Preis der Machterhaltung derer geopfert, die ihre subjektive Realität für moralischen Konsens halten.

Die EU ist ein Klub mit freiwilliger Mitgliedschaft

Ich stelle mir die EU wie einen Klub vor: Die Mitgliedschaft ist freiwillig und es ist Sache des Mitglieds, ob es weiter im Klub bleiben möchte oder nicht. Dass die anderen Mitglieder entscheiden, dass du Mitglied bleiben musst und dir ihre Bedingungen aufzwingen, kann nicht richtig sein. Und doch ist es gerade dieses Gefühl, von einem elitären Verein auf der anderen Seite des Kanals genötigt und bevormundet zu werden, das letztlich wohl den Ausschlag für den Brexit gab. Das Ergebnis ist ein dickes „Fuck you!“ an diejenigen, die bestimmen wollen, was sein darf und was nicht. Trotz der Schwierigkeiten, die der Brexit mit sich bringt, ist das irgendwie auch eine gute Nachricht.

 

Update 06.07.2016 um 12:11

Naivitäten von Philosophen


Naivitäten von Philosophen

Die in der folgenden Liste aufgeführten Menschen waren überdurchschnittlich gebildet und zu abstrakten Gedankengängen in der Lage, die große Teile der Bevölkerung nicht nachvollziehen können. Es waren zum Teil Genies. Aber sie haben daneben Dummheiten begangen, die durchschnittlich begabte und gebildete Menschen in der Regel nicht begehen.

Platon berichtet davon, dass Thales, der Vater der Philosophie, in überirdische Gedanken versunken, in eine Grube fiel. Eine Magd lachte ihn aus. Er wolle den Menschen das Höchste lehren und sehe nicht einmal, was vor seinen Füßen liege.

Platon selbst gab auch nicht gerade ein gutes Bild ab, als er den machtbesessenen Diktator Dionysios von seiner Staatstheorie überzeugen wollte, nach der ein Land von weisen und gemäßigten Philosophenkönigen regiert werden sollte. Der Tyrann ließ Platon auf dem Sklavenmarkt verkaufen. Beinahe wäre der Platonismus nicht entstanden, die Weltgeschichte der Philosophie eine andere gewesen.

Um die Einigung Europas zu erreichen schlug der deutsche Philosoph und Universalgelehrte Leibniz allen Ernstes vor, die Kreuzzüge wieder aufzunehmen. Nach der »Prästabilierte Harmonie« war dies aber schlimmstenfalls die zweitgrößte Dummheit des Erfinders der Differentialrechnung.

Nietzsche, der Apostel der Herrenmoral, der Rangordnung und der »Blonden Bestie« war zu schüchtern, seiner Angebeten einen Heiratsantrag zu machen. Statt dessen beauftragte er damit einen Freund, der in die gleiche Frau verliebt war. Das endete damit, dass Nietzsche aus der Not eine Tugend machte und fortan die Auffassung vertrat: »Ein verheirateter Philosoph gehört in die Komödie.«

Als die Nazis 1933 die Macht ergriffen, begrüßte der deutsche Philosoph Heidegger dies, wurde NSDAP-Mitglied und stellte sich als Universitäts-Rektor zur Verfügung. Obwohl die braunen Banden nun wirklich nichts mit Philosophie zu tun hatten, auch nicht mit der Heideggers, glaubte dieser allen Ernstes, er könne den Führer führen.

Der englische Philosoph Bertrand Russell, der mit der Principia Mathematica ein sehr schwieriges Werk über die Anfangsgründe der Mathematik schrieb (zusammen mit Whitehead), bestand darauf, auch den Nazis gegenüber am Pazifismus festzuhalten. (Erst 1940 änderte er seine Meinung.) Wären die europäischen Völker diesem Ratschlag gefolgt, würden sie heute unter der Knute der Nazis leben, falls sie nicht in einem Atomkrieg vernichtet worden wären.

Der deutsche Philosoph Adorno, Vertreter der kapitalismus- und besonders faschismus kritischen Frankfurter Schule und – nach Nazikriterien – Halbjude, stellte noch 1937 einen Antrag auf Mitgliedschaft in der von Goebbels beherrschten Reichsschrifttumskammer, zwei Jahre nachdem die Juden in Deutschland durch die Nürnberger Rasse-Gesetze entrechtet wurden. Und vier Jahre nach der Bücherverbrennung.

Der deutsche Kommunist Ernst Bloch, der Philosoph der Hoffnung, war vor den Nazis in die USA geflüchtet. Als in der zweiten Hälfte der 30er Jahre Stalinhunderttausende von Kommunisten umbringen ließ, darunter ca. 90% der engeren Mitarbeiter Lenins, da glaubte Bloch, dies alles sei notwendig, um sich der Feinde des Sozialismus zu entledigen. Hätte er sich zu dieser Zeit nicht in New York, sondern in Moskau aufgehalten, wäre er wegen idealistischer Abweichungen wahrscheinlich selbst Opfer geworden.

Zitate zur Dummheit An der Menge der Zitate kluger und berühmter Leute kann man erkennen, dass Dummheit etwas nervendes und hartnäckiges ist, mit dem seit Generationen gerungen wird.

Kazimierz Bartoszewicz: »Dummheit ist ansteckend, Verstand wächst sich kaum zur Epidemie aus.«

Josh Billings: »Dummheit ist unbewusste Unwissenheit.«

Bertolt Brecht: »Unsichtbar wird die Dummheit, wenn sie genügend große Ausmaße angenommen hat.«

Luther Burbank: »Wer nicht gerne denkt, sollte wenigstens von Zeit zu Zeit seine Vorurteile neu gruppieren.«

Giacomo Casanova: »Einen Dummkopf betrügen heißt, den Verstand rächen.«

Erwin Chargaff: »Nichts ist gefährlicher als die Dummheit der Gescheiten.«

Winston Churchill: »Lache nicht über die Dummheit der anderen! Sie kann deine Chance sein.«

Cicero: »Irren ist menschlich, doch im Irrtum zu verharren ist ein Zeichen von Dummheit.«

Marie von Ebner-Eschenbach: »Alberne Leute sagen Dummheiten, gescheite Leute machen sie.«

Albert Einstein: »Nur zwei Sachen sind unendlich: Das Universum und die menschliche Dummheit. Wobei ich mir beim Universum nicht sicher bin.«

Euripides: »Trägst du dem Flachkopf tiefe Weisheit vor, so hält er dich für einen Sonderling und nicht für weise.«

Theodor Fontane: »Gegen eine Dummheit, die gerade in Mode ist, kommt keine Klugheit auf.«

Benjamin Franklin: »Die ganz Schlauen sehen um fünf Ecken und sind geradeaus blind.«

Johann Wolfgang von Goethe: »Das Menschenpack fürchtet sich vor nichts mehr als vor dem Verstande; vor der Dummheit sollten sie sich fürchten, wenn sie begriffen was fürchterlich ist; Aber jener ist unbequem und man muss ihn beiseite schaffen, diese ist nur verderblich, und das kann man abwarten..«

Friedrich Hebbel: »Es ist unglaublich, wieviel Geist in der Welt aufgeboten wird, um Dummheiten zu beweisen.«

Rolf Hochhuth: »Nur der Dumme lernt aus Erfahrung, der Kluge aus der Erfahrung der anderen.«

Immanuel Kant: »Der Mangel an Urteilskraft ist eigentlich das, was man Dummheit nennt, und einem solchen Gebrechen ist gar nicht abzuhelfen.«

Erich Kästner: »Die Dummheiten wechseln, die Dummheit bleibt.« »Alles, was gigantische Formen annimmt, kann imponieren – auch die Dummheit.«

Andrzej Majewski: »Der Weise zweifelt, der Dumme weiß mit Sicherheit. Und darin liegt ihre Stärke.«

Michelangelo: »Wer mit Dummköpfen kämpft, kann keine großen Siege erringen.«

Johann Nepomuk Nestroy: »Die Dummheit hat sich hinter ein festes Bollwerk von Eigensinn verschanzt, pflanzt beim Angriff noch die spitzen Palisaden der Bosheit drauf und steht so unbesiegbar da.«

Russell: »Es ist ein Jammer, dass die Dummköpfe und Fanatiker immer so selbstsicher sind und die klugen Leute so voller Zweifel

Sartre: »Begehe keine Dummheit zweimal, die Auswahl ist doch groß genug.« »Wer die Dummköpfe gegen sich hat verdient Vertrauen.»

Friedrich Schiller: »Mit der Dummheit kämpfen Götter selbst vergebens.«

Arthur Schopenhauer: »Es gibt Kamele mit einem Höcker, und es gibt welche mit zwei Höckern, die größten Kamele aber haben keinen.« [Und dann gibt es die, mit den zwei Höckern vorne oben 😉 Wundert mich, dass Schopenhauer mit seinem negativen Frauenbild nicht selbst auf diesen Kalauer gekommen ist.]

Johann Gottfried Seume: »Faulheit ist Dummheit des Körpers, und Dummheit Faulheit des Geistes.«

Carmen Sylva: »Die Dummheit drängt sich vor, um gesehen zu werden; die Klugheit steht zurück, um zu sehen.«

Charles Maurice de Talleyrand: »Nur Dummköpfe und Fanatiker haben überhaupt keinen Humor.« »Treu bis in den Tod sind nur die Dummköpfe. Die Treue hat ihre Grenze im Verstand.«

Anton Tschechow: »Die Menge meint, alles zu wissen und alles zu begreifen, und je dümmer sie ist, desto weiter erscheint ihr ihr Horizont.«

Mark Twain: »Als ich 14 war, war mein Vater so dumm, dass ich ihn kaum ertragen konnte. Aber als ich 21 wurde, war ich doch erstaunt, wieviel der alte Mann in sieben Jahren dazugelernt hatte.«

Gerhard Uhlenbruck: »Die Dummen haben das Pulver nicht erfunden, aber sie schießen damit.«

Oscar Wilde: »Es gibt nur eine Sünde, und das ist die Dummheit.«

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Veröffentlicht am 5. Juli 2016 in Deutschland heute Abend, Tagesthemen und mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 2 Kommentare.

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