Hintergründe zur Legionellenkontamination des Strandhotels Georgshöhe auf Norderney


Cloppenburger starb fast an Legionellen


Symbolfoto: dpa

Das Ausmaß der Legionellen Fälle des Norderneyer Strandhotel Georgshöhe wird immer schlimmer! Gestern wurde ich für meine warnenden Hinweise noch als Nestbeschmutzer beschimpft! Gestern wurde zuerst von „nur“ 4 Fällen berichtet, daraus wurden bis heute früh bereits 8 bekannte Fälle. Gestern, war noch die Rede von harmlosen, grippeähnlichen Krankheitsverläufen, heute kann hier jeder über den Fall eines Cloppenburger Unternehmers, der mit dem Tode gerungen hat, lesen! Wo bleibt denn der empörte Aufschrei derjenigen, die mich gestern noch so vehement kritisiert haben? Und das alles ist nur die Spitze des Eisbergs! Dieses Hotel und seine Leitung ist eine Gefahr für die Gesundheit seiner Gäste. Gespannt darf man zudem sein, welche fragwürdige Rolle das Gesundheitsamt Aurich und das Landratsamt dabei spielt bzw. gespielt hat. Warum, wurde die Öffentlichkeit nicht schon viel früher über die untragbaren Zustände in diesem Hotel informiert?

Vorab Online Kurzbericht der Münsterländer Tageszeitung:

Kreis Cloppenburg. Es sollte ein unbeschwerter Kurzurlaub auf Norderney werden. Aber für Hermann Rolfes (Name geändert) endete er fast tödlich. Der Unternehmer aus dem südlichen Landkreis Cloppenburg infizierte sich auf der Nordseeinsel mit dem tückischen Legionellen-Bakterium. Die Folge: zwei Wochen Koma, drei Tage akute Lebensgefahr, mehrwöchige Reha und über zwei Monate Arbeitsunfähigkeit. Was Rolfes nicht verstehen kann: Er hatte sich im Oktober genau in jenem Hotel angesteckt, das jetzt nach einem weiteren Vorfall gesperrt wurde. Rolfes fragt sich jetzt, ob in der Zwischenzeit überhaupt etwas unternommen wurde. MT-News

Offensichtlich wurden die Gäste nur unzureichend über die Gesundheitsrisiken und das "Duschverbot" informiert.

Offensichtlich wurden die Gäste nur unzureichend über die Gesundheitsrisiken und das „Duschverbot“ informiert.

Eine Berichterstattung, die nachdenklich macht!

  • Trotz der eindeutigen Aussagen des Auricher Landrats wird immer noch von einem „Verdacht“ berichtet.
  • Fakt ist, in dem Hotel gibt es Legionellen!
  • Fakt ist auch, die vom Gesundheitsamt festgestellten Keimzahlen stellen ein Gesundheitsrisiko dar!
  • Fakt ist auch, die Aussagen des Hoteliers verdeutlichen ein grundlegendes Problem, wenn er sich mehr um seine Umsätze, als um die Gesundheit seiner Gäste Sorgen macht.
  • Fakt ist auch, das Hotel löscht fast alle kritischen Gäste-Kommentare auf seiner Facebookseite.
  • Fakt ist auch, dass es bei mehreren Gästen zu lebensbedrohlichen Krankheitsverläufen gekommen ist. Die Münsterländer Tageszeitung berichtet heute von einem Hotelgast aus Cloppenberg der zwei Wochen im Koma gelegen hat und fast zu Tode gekommen ist.
  • Fakt ist auch, dass es mindestens einen Hotelgast gibt, der den Aussagen des Hoteliers über die Art und Weise wie das Hotel auf die Anordnung des Landkreises vom 19.02,2016 reagiert hat, widerspricht. Demnach, wurden die Hotelgäste über das verhängte „Duschverbot“ nicht informiert.
  • Fakt ist auch, dass die Hotelleitung immer noch von einem „Verdacht“ eines Legionellenbefalls spricht und damit deutlich macht, wie man offensichtlich immer noch versucht das Problem kleinzureden.
  • Fakt ist auch, dass eine durch Legionellen ausgelöste Infektion eine tödliche Gefahr darstellt.

Ich frage mich ernsthaft, wie man hier noch soviel Verständnis für den Armen Hotelier aufbringen kann. Soll hier etwa der Versuch unternommen werden gesetzliche Bestimmungen zum Schutz von Menschen zugunsten wirtschaftlicher Interessen eines Unternehmers zu unterlaufen? Hoffentlich ist sich das Gesundheitsamt seiner Aufgabe, die dem Gesundheitsschutz der Menschen verpflichtet ist, bewusst! Nicht selten werden zusätzliche Messungen dazu genutzt, bestimmten Interessen gerecht zu werden….

Aber dass ist hier Gott sei dank bisher nicht passiert, hoffentlich bleibt das auch so!

https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/oldenburg_ostfriesland/Hotel-auf-Norderney-Achtmal-Legionellen-Verdacht,legionellen144.html

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Legionellen: Die Gefahr aus dem Wasserhahn


Bild 1 von 1

Den Perlator hat Klaus Belsner abgeschraubt, die Gummidichtung ist aus dem Wasserhahn gepult. Bevor er seine sterile Probeflasche unters fließende Wasser hält, fackelt er den Hahn ausgiebig mit dem tragbaren Gasbrenner ab. „Das tötet Keime ab, die sich vielleicht in der Armatur eingenistet haben“, sagt der Diplom-Chemiker. Doch darum geht es Belsner nicht – er will wissen, wie es um das Wasser steht, das aus der Leitung kommt. Während er die Probe nimmt, hält er ein Thermometer hinein. 35 Grad, auch nach längerer Wartezeit wird es nur sehr schleppend wärmer. „Das ist schon mal schlecht.“ Zwischen 30 und 45 Grad Celsius fühlen sich Legionellen am wohlsten – und vermehren sich oft rasant. Ob die Rohrleitung wirklich befallen ist, wird in 14 Tagen der Laborbericht zeigen.

Meldungen über Legionellen in Sporthallen, in Kliniken, in Hotels und Wohnblocks – es ist eine eigentümliche Epidemie, die in Deutschland grassiert. Aus heiterem Himmel scheinen sich die gefährlichen Erreger überall einzunisten. Mieter werden per Aushang vor dem Duschen gewarnt, Leitungen mit Desinfektionsmittel durchgespült – Trinkwasser, das am strengsten kontrollierte Lebensmittel, steht plötzlich vielerorts unter Keimverdacht.

Dabei waren die Legionellen schon immer da. Nur schaut man neuerdings genauer hin. „Es gibt keine wirkliche Zunahme“, sagt Jens Fleischer, Fachgebietsleiter Wasserhygiene im Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg. „Aber die Beobachtung ist erhöht.“

Auslöser ist die „Trinkwasserverordnung“ des Bundes, die 2011 novelliert wurde. Seither müssen in Mehrfamilienhäusern Warmwasseranlagen, die mehr als 400 Liter fassen, regelmäßig überprüft werden. Die nun häufiger auftretenden Legionellen-Alarme sorgen für Ärger und Verunsicherung, doch Experten halten die strengeren Vorgaben für sinnvoll. „Wenn es ums Trinkwasser geht, waren die Wohnbauten bisher außen vor“, sagt Fleischer. „Jetzt zeigt sich, dass es viele Liegenschaften gibt, die hier durchaus Probleme haben.“

Obwohl es eine Meldepflicht gibt, führen die Behörden keine aussagekräftigen Statistiken über die Messergebnisse. Doch immer wieder werden Einzelfälle bekannt. So herrschte wegen starken Legionellenbefalls in Neu-Ulm 2013 ein Jahr lang Duschverbot in einem Komplex mit 320 Wohnungen. Im Mai dieses Jahres wurde es erneut verhängt. Im Kreiskrankenhaus Göppingen erkrankte im Frühjahr eine Patientin an Legionellen, die Klinik musste zeitweise Zimmer sperren. In Freudenstadt endete eine Infektion tödlich – dort hatte sich eine 50-jährige Frau von der Ostalb in einem Hotel angesteckt.

Doch wie groß ist das Risiko wirklich? Zur Panik besteht laut Experten kein Anlass. Die von den Erregern ausgelösten Lungenentzündungen können zwar lebensbedrohlich sein. Aber um in die Lunge zu gelangen, müssen die Legionellen in fein zerstäubtem Sprühnebel eingeatmet werden. Das kann beim Duschen passieren. Werden die Bakterien von befallenen Kühltürmen und Klimaanlagen als feine Nebelwolken verbreitet, ist die Ansteckungsgefahr noch größer. Die spektakulären Ausbrüche 2010 in Ulm mit fünf Toten und 64 Erkrankten sowie 2013 in Warstein mit drei Toten und 165 Erkrankten gingen auf Kühlanlagen zurück. Abgesehen von solchen Epidemien dürften die meisten Infektionen unerkannt bleiben. Forscher sprechen von einer extrem hohen Dunkelziffer. „Es gibt keinen Anlass zu sagen, das alles ist jetzt überzogen“, meint Fleischer. „Die Gefährdung ist nicht von der Hand zu weisen.“

Die Stimmungslage zwischen Hysterie und Verharmlosung belastet auch das Verhältnis zwischen Mietern und Wohnungseigentümern. Nicht zuletzt sind finanzielle Interessen im Spiel: Eigentümer fürchten die Wertminderung ihrer Immobilien, wenn der Befall publik wird, Bewohner pochen häufig auf Mietminderung. „Es entsteht viel gegenseitiges Misstrauen“, sagt Belsner, der mit seiner Ulmer Firma „Profluid“ betroffene Objekte betreut. „Beide Seiten können die Gefahr meist nicht gut einschätzen.“

Hinzu kommt der Mangel an qualifizierten Firmen. „Da sind derzeit viele unterwegs, die nicht seriös sind“, sagt Fleischer. Er geht davon aus, dass viele Fälle nicht bekannt werden, weil Vermieter oder Verwaltungen den Befall in ihren Wasserleitungen lieber im Stillen bekämpfen. „Doch wenn jemand erkrankt oder gar stirbt, ist das schnell eine Straftat.“

Die Rechtslage ist eindeutig: Sobald das Ergebnis der Laborprobe über dem „Maßnahmenwert“ von 100 koloniebildenden Einheiten (KBE) pro 100 Milliliter liegt, müssen Mieter und Gesundheitsamt informiert werden, weitere Untersuchungen und Gegenmaßnahmen sind Pflicht. Bei mehr als 1000 KBE wird der Fall dringlicher. Wird die Marke von 10 000 KBE überschritten, wird ein sofortiges Duschverbot verhängt. „Bei solchen Werten geht man davon aus, dass selbst normal gesunde Menschen erkranken können“, erklärt Fleischer. Er rät Mietern, die ein Schreiben von ihrer Verwaltung erhalten, stets nachzufragen, wie hoch die Belastung ist.

Ist ein Haus betroffen, beginnt die schwierige Suche nach einer Lösung. Manchmal reicht es schon, das Wasser in der Anlage stärker zu erhitzen. Spülungen mit Chlordioxid-Lösungen können die Bakterien zurückdrängen – doch in stark korrodierten oder verkalkten Leitungen kommen sie oft wieder. Vor allem, wenn der Mensch mithilft: Die größten Brutstätten für Legionellen sind Rohre, die lange nicht genutzt werden. „Der Klassiker ist die Wohnung, die lange leersteht“, sagt Belsner. „Von dort aus können sie sich ausbreiten.“ Dasselbe gilt auch für unbelegte Hotelzimmer. Fleischer hat deshalb für Urlauber einen pragmatischen Tipp parat. „Vor dem ersten Duschen im Hotelbad das Wasser länger laufen lassen.“

Jährlich bis zu 30 000 Erkrankungen

Zu wenig Diagnostik

Als „die Spitze des Eisbergs“ bezeichnet das

Robert-Koch-Institut die Zahl der ihm gemeldeten Fälle von Legionärskrankheit. In Deutschland könne man von jährlich 15 000

bis 30 000 Erkrankungen ausgehen, sagen die Mediziner des Kompetenznetzwerkes für ambulant erworbene Pneumonien

(Capnetz). Laut Schätzungen sterben daran mehrere tausend Menschen.

Das Problem: Die meisten Ärzte verzichten auf die Labordiagnostik, die notwendig ist, um den Erreger zu identifizieren, und behandeln die Erkrankung wie eine normale Lungenentzündung. be

 

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Veröffentlicht am 24. Februar 2016 in Deutschland heute Abend, FC Schalke 04, Gesundheitswesen, Tagesthemen und mit , , , , , , , , , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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