Bernie Sanders: Nett, sympathisch, vertrauenswürdig aber aussichtslos?


Gerne wird der Kandidat der Demokraten zum US Präsidenten, Bernie Sanders als nett, sympathisch, vertrauenswürdig, aber ohne Aussicht auf Erfolg, dargestellt. Vor allem in Deutschland neigt die Medienlandschaft ziemlich eindeutig dazu das US Establishment zu unterstützen. Berichte und Artikel über diesen Bernie Sanders sind selten zu finden und wenn, wird Bernie Sanders darin eher als aussichtsloser Träumer dargestellt. Zum Beispiel hier:

Der aussichtslose Underdog Bernie Sanders

Der aussichtslose Underdog Bernie Sanders

 

Ziemlich schwache, oberflächliche und falsche Darstellung sowohl in diesem Beitrag, als auch in dem verlinkten „Zeit“ Artikel. Senator Sanders hat sich zu dieser Thematik ebenfalls eindeutig und realistisch geäußert. Er hat völlig richtig einen möglichen Sieg bei den Präsidentschaftswahl nur als „einen Schritt“ bezeichnet. Im November 2017 soll und wird es mit der „political Revolution“, mit den Wahlen zum US Congress, weiter gehen. Zum Ende einer ersten Amtszeit als US Präsident würden dann in 2020 die Neuwahlen zum US Senat anstehen.
Ist das überhaupt realistisch?
Ja, denn seine Kampagnen Basis, ist in der Geschichte der US Präsidentschaftswahlen sowohl einzigartig, als auch die Vorraussetzung für erfolgreiche Wahlkämpfe zum Congress und zum Senat. Diese Basis, die eben nicht aus wenigen Einzelspendern besteht, sondern aus einer riesigen Basis von ca. 4 Millionen begeisterten Einzelpersonen ist motiviert, vorbereitet und wie sich ja gerade gezeigt hat eine solide finanzielle Grundlage um diese Wahlkämpfe zu führen und zu gewinnen.

Noch ein letzter Aspekt, der in dem „Zeit“ Artikel angesprochen wird und vor allem ein Zeugnis für eine maßlose realitätsferne darstellt, warum sollte Bernie Sanders denn überhaupt die „wohlhabende Bevölkerungsschicht“ für sich gewinnen müssen? Diese wohlhabende Schicht, die einmal die obere Mittelschicht darstellte, gibt es doch so gut wie nicht mehr, sie ist zahlenmäßig so gut wie unbedeutend oder kämpft massiv um die Erhaltung ihres Wohlstands, womit sie zwangsläufig zum Sanders Klientel zu zählen sind.
Fazit:
Die „politische Revolution“ hat in den USA gerade erst begonnen und wird mit den US Präsidentschaftswahlen einen ersten Schritt für weltweite Veränderungen darstellen.
Und das ist auch gut so!

Das sollte man über den aktuellen Stand der US-Vorwahlen wissen:

Ergänzend zu den nicht erwarteten Wahlsiegen in Iowa und New Hampshire, sollte man wissen, Bernie Sanders muss auch gegen das Establishment innerhalb der „Democratic Party“ kämpfen. Die Ex Wahlkampfmangerin von Hillary Clinton Mrs. Wasserman Schultz spielt dabei eine ziemlich schmutzige Rolle. Zuerst wurde dem Sanders Wahlkampf-Team der Zugriff auf die Parteimitgliedsdaten verwährt (erst eine Gerichtsentscheidung hat das korrigiert), dann hat quasi im Alleingang Mrs. Wasserman Schultz die Anzahl der öffentlichen Debatten von 26 (in 2008) auf 6 reduziert und zu guterletzt wurden spezielle Spendengrenzen, diese sollen den sowieso schon enormen Einfluss der Kapitalgeber, begrenzen, erst gestern aufgehoben. Der Nutznießer von dieser Aktion ist ausschließlich Hillary Clinton, die einen Riesen Anteil ihrer Wahlkampfspenden von den sogenannten „Superpacs“ erhält. Die durchschnittliche Spendenhöhe bei Bernie Sanders beträgt lediglich 27,-$! Seine Unterstützeranzahl ist mittlerweile so gewaltig, zuletzt bekannt sind ca. 4 Millionen Einzelspender, dass er es geschafft hat innerhalb kürzester Zeit mit Hillary Clinton gleichzuziehen.
Es ist tatsächlich eine Bewegung in Gang gekommen die sich scheinbar auch in den Staaten, die noch vor ein paar Tagen als sichere Hochburgen für Clinton galten, wie z.B. Nevada und North Carolina, fortsetzt. Laut der letzten seriösen Hochrechnung von Freitag hat Bernie Sanders einen 30% Rückstand komplett aufgeholt und liegt jetzt mit 45% gleichauf mit Clinton.
Nicht unerwähnt sollte in diesem Zusammenhang noch die Besonderheit, der sogenannten „Superdelegates“, bleiben. Das sind insgesamt 712 Parteimitglieder der Demokraten, die ein, von Wahlen unabhängiges, Stimmrecht bei der endgültigen Festlegung des demokratischen Präsidentschaftskandidaten, haben. Über 300 von ihnen haben ihrer Stimme bisher Clinton gegeben.
Aber, das ist nicht mehr als Symbolik, denn dieses Phänomen gab es auch im Wahlkampf 2008 zwischen Clinton und Obama. Obama hatte nur 68 dieser „Superdelegates“ Stimmen zu Beginn auf seiner Seite, am Ende vielen ihm fast alle der zuvor für Clinton versprochenen Stimmen zu. Ein bekanntes US Phänomen, das man allgemein als „FlipFloping bezeichnet.
Übrigens dieses FlipFloping dürfte auch für die diversen konträren Aussagen von Hillary Clinton bis zum Sommer eins ihrer größten Probleme sein, denn anders, als Bernie Sanders, der über 40 Jahre nahezu den gleichen Standpunkt inne hat und die gleichen Aussagen gemacht hat, gleichen die Aussagen Clintons der eines Chamäleons….Keine gute Eigenschaft für einen zukünftigen US Präsidenten.
#FeelTheBern und #EnoughIsEnough sind die Slogans der Bernie Sanders Wahlkämpfer….
Und es sieht so aus, dass sich das Ganze zu einer Bewegung ausbreitet. Leider fehlt mir persönlich ein Pendant für Deutschland oder für Europa…

Advertisements

Veröffentlicht am 14. Februar 2016 in Deutschland heute Abend, Tagesthemen und mit , , , , , , , , , , , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: