Heimlich still und leise! Aufwachen, liebe Wähler ihnen wurden gerade über 50Mrd.EURO gestohlen! Nein, nicht die Griechen haben es…


Alle schimpfen auf die Griechen. Wer ist denn so bescheuert, den Versicherern einfach mal so mit 50 Milliarden zu helfen?


 

Alle schimpfen auf die Griechen. Die nehmen uns das Geld weg! Da ist die Rede von horrenden Summen. Und die Deutschen müssten ja einen Hauptanteil dessen stemmen! 50 Milliarden! Und womöglich so, dass wir das Geld zu Lebzeiten nicht mehr sehen werden!

Wer ist denn so bescheuert, auf derart viel Geld zu verzichten, nur um einem klammen Land zu helfen?

Jauch deckt die Lügen der EU und der Bundesregierung auf! Nun muss die griechische Regierung mit diesen Lügnern über Ihr Überleben verhandeln! Eine Zumutung!

Jauch deckt die Lügen der EU und der Bundesregierung auf! Nun muss die griechische Regierung mit diesen Lügnern über Ihr Überleben verhandeln! Eine Zumutung!

Die Entscheidung der Griechen – Schicksalstag für Europa?

Am Sonntag haben die Griechen über die Sparvorschläge ihrer Gläubiger abgestimmt – und damit nicht nur über ihre Zukunft, sondern auch über die Zukunft Europas entschieden. Die Sendung vom Sonntagabend 05.07.2015 22:00 Uhr.

Ab min. 28:00 werden die Lügen unserer Bundesregierung und der EU bewiesen!

WIEDERHOLUNGEN

Mo, 6.7.2015 | 03:45 Uhr Das Erste

Mo, 6.7.2015 | 10:15 Uhr Phoenix

Mo, 6.7.2015 | 20:15 Uhr tagesschau24

Di, 7.7.2015 | 0:45 Uhr NDR

Di, 7.7.2015 | 2:35 Uhr MDR

Wer ist denn so bescheuert?

Gleichzeitig hatten die Politiker noch vor Kurzem große Angst um die Lebensversicherer. Die bräuchten dringend Geld! Da war dann die Rede von angemessenem Verzicht der Kunden. Und so wurden Regeln erlassen, die den Versicherungskunden schaden und die Versicherer entlasten. Aber auch hier geht es um 50 Milliarden!

Wer ist denn so bescheuert, den Versicherern einfach mal so mit 50 Milliarden zu helfen?

Bei Griechenland winkt jeder ab. Aber wenn es um die Deutschen Lebensversicherer geht, dann wird das Geld locker gemacht. Oder genauer gesagt: Die Deutschen Sparer sind gerne bereit, zugunsten einer vermeintlich schwächelnden Branche auf solche Summen erst einmal zu verzichten (und Sparerinnen auch, die sind da nicht viel klüger).

Wie es zu einer solchen Summe von 50 Milliarden kommt?

Zum einen haben die Versicherungsunternehmen ohne Zwang für viele Kunden in den Neunzigern mit einem recht hohen Garantiezins von vier Prozent kalkuliert. Das war zu hoch, wie sich mittlerweile zeigt. Die Versicherer haben sich also verkalkuliert. Deswegen fließen aus den Überschüssen jetzt schon mal 20 Milliarden in die Zinszusatzreserve, Tendenz steigend.

In der Lebensversicherung ist eben nicht alles normal

Da liegt das Geld erst einmal fest. Und wessen Vertrag jetzt ausläuft, sieht von dem Geld nix. Normal ist das nicht, dass Kunden dafür bluten müssen, wenn sich ein Anbieter verkalkuliert. Aber in der Lebensversicherung ist eben nicht alles normal. Und so sind schon mal die ersten 20 Milliarden raus aus der Überschussbeteiligung und weggeparkt, weil die Versicherer sich verkalkuliert haben und Zusatzreserven benötigen.

20 Milliarden also in der Zinszusatzreserve. Fehlen noch 30 Milliarden, um mit den Griechen gleichzuziehen. Und das geht so:

Wirtschaftsunternehmen benötigen Eigenkapital und müssen das meist auch nachweisen. Bei einer GmbH nur ganz kurz bei der Gründung, bei größeren Unternehmen muss die Bilanz stimmen und bei Banken und Versicherungen gibt es noch strengere Auflagen. Diese Finanzinstitute müssen eine ausreichende „Solvabilität“ nachweisen. Das heißt, dass sie genügend Geld vorzeigen müssen. Dieses Geld muss natürlich „frei“ sein und darf für nichts anderes reserviert sein. Für die Solvabilität kann das Unternehmen also eigentlich nur solches Geld heranziehen, dass dem Unternehmen selbst gehört, also Eigenkapital – möchte man meinen. Das stimmt so in etwa bei Banken. Die Lebensversicherungsunternehmen sind hier aber pfiffiger. Es gibt ja Geld, das den Kunden gehört, aber den einzelnen Versicherungsnehmern noch nicht als Überschuss zugeordnet ist. Diese Gelder werden erst mal zwischengeparkt bis es dem einzelnen Kunden zufließt. Dieses „Parken“ kann von einer logischen Sekunde bis zu mehreren Jahren dauern.

Geparkte Milliarden

Diese „geparkten“ Überschüsse sind ausschließlich dafür vorgesehen, irgendwann mal irgendeinem Kunden zugewiesen zu werden. Sie gehören aber eben noch keinem konkreten Kunden. Deswegen haben sich die Versicherer ausgedacht, dass dieses Geld „frei“ sei – zumindest so frei, dass man es als Ersatz für Eigenkapital nehmen kann. Denn diese Überschüsse sind nur dem „Kollektiv“ zugeordnet. Deswegen heißt ein wichtiger Teil dieser Reserve seit Kurzem auch „kollektive RfB“.

Dieses Geld wird also als „Kollektivgeld“ bei Seite gelegt. Es kommt mittelfristig erst mal nicht zur Auszahlung, weil das sonst mit der Solvabilität nicht mehr klappen würde. Den Kunden werden also de facto diese 30 Milliarden als Überschüsse vorenthalten. Die Versicherten bekommen keinen einzigen Cent dieser Summe verbindlich zugewiesen. Das sind die zusätzlichen 30 Milliarden, die nicht an die Kunden gehen, obgleich sie es eigentlich sollten.

Insgesamt liegen also etwa 50 Milliarden Euro in den Unternehmen herum, die eigentlich den Kunden gehören, von denen aber kaum ein Versicherter etwas sehen wird. Stören tut das aber offensichtlich kaum jemanden. Besonders die Politik nicht.

Unterm Strich ist das alles ganz einfach: Geht es um Griechenland, dann wird der Untergang der Wirtschaft proklamiert, da gibt es Sondersendungen und Hysterie. Geht es nur um die Altersvorsorge, dann wird das Leiden der Versicherungskunden nicht ernst genommen und klein geredet. Die Versicherungskunden hatten schon ihren Grexit. Nur dass sie das nicht gemerkt haben.

PS: Zusätzlich hat die Politik die Versicherer auch noch bei der Überschussbeteiligung der Bewertungsreserven entlastet. Das wäre ja auch noch schöner, wenn uns die Versicherungsunternehmen billiger kämen als Griechenland!

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Veröffentlicht am 6. Juli 2015 in Deutschland heute Abend, Finanzen, Tagesthemen und mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Ein Kommentar.

  1. Etwas abgewandelt, ist unterm Strich tatsächlich alles ganz einfach: Geht es um Griechenland oder die Post oder die Bahn oder die Piloten, dann wird der Untergang der Wirtschaft proklamiert, da gibt es Sondersendungen und Hysterie.
    Geht es nur um die Gesundheit oder menschenwürdiges Altern, dann wird das Leiden der #Pflegekräfte und der Gepflegten und Bewohner nicht ernst genommen und klein geredet. Pflegekräfte verlassen den Beruf, neue Pflegekräfte sind für die Ausbildung kaum noch zu finden, Kranke und Alte werden nicht mehr versorgt.
    Die Pflege hat schon ihren #Pflexit. Nur dass die Politik das nicht zur Kenntnis nehmen will!

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