Leistungsgesellschaft oder Feudalgesellschaft? Warum wir eine differenzierte Erbschaftssteuer brauchen!


Schafft doch die Erbschaftssteuer einfach ab!
Die Welt v. 21.12.2014
Eine Meinung von Olaf Gersemann Ressortleiter Wirtschaf, Finanzen und Immobilien

Dummheit fördert Besitzstandswahrer und umgekehrt!

Emotionale Intelligenz hat zu einer Renaissance der Windmühlen geführt, während uns Menschen mit hohem IQ Wohlstand und Wachstum gebracht haben. Ohne diese Menschen hätte es eine Mondlandung nie gegeben.

Wenn Dummheit zur Leistungsnorm wird!
Es stimmt, ich muss solche Journalistischen Meisterstücke ja nicht lesen, aber erstens tue ich es doch und zweitens platzt mir dabei immer wieder der Kragen!
Ich muss es nicht lesen, stimmt! In Zeiten von inflationären schulischen und akademischen Bestnoten, mit bezahlten Diplomen, in Zeiten wo sich die letzte verbliebene Bastion von objektiven Leistungsurteilen (Zeugnisse) befand, wird selbst diese quasi abgeschafft. Warum? Weil die sogenannte, sich selbst so definierenden Erbeneliten, dort als schlicht und ergreifend „zu dumm“ auffallen. Aber keine Bange auch dafür, also für das was nicht sein kann, der eigene Nachwuchs ist zu dumm, sind Lösungen vielfältiger Art vorhanden. Dummheit wird heute nicht den Dummen zugeschrieben, sondern ist ein Missverständnis derer, die die Dummheit der eigenen Sprößlinge partout nicht ignorieren wollen. Stattdessen werden Mythen über die Unfähigkeit der Pädagogen im Umgang mit Hochbegabtheit, denn genau das sind diese ErbenSprößlinge ja schließlich, erfunden. Die Dummheit der Sprößlinge wird auch gerne mit Hilfe neuer Schulformen umetikettiert und neue Maßstäbe, wie tanzende Namen, zum Befähigungsnachweis erfunden! Unter diesen sozialen Gegebenheiten kämpfen sie für die Abschaffung der Erbschaftssteuer? Ich gratuliere Ihnen und allen anderen, die zwar mit reichlich teamfähigkeit, emotionaler Intelligenz und tanzenden Waldorf Namen (in meiner Zeit nannte man das Sonderschule) ausgestatteten neuen Erbensprößlinge! Deren Errungenschaft wird es sein, die Dummheit zur Leistung gemacht zu haben, dafür aber auf Leistungen, wie Mondflüge, Erfindungen die den Menschen echten Nutzen bringen, verzichten müssen, denn mit emotionaler Intelligenz werden sie einen Mondflug nicht zustande bringen. Deren Teamfähigkeit, uns auch in Zukunft vom neuartigen Nutzen von Windmühlen, zu überzeugen weiß….auf dass die Zukunft nicht die von Ihnen beschriebene sein wird!

Bei der Erbschaftsteuer geht es nicht zuerst um Gerechtigkeit oder Soziale Umverteilung – das alleine wäre schon Grund genug- sondern um die notwendige Elitenzirkulation. Die zehn Prozent Reichsten und damit Einflussreichsten haben zu mehr als zwei Drittel ihren Reichtum ererbt. Ihr Status und ihre Macht ist also nicht Resultat ihrer Leistung oder ihrer Fähigkeit, sondern allein ihrer Herkunft. Das macht Deutschland nicht zu einer Leistungsgesellschaft, sondern zu einer Feudalgesellschaft. Und alle historische und wissenschaftliche Erkenntnis zeigt: Die Leistungsgesellschaft ist erfolgreicher als die Feudalgesellschaft. Dass gerade Liberale so engagiert für das wichtigste Instrument der Eliten-Betonierung, die Erbschaft, und gegen die Leistung kämpfen ist intellektuell enttäuschend und natürlich entlarvend. Das der deutsche Mittelstand, der mit eigenem erarbeiteten Vermögen 100% haftet eine Sonderstellung erhält, ist sinnvoll, solange man diesen auch erhalten will. Die ansonsten durchaus üppigen Freigrenzen bei der Anwendung der Erbschaftssteuern, sollte man ebenfalls nicht vergessen, wenn  über die inakzeptable und ungerechte Belastung der Erbengruppe Marke „Papas Söhne und Töchter“ geredet wird. Unser Staat ernährt schließlich schon Systembedingt genug Schmarotzer! Staatsausgaben, sind Leistungen die das BIP berücksichtigt, im Gegensatz dazu bleiben Leistungen, die durch Hausfrauen oder Hausmänner im Haushalt erbracht werden, unberücksichtigt!

Verstehen sie?
Beamte erbringen eine vermögenserhöhende Leistung, Hausfrauen/Hausmänner, die Kinder erziehen, die Großeltern pflegen etc., nicht!

Der Fehler bzw die Inkonsequenz Lottogewinne, Wettgewinne wie auch andere Glücksspielgewinne nicht zu besteuern ist symptomatisch für ein Steuersystem, das leistungsloses Einkommen, wo immer möglich, bevorzugt. Da ist die Erbschaftssteuer nur ein Beispiel. Aber auch wenn Lottogewinne & Co. ökonomisch und soziologisch eher unerheblich sind, spielen sie gerade wegen ihrer Nicht-oder nur geringen Besteuerung für den illegalen Geldtransfer und bei der Geldwäsche eine besondere Rolle und führen hier zu Schäden der Volkswirtschaften in atemberaubenden Größenordnungen. Die Erbschaften hingegen sind ein entscheidendes Instrument, wenn nicht das entschtscheidende, das die Privilegien einer winzigen Oberschicht über viele Generationen garantiert. Gerne wird über die mangelnden Aufstiegsmöglichkeiten und die fehlende Durchlässigkeit in Deutschland geklagt aber gleichzeitig werden Änderungen dazu verhindert.

Viele Studien belegen das.

Wer sich fragt, warum  sich, warum es nicht mehr Nicht-Erben nach ganz oben schaffen. Na weil die Erben schon da sind.

In kaum einem anderen OECD-Land – auch das zeigen die jüngsten Studien (allen voran Michael Hartmann) – rekrutiert sich die ökonomische Oberschicht so sehr aus sich selbst heraus. Sicher, die Erbschaftssteuer allein kann die gefährliche Entwicklung nicht umkehren. Aber sie wäre ein wichtiges Instrument im Orchester.
Für wessen Vorzugsbehandlung setzen sich die Gegner der Erbschaftssteuer eigentlich ein? Die Wirtschaftsjournalistin Ursula Weidenfeld hat gerade im Tagesspiegel sehr überzeugend dargelegt, dass Erben ganz oft eben nicht die tüchtigsten Nachfolger an der Unternehmenspitze sind. Und immer mehr Erben wollen sich die Mühe der Unternehmensführung erst gar nicht antun und machen lieber Kasse. Warum also sollte die Steuer ausgerechnet diese Personenkreis und ihr unverdientes Einkommen so privilegieren? In dieser Art der Argumentation stecken, wenn sie zuende gedacht wird, schon viele Gründe für eine effiziente Erbschaftssteuer.
Das derzeitige Modell der Erbschaftsteuer ist weder gerecht noch bringt es große Ertäge. Deshalb aber gleich zu kapitulieren und sie gleich ganz abzuschaffen, ist feige und genau der falsche Weg. Eine funktionierende Erbschaftssteuer wäre möglich. Wenn man will. Mit sehr hohen Freibeträgen, Steuersätzen von ca 20 Prozent zu zahlen in 5 Jahren.
Ich gebe zu: Dass weite Teile der Gesellschaft sich für die Abschaffung der Erbschaftssteuer aussprechen und damit für die Privilegien der wenigen Reichen und gegen ihre eigenen Interessen, das enttäuscht mich immer wieder maßlos. Mag sein, dass sich durch meine allgemeine Enttäuschung, diese auch manchen Unbeteiligten zu Unrecht treffen könnte….aber mit mir kann man reden, aber nicht dummschwätzen, dafür ist mir meine Zeit zu wertvoll!

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Veröffentlicht am 23. Dezember 2014 in Deutschland heute Abend, Tagesthemen und mit , , , , , , , , , , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 2 Kommentare.

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