Das perfekte Paar: Margarita Louis-Dreyfus – Philipp Hildebrand


Das ganz „Große Spiel“! Es findet in einem elitären Kreis statt. Gier, Zocken, Geldwäsche, Macht, und Steueroptimierung spielen bei Insidergeschäften eine nur kleine Rolle. Viel bedeutender ist die damit verbundene Exklusivität, diesem handverlesenen Club anzugehören! Es gibt also Mitspieler und diejenigen, die das „Große Spiel“ veranstalten.

Die Königin der Commodities und der Blackrock Vize-Präsident

Margarita Louis-Dreyfus ist die neue Frau an der Seite des ehemaligen Schweitzer Nationalbankpräsidenten. Doch wer ist die schwerreiche Witwe und Erbin einer Rohstoffhändler-Dynastie?

Margarita Louis-Dreyfus

More +
    • Net Worth
    • $8.1 Billion
    • As of March 2014
  • Chairman of Louis Dreyfus, Louis Dreyfus SAS
Age
50
Source Of Wealth
commodities
Residence
Zurich, Switzerland
Citizenship
Switzerland
Marital Status
Widowed
Children
3
Education
LLB, Moscow State University
Margarita Louis-Dreyfus on Forbes Lists

Die neue Frau an der Seite des ehemaligen Schweitzer Nationalbankpräsidenten Philipp Hildebrand. Dieser ist erst kürzlich als Nationalbank-Präsident über Devisengeschäfte seiner eigenen Familie gestolpert. Nachdem es zuerst noch so ausgehen hatte, als ob er sich nach einer Erklärung vor Medien im Amt würde halten können, gab Hildebrand am 9. Januar 2012 seinen sofortigen Rücktritt bekannt. Seit dem 1. Oktober 2012 arbeitet Philipp Hildebrand als stellvertretender Verwaltungsratspräsident beim weltweit grössten Vermögensverwalter Blackrock. Von London aus kümmert er sich um grosse Kunden in Europa, dem Nahen Osten, Afrika und der Region Asien/Pazifik.

Hier finden sie die ganze Geschichte, Insiderhandel auf höchstem Niveau….

Margarita Louis-Dreyfus, Witwe und Erbin des ehemaligen Adidas-Besitzers und Präsidenten des Fussballclubs Olympique Marseille. 5,5 Milliarden schwer soll die 51-Jährige sein und damit zweitreichste Frau Frankreichs sein. Einander nähergekommen sind sich die schöne Russin und der gestürzte SNB-Präsident am letzten WEF in Davos, wie das Westschweizer Wochenmagazin schreibt.

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Das Märchen von Margarita Louis-Dreyfus (51), geborene Bogdanova, beginnt Ende der 80er-Jahre auf einem Flug nach New York. In einer Concorde begegnet sie dem Geschäftsmann Robert Louis-Dreyfus. RLD, wie er genannt wird, gehört zu einer der reichsten Dynastien Frankreichs. Das Imperium der jüdisch-elsässischen Familie handelt mit Rohstoffen, setzt heute weltweit über 70 Milliarden Franken um. Die damals 26-Jährige verliebt sich in den erfolgreichen Geschäftsmann. Das Paar zieht ans rechte Zürichseeufer, heiratet, hat zusammen drei Söhne.

Beim Grossvater aufgewachsen

Margarita Louis-Dreyfus kommt im sowjetischen Leningrad, dem heutigen St. Petersburg zur Welt. Ihr Eltern sterben bei einem Zugunglück. Margarita ist da gerade mal 7 Jahre alt. Sie wächst bei ihrem Grossvater auf, einem Ingenieur, der sich dem Kommunismus verschrieben hatte. Nach einem Studium an der Handelsschule zieht sie nach der Wende in die Schweiz, wo sie in Zürich einen Job als Buchhalterin bei einer Import-Export-Firma findet.

Nach der Eheschliessung mit Robert Louis-Dreyfus kümmert sich Margarita Louis-Dreyfus vor allem um die Familie, hält ihrem Gemahl den Rücken frei. Er ist viel unterwegs, sie gibt auf dem Familienanwesen in Zürich Empfänge. Als RLD nach langem Leiden im Alter von 63 Jahren 2009 an Leukämie stirbt, stellt sich ihr Leben auf den Kopf. Jetzt muss die Milliarden-Erbin erst recht in Erscheinung treten, die Geschicke des Familienunternehmens weiterlenken.

«Kapitalistin des Jahres»

Der Wechsel von der hübschen, blonden Russin an der Seite des Topmanagers zur eigenständigen Unternehmerin verlangt viel von ihr ab. Aufgrund ihrer betriebswirtschaftlichen Unerfahrenheit wird sie zunächst unterschätzt. Doch die Autodidaktin zeigt Zähne, beisst sich durch und reisst die Geschäfte an sich. Den von ihrem Mann noch eingesetzten Unternehmensverwalter Jacques Veyrat stach sie in einem zwei Jahre langen Machtkampf aus, berichtet die «Frankfurter Allgemeine Zeitung». Heute regiert sie unangefochten über die Louis-Dreyfus-Gruppe. 2011 erkor sie die Zeitschrift «Le Nouvel Economiste» zur «Kapitalistin des Jahres».

Auch die Zügel von Olympique Marseille hat Margarita Louis-Dreyfus fest im Griff. Von anderen Familienmitgliedern hat sie kürzlich Aktien zugekauft, so dass sie heute rund die Hälfte der Gruppenanteile kontrolliert. Ein Börsengang in den kommenden Jahren gilt als möglich, auch wenn es dafür noch keine konkreten Anzeichen gibt.

Der Fall Hildebrand: Eine Chronologie der Ereignisse!

  1. Oktober 2013

Die Zürcher Staatsanwaltschaft spricht den Thurgauer SVP-Kantonsrat Hermann Lei wegen versuchter Verleitung und Gehilfenschaft zum Bankgeheimnisverrat schuldig und bestraft ihn bedingt mit 150 Tagessätzen zu je 110 Franken. Zudem muss er eine Busse von 3300 Franken bezahlen und die Verfahrenskosten übernehmen. Lei akzeptiert den Strafbefehl nicht; sein Anwalt legt Rekurs dagegen ein. Damit kommt es zu einer Gerichtsverhandlung vor dem Einzelrichter.
Hermann Lei erhält eine bedingte Geldstrafe (Keystone)

Mai 2013

Hildebrand trennt sich von seiner Ehefrau Kashya.

  1. März 2013

Das Zürcher Obergericht ordnet die Entsiegelung der Unterlagen an, die bei SVP-Nationalrat Christoph Blocher am 20. März 2012 im Zusammenhang mit der Affäre Hildebrand beschlagnahmt worden sind. Damit erhält die Zürcher Staatsanwaltschaft Einblick in die Unterlagen, die auf Antrag Blochers versiegelt wurden.
Blocher akzeptiert den Entscheid nicht und gelangt ans Bundesgericht.

  1. Oktober 2012

Philipp Hildebrand tritt seine Stelle als stellvertretender Verwaltungsratspräsident beim weltweit grössten Vermögensverwalter Blackrock an. Von London aus kümmert er sich um grosse Kunden in Europa, dem Nahen Osten, Afrika und der Region Asien/Pazifik. Nach Ansicht von Experten gehört Hildebrand damit zur absoluten Topliga in der Bankenwelt. Daneben ist Hildebrand als Redner gefragt – für eine Stunde Redezeit kann er 30’000 Franken verlangen.
Philipp Hildebrand spricht am Swiss Economic Forum 2012. (Keystone)

  1. Juni 2012

Gegen den Zürcher Oberstaatsanwalt Martin Bürgisser wird kein Verfahren wegen Amtsgeheimnisverletzung eröffnet. Das Obergericht weist eine Strafanzeige von Nationalrat Christoph Mörgeli als unbegründet ab. Bürgisser habe das Amtsgeheimnis nicht verletzt, als er in einem Bülacher Pub über die Aufhebung von Christoph Blochers Immunität spekuliert habe. Im November 2012 blitzt Mörgeli mit seiner Beschwerde auch vor Bundesgericht ab.

  1. Juni 2012

Der SVP-Nationalrat Christoph Blocher geniesst im Fall Hildebrand definitiv keine Immunität. Die Rechtskommission des Ständerats hält an ihrem früheren Entscheid fest, dass ein Treffen Blochers mit dem Thurgauer SVP-Kantonsrat und Anwalt Hermann Lei vom 27. Dezember – nach Blochers Vereidigung – nicht in engem Zusammenhang mit seiner Tätigkeit als Parlamentarier steht. Aufgrund der Bestimmungen des Parlamentsgesetzes setzt sich die Rechtskommission mit dem zweiten Nichteintretensentscheid durch. Da spielt es auch keine Rolle mehr, dass die zuständige Immunitätskommission des Nationalrats für dieses Ereignis den Schutz der Immunität zwei Mal bejaht und diese nicht aufgehoben hat.
Zudem wird bekannt, dass der Zürcher Oberstaatsanwalt Martin Bürgisser beim Verfahren gegen Blocher in den Ausstand tritt.
Blocher äussert sich zum Entscheid der Rechtskommission (Keystone)

  1. Juni 2012

Die Immunitätskommission des Nationalrats hält an ihrer Sichtweise fest: Christoph Blocher sei seit seiner Vereidigung als Nationalrat durch die parlamentarische Immunität geschützt. Damit widerspricht sie der Rechtskommission des Ständerats, die jedoch das letzte Wort haben wird.

  1. Mai 2012

Nach der Immunitätskommission des Nationalrats kommt auch die Rechtskommission des Ständerats mit 11 zu 2 Stimmen zum Schluss, dass Christoph Blocher für seine Handlungen am 3. Dezember 2012 nicht durch parlamentarische Immunität geschützt ist. Damals – zwei Tage vor seiner Vereidigung als Nationalrat – hatte Blocher den Informatiker der Bank Sarasin und Anwalt Hermann getroffen. Im Gegensatz zur nationalrätlichen Kommission sind für die Ständeratskommission aber auch Blochers Handlungen nach der Vereidigung nicht durch die parlamentarische Immunität geschützt. Dies betrifft den 27. Dezember: An diesem Tag soll Blocher versucht haben, den Thurgauer SVP-Kantonsrat Lei dazu anzustiften, zusammen mit dem Sarasin-Informatiker die Bankunterlagen des Ehepaars Hildebrand an die «Weltwoche» weiterzuleiten.
Anne Seydoux-Christe, Präsidentin der Rechtskommission des Ständerats (RK), und Vizepräsident Claude Janiak in Bern (Bild: Keystone)

  1. April 2012

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) zieht Konsequenzen aus der Affäre Hildebrand und verschärft die Kontrolle über private Finanzgeschäfte ihrer Mitarbeiter. Dazu gehört die Einrichtung einer Stelle, bei der Mitarbeiter auf Missstände und Regelverstösse hinweisen können.
Die Schweizerische Nationalbank in Zürich (Bild: Keystone)

  1. April 2012

Die Thurgauer Polizei verhaftet Reto T., der als IT-Spezialist bei der Bank Sarasin Hildebrands Bankdaten entwendet und später dem Thurgauer SVP-Kantonsrat Hermann Lei zugespielt hatte, an seinem Wohnort in Amlikon-Bissegg TG. Die Festnahme erfolgte im Auftrag der Zürcher Staatsanwaltschaft.

  1. März 2012

Im Fall Hildebrand eröffnet die Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich gegen alt Bundesrat und SVP-Nationalrat Christoph Blocher ein Strafverfahren wegen des Verdachts auf Verletzung des Bankgeheimnisses. Hausdurchsuchungen an seinem Wohnort und an einem Firmensitz folgen.

  1. Januar 2012

Der SVP-Kantonsrat Hermann Lei tritt aus der Justizkommission des Thurgauer Grossen Rats zurück. Die SP-Fraktion hatte Lei schriftlich zum Rücktritt aus der Justizkommission aufgefordert. Am Mittwoch vor der Grossratssitzung hatte die SVP-Fraktion die Angelegenheit traktandiert. Lei sagte, die Fraktion habe keinen Druck auf ihn ausgeübt.
Der Thurgauer SVP-Kantonsrat Hermann Lei (Bild: Keystone)

  1. Januar 2012

Die Bank Sarasin reicht beim Presserat Beschwerde gegen die «Weltwoche» ein. Wie die Bank mitteilt, moniert sie die «fehlerhafte» Berichterstattung über die Verletzung des Bankgeheimnisses durch einen ehemaligen IT-Mitarbeiter der Bank.

  1. Januar 2012

SVP-Stratege Christoph Blocher verteidigt in seiner Albisgüetli-Rede sein Vorgehen im Fall Hildebrand und wiederholt seine Kritik an der Nationalbank und deren Aufsichtsbehörden. Diese hätten versucht, die Sache unter den Teppich zu kehren.
Blocher ruft zudem die anderen Parteien auf, einer PUK zuzustimmen. Die Affäre Hildebrand müsse lückenlos aufgeklärt werden, nur so sei das Vertrauen in die Nationalbank wieder herzustellen. Die SVP habe zudem beschlossen, eine Strafanzeige wegen Insiderhandel einzureichen.
Blocher spricht an der Albisgüetli-Tagung (Bild: Keystone)

  1. Januar 2012

Der Thurgauer SVP-Kantonsrat und Anwalt Hermann Lei räumt ein, dass er vom Informanten drei Bankauszüge von Hildebrand vorgelegt bekam und diese «zusammenzog, damit sie auf eine Seite passen». Den Inhalt habe er «selbstverständlich nicht verändert».
SVP-Kantonsrat Lei (Bild: Keystone)

  1. Januar 2012

Der Zürcher SVP-Kantonsrat Claudio Schmid, gegen den im Zusammenhang mit der Weitergabe von gestohlenen Bankdaten des Ex-Nationalbankpräsidenten ermittelt wird, tritt per sofort aus der kantonsrätlichen Justizkommission zurück.
Ein Wahlplakat wirbt 2007 in Eglisau für den SVP-Kandidaten Schmid (Bild: Keystone)

  1. Januar 2012

Der Thurgauer Anwalt Hermann Lei muss sich möglicherweise auf ein zweites Verfahren gefasst machen. Der mutmassliche Datendieb hat gegen den SVP-Kantonsrat Strafantrag wegen Verletzung des Anwaltsgeheimnisses gestellt. Laut Leis Anwalt Valentin Landmann hat der ehemalige Mitarbeiter der Bank Sarasin den Strafantrag der Zürcher Staatsanwaltschaft zu Protokoll gegeben.

  1. Januar 2012

Die Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich eröffnet ein Strafverfahren gegen den Thurgauer SVP-Kantonsrat und Anwalt Hermann Lei. Lei gilt bei der Weitergabe der gestohlenen Bankdaten in der Affäre Hildebrand als Mittelsmann. Im gleichen Zusammenhang wird zudem ein Verfahren gegen den Zürcher SVP-Kantonsrat Claudio Schmid eingeleitet. Die Staatsanwaltschaft nimmt ausserdem «diverse Hausdurchsuchungen» vor.

  1. Januar 2012

Philipp Hildebrand stellt sein Amt als Präsident der Schweizerischen Nationalbank (SNB) per sofort zur Verfügung. Er begründet seinen Rücktritt damit, dass es ihm nicht möglich sei, einen Beweis dafür zu erbringen, dass seine Frau ohne sein Wissen die umstrittenen Finanztransaktionen veranlasst habe.
Er gebe aber sein Ehrenwort, dass er von dem Kauf seiner Frau nichts gewusst habe. Es bestehe das Risiko, dass diese Geschichte seine Glaubwürdigkeit dauerhaft beschädigen würde.
Hildebrand am 9. Januar 2012 vor der Pressekonferenz (Bild: Reuters)

Gleichentags war bekannt geworden, dass sich die Wirtschaftskommission des Nationalrates (WAK) mit der Affäre Hildebrand beschäftigen will. Red und Antwort sollen Hildebrand, Bankratspräsident Raggenbass und Bundespräsidentin Eveline Widmer-Schlumpf stehen.
Wenige Stunden vor der Anhörung nimmt erstmals Hildebrands Kundenberater bei der Bank Sarasin Stellung: Hildebrands Frau Kashya habe am 15. August den umstrittenen Dollar-Kaufauftrag in ihrer Galerie aus eigener Initiative mündlich erteilt. Damit gibt es auch keine Telefonaufnahmen, die belegen könnten, dass Kashya Hildebrand und nicht ihr Mann den Kaufauftrag erteilt hat. Bei der Email-Bestätigung von Kashya Hildebrand handelt es sich nach Angaben der «SonntagsZeitung» um eine dreizeilige Nachricht: «Lieber Felix, wie besprochen möchten wir unsere FX-Position von 31 auf 50 Prozent erhöhen.» Im Original heisse es: «we would like to». Diese Formulierung lässt offen, ob der Kauf mit Philipp Hildebrand abgesprochen war.
Die Galerie von Kashya Hildebrand in Zürich (Bild: Keystone)

  1. Januar 2012

Der Informant R.T., ein entlassener IT-Mitarbeiter der Bank Sarasin, wirft in einem Brief dem Anwalt und Thurgauer SVP-Grossrat Hermann Lei vor, dieser habe die «Weltwoche» gegen seinen Willen informiert. Lei bestreitet über seinen Anwalt Valentin Landmann diesen Sachverhalt: Der IT-Mitarbeiter, so Landmann, habe alle Entscheidungen seines Mandanten mitgetragen.
Nach einem Bericht der «SonntagsZeitung» war der IT-Mitarbeiter nicht der einzige Sarasin-Angestellte, der die Bankdaten Hildebrands anschaute. Insgesamt hätten zwölf Mitarbeitende einen Blick auf die elektronisch abgespeicherten Daten geworfen.
Bank Sarasin (Bild: Keystone)

  1. Januar 2012

SVP-Grossrat Hermann Lei bereut nicht, die gestohlenen Bankdaten von Philipp Hildebrand weitergegeben zu haben. Der Informant R.T. habe sich in «grosser Not» an ihn gewandt, sagt Lei in einem Interview mit dem «St. Galler Tagblatt». Bankintern sei der Informant mit seinen Vorbehalten angestossen und nicht weiter gekommen. Er selber sei sich keines Fehlverhaltens bewusst. «Ich war eine Art Briefträger», sagt Lei – wie vor ihm bereits Christoph Blocher.
Lei im «St. Galler Tagblatt»

Der Bankrat der Schweizerischen Nationalbank reagiert auf die Affäre Hildebrand: Er will sämtliche Banktransaktionen der Mitglieder des Erweiterten Direktoriums zwischen Anfang 2009 und Ende 2011 unter die Lupe nehmen. Zudem sollen Reglement und Weisungen über Eigengeschäfte überarbeitet werden.

  1. Januar 2012

Die Bank Sarasin geht nicht nur gegen ihren früheren IT-Mann R.T: rechtlich vor – ihre Anzeige richtet sich auch gegen allfällige Anstifter. Christoph Blocher beteuert erneut, nicht im Besitz der entwendeten Dokumente zu sein. An einer Medienkonferenz in Rorschach SG (Bild) stellt er sich als «Briefträger» dar und fordert er den Rücktritt des Nationalbank-Chefs: «Hildebrand ist ein Spekulant und nicht mehr tragbar.» Bundespräsidentin Eveline Widmer-Schlumpf dagegen stellt sich in der «Arena» des Schweizer Fernsehens hinter Philipp Hildebrand. Sie verlangte eine «knallharte Untersuchung» der Umstände, die zur Veröffentlichung seiner Bankdaten geführt haben.
Blocher spricht in Rorschach (Bild: Keystone)

  1. Januar 2012

Philipp Hildebrand stellt sich den Medien. Er gibt Fehler zu, hält sein Handeln aber für rechtlich korrekt. Ein Rücktritt ist für ihn kein Thema. Kashya Hildebrand, selbst Finanzspezialistin, verwalte Familienvermögen in eigener Regie. «Um es so zu sagen: Meine Frau ist eine starke Persönlichkeit», sagt der SNB-Präsident. Die Zürcher Staatsanwaltschaft schliesst ein Strafverfahren gegen Hildebrand – zumindest vorderhand – aus.
Hildebrand an der Medienkonferenz vom 5. Januar 2012 (Bild: Keystone)

Christoph Blocher bricht in einem Interview mit TeleZüri sein Schweigen. Die SVP-Leitung verlange eine ausserordentliche Session, sagte er. Zudem solle es eine Parlamentarische Untersuchungskommission (PUK) geben: «Herr Hildebrand ist untragbar, wir fordern eine PUK.» Weiter behauptet Blocher, er habe keinerlei Unterlagen von Banken oder von Bankkonten gesehen. Er sei im Laufe des Novembers «von verschiedenen Anwälten» darüber informiert worden, dass leitende Leute der SNB Währungsgeschäfte gemacht hätten, «es geht um mehrere Banken». Beweise dafür kann Blocher nicht vorlegen.

  1. Januar 2012

Die «Weltwoche» erhebt neue Vorwürfe gegen Hildebrand, den sie als «Gauner» bezeichnet. Unter anderem habe der SNB-Präsident persönlich die Aufträge zum Kauf und Verkauf von Devisen erteilt. Hildebrand habe am 15. August für 400 000Fr. gut
504 000 Dollar gekauft und diese Position am 4. Oktober, gut drei Wochen nach der Festsetzung des neuen Franken-Kurses, mit einem Gewinn von 75 000 Franken wieder abgestossen.
Frontseite der «Weltwoche», Ausgabe 01/2012

Die Nationalbank veröffentlicht das interne Reglement über Eigengeschäfte sowie den Prüfungsbericht von PwC. Die Darstellungen der Transaktionen der Familie Hildebrand in einzelnen Medien seien zum Teil nicht korrekt, und sie enthielten keine Elemente, die den Prüfungsorganen nicht bekannt gewesen wären, schreibt die SNB.

  1. Januar 2012

Blocher sagt am Rande eines Vortrags in Niederglatt ZH (Bild) auf die Frage von Journalisten, ob er Informationen über Finanztransaktionen der Familie Hildebrand an den Bundesrat weitergeben habe: «Von dem weiss ich nichts.» Und: «Es gibt eine Zeit zum Schweigen und eine Zeit zum Reden.» In dieser Sache sei für ihn nun Zeit zu schweigen.
Blocher spricht an der Neujahrsveranstaltung der SVP in Niederglatt (Bild: Keystone)

  1. Januar 2012

Die «NZZ am Sonntag» und die «SonntagsZeitung» enthüllen, dass Christoph Blocher den Bundesrat über die angeblich illegalen Transaktionen von Philipp Hildebrand informiert hatte. Der Informant R.T. stellt sich nach dem Erscheinen dieser Berichte der Kantonspolizei Zürich; zudem wird er von Sarasin fristlos entlassen. Die Bank informiert die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (Finma) über den Sachverhalt und reicht in der Folge Strafanzeige wegen Verletzung des Bankgeheimnisses ein.
Zweigniederlassung der Basler Privatbank Sarasin in Zürich (Bild: Keystone)

  1. Dezember 2011

Der IT-Mitarbeiter R.T. gerät aufgrund der SNB-Mitteilung in Panik und wendet sich an den Zürcher SVP-Kantonsrat Claudio Schmid (Bild), wie die «NZZ am Sonntag» am 8. Januar enthüllt. Schmid arrangiert ein Treffen mit zwei «Blick»-Journalisten, bei dem R.T. feststellt, dass seine Aktion noch nicht aufgeflogen ist. Er habe R.T. nach Rücksprache mit einem Staatsanwalt abgeraten, Informationen aus der Bank herauszutragen, behauptet Claudio Schmid laut «NZZ am Sonntag». Der Sarasin-Mitarbeiter habe sich aber vom Plan, Hildebrand aus dem Amt zu stemmen, nicht abhalten lassen.
SVP-Kantonsrat Schmid

  1. Dezember 2011

Der Bundesrat befasst sich an einer Sondersitzung mit den Vorwürfen gegen Philipp Hildebrand und den Ergebnissen der Abklärungen. Die SNB gibt bekannt, dass sich Gerüchte über unzulässige persönliche Bereicherung von Hildebrand als haltlos erwiesen hätten. Der Bankrat und Hildebrand behalten sich rechtliche Schritte gegen Dritte vor. Das Communiqué löst Überraschung und Verwirrung auf, denn die besagten Gerüchte sind bis zu diesem Zeitpunkt nicht an die Öffentlichkeit gelangt.

  1. Dezember 2011

Abschluss der vertieften Prüfung. Diese bestätigt, dass es keine unzulässigen Transaktionen und keinen Missbrauch von privilegierten Informationen gegeben habe. Die Prüfer hatten einen uneingeschränkten und vollständigen Einblick in alle Banktransaktionen von Philipp Hildebrand und seiner Familie im Jahre 2011. Der SNB-Bankrat wird tags darauf über die Resultate der vertieften Prüfung informiert.

  1. Dezember 2011

Blocher informiert Bundespräsidentin Micheline Calmy-Rey über verdächtige Transaktionen im privaten Umfeld Hildebrands. Der SVP-Nationalrat behauptet anfangs, er habe bei dem Treffen keine Bankdokumente vorgelegt. Später präzisiert er, es seien «keine Originaldokumente» gewesen. Der Bundesrat konfrontiert Hildebrand mit den Vorwürfen. Dieser informiert den Bankrat und legt seine finanziellen Verhältnisse offen. Die SNB-Revisionsstelle PwC sowie der Direktor der Eidg. Finanzkontrolle (EFK), Kurt Grüter, und sein Vizedirektor Michel Huissoud führen eine vertiefte Prüfung der Transaktionen durch.
SVP-Nationalrat Blocher und Bundespräsidentin Calmy-Rey (Bild: Keystone)

  1. November 2011

Der Thurgauer SVP-Grossrat Hermann Lei (Bild) arrangiert ein Treffen eines Mitarbeiters der Bank Sarasin mit SVP-Nationalrat Christoph Blocher, wie die Bank Sarasin am 4. Januar bekannt gibt. Der IT-Mitarbeiter R.T. hat demnach Informationen über Devisengeschäfte der Familie Hildebrand aus der Bank entwendet und seinem einstigen Schulkollegen Lei offengelegt. Blocher bestreitet, dass er R.T. – selber Mitglied der SVP – getroffen hat.
SVP-Grossrat Lei (Bild: http://www.hermann-lei.ch)

  1. Oktober 2011

Verkauf von 516 000 Dollar für 475 000 Franken zu einem Kurs von 0,92 Franken. Das Geschäft steht im Zusammenhang mit dem Kauf einer neuen Ferienwohnung im Kanton Graubünden. «Die Kursentwicklung des Dollar seit dem Kauf vom 10. März 2011 bis zum Verkauf am 4. Oktober 2011 war für Philipp Hildebrand unvorteilhaft», schreibt PwC im Prüfungsbericht. Die Transaktion sei reglementsgemäss. Die Mindesthaltedauer von sechs Monaten sei eingehalten worden.
Der Dollarkurs zum Zeitpunkt des Verkaufs betrug 0,92 Franken (Bild: Keystone)

  1. September 2011

Die Nationalbank legt einen Mindestkurs von 1,20 Franken pro Euro fest. Falls die Wirtschaftsaussichten und die deflationären Risiken es erforderten, werde die SNB weitere Massnahmen ergreifen, kündigen die Währungshüter an.
Die Festsetzung der Kursuntergrenze sorgte für Schlagzeilen.

  1. August 2011

Die SNB verstärkt ihre Massnahmen gegen die Franken-Stärke. Sie erhöht die Liquidität auf dem Franken-Geldmarkt nochmals signifikant. Der Dollar legt bis Ende August von 0,79 Franken auf 0,82 Franken zu. «Die Kursentwicklung war somit für Philipp Hildebrand vorteilhaft», schreibt PwC im Prüfungsbericht.
Der Dollarkurs im August 2011

  1. August 2011

Hildebrand erfährt einen Tag nach dem Kauf der Dollar von der Transaktion und meldet diese nach Erhalt der Bankbestätigung unverzüglich dem Leiter Recht und Dienste der SNB. Dieser sieht keinen Handlungsbedarf. Hildebrand stellt bei der Bank Sarasin klar, dass Devisengeschäfte künftig nur durchgeführt werden könnten, wenn der Auftrag von ihm selber komme oder er einen solchen Auftrag bestätige.
SNB-Präsident Hildebrand (Bild: Reuters)

  1. August 2011

Die Frau des SNB-Präsidenten, Kashya Hildebrand, kauft vom gemeinsamen Konto bei der Bank Sarasin 504 000 US-Dollar für 400 000 Franken.
20 000 Dollar gehen auf das Konto der Tochter, mit dem deren College-Ausbildung in den USA finanziert werden soll. Philipp Hildebrand selber hatte laut dem Prüfungsbericht der SNB-Revisionsstelle PwC keine Kenntnisse vom Kaufauftrag. «Unter dem Aspekt, dass die Transaktion zwei Tage vor einer wichtigen Ankündigung der SNB durchgeführt wurde, ist diese als heikel einzustufen», kritisiert PwC.
Kashya und Philipp Hildebrand (Bild: Silvia Pfenninger)

  1. März 2011

Die SNB bestätigt ihre expansive Geldpolitik. Der Kurs des Dollars sinkt bis Ende März von 0,94 Fr. auf 0,92 Franken. «Die Kursentwicklung war somit unvorteilhaft für Philipp Hildebrand. Ein Ausnutzen von privilegierten Informationen ist nicht erkennbar», schreibt die SNB-Revisionsstelle PwC in einem Bericht, in dem sie die Devisentransaktionen von Philipp Hildebrand unter die Lupe nahm.
Der Dollarkurs im März 2011

Anfang März 2011

Das Ehepaar Hildebrand kauft 1,173 Millionen US-Dollar im Wert von 1,1 Millionen Franken nach dem Verkauf eines Ferienhauses der Hildebrands in Gstaad (Bild).
Gstaad im Berner Oberland (Bild: Keystone)

  1. Mai 2010

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) setzt die neueste Version des internen Reglements über Eigengeschäfte der Mitglieder des Erweiterten Direktoriums in Kraft. Das Reglement war für die Öffentlichkeit nicht einsehbar, auf Druck von Politik und Medien veröffentlicht es die SNB am 4. Januar 2012. Die Vorschriften sehen unter anderem vor, dass die Mitglieder des Erweiterten SNB-Direktoriums Finanzinstrumente wie beispielsweise Fremdwährungsbeträge während mindestens 6 Monaten halten müssen oder diese von unabhängigen Dritten verwalten lassen müssen, die an keine Instruktionen gebunden sind.

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Veröffentlicht am 11. März 2014 in Deutschland heute Abend, FC Schalke 04, Tagesthemen und mit , , , , , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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