Henry Ford: “Würden die Menschen verstehen, wie unser Geldsystem funktioniert, hätten wir eine Revolution – und zwar schon morgen früh.” Teil 2


Zum Teil 1

Unser Geldsystem – ein

System mit Verfallsdatum

Teil 2

Du bist Millionär

Du bist Millionär (Photo credit: Andy Carl)

Der Zins als Umverteilungsmechanismus

Gesamtsystematisch gesehen ist es auf Dauer problematisch, wenn im Tauschmittel gespart wird, da diese gesparte Geldsumme dem Tauschmittelkreislauf entzogen wird und im Wirtschaftssystem zur Tilgung von Schulden fehlt.
Wichtig: Ob Ihr Geld nun unterm Kopfkissen oder auf dem Girokonto liegt, spielt dabei keine Rolle. In beiden Szenarien werden dem Tauschmittelkreislauf, der Höhe des Sparvermögens entsprechende, Tauschmittel entzogen. Entgegen des landläufigen Irrglaubens, Banken würden ausschließlich Geld von anderen Sparer weiterverleihen, schöpft jede Bank die im Kreditprozess vergebene Kreditsumme im Moment der Kreditvergabe selbst(!) – durch Bilanzverlängerung (siehe auch Beschreibung der Deutschen Bundesbank zur Geldschöpfung „aus dem Nichts).
Einige Geldsystemkritiker bezeichnen den Umstand des Sparens, angelehnt an den Sprachgebrauch des Begründers der Freiwirtschaftslehre – Johann Silvio Gesell, auch als Horten von Tauschmitteln.

Bilanzsummen der Notenbanken

Der Systemcrash erfolgt, wenn nicht ausreichend (neue) Nachschuldner und somit nicht ausreichend Schuldendeckungsmittel (also Tauschmittel = Geld) im System vorhanden sind, um die Forderungen der Gläubiger, also fällige Kredite oder sonstige Schulden – gesamtsystematisch – zu begleichen.

Nun muss der Schuldner nicht nur den erhaltenen Betrag zurückzahlen, sondern zusätzlich die Zinsen, das heißt, er macht Verlust, wird also ärmer, während der Geldvermögende reicher wird. Damit ist der Zins ein Umverteilungsmechanismus des Geldes von den Ärmeren zu den Geldbesitzern. Man könnte nun einwenden, dass es menschlich gesehen ja gerechtfertigt ist, dass der Schuldner dem Geldverleiher auch etwas für seine Hilfe zurückgibt, also mehr zahlt. Der Zins an sich ist auch gar nicht das Problem, – aber der Zinseszins. Wenn ein Geldbesitzer das Mehr an Vermögen wieder weiterverleiht, hat das nichts mehr mit einem gerechten Ausgleich zu tun, sondern mit dem Ausbeuten der Schuldner, schließlich bekommt er Zinsen auf Geld, das er nicht selbst erarbeitet hat, ab einem bestimmten Vermögen kann er auch gut von den Zinsen leben, schließlich sogar viel besser, als seine Schuldner, die sein Leben finanzieren.

To big to fail

Es ist auch keineswegs so, dass nur diejenigen von diesem Mechanismus betroffen sind die selbst Schulden machen. Denn die größten Schuldner sind die Staaten, die die Zinslast via Steuern auf die gesamte Bevölkerung eines Landes verteilen, und die Unternehmen, die je nach  Verschuldung die Preise erhöhen. Letztendlich zahlt also die gesamte Bevölkerung wachsenden Reichtum weniger Privatpersonen. Die durchschnittliche Zinslast in den Preisen betrug  in den 1990er Jahren etwa ein Drittel. Inzwischen ist dieser Anteil natürlich entsprechend gestiegen.

Der Zwang zu Wirtschaftswachstum

Ein Geldbesitzer wird natürlich nur in die reale Wirtschaft investieren, wenn er dort mehr Gewinn machen kann, als durch die Verzinsung seines Vermögens. Also muss ein Unternehmen seinen Gewinn ständig steigern um mit dem Zinswachstum mithalten zu können. Selbst wenn ein Unternehmer aus Idealismus sein Geschäft nicht gewinnorientiert führt, muss er meist Kredite mit hohen Zinsen zurückzahlen – gerade für kleinere Unternehmen sind die Zinssätze auch besonders hoch. So bewirkt der Zins konkret den Zwang nach exponentiellem Wirtschaftswachstum.

Ein hohes Wirtschaftswachstum kann die Verarmung der Bevölkerung abmildern: Das was der Bevölkerung durch den Zins genommen wird, wird ihr durch das Mehr an Volkseinkommen wieder zugeführt. Nur kann die Geschwindigkeit des Wachstums nicht immer weiter zunehmen.

Dieses künstliche Wirtschaftswachstum kann man überall beobachten:

– Obwohl eigentlich das Geld fehlt, wird ständig in neue, im Prinzip überflüssige – vor allem, wenn man bedenkt, wie knapp das Geld ist – Bauprojekte investiert .

– Viele Waren werden von vorn herein so produziert, dass sie nach einer bestimmten Zeit kaputt gehen und ersetzt werden müssen.

– Außerdem ist man darauf angewiesen, durch Werbung ständig neue Bedürfnisse zu schaffen. Ein Amerikaner zum Beispiel sieht durchschnittlich 22.000 Werbespotts pro Jahr.

– Natürlich braucht man auch immer neue Gebiete, in die sich die eigene Wirtschaft ausbreiten kann. Dazu werden Länder erobert oder wirtschaftlich abhängig gemacht. Schon die Römer mussten deshalb expandieren, der Imperialismus hat dieselbe Ursache, heutzutage läuft dasselbe ab unter dem Deckmantel der Globalisierung.

Dabei wird die inländische Wirtschaft eines Landes häufig systematisch zerstört, z. B. durch sogenannte Strukturanpassungsprogramme von IWF und Weltbank, die arme Länder zwingen, ihre Märkte zu öffnen und ausländische Investoren genauso zu fördern wie inländische. Dadurch gehen die inländischen Kleinbetriebe Pleite und das Land wird vom Import abhängig. Eine Studie aus den 1980er Jahren zeigt, dass in 24 Ländern, die sich Strukturanpassungsprogrammen unterzogen, der Export in 13 Ländern nachgelassen hat und in den anderen 11 den Importzuwachs nicht ausgleichen konnte.

Außerdem bieten Entwicklungsländer günstige Produktionsbedingungen (kaum Umweltauflagen, Steuerfreistellungen, billige Arbeitskräfte (viele arbeiten für unter 1 $ am Tag, unbezahlte Überstunden, keine Arbeitsschutzmaßnahmen, Gewerkschaften oder Sozialleistungen)).

Auch können dort billig produzierte, minderwertige Waren abgesetzt werden. Die Babynahrung ist in der dritten Welt z. B. so schädlich, dass die Weltgesundheitsorganisation und Unicef einen Kodex eingeführt haben, der es verbietet, gesunde, wohlgenährte Babys auf den Produkten abzubilden, da die meisten Leute dort nicht lesen können und sonst denken, Babynahrung sei gesünder als Muttermilch. Die Kodex ist jedoch kaum durchzusetzen. Als Guatemala entsprechende Gesetze erließ, drohte ein amerikanischer Konzern damit, das Land bei der WTO zu verklagen, daraufhin machte die Regierung einen Rückzieher. (Die WTO hat bisher allen Klagen gegen Gesundheits- oder Umweltschutzgesetze, außer der Asbest-Klage stattgegeben)

Der wachsende Schuldenberg fordert in wachsendem Maße seinen Tribut in Form von Zinslasten, die von den Schuldnern im Durchschnitt immer schwerer aufzubringen sind, die immer größere Teile des Bruttoinlandsprodukts (Wirtschaftsleistung) beanspruchen und an die Geschäftsbanken bzw. an Eigentümer von Geldvermögen fließen. Solange das Bruttoinlandsprodukt noch kräftig wuchs und die Zinslasten nur einen geringen Prozentsatz ausmachten (aufgrund der durch die Währungsreform 1948 zusammengeschrumpften Schulden), fiel das Wachstum der Zinslasten nicht weiter auf. Es blieb immer noch ein absolut wachsender Rest des Bruttoinlandsprodukts zur Verteilung übrig.

Aber in einer Welt begrenzter Ressourcen und Absatzmärkte kann die Produktion auf Dauer unmöglich mit dem vom Zins geforderten exponentiellen Wachstum mithalten.

Was passiert, wenn die Grenzen des Wachstums erreicht sind?

Defloration – Deflation

Trotz all dieser Maßnahmen zur Wachstumssteigerung, ist die Grenze des Wachstums irgendwann erreicht. Dann sinken die Zinssätze. Wenn die Zinssätze jedoch stark sinken, nimmt die Geldhortung zu. D. h. der Geldumlauf ist nicht mehr gewährleistet. Wenn sich das Wirtschaftswachstum aber verlangsamt, drücken die weiter wachsenden Zinslasten immer mehr auf das Bruttoinlandsprodukt und drängen andere Ansprüche immer mehr in die Defensive. Die Schuldner geraten dadurch immer mehr in die Klemme. Bleiben die erforderlichen Umsatzsteigerungen aus, dann müssen die privaten Unternehmen andere Kosten senken. Mit der Folge von Entlassungen, gesamtwirtschaftlichem Nachfragerückgang, einer steigenden Zahl von Konkursen usw., kurz: mit der Folge einer Wirtschaftskrise. Die Zinslasten wachsen demnach wie ein Tumor, zuerst ganz langsam und unauffällig, dann immer dramatischer, bis das System daran zusammenbricht.

Wie entstehen Kriege?….

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Veröffentlicht am 10. August 2012 in Deutschland heute Abend, Finanzen, Gesundheitswesen, Statistik, Tagesthemen und mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 6 Kommentare.

  1. Henry Ford, ein Antisemit, auf den sich die Zinskritiker bis heute berufen:

    http://reflexion-blog.com/?p=2853

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  2. Stimmt die übrigen Überszeugungen sind dabei irrelevant.
    Sehr häufig wird versucht Kritiker unseres Schuldgeldsystems mit angeblichen Zugehörigkeiten zu Gruppierungen, oder faschistischen Überzeugungen zu mißkreditieren und damit mundtot zu machen.
    Dahinter kann man schnell eine Strategie erkennen, so blind sind die Menschen nun nicht.

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