Henry Ford: „Würden die Menschen verstehen, wie unser Geldsystem funktioniert, hätten wir eine Revolution – und zwar schon morgen früh.“


Zum Teil 2

Heute Morgen habe ich noch einmal nach einem Fernsehbeitrag von Markus Lanz gesucht. Thema war die Griechenlandkrise und einer der Gäste war “Mister Dax” Dirk Mueller.

Dirk Müller erklärt unser Geldsystem und die Wirkung des Zinseszinses.

Ich möchte an dieser Stelle nicht wiedergeben, was zum Thema Griechenland diskutiert wurde, oder das Olaf Henkel (ein anderer Gast) tatsächlich vorgeschlagen hat, der EU damit zu drohen die D-Mark wieder einzuführen, aber Mueller hat ein sehr beeindruckendes Beispiel über die Macht des Zins und Zinseszins gebracht:

Sinngemäß erklärte er: Wenn Josef bei der Geburt von Jesus 1 Cent zu 5% Zinsen angelegt hätte, wäre bis heute durch Zins und Zinseszins eine Geldsumme zusammengespart worden, von der man Gold im Gewicht mehrerer Planeten unseres Sonnensystems kaufen könnte.

Diese Aussage kam mir etwas zu heftig vor und ich habe das einmal in einen Zins und Zinseszins-rechner eingegeben. Es könnte aber stimmen…..

Ganz genau weis ich es nicht, denn mein Rechner ging in die Knie…. aber……
nach 500 Jahren wurden aus dem 1 Cent bei 5% Zinsen schon
683.618.461,35 Euro…. Unglaublich….aber wahr…..HAMMER!!!

Ja, der Zinseszins-Effekt wird unterschätzt. Die Zahlen sind gewaltig.

Deshalb habe ich mir ein wenig mehr Gedanken zu diesem Thema gemacht, hier nun der erste Teil:

Unser Geldsystem – ein

System mit Verfallsdatum

Teil 1

Es ist offensichtlich, dass die wirtschaftliche Lage weltweit immer schlechter wird. Doch warum? Laut offizieller Statistik ist zum Beispiel unsere Wirtschaftsleistung in den letzten 50 Jahren auf das 40-fache und das Geldvermögen auf das 200-fache gestiegen. Trotzdem spricht man von „Zeiten knapper Kassen“; und obwohl den vielen Arbeitsuchenden auf der einen Seite auch ein riesiger Bedarf an Arbeit, die gemacht werden muss, auf der anderen Seite gegenüber steht, heißt es, es gäbe zu wenig Arbeitsplätze. Angebot an Arbeit und Nachfrage danach wären also prinzipiell vorhanden. Das Problem ist, es kommt zu keinem Austausch beider Seiten, weil kein Geld da ist, um sie zu vermitteln. Dies liegt jedoch nicht an der Geldmenge, Geld ist nämlich genug vorhanden, – nur konzentriert es sich immer mehr auf den Privatkonten einiger weniger. Damit ist klar, dass unser Geld- und Wirtschaftssystem einen gravierenden Fehler aufweist. Bei genauerer Betrachtung zeigt sich sogar, dass unser Geldsystem zwangsläufig zu einer Umverteilung führen muss.

Exponentielles Wachstum

Geld das verzinst angelegt ist, wächst exponentiell, also es verdoppelt sich das Vermögen nach einem immer gleichen Zeitraum – unabhängig vom Betrag. Was das heißt, zeigt folgende Rechnung:

Hätte Joseph im Jahre Null einen Cent auf die imaginäre Bank von Jerusalem gelegt, bei fünf Prozent Zinsen, wären ihm nach 15 Jahren zwei Cent zugestanden, nach 29 Jahren vier, nach 53 Jahren 8 Cent. Hundert Jahre später hätten seine Nachkommen dann 1,11 Euro abheben können und nach 250 Jahren wären es schon etwa Tausend Euro…
Im Jahr 2000 wären schließlich aus dem einen Cent 2 mal 10^40 Euro geworden (2.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000Euro). Rechnet man diesen Betrag in Gold um, so hätten Josephs Nachkommen Anspruch auf 436 Milliarden Erdkugeln aus purem Gold! Dementsprechende groß wären die Schulden anderer.

Bei fünf Prozent Zinsen verdoppelt sich der Betrag alle 14, 2 Jahre, bei 3 Prozent alle 23,5 Jahre. Der durchschnittliche Zinssatz in der Geschichte liegt bei fünf Prozent, aber auch sieben Prozent oder mehr waren (und sind) üblich. Exponentielles Wachstum verläuft also zu Anfang kaum merklich, um dann immer schneller zu werden. Ein natürliches Wachstum dagegen verhält sich genau umgekehrt, es verläuft zuerst sehr schnell, dann immer langsamer, bis es schließlich kaum noch merklich, beziehungsweise linear ist. Das zeigt, wie krankhaft exponentielles Wachstum ist!

Exponentielles Wachstum Geld Zins Zinseszins

Die Rechnung vom „Josephs-Cent“ zeigt deutlich, dass eine Zinswirtschaft letztlich zusammenbricht, einfach, weil die Welt begrenzt ist: Mehr als alles kann man nicht besitzen. Das ist der Grund, warum in unserer Gesellschaftsordnung Probleme entstehen, wenn das Wirtschaftswachstum stagniert. Dabei führt der Zinseszinsmechanismus immer mehr zur Zentrierung allen Besitzes.

Da der Mechanismus zu Anfang eines Wirtschaftssystem sehr gering ist, fällt er kaum ins Gewicht. Sobald das Geldwachstum jedoch das reale Wirtschaftswachstum überflügelt, nähert sich das System seinem Zusammenbruch. In Deutschland zum Beispiel wächst das BIP seit 40 Jahren etwa linear, wogegen die Staatsverschuldung exponentiell zugenommen hat.

Wozu braucht man den Zins?

Geld ist den Waren grundsätzlich überlegen, da es nicht an Wert verliert. Deswegen wird jeder seine Ersparnisse in Geld anlegen wollen und nicht in Waren. So wird ein Bauer nicht so viele Kartoffeln sammeln bis er damit einen neuen Traktor kaufen kann, sondern das Gemüse möglichst schnell verkaufen und das Geld sparen, bis es für den Traktor reicht. Wenn er das Geld jedoch hortet, entzieht er es dem Wirtschaftskreislauf.

Fehlt in der Wirtschaft Geld, kommt es zu genau diesem Problem: Angebot und Nachfrage sind vorhanden, aber viele Geschäfte können trotzdem nicht mehr abgeschlossen werden, Unternehmen bleiben auf ihren Waren sitzen und gehen Pleite. Es kommt zu Massenarbeitslosigkeit, die Steuereinnahmen sinken, Sozialleistungen müssen gekürzt werden und breite Armut entsteht in der Bevölkerung. Die Bevölkerung hat noch weniger Geld, dass sie ausgeben kann, mehr Unternehmen gehen Pleite…. Letztendlich bricht die gesamte Wirtschaft zusammen. Man nennt das Deflation.

Kreislauf Deflation

Also muss man dafür sorgen, dass das Geld im Umlauf bleibt. Dies kann man kurzfristig dadurch erreichen, dass man den Geldbesitzer belohnt, wenn er sein überschüssiges Geld weiterverleiht. Diese Belohnung ist dann der Zins.

To be continued…, weiter zu Teil 2

Related Articles

Das System USA: US-Staatsverschuldung zahlt die ganze Welt! (derblauweisse.wordpress.com)

Advertisements

Veröffentlicht am 9. August 2012 in Deutschland heute Abend, Finanzen, Gesundheitswesen, Statistik und mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 6 Kommentare.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: