Financial Fairplay – sportlicher Erfolg 2.Teil


Die UEFA will das Finacial Fairplay etablieren.

„Geld schießt eben doch Tore!“

Weil das so ist stellt sich überhaupt die Frage nach dem Fair Play. Im Grunde versucht die UEFA mit der Umsetzung der Lizensierungsregeln nichts anderes, als die Unterschiede der Volkswirtschaften innerhalb des europäischen Verbandes und die unterschiedlichen Finanzierungsmodelle der Vereine, im Sinne einer Vergleichbarkeit auszuschließen.

Im neuen Klublizenzierungsverfahren ist hierzu der Prozess des „Monitoring“ vorgesehen, in dessen Rahmen Klubs, die an UEFA-Klubwettbewerben teilnehmen, die sog. „Break-even-Regel einhalten müssen. De facto stellt diese Regel die Anforderung auf, dass die Ausgaben für den „typischen Betrieb“ eines Fußballklubs durch die Einnahmen aus dem „typischen Betrieb“ finanziert werden müssen. Die Break-even-Regel stellt zu diesem Zweck nicht auf die Liquiditätslage eines Klubs ab, sondern auf seine Fähigkeit, alle Ausgaben aus den eigenen Einnahmen zu „finanzieren“.

„Relevant income and expenses“ („relevante Einnahmen und Ausgaben“)

Verkürzt gesagt geht es hier darum erwünschte Elemente zu fördern und Unerwünschtes negativ anzurechnen.

Ein Beispiel für eine erwünschte Ausgabe sind die Ausgaben für die Nachwuchsförderung, die dem Klub „gutgeschrieben“ werden. Fallen
hier höhere Ausgaben an, so werden diese bei der Berechnung des Break-even Ergebnisses nicht als Ausgaben berücksichtigt.

Als Beispiel für unerwünschte Elemente sind die sog. Einkommenstransaktionen mit verbundenen Parteien zu nennen.

Es werden also Einnahmen und Ausgaben gegenübergestellt, die Finanzierungsseite wird ausgeblendet. Die Finanzspritze einer Einzelperson oder eines Investors wird also nicht als „relevante Einnahme“ berücksichtigt.

Für die Berechnung des Break-even-Ergebnisses wird also die Liquiditätsspritze ignoriert. Die Regelung, die Finanzierung auszublenden und nur Ausgaben und Einnahmen zu betrachten, hat somit zur Folge, dass Klubs ihre Ausgaben tatsächlich aus ihrer eigenen Leistungsfähigkeit, ihrer eigenen Wirtschaftskraft bestreiten müssen.

Wie schon im ersten Teil zu diesem Thema beschrieben, wird der sportliche Erfolg grundsätzlich von einer erfolgreichen Cash Flow-Finanzierung abhängen.

Relevante Einnahmen Grundpositionen

  • Eintrittsgelder
  • Sponsoring und Werbung
  • Übertragungsrechte
  • kommerzielle Aktivitäten
  • sonstige betriebliche Erträge
  • Gewinn/Ertrag aus der Veräußerung von Spielerregistrierungen
  • Veräußerungsgewinne bei der Veräußerung von Sachanlagen
  • Finanzertrag

Folgende Einnahmen müssen herausgerechnet werden:

  1. „nicht monetäre Habenpositionen
  2. Einkommenstransaktionen mit verbundenen Parteien über dem Zeitwert
  3. Einnahmen aus nicht fußballerischen Tätigkeiten ohne Bezug zum Klub

Relevante Ausgaben

  • Materialaufwand
  • Personalaufwand
  • sonstige betriebliche Aufwendungen
  • Amortisation/Wertminderung von Spielerregistrierungen und Verluste bei der Veräußerung von Spielerregistrierungen/Kosten für den Erwerb von Spielerregistrierungen
  • Finanzaufwand und Dividenden

Folgende Ausgaben dürfen herausgerechnet werden:

  1. Ausgabentransaktionen mit verbundenen Parteien unter dem Zeitwert
  2. Ausgaben für die Nachwuchsförderung
  3. Ausgaben für gemeinwohlorientierte Projekte
  4. nicht monetäre Sollpositionen
  5. Finanzaufwand, der direkt dem Bau von Sachanlagen zuzuschreiben ist
  6. Ausgaben für nicht fußballerische Tätigkeiten ohne Bezug zum Klub

Natürlich muss auch damit gerechnet werden, dass sich Vereine mit möglichen Wegen beschäftigen werden diese Restriktionen aus „relevanten Einnahmen“ und „relevanten Ausgaben“ auszuhebeln. Es wird also Versuche geben aus Kapitalzuflüssen „relevante Einnahmen“ entstehen zu lassen und auf der anderen Seite Ausgaben aus den „relavanten Ausgaben“ heraus zu rechnen.

Auch wenn die UEFA in in ihrem  UEFA-Reglement zur Klublizenzierung Financial Fairplay Ausgabe 2012, Anhan X: Berechnung des Break-even-Ergebnisses, eine Vielzahl von offensichtlichen Schlupflöchern konsequent ausschließt, wird es vor allem von der Arbeit der Wirtschaftsprüfer der Vereine abhängen, inwieweit diese Regeln tatsächlich eingehalten werden. Die Zahlen kommen letztendlich immer von den Vereinen. Es wird reichlich Spielraum geben Konzernstrukturen zu reduzieren, bzw. neu zu schaffen. Eine für die Vereine vorteilhafte Zuordnung, der Einnahmen und Ausgaben für die Break-even-Berechnung, umzusetzen wird nicht mehr als eine organisatorische und technische Herausforderung sein.

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Veröffentlicht am 12. Juli 2012 in FC Schalke 04 und mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Ein Kommentar.

  1. Reblogged this on derblauweisse und kommentierte:

    Tricksen bis der Wirtschaftsprüfer abwinkt?!

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