Financial Fairplay – sportlicher Erfolg


Herausforderungen der Zukunft werden vor allem die Umsetzung der UEFA Anforderungen zum Financial Fairplay und die Finanzierung des sportlichen Erfolges sein. 
UEFA general secretary Gianni Infantino: „Financial fair play will make football more sustainable.“

Still und leise hat im Sommer 2011 das Financial Fair Play der UEFA begonnen. Die Zulassung zu den europäischen Wettbewerben ist künftig klar geregelt. Höchste Zeit, das Konstrukt und dessen Folgen für den Wettbewerb einmal genau unter die Lupe zu nehmen.

Schon im Juli 2011 mussten für UEFA-Wettbewerbe qualifizierte Clubs dem europäischen Verband erstmals Meldung zu überfälligen Verbindlichkeiten gegenüber anderen Clubs, Angestellten oder Steuerbehörden machen. Derzeit läuft das erste Club Monitoring, allerdings noch auf freiwilliger Basis im Rahmen der sogenannten „Soft Implementation“-Phase, an dem sich neben zahlreichen anderen Clubs auch der FC Schalke 04 beteiligt. Die geplante Einführung zum Juli 2013 wurde bis zum Juli 2015 verschoben.

Problematisch kann es auch für Clubs werden, die in einem Jahr in der Champions League spielen, im folgenden Jahr aber die Qualifikation für einen internationalen Wettbewerb verpassen. In diesem Fall müssen, um eine solche „ergebnistechnische Punktlandung“ hinzulegen, die Aufwendungen den verminderten Erlösen zügig angepasst werden, was schwierig erscheint.
Kurzfristige Kraftakte einzelner Clubs wären nicht mehr möglich, da diese Sanktionen fürchten müssen. Tendenziell wird sich die Bundesligatabelle zukünftig der Umsatztabelle annähern.
Abschließend lässt sich festhalten, dass in nationalen wie internationalen Wettbewerben die Siegchancen der bereits heute solide wirtschaftenden Clubs durch Financial Fair Play steigen werden, was die Wettbewerbe letztendlich gerechter macht; auf der anderen Seite wird es in Zukunft aber auch weniger abwechslungsreich zugehen.

Man kann davon ausgehen, dass  die Regeln des Financial Fairplay zu einer Verkürzung der Vertragslaufzeiten mit den Spielern führt. Die Vertragslaufzeit ist aber eine wesentliche Voraussetzung für die Ablösesummen und damit ein Teil der Finanzierung aus Cash Flows der Vereine. Transferüberschüsse werden sich im  nur noch mit Topspielern oder selber ausgebildeten Spielern erzielen lassen. Dabei werden gerade diese Spieler immer auch einen sportlichen Qualitätsverlust bedeuten. Diese Lücken gilt es kontinuierlich mit sportlicher Qualität aus der eigenen Jugend oder mit einem entsprechend gutem Scouting auf zu füllen. Dabei wird die Qualität dieser Anstrengung sich sofort auf das wirtschaftliche Erfolg auswirken. Die Zeiträume die dem Verein dabei bleiben hängen von dem Erfolg, Überschüsse aus den Kerngeschäften:

  • Werbung und Sponsoring,
  • Einnahmen aus den Spieltagen bzw. Veranstaltungen,
  • Medienrechte,
  • Merchandising/Licensing,

zu erzielen, ab.

Man kann daraus nicht automatisch ableiten, dass ein sich permanent drehendes Spielerkarussel à la Magath der falsche Weg ist. Er ist sogar ein unumgänglicher Weg, will man das Prinzip „e.V.“ erhalten. Grundsätzlich wird der sportliche Erfolg als „e.V.“ vielmehr von einer erfolgreichen Cash Flow-Finanzierung abhängen. Die Fähigkeiten dieser Vereinsbereiche werden somit, neben der sportlichen Qualität, zum Schlüssel des Erfolgs. Die Bedingungen durch Fremdkapital den sportlichen Erfolg zu erreichen sind heute schon durch Basel II erschwert und werden zusätzlich noch durch die Lizensierungsregeln der UEFA begrenzt.

Quellen: 
UEFA-Reglement zur Klublizenzierung und zum finanziellen Fairplay Ausgabe 2012
Was Financial Fair Play ändert.
 
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Veröffentlicht am 10. Juli 2012 in FC Schalke 04 und mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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